Schillernd und magisch sind die Erinnerungen an die Sommerferien bei der Großmutter, geheimnisvoll die Geschichten der Tanten. Viele Jahre lang hat Iris das Haus ihrer Großmutter nicht mehr betreten. Als sie es überraschend erbt, geht sie vorsichtig von Raum zu Raum und spürt den Geschichten nach, die es erzählt. Sie handeln von Freundschaft, Liebe, Altern und dem rätselhaften Tod ihrer Kusine Rosmarie. Bewegend und herrlich komisch ist Schauspielerin Maren Eggert als Iris zu hören, die sich an drei Generationen ihrer Familie erinnert und gleichzeitig ihre eigene Geschichte spinnt. Das gleichnamige Buch ist im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen.
Wunderbares, stimmungsvolles, melancholisches Buch über ein altes Haus und die damit verbundenen Geschichten
Iris erbt das alte Haus ihrer Großmutter mit Allem was dazugehört. Alleine stöbert sie durch das Haus, findet alte Kleider und Möbel, Notizen, bewundert die Pflanzen im Garten und Alles ist durchwoben mit Erinnerungen an ihre Kindheit und mit den alten Familiengeschichten, die sich hier zu getragen haben.
Ein wunderschönes Buch.
26. Okt. 2025
5,0
Wunderbares, stimmungsvolles, melancholisches Buch über ein altes Haus und die damit verbundenen Geschichten
Iris erbt das alte Haus ihrer Großmutter mit Allem was dazugehört. Alleine stöbert sie durch das Haus, findet alte Kleider und Möbel, Notizen, bewundert die Pflanzen im Garten und Alles ist durchwoben mit Erinnerungen an ihre Kindheit und mit den alten Familiengeschichten, die sich hier zu getragen haben.
Ein wunderschönes Buch.
Mein zweites Geburtstagsbuch war auch sehr out of comfortzone. Der Schreibstil war gewöhnungsbedürftig, vorallem die wörtliche Rede, da sie erzählt wurde und immer nur mit einem - Bindestrich eingeleitet wurde.
Es war eine sehr berührende Familiengeschichte.
8. März 2026
3,5
Mein zweites Geburtstagsbuch war auch sehr out of comfortzone. Der Schreibstil war gewöhnungsbedürftig, vorallem die wörtliche Rede, da sie erzählt wurde und immer nur mit einem - Bindestrich eingeleitet wurde.
Es war eine sehr berührende Familiengeschichte.
"Manchmal wurden erfundene Geschichten im Nachhinein wahr, und manche Geschichten erfanden die Wahrheit."
Katharina Hagenas -Der Geschmack von Apfelkernen- hat mich vor allem deshalb überzeugt, weil der Roman etwas wagt, das viele Familiengeschichten zwar versprechen, aber nur wenige tatsächlich einlösen. Er vertraut auf die Intelligenz und das Einfühlungsvermögen seiner Leserinnen und Leser.
Die Handlung wirkt auf den ersten Blick unspektakulär. Iris kehrt nach dem Tod ihrer Großmutter in das Haus ihrer Familie zurück und begegnet dort nicht nur den Menschen ihrer Vergangenheit, sondern auch den Spuren derjenigen, die längst nicht mehr da sind.
Doch der eigentliche Reiz des Romans liegt nicht in der Frage, was geschieht, sondern darin, wie Vergangenheit in uns weiterlebt.
Hagena interessiert sich weniger für eindeutige Wahrheiten als für die feinen Verschiebungen der Erinnerung. Jede Figur trägt ihre eigene Version der Familiengeschichte mit sich herum, jede Erinnerung besitzt ihre blinden Flecken. Je weiter man liest, desto deutlicher wird, dass das Vergangene niemals abgeschlossen ist. Es verändert sich mit jedem Blick zurück.
Besonders berührt hat mich die Art, wie das Buch Nähe entstehen lässt. Nicht durch große Dramen oder spektakuläre Wendungen, sondern durch kleine Beobachtungen, vertraute Gesten und jene scheinbar nebensächlichen Momente, aus denen sich ein Leben zusammensetzt.
Das alte Haus, der Garten, die Gegenstände vergangener Jahrzehnte, all das wird nie zur bloßen Kulisse. Es trägt Erinnerungen in sich, die manchmal tröstlich sind und manchmal schmerzen.
Auch sprachlich hat mich der Roman beeindruckt. Hagena schreibt poetisch, aber mit einer angenehmen Zurückhaltung. Ihre Bilder drängen sich nie auf, sondern ergeben sich organisch aus der Geschichte. Viele Passagen besitzen eine stille Schönheit, die nicht Aufmerksamkeit fordert, sondern sich nach und nach entfaltet.
Was mich am Ende besonders bewegt hat, war die Menschlichkeit, mit der die Autorin ihren Figuren begegnet. Niemand wird verurteilt, niemand auf eine einzige Eigenschaft reduziert. Die Menschen in diesem Roman machen Fehler, schweigen, lieben, enttäuschen und hoffen – oft gleichzeitig. Gerade deshalb wirken sie so glaubwürdig. Man begegnet ihnen nicht wie literarischen Konstruktionen, sondern wie Menschen, denen man tatsächlich einmal hätte begegnen können.
Der Geschmack von Apfelkernen ist für mich weit mehr als ein Familienroman. Es ist ein kluges und zugleich sehr warmherziges Buch über Erinnerung, Verlust und die Frage, was von den Menschen bleibt, die unser Leben geprägt haben. Es erinnert daran, dass Familiengeschichten selten geradlinig sind und dass ihre Bedeutung oft erst mit der Zeit sichtbar wird.
Dieses Buch hat mich nicht durch Lautstärke oder Dramatik überzeugt, sondern durch seine leise Wahrhaftigkeit. Es erzählt von Vergänglichkeit, ohne melancholisch zu werden, und von Nähe, ohne sentimental zu wirken.
♡♡♡
"Denn schließlich heilte die Zeit alle Wunden nur, indem sie sich mit dem Vergessen verbündete."
"Doch hinter allem Sammeln steckte die gleiche Gier nach singenden Zauberwelten in schlafenden Dingen."
"Lebensmüde oder sterbensmüde, schläfrig, schlaftrunken - irgendwann fühlt sich alles gleich an. Ist man nur lange genug sterbensmüde, wird man lebensmüde und stirbt."
"Lesen, das war das Gleiche wie sammeln, und sammeln war das Gleiche wie aufbewahren, und aufbewahren war das Gleiche wie erinnern, und erinnern war das Gleiche wie nicht genau zu wissen, und nicht genau zu wissen, war das Gleiche wie vergessen zu haben, und vergessen war das Gleiche wie fallen, und das Fallen musste ein Ende haben."
3. Juni 2026
5,0
"Manchmal wurden erfundene Geschichten im Nachhinein wahr, und manche Geschichten erfanden die Wahrheit."
Katharina Hagenas -Der Geschmack von Apfelkernen- hat mich vor allem deshalb überzeugt, weil der Roman etwas wagt, das viele Familiengeschichten zwar versprechen, aber nur wenige tatsächlich einlösen. Er vertraut auf die Intelligenz und das Einfühlungsvermögen seiner Leserinnen und Leser.
Die Handlung wirkt auf den ersten Blick unspektakulär. Iris kehrt nach dem Tod ihrer Großmutter in das Haus ihrer Familie zurück und begegnet dort nicht nur den Menschen ihrer Vergangenheit, sondern auch den Spuren derjenigen, die längst nicht mehr da sind.
Doch der eigentliche Reiz des Romans liegt nicht in der Frage, was geschieht, sondern darin, wie Vergangenheit in uns weiterlebt.
Hagena interessiert sich weniger für eindeutige Wahrheiten als für die feinen Verschiebungen der Erinnerung. Jede Figur trägt ihre eigene Version der Familiengeschichte mit sich herum, jede Erinnerung besitzt ihre blinden Flecken. Je weiter man liest, desto deutlicher wird, dass das Vergangene niemals abgeschlossen ist. Es verändert sich mit jedem Blick zurück.
Besonders berührt hat mich die Art, wie das Buch Nähe entstehen lässt. Nicht durch große Dramen oder spektakuläre Wendungen, sondern durch kleine Beobachtungen, vertraute Gesten und jene scheinbar nebensächlichen Momente, aus denen sich ein Leben zusammensetzt.
Das alte Haus, der Garten, die Gegenstände vergangener Jahrzehnte, all das wird nie zur bloßen Kulisse. Es trägt Erinnerungen in sich, die manchmal tröstlich sind und manchmal schmerzen.
Auch sprachlich hat mich der Roman beeindruckt. Hagena schreibt poetisch, aber mit einer angenehmen Zurückhaltung. Ihre Bilder drängen sich nie auf, sondern ergeben sich organisch aus der Geschichte. Viele Passagen besitzen eine stille Schönheit, die nicht Aufmerksamkeit fordert, sondern sich nach und nach entfaltet.
Was mich am Ende besonders bewegt hat, war die Menschlichkeit, mit der die Autorin ihren Figuren begegnet. Niemand wird verurteilt, niemand auf eine einzige Eigenschaft reduziert. Die Menschen in diesem Roman machen Fehler, schweigen, lieben, enttäuschen und hoffen – oft gleichzeitig. Gerade deshalb wirken sie so glaubwürdig. Man begegnet ihnen nicht wie literarischen Konstruktionen, sondern wie Menschen, denen man tatsächlich einmal hätte begegnen können.
Der Geschmack von Apfelkernen ist für mich weit mehr als ein Familienroman. Es ist ein kluges und zugleich sehr warmherziges Buch über Erinnerung, Verlust und die Frage, was von den Menschen bleibt, die unser Leben geprägt haben. Es erinnert daran, dass Familiengeschichten selten geradlinig sind und dass ihre Bedeutung oft erst mit der Zeit sichtbar wird.
Dieses Buch hat mich nicht durch Lautstärke oder Dramatik überzeugt, sondern durch seine leise Wahrhaftigkeit. Es erzählt von Vergänglichkeit, ohne melancholisch zu werden, und von Nähe, ohne sentimental zu wirken.
♡♡♡
"Denn schließlich heilte die Zeit alle Wunden nur, indem sie sich mit dem Vergessen verbündete."
"Doch hinter allem Sammeln steckte die gleiche Gier nach singenden Zauberwelten in schlafenden Dingen."
"Lebensmüde oder sterbensmüde, schläfrig, schlaftrunken - irgendwann fühlt sich alles gleich an. Ist man nur lange genug sterbensmüde, wird man lebensmüde und stirbt."
"Lesen, das war das Gleiche wie sammeln, und sammeln war das Gleiche wie aufbewahren, und aufbewahren war das Gleiche wie erinnern, und erinnern war das Gleiche wie nicht genau zu wissen, und nicht genau zu wissen, war das Gleiche wie vergessen zu haben, und vergessen war das Gleiche wie fallen, und das Fallen musste ein Ende haben."