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Romane

Berliner Mietshaus

4,5(1)
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Über das Buch

Der faszinierende Bericht über die Bewohner eines Berliner Mietshauses im Prenzlauer Berg, Berlin, DDR, im Jahr 1980. Als dieses Buch 1990 erstmals in der Bundesrepublik erschien, las es sich wie ein Bericht aus einem 'fremden Land'. Heute ist es faszinierender denn je und macht sinnlich erfahrbar, was das Lebensgefühl in der DDR ausmachte. Die Autorin klingelte in einem Berliner Mietshaus an allen Türen und notierte, was die Menschen ihr erzählten. Aus dem Biografischen, den Erinnerungen und Kommentaren entsteht ein Bild deutscher Wirklichkeit und deutschen Lebens, diskret und exemplarisch zugleich.

Editionen (2)

ISBN9783833302428
VerlagBerlin Verlag Taschenbuch
Erscheinungsdatum01.01.02
Seitenzahl218

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4,5

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  • milanpablo
    milanpablo

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    4,5

    Irina Liebmanns „Berliner Mietshaus“ ist eine Sammlung von 32 Kurzportraits derer, die darin wohnen. Zunächst einzeln in der Wochenschau veröffentlicht, später in 1982 in einem Buch im Mitteldeutschen Verlag zusammengeführt. Die Bewohner*innen des im Prenzlauer Berg gelegenen Mietshauses geben in irgendwie isolierter Weise, jedoch stets mit offener und willkommener Geste gegenüber Liebmann als Interviewerin, intime Blicke aus ihren Leben preis. So erzählen doch fast alle, wie sich ihr Beginn in Ostberlin entfaltete, welche Hoffnungen und Umstände sie mit dem Prenzlauer Berg verbunden hatten. Gleichzeitig werden strukturelle Gegebenheiten einer DDR-Gesellschaft sichtbar: Vereinsamung älterer Frauen, Umgang mit dem Erbe aus den Familienbiografien der NS-Zeit, die Bedeutung von Nachbar*innenschaft und das Wohnen in einer Großstadt, Kaffee, Fernsehen, Alkoholkonsum und noch vieles mehr. Liebmann als Interviewerin tritt nur selten hervor und tut sie es doch, so ergibt sich ein neues 33. Portrait der Autorin, das sich mit dem Verlauf in die Struktur einfügt, denn es stellt sich das Gefühl ein, sie gehöre dazu - sie sei mit der Zeit immer mehr ein Teil des Mietshauses. „Berliner Mietshaus“ erinnert in der Erzählweise an Wanders „Guten Morgen, du Schöne“, ist aber trotzdem anders. In faszinierender Weise lässt Liebmann die Beschreibung und Geschichte des Ortes als zweiten Erzählstrang in die Portraitierungen einfließen und es entsteht etwas schillerndes Neues. Zunächst das Vorderhaus mit seiner Bäckerei und seinem Wäsche- und Kurzwarengeschäft, dann der Hof mit der darin gelegenen Werkstatt und abschließend das Quergebäude. 1980, in einer Zeit des zunehmenden baulichen Verfalls des Altbaus im Viertel schlägt sich das auch auf die Stimmung nieder. Jedoch ist das Werk kein pessimistisches, auch kein optimistisches. Es ist ein Werk über das Leben. Über das Leben und den Sozialraum der Menschen darin. Diese Authentizität gepaart mit Liebmanns Schreibstil macht es zu einem außerordentlichen Schatz im Kanon der DDR-Schriftstellerinnen, wenngleich nicht in einer dezidiert klar politischen Dimension wie bei Christa Wolf oder Maxie Wander.

    2 Tage vor

Autorin / Autor

Über Irina Liebmann

Irina Liebmann, geboren 1943 in Moskau, studierte Sinologie in Leipzig. Seit 1975 lebt sie als freie Schriftstellerin in Ost-, später in Westberlin. Für ihre Bücher erhielt sie zahlreiche Preise, u. a. den Aspekte-Literaturpreis und den Berliner Literaturpreis.

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