1Q84. Buch 3

1Q84. Buch 3

von Haruki Murakami·Buch 2 von 2
Hardcover
4.1198
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Beschreibung

Als Tengo seinen komatösen Vater im Krankenhaus besuchen will, findet er in dessen Krankenbett eine ›Puppe aus Luft‹ vor, die ein Abbild Aomames als junges Mädchen in sich birgt. Er greift nach ihrer Hand, und eine unsichtbare Verbindung entsteht. Fortan wartet Tengo darauf, der Puppe nochmals zu begegnen, doch vergebens. War das Signal nicht stark genug, um die zwischen Leben und Tod schwankende Aomame zu retten? Unterdessen setzt die gefährliche Sekte alles daran, um den Mord an ihrem ›Leader‹ aufzuklären. Aomames Spur wird von einem so unheimlichen wie unangenehmen Agenten aufgenommen. Er ermittelt mit tödlicher Präzision, doch schließlich bringt er mehr in Erfahrung, als gut für ihn ist … Im dritten Teil des Epos beweist Murakami erneut aufs Eindrucksvollste, dass sich die Schraube des gnadenlos packenden Erzählens immer noch etwas weiter drehen lässt. Auch die jüngste Episode seines größten Werks wird Sie mit dem Wunsch zurücklassen, diese unfassbare Geschichte möge niemals enden.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
N/A
Format
Hardcover
Seitenzahl
576
Preis
24.70 €

Autorenbeschreibung

HARUKI MURAKAMI, 1949 in Kyoto geboren, lebte längere Zeit in den USA und in Europa und ist der gefeierte und mit höchsten Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Sein Werk erscheint in deutscher Übersetzung bei DuMont. Zuletzt erschienen die Romane ›Die Ermordung des Commendatore‹ in zwei Bänden (2018), in einer Neuübersetzung ›Die Chroniken des Aufziehvogels‹ (2020), der Erzählband ›Erste Person Singular‹ (2021), ›Murakami T‹ (2022) und ›Honigkuchen‹ (2023).

Beiträge

15
Alle
5

Unbeschreiblich

Nachdem ich nun auch das letzte Buch der Trilogie gelesen habe, möchte ich 1Q84 als Ganzes bewerten, obwohl die einzelnen Bücher jeweils ihren eigenen Schwerpunkt haben. Im ersten Buch erleben wir den Eintritt in die Parallelwelt. Wir lesen zunächst von zwei scheinbar fremden Geschichten: von Aomame, der Auftragskillerin, und von Tengo, dem Ghostwriter, der ein Buch schreibt, dessen Idee nicht von ihm stammt. Die Geschichten der beiden wirken anfangs voneinander getrennt, und man erkennt den Zusammenhang noch nicht. Dennoch baut Murakami bereits in diesem ersten Teil eine solche Tiefe auf, dass die Komplexität der Beziehung zwischen den beiden Figuren am Ende des Buches und besonders im zweiten Teil voll zur Geltung kommt. Beide sind in die Parallelwelt hinübergegangen, und beide werden auf ihre eigene Art von unterschiedlichen Motiven angetrieben. Doch nun wird klar, dass ihre Schicksale miteinander verwoben sind, dass sie trotz der über zwanzig Jahre, in denen sie unterschiedliche Leben geführt haben, auf besondere Weise miteinander verbunden bleiben. Das Band zwischen ihnen ist so stark, dass sie füreinander die einzigen Menschen sind, nach denen sie Sehnsucht empfinden, obwohl die jeweils andere Person in ihrem bisherigen Leben keine reale Anwesenheit hatte. Sie haben im Leben des jeweils anderen eine Rolle eingenommen, die niemals von jemand anderem besetzt werden konnte. Im zweiten Teil lernen wir außerdem die Geschichte der Little People kennen. Wir erfahren von den erschütternden Machenschaften einer Sekte – sowohl auf sexueller als auch auf wirtschaftlicher Ebene – und von ihrem enormen Einfluss auf die Gesellschaft. Genau das macht diesen Roman so unglaublich stark. Es ist nicht einfach nur eine Liebesgeschichte. Es ist so viel mehr. Es ist Dramaturgie. Es ist ein Kriminalroman. Es trägt Züge eines Thrillers. Gleichzeitig erleben wir einen Gesellschaftsroman, der selbst in dieser fiktiven Welt Strukturen aufzeigt, die sich nur allzu gut auf unsere reale Welt übertragen lassen. Wir erleben, wie zerstörerisch Bewegungen und Machtstrukturen sein können. Aber wir erleben auch, wie stark Liebe sein kann. Wir erleben, wie stark das Band zwischen zwei Menschen werden kann und was Menschen bereit sind zu überstehen. Im dritten Buch beginnt schließlich das Katz-und-Maus-Spiel. Aomame wie auch Tengo werden beschattet. Die Schlinge um ihre Hälse scheint sich immer weiter zuzuziehen. Der dritte Teil ist geprägt von Spannung, aber auch von Sehnsucht und enormer Risikobereitschaft – nur, um das lange vermisste Gegenstück endlich zu finden. Ich möchte hier nicht das Ende spoilern. Ich möchte offenlassen, ob es ein Happy End oder ein tragisches Ende ist. Kenner von Murakami können sich das Ende vielleicht bereits selbst ausmalen, denn er hinterlässt uns auf seine typische Art ein Finale, das in uns die unterschiedlichsten Emotionen hervorruft: auf der einen Seite befriedigend, auf der anderen Seite voller Ungewissheit und mit viel Raum für eigene Interpretationen. Deshalb ist Murakami für mich ganz einfach einer der besten Autoren – nicht nur unserer Zeit, sondern überhaupt. Er schreibt auf eine Weise, die einen selbst dazu bringt, eine Welt in einer Welt aufzubauen, Dinge zu hinterfragen, Fragen zu stellen, die vorher nie gestellt wurden, sich Bilder auszumalen und diese Welt mit all ihren Höhen und Tiefen zu erkunden und zu erleben. Ich lese normalerweise zwischen 100 und 150 Seiten am Tag. Murakami hat es geschafft, dass ich 1500 Seiten in vier Tagen gelesen habe – und das ist für mein Lesetempo ausgesprochen viel und aussagekräftig genug. Ich kann dieses Buch und diesen Autor jedem nur empfehlen. Man muss die Scheu überwinden – vor seiner Direktheit, vor seinen detaillierten Beschreibungen und vor manchen Situationen. Man muss tief eintauchen, objektiv betrachten und das Juwel hinter Vorurteilen und falschen Vorstellungen entdecken. Dann wird man belohnt. Man wird süchtig nach seinen Geschichten werden und wertschätzen, diesen Autor kennengelernt zu haben. Für mich ist das wohl die ernst gemeinteste Empfehlung, die ich aussprechen kann.

4

Leise Hoffnung im Schatten zweier Monde

Der dritte Band von "1Q84" führt die schwebende, rätselhafte Atmosphäre der vorherigen Teile zu einem ruhigeren, fast versöhnlichen Abschluss. Murakami nimmt sich Zeit für innere Entwicklungen, Einsamkeit und die zarte Hoffnung auf Wiederbegegnung. Weniger Spannung, dafür mehr Tiefe: Buch 3 wirkt nachdenklicher, melancholischer und sehr menschlich. Ein stilles Finale, das nicht alles erklärt, aber emotional lange nachhallt. 🌙

5

Haruki Murakamis 1Q84 entfaltet eine Welt, die weniger Abbild der Wirklichkeit ist als Spiegel unserer inneren Schöpfung. Trotz Tragik und Einsamkeit bleibt der Mensch fähig, sein Leben neu zu entwerfen. Rückschläge erweisen sich als Durchgänge, nicht als Endpunkte, und die Kraft, sie zu überschreiten, ist die Liebe. Der Roman ist damit ein Einspruch gegen den Determinismus: Er zeigt, dass der Mensch nicht bloß Getriebener des Schicksals ist, sondern Gestalter seiner eigenen Existenz. In einer Welt, die von Rätseln durchzogen ist, bleibt die Liebe das letzte Maß und zugleich das höchste Opfer. Ihr Preis ist groß, doch in ihr liegt der Kern des Seins – und all dies ist unglaublich gut zu lesen. Doch bleibt die Frage: Kann man ohne Opfer lieben – oder verliert die Liebe ohne Opfer ihren Kern?

Post image
4

Schönes Ende

Das dritte Buch ging genauso weiter, wie die ersten beiden geendet haben, wurde aber zum Ende hin richtig schön.

Schönes Ende
2

Nach den beiden guten ersten Teilen hoffte ich auf eine spannende Verfolgung des roten Fadens. Stattdessen gestaltet sich die erste Hälfte des Romans als langweilige Wiederholung und an grenzenlos langsam anmutende Verfolgung der stetig dahinsiechenden Geschichte. Die interessanten Nebenrollen kommen zu kurz und während es zum Ende hin ein wenig an Fahrt aufnimmt und man sich freut, auf einen spannenden Höhepunkt zuzusteuern, ist das Ende selbst lieblos hingeklatscht und überzeugt nicht einmal mehr durch die Protagonisten, die selbst auch nicht mehr die Finesse der ersten beiden Bücher besaßen. Selbst eine Fortsetzung würde ich mir nicht mehr durchlesen.

4

Ich kann nicht genau sagen, warum, aber ich habe das Leben sehr genossen. Ich verstehe absolut, wenn Leute Murakami nicht lesen wollen oder nicht mögen - er hat .... definitiv seine Probleme mit Frauenfiguren. ABER er hat einen Schreibstil, den ich durchaus als einzigartig bezeichnen würde und beide Bücher hatten eine faszinierende Sogwirkung auf mich. Der Mann kann Bücher schreiben - auch wenn man sie vielleicht nicht mag

5

Absolutes Meisterwerk

4

Wie Teil 1&2 etwas wirr, genauso spannend und ich wünschte, ich hätte noch ein paar Antworten mehr bekommen.

3

Ich bin mit einigen Fragezeichen zurück geblieben...

Das Ende war relativ schnell und abrupt und ich hab noch ziemlich viele offene Fragen... War okay:)

5

Genauso wunderbar wie Buch 1 und 2.

4

Das Ende war etwas enttäuschend

3

Mit einem Abstand von fünf Jahren zu den Bänden 1&2 dieses Buch zu lesen, war nicht einfach. Natürlich hab ich mich an die ersten beiden Teile nur noch wenig erinnert und musste mich sehr bemühen, dort wieder Anschluss zu finden. Und auch insgesamt war es einer der Murakamis, die mir schwerer gefallen sind. Die utopische Parallelwelt 1Q84 mit den „little People“ in denen sich die beiden Hauptpersonen Aomame und Tengo bewegen und suchen war in ihren Details für mich nicht immer vorstellbar und greifbar. Trotzdem bleibt es ein Murakami, der durch Sprache und Stimmung wie gewohnt überzeugt.

5

Wie schon mit dem 1. und 2. Buch hat mich Murakami mit dieser Weitererzählung der Ereignisse im Jahre 1Q84 vollends in seinen Bann gezogen. Oder vielmehr seine Protagonisten Tengo und Aomame. Die Geschichte um die beiden wird fortgesetzt, und anstatt die Fragen aus den ersten Bänden aufzuklären, entstehen - typisch! - noch so viele neue. Dennoch lässt Murakami seine Leser nicht mit Leere zurück, sondern mit zwei Arten von Hoffnung: Dass die Antworten, die man selbst auf die Fragen gefunden hat, wahr sein mögen - oder dass der Meister persönlich mit einem Sequel doch noch ein paar Dinge aufklärt. So oder so bekommt man 1Q84 nicht mehr aus seinen Gedanken. Zusammen mit "Tanz mit dem Schafsmann" und "Kafka am Strand" ist es für mich eine der besten Welten, die Murakami in seinem Leben (bisher) erschaffen hat.

3

Starke Figuren, mittelmäßiges Mysterium

Murakami schafft es auch im letzten Teil seine Figuren eine interessante Weiterentwicklung zu schreiben und ein spannendes Szenario zu entwerfen. Leider schwächelt das von ihm eingeführte Mysterium doch arg, wenn es darauf ankommt und ist schlicht so uninteressant, dass ich mich trotz dessen, dass das Buch mich über 370 Seiten regelrecht gefesselt hat ein bisschen zwingen musste die letzten 50 Seiten zu lesen, weil es mich nur noch angeödet hat. Eigentlich das gleiche Bild wie beim Doppelband 1+2. Aber für 9£ im Taschenbuchformat macht man hier auch nix falsch

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