Blick ins Buch

Romane

Melmoth

3,3(57)
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Über das Buch

Helen Franklins Leben nimmt eine jähe Wende, als sie in Prag auf ein seltsames Manuskript stößt. Es handelt von Melmoth - einer mysteriösen Frau in Schwarz, der Legende nach dazu verdammt, auf ewig über die Erde zu wandeln. Helen findet immer neue Hinweise auf Melmoth in geheimnisvollen Briefen und Tagebüchern - und sie fühlt sich gleichzeitig verfolgt. Liegt die Antwort, ob es Melmoth wirklich gibt, in Helens eigener Vergangenheit?

Editionen (3)

ISBN9783785780640
VerlagLübbe Audio
Erscheinungsdatum30.09.19

Rezensionen & Bewertungen

57 Bewertungen

21 Rezensionen

3,3

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  • mateicee
    mateicee

    322 Follower

    2,0

    Melmoth von Sarah Perry ist ein Roman mit hohem literarischem Anspruch, der bei mir trotz interessanter Ansätze letztlich kaum Wirkung entfalten konnte. Das Buch greift große Themen auf – Schuld, Zeugenschaft, Verdrängung und moralische Verantwortung – und kleidet sie in ein modernes Gothic-Gewand. Genau dieses Versprechen löst der Roman jedoch nur unzureichend ein. Besonders problematisch empfand ich die Erzählstruktur. Die häufigen Perspektiv- und Erzählebenenwechsel bleiben unsauber motiviert. Bis zum Ende bleibt unklar, wer diese Geschichte eigentlich erzählt, und diese formale Unschärfe erzeugt weniger Unheimlichkeit als vielmehr Distanz. Im Gegensatz zu klassischen Gothic-Romanen wie Dracula, in denen Fragmentierung gezielt Spannung aufbaut, wirkt sie hier eher konstruiert und zerfasert. Auch die titelgebende Figur Melmoth bleibt hinter ihrem Potenzial zurück. Statt eine wirkliche Bedrohung darzustellen, bleibt sie folgenlos. Sie richtet nicht, sie urteilt nicht, sie fordert keine echten Konsequenzen. Dadurch fehlt dem Roman das, was für ein Schuld-Narrativ zentral wäre: Eskalation, Risiko, Verlust. Die finale Konfrontation wirkt entsprechend überraschend, aber emotionsarm – eher wie ein gedankliches Gesellschaftsspiel als wie ein dramatischer Höhepunkt. Die Protagonistin Helen konnte mich als Figur kaum erreichen. Ihr langes Verharren in Selbstmitleid wirkt unverhältnismäßig, zumal der Grund für ihre Schuldgefühle – ihr Handeln im Zusammenhang mit Rosa – für mich keine moralische Verfehlung darstellt. Dass diese Offenbarung erst spät erfolgt, verstärkt den Eindruck, dass hier große innere Dramatik behauptet wird, ohne dass sie für die Lesenden ausreichend nachvollziehbar gemacht wird. Getragen wird der Roman für mich nicht von Helen oder Melmoth, sondern von den Nebenfiguren: Thea, Karel und insbesondere die Vermieterin verleihen der Geschichte Menschlichkeit, Wärme und Bodenhaftung. Auch die historischen Zeugnisse sind eine interessante Idee, bleiben in ihrer Wirkung jedoch uneinheitlich und entwickeln nicht die suggestive Kraft, die nötig gewesen wäre, um Melmoth als Mythos wirklich zu etablieren. Insgesamt ist Melmoth ein Buch, das viel denkt, viel erklärt und wenig erschüttert. Es vermeidet klare Konsequenzen und entscheidet sich für Sicherheit, wo Härte nötig gewesen wäre. Der literarische Anspruch ist erkennbar, die emotionale und dramaturgische Einlösung bleibt jedoch aus.

    17. Dez. 2025

  • estrelas
    estrelas

    59 Follower

    2,0

    „‚Did your mother never take you on her knee, and tell you that Melmoth was watching?‘“ Ein mystischer Prag-Roman, in den ich eintauchen wollte. Doch irgendwie hat er für mich keinen Sinn ergeben. Schade!

    4. Juni 2025

  • hey_charlieee
    hey_charlieee

    16 Follower

    3,5

    Ein Buch über individuelle Schuld und die Konsequenzen des eigenen Handelns. Mir hat der Wechsel zwischen den Erzählformen gut gefallen. Leider war mir der Schreibstil aber mit zu viel Distanz verbunden, was mir das Lesen deutlich erschwert hat. Deshalb nur 3,5 Sterne

    30. Jan. 2025

3 von 21 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Sarah Perry

Sarah Perry wurde 1979 in Essex geboren. Ihr letzter Roman "Die Schlange von Essex" war in Großbritannien das "Waterstones Buch des Jahres" und gewann den britischen Buchpreis für den besten Roman des Jahres. Ihre Werke wurde in zwanzig Sprachen übersetzt. Sie lebt in Norwich. Julia Nachtmann ist Schauspielerin sowie Sprecherin und in vielen Hörbüchern (u. a. Nele Neuhaus) und im Rundfunk zu hören. Außerdem spielte sie acht Jahre am Schauspielhaus Hamburg und wirkte in diversen Fernseh- und Kinofilmen mit (u. a. "Die Kirche bleibt im Dorf").

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