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Die Zuckerbaronin

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Über das Buch

Drei Schwestern, eine gefährliche Liebe und ein verhängnisvoller Verrat

Bayern 1911. Der Tod des Vaters, des Schmugglerkönigs vom Bayerischen Wald, hat einen Keil zwischen seine einst so eng verbundenen drei Töchter getrieben. In Gwendolyns junger Ehe zeigen sich schon bald Risse, die sie an ihrem Schritt in ein neues Leben zweifeln lassen. Ihre wagemutige Schwester Martha führt den Saccharin-Schmuggel wild entschlossen fort und bringt damit auch Helena, die jüngste, immer wieder in Gefahr. Als diese sich in den undurchsichtigen Andrin verliebt, unterstützt Martha diese riskante Verbindung. Gwendolyn ist entsetzt. Sie will die Familie wieder vereinen, scheitert aber an Marthas Sturheit. Um sie zur Vernunft zu bringen, begeht sie einen schweren Verrat ...

Ein mitreißende Geschichte von Familienzusammenhalt und der Macht des Verzeihens

Editionen (5)

ISBN9783785723050
VerlagLübbe
Erscheinungsdatum27.10.23
Seitenzahl416

Rezensionen & Bewertungen

13 Bewertungen

6 Rezensionen

3,9

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  • magdas_buecherwelt
    magdas_buecherwelt

    668 Follower

    5,0

    Nachdem ich den ersten Teil der Zuckerbaronin verschlungen habe, wollte ich unbedingt wissen, wie es mit den drei Schinder-Schwestern weitergeht. Bayern, 1911: Gwendolyn hat Alexander von Wallenstein geheiratet und leitet mit ihm zusammen die Zuckerfabrik. Allerdings ist Alexander längst nicht so fleißig wie sie und vertreibt sich die Zeit lieber mit Glückspiel, Automobil fahren und Trinkgelagen. Dann taucht Lisa mit dem kleinen Matti auf, den sie als Alexanders Sohn ausgibt. Alexander hatte einige Jahre zuvor mit Lisa eine Affäre. Lisa kommt aus Leipzig, wo Alexander studiert hat. Martha ist in die Fußstapfen ihres verstorbenen Vaters getreten und schmuggelt Saccharin über die Schweizer Grenze ins Deutsche Reich. Als Martha, Benno und Helena von ihrem Schweizer Geschäftspartner zu einer Hochzeit eingeladen werden, lernt Helena auf der Feier Andrin, einen der Schmuggler, näher kennen. Eine Verbindung zwischen Helena und dem Schweizer würde Martha sehr begrüßen, und als Helena von einer Schweizer Familie gebeten wird, als Kindermädchen auszuhelfen, überredet Martha ihre Schwester, für einige Wochen in der Schweiz zu bleiben. Schon bald muss Helena feststellen, dass Andrin kein Mann ist, an den sie sich binden möchte. In einigen Kapiteln erfahren wir einiges über den Siegeszug des Saccharins in den USA, dessen größter Verfechter der damalige US-Präsident, William H. Taft, war. Er beauftragte die Chemieindustrie damit, die Unbedenklichkeit von Saccharin in Lebensmitteln nachzuweisen. Im Deutschen Reich hingegen gab es ein Süßstoffgesetz, nach dem Lebensmittel mit Saccharin gekennzeichnet werden mussten und ein weiteres, nach dem es nur auf Rezept in Apotheken erworben werden konnte. Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und fesselnd, ich habe auch den zweiten Band sehr gern gelesen und kann beide Bücher Leser*Innen von historischen Romanen empfehlen. Über eine Fortsetzung der Reihe würde ich mich sehr freuen.

    9. Nov. 2023

  • 5,0

    Absolut spannende Fortsetzung

    Die Zuckerbaronin - Gwendolyns Hoffnung ist der zweite Band der historischen Romanreihe „Die drei Schwestern Saga“ vom Autorenduo Martina Sahler und Heiko Wolz. Ich empfehle auf jeden Fall, den Auftaktband „Die Zuckerbaronin - Marthas Geheimnis“ zu lesen, um die entsprechenden Vorkenntnisse zu haben. Der Schreibstil lässt sich wieder leicht und flüssig lesen und beinhaltet eine sehr schöne bildhafte Ausdrucksweise. In diesem Band geht es hauptsächlich um Gwendolyn, die Alexander Wallendorf, den Zuckerbaronin geheiratet hat. Dadurch kam es zu dem schweren Zerwürfnis unter den Schwestern. Martha führt den Saccharin-Schmuggel wild entschlossen weiter, um des Vaters Vermächtnis zu wahren. Damit setzt sie auch ihre jüngste Schwester Helena der Gefahr aus. Gwendolyn versucht zu vermitteln, scheitert aber an der Sturheit von Martha. In ihrer Verzweiflung sieht sie nur einen Ausweg, der nicht drastischer sein konnte…. Die Figuren sind nach wie vor sehr gut und authentisch gezeichnet. Viele kannte man aus dem Auftaktband, einige kommen noch hinzu. Martha, Gwendolyn und Helena sind alle drei selbstbewusste Personen und verfolgen ihr eigenes Ziel. Martha unheimlich stur, ohne Kompromisse einzugehen, Gwendolyn möchte, dass sie wieder ein „normales“ Verhältnis zueinander erreichen und Helena sehnt sich ebenfalls nach Harmonie in ihrer Familie. Wir erleben im Umfeld von Martha, Gwendolyn und Helena spannende Ereignisse und oftmals dramatische Szenen. Die einzelnen Handlungen spielen hauptsächlich im Bayerischen Wald, in der Schweiz, und es geht auch wieder Richtung Amerika, um die Entwicklung des Saccharins weiter zu verfolgen, ein absolut spannendes Thema. Insgesamt ist es eine sehr spannende Fortsetzung und das Ende hat mir sehr gut gefallen. Ich bin sehr gespannt auf den finalen Band. Hier ist es Martina Sahler und Heiko Wolz wieder ausgezeichnet gelungen, Historie und Fiction zu verknüpfen. Ich gebe eine klare Kaufempfehlung und fünf Sterne. Danke an den Lübbe Verlag für das Rezensionsexemplar.

    2. Dez. 2023

  • 4,0

    Der Auftakt eines interessanten Imperiums, das Einblicke in die Produktion vom allseits nicht mehr wegzudenkenden Zucker, aber auch der Entdeckung des Süßstoffes Saccharin gibt. In Kombination zwischen dieser Entdeckung und dem Schmuggel des „Zuckers der armen Leute“ erlebt die Familie Schinder einige aufregende Abenteuer. Mit viel Einfallsreichtum und riskanten Reisen, um diesen erschwinglicheren Zuckerersatz über die Grenzen nach Böhmen und Österreich zu schmuggeln, schweben sie ständig in der Gefahr der Entdeckung. Nicht umsonst wird Korbinian Schinder (in etwas abgewandelter Form des tatsächlichen Schmugglerkönigs Kajetan Schinkinger) als Schmugglerkönig des bayerischen Waldes bezeichnet. Während Martha, die älteste Tochter Feuer und Flamme für das geheime Unternehmen ist, versinkt ihre Schwester Gwendolyn in Büchern und dem Führen der Bücher, doch es widerstrebt ihr, worauf sich die Familie einlässt. Die jüngste Tochter Helena steht zwischen den Fronten. Gefährlich wird es, als Martha ihr Herz ausgerechnet an den Industriellensohn Alexander Wallenberg verliert, dessen Vater im Nachbarort ein Zuckerimperium unterhält und der Erzfeind ihres Vaters ist. Der Einstieg in die Geschichte durch ein dramatisches Ereignis beginnt bereits sehr spannend und unterhaltsam. Im 2.Teil erhält man durch einen interessanten Rückblick mehr Eindrücke über die Wallenbergs und Schinders, die Entstehung der Konflikte zwischen den Vätern und gleichzeitig, wie der Forscher Constantin Fahlberg eher zufällig den Zuckerersatzstoff Saccharin entdeckt und weiterentwickelt. Diese Kombination in Verbindung mit den letzten beiden Abschnitten hat mir gut gefallen, eine Mischung aus historischen Ereignissen und fiktiven Charakteren, die der Geschichte noch mehr Inhalt und Spannung geben. Es hätte stellenweise vielleicht ein wenig kürzer gefasst sein können, teilweise zog es sich ein wenig, gerade der 2.Teil. Noch mehr Zündstoff der eh schon zerstrittenen Familien brachte die heimliche Romanze, zumal beide aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten kamen und beide Väter für ihre Kinder ganz andere Vorstellungen hatten. Was mich aber am meisten überrascht hat, war die unerwartete Wendung der Geschichte, denn damit habe ich absolut nicht gerechnet und dennoch fand ich es genial gemacht. Mit Marthas Art hatte ich so meine Schwierigkeiten, sie war mir zu forsch, aufgedreht, sorglos und egoistisch, während die ruhige, vernünftige Gwendolyn mir wesentlich besser gefiel und ich ihre Sorgen um ihre Familie und den gefährlichen Schmuggel gut verstehen konnte. Insgesamt erlebt man eine fesselnde Geschichte mit Einblicken in ein Lebensmittel, dass Segen und Fluch zugleich ist und weswegen heftige Konflikte ausgetragen wurden. Schon damals gab es diese Zuckerlobby, die ihre Monopolstellung hatten und das wird auch hier deutlich hervorgehoben. Romantisch, humorvoll aber auch spannend und lehrreich wird man in das frühe 20.Jahrhundert entführt und darf eine wendungsreiche Erzählung mitverfolgen, die mit einem fiesen Cliffhanger endet. Auf die Fortsetzung mit Gwendolyns Geschichte bin ich sehr gespannt und fand es toll, wie die Sprecherin die jeweilige Stimmung und die vielen unterschiedlichen Personen erstaunlich gut rübergebracht hat, trotzdem es hier von männlichen Personen nur so wimmelt. Das hat mich wirklich fasziniert und mich gut unterhalten. Eine empfehlenswerte Saga, nach der ich jetzt ganz andere Eindrücke in die Zucker und Süßstoffwelt gewonnen habe und mir darauf erstmal ein paar leckere Kekse und einen zuckersüßen Kaffee gegönnt habe.

    9. Nov. 2023

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Martina Sahler

Martina Sahler lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Köln und schreibt in ihrem Büro mit Blick in die Bergischen Wälder seit vielen Jahren historische Romane. Zu ihren bekanntesten Werken gehören die Bestseller-Trilogie Die englische Gärtnerin, Die Stadt des Zaren und WeiSSe Nächte, weites Land. Für letzteren Roman wurde sie mit dem HOMER Literaturpreis in Silber ausgezeichnet.

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