Blick ins Buch

Jugendbücher

Engel der letzten Nacht

3,4(15)
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Über das Buch

Ein hoffnungsvoller Roman über die schwierige Zeit des Erwachsenwerdens

Kann die Nacht der Nächte nicht nur eine sein – die letzte?! Kester ist 17 und gerade mit dem Abitur durch. Als Bester, obwohl er eine Klasse übersprungen hat. Während der Rest seines Jahrgangs das Ende der Schulzeit am Meer feiert, macht er sich auf nach Hamburg. Ziel: ein angesagter Club in der Nähe der Reeperbahn. Als der Türsteher ihn aber abweist, beginnt für Kester ein völlig unerwarteter Trip. Er trifft auf Bruno, einem Mann im eleganten Anzug, der behauptet ein Engel zu sein. Er begegnet einer ganzen Reihe schillernder Nachtgestalten, lernt ihre Sorgen und Nöte, Wünsche und Träume kennen. Und während der Morgen näher und näher rückt, lassen Kester die Gedanken an seine Mitschülerin Blanka nicht los, deren Leben so ganz anders auf der Kippe steht als seins …

Der neue Jugendroman des vielfach ausgezeichneten Autors Nils Mohl

Editionen (1)

ISBN9783757101923
Verlagrotfuchs
Erscheinungsdatum12.03.25
Seitenzahl224

Rezensionen & Bewertungen

15 Bewertungen

7 Rezensionen

3,4

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  • tines_buecher
    tines_buecher

    193 Follower

    4,0

    📬 Reziexemplar=Werbung 📬 Engel der letzten Nacht hat mich auf vielen Wegen überrascht. Entdeckt habe ich es im newsletter von Fischer Sauerländer. Ich dachte erst an „Und täglich grüßt das Murmeltier“, dicht gefolgt von „Schwieriges Thema. Interessanter Ansatz!“ Wenn ein Mensch entschließtt, freiwillig aus dem Leben zu scheiden, bleiben die Hinterbliebenen oft mit Fragen zurück, die meist nicht alle zufriedenstellend beantwortet werden können. Je nach Umstand tröstet man sich mit Gedanken, dass derjenige sein Leben bis zu diesem Zeitpunkt ausgiebig gelebt hat oder nun von Schmerzen befreit ist. Im Laufe des Trauerprozesses stößt man früher oder später auf das „Warum?“ und das unvermeidliche „Was wäre gewesen, wenn…?“ Dieses Kreisen im Konjunktiv, das mürbe macht: Warum konnten wir nicht helfen? Hätte ich irgendetwas tun können? Was hat ihn nur dazu getrieben? In „Engel der letzten Nacht“ erzählt uns Nils Mohl die Geschichte des 17-jährigen Kester, der gerade seinen Schulabschluss in der Tasche hat und am Beginn seines selbstbestimmten Lebens steht. Doch statt zu feiern und sich auf seine Zukunft zu freuen, denkt er über das Ende seines Lebens nach. Er macht sich auf nach Hamburg, wo er eigentlich in einen Club möchte, doch wie so oft im Leben, kommt es anders als geplant. Und so streift er durch Hamburg, trifft auf unterschiedlichste Menschen und bekommt einen Einblick in deren Leben. Aufbau und Schreibstil sind nicht alltäglich. An beides musste ich mich erst gewöhnen, vor allem an den Schreibstil. Der wirkte auf mich anfangs abgehackt und neutral, was ich gar nicht in Einklang mit dem Inhalt bringen konnte. Doch irgendwann habe ich bemerkt, dass mich das Buch quasi dadurch auf Distanz hielt und ich so viel mehr darüber nachdachte, was ich lese. Das war sehr faszinierend. Engel der letzten Nacht ist definitiv kein Roman, den man eben mal wegliest. Das Buch gibt das Tempo vor und das muss man akzeptieren. Es beschäftigt, wühlt auf und tröstet gleichermaßen. Außerdem zeigt es auf eindrucksvolle Weise, wie Begegnungen unser Leben beeinflussen und dass Worte und kleine Taten einen Unterschied bewirken können. Vielen Dank @fischer.sauerlaender ❤️

    28. März 2025

  • ancla_books4life
    ancla_books4life

    214 Follower

    4,0

    Mentale Gesundheit und der Wert der Jugend

    **** Worum geht es? & Mein Eindruck **** Mohls Worte laden dazu ein, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse – auch und gerade in jungen Jahren – ernst zu nehmen und die Tragweite von Entscheidungen sowie den Einfluss und die Macht eines Menschen auf das eigene Leben unter die Lupe zu nehmen. Das Buch strahlt trotz der erschütternden Selbstmordthematik viel Positives, Leichtes und damit Hoffnung aus. Die Rolle der Protagonistin bleibt bis zum Ende hin in Frage gestellt – was ist tatsächlich passiert und was war mehr ein Gedankenspiel? Ich denke, hier gilt es vor allem zu interpretieren, was mir persönlich Spaß gemacht hat. Da das Buch allerdings für ein jugendliches Publikum verfasst ist, hätte ich mir etwas mehr Klarheit gewünscht. Sprachlich ist es ansprechend und für die Zielgruppe gelungen gewählt. Stilistisch hat das Buch einiges zu bieten – die „Neustarts“ und die damit einhergehenden Zwischenkapitel mit direktem Bezug auf die mentale Gesundheit fand ich wirklich aufschlussreich, ebenso das Nachwort des Autors. Es unterstreicht die Botschaft. Die teils skurrilen Figuren und das damit ganz Eigene finde ich ansprechend – es schafft Aufmerksamkeit und macht das Nachdenken über das Ganze umso einfacher. Das Buch wiegt insgesamt thematisch schwer, obwohl es in mir Freude beim Lesen geweckt hat. **** Empfehlung? **** Eine etwas andere Geschichte, die mit ihrer Thematik und Relevanz genau den Nerv der Zeit trifft. Dennoch würde ich das Buch nicht einfach einem Jugendlichen in die Hand drücken – es kann unter Umständen zu mehr Problemen führen. Stabile Jugendliche können hier Gedanken wälzen, und Erwachsene sich selbst wiederfinden.

    25. März 2025

  • 5,0

    "Wer an den Gedanken stirbt, hat nie gelebt" S. 210 Engel der letzten Nacht von Nils Mohl war ein Highlight für mich, das noch lange in mit nachwirkt. Der Autor hat einen coming of Age Roman geschrieben, der durch einen besonderen Aufbau brilliert, der mir so noch nie in einem Roman begegnet ist. Spätestens im Nachwort erfährt man, warum der Autor sich für diesen Aufbau entschieden hat. Protagonist ist Kester, 17 Jahre alt, der gerade als jüngster und Jahrgangsbester Abi gemacht hat. Die Geschichte beginnt damit, dass Kester mit dem Auto seiner Klassenkameradin Blanka bewusst in eine Baustelle auf der Autobahn fährt. Er möchte die ultimative letzte Nacht erleben und ist wild entschlossen, ultimativ bedeutet einmalig und nicht steigerungsfähig, weshalb sie mit dem Tod enden muss.Hier könnte die Geschichte mit Kesters Tod enden. Könnte. Es gibt aber auch andere Varianten. Somit erzählt der Autor die Geschichte noch einmal. Dieses Mal in einer anderen Version. Wieder fährt Kester mit dem Auto. Er überlebt seinen Suizidversuch aber. Die Geschichte geht also weiter. Bis zum Ende gibt es 3 weitere Varianten zu der ursprünglichen. Immer nach dem gleichen Prinzip. Die nächste Variation unterscheidet sich immer von der vorigen in der Tatsache, dass Kester überlebt. Dabei lernt der Proagonist jedes Mal eine Personen kennen, die ihn für ein paar Stunden begleitet. Sie unterhalten sich über Sorgen und Ängste. Über den Sinn des Lebens, Erfahrungen und das Erwachsenwerden. In jeder Variante kommt Bruno vor, ein Engel. Kesters Schutzengel. Kann Bruno Kester retten? Nils Mohl hat mich mit seinem Schreibstil total in seinen Bann gezogen. Er hat genau die Frage thematisiert, die ich mir immer stelle, wenn ich von Suiziden höre. Was wäre, wenn die Person kurz vor ihrem Suizid jemanden an ihrer Seite gehabt hätte, der sie überzeugen könnte, dass es sich lohnt weiter zu leben? Eine ganz tiefgründige und berührende Geschichte, die es sich zu lesen lohnt. Ich würde sie aber frühestens mit 16 Jahren empfehlen.

    27. März 2025

3 von 7 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Nils Mohl

Nils Mohl, geboren 1971, lebt und arbeitet in Hamburg. Für seinen Roman «Es war einmal Indianerland» wurde er u. a. mit dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis und mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.

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