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Romane

Alles Liebe

3,7(16)
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Über das Buch

Sie zerstört. Sie rettet. Sie fehlt. Sie macht aus Opfern Täter: die Liebe, die Lüge. Laura hat schon als Kind verstanden, wie Mitleid funktioniert. Barbara füllt ihr leeres Haus mit Versandhauskatalogen und einem Mann, den es nicht gibt. Heike sitzt seit dreißig Jahren in einem Haus, das ihrer Schwiegermutter gehört, und träumt von einem Garten, den sie nie haben wird. Christina verkleinert mit ihrer Kunst die Welt, weil sie sie sonst nicht aushält. Ein Roman, der die Grenzen von Richtig und Falsch ausleuchtet. Komisch. Grausam. Zärtlich.

Editionen (2)

ISBN9783757021078
VerlagAufbau Audio
Erscheinungsdatum02.07.26

Rezensionen & Bewertungen

16 Bewertungen

3 Rezensionen

3,7

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  • teo_reads
    teo_reads

    42 Follower

    4,0

    Twists, Leerstellen und moralische Fragen

    Aufmerksam geworden bin ich zunächst durch das Cover und den Klappentext. Beides hat mich neugierig gemacht, und die Lektüre hat diese Neugier größtenteils bestätigt. Der Band versammelt fünf kürzere Geschichten, die sich mit Themen wie Liebe, Lügen, Schuld, Tätern und Opfern beschäftigen. Jede Geschichte funktioniert für sich, gleichzeitig sind sie über Jahrzehnte hinweg miteinander verbunden. Figuren tauchen immer wieder auf, man erlebt ihre Entwicklung aus unterschiedlichen Perspektiven und zu verschiedenen Zeitpunkten ihres Lebens. Besonders gelungen finde ich dabei die bewussten Leerstellen: Nicht alles wird erklärt, sodass Raum für eigene Interpretationen bleibt. Inhaltlich reicht das Spektrum von chronischem Lügen über sexualisierte Gewalt bis hin zum Umgang mit Hoffnungslosigkeit und der Frage nach persönlicher Verantwortung. Die Geschichten werfen viele moralische Fragen auf, ohne einfache Antworten zu liefern. Gleichzeitig steckt in jeder Erzählung ein Twist, der die Handlung noch einmal in eine andere Richtung lenkt und zum Nachdenken anregt. Ronja von Rönnes Schreibstil hat mir sehr gefallen. Er ist klar und schafft es, auch schwierige Themen schön zu erzählen, ohne dabei vollkommen überladen zu wirken. Gleichzeitig kann man die Geschichten zügig lesen, entdeckt aber immer wieder Zwischentöne und Anspielungen, über die man auch nach dem Lesen noch nachdenkt. Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass nicht alle Geschichten das gleiche hohe Niveau erreichen. Manche haben mich deutlich stärker gepackt als andere, sodass der Band insgesamt etwas unausgewogen wirkt. Außerdem enden einige Erzählungen recht abrupt. Das passt zwar zur offenen Erzählweise, ließ mich aber gelegentlich mit dem Gefühl zurück, dass einzelne Figuren oder Konflikte noch etwas mehr Raum verdient hätten.

    Twists, Leerstellen und moralische Fragen

    1 Tage vor

  • andibuecher
    andibuecher

    30 Follower

    3,5

    Alles Leben

    Die einzelnen Kurzgeschichten zeigen menschliche Beziehungen eher dort, wo sie beschädigt, verdrängt, missbraucht werden oder verschiedene Bedürfnisse kollidieren: Aufmerksamkeit, Kontrolle, Anerkennung, Flucht, Selbstinszenierung etc. In den einzelnen Erzählungen stehen Figuren im Mittelpunkt, die Nähe suchen, aber oft an ihren eigenen Täuschungen, Verletzungen oder Ambitionen scheitern. Gut ist die Sammlung, wenn sie moralisch unangenehm wird. Laura nutzt fremdes Leid zur Selbstaufwertung, Barbara flüchtet nach dem Verlust ihrer Tochter in eine Fantasiewelt, Fedor ist gleichzeitig liebend und neidisch, Mattis erkennt Lauras Manipulationen und bleibt doch selbst schuldig verstrickt. Diese Ambivalenz macht die Kurzgeschichten etwas spannend: Man liest sie nicht, weil die Figuren sympathisch wären, sondern weil sie teils erschreckend menschlich und teils skurril sind. Gerade weil die Geschichten erzählerisch nicht ständig um Mitgefühl bitten, treffen manche Szenen umso stärker. Der Schmerz liegt oft nicht offen da, sondern versteckt sich hinter Pointen, Abwehrmechanismen und schiefen Selbstbildern. Manche Passagen wirken jedoch bisweilen auch konstruiert und laufen stark auf eine bittere Pointe oder moralische Entlarvung hinaus. Ein Hauch mehr Alltagsnähe und leisere Zwischentöne hätten dem Ganzen nicht geschadet. Mit Blick auf den Plot wirkt der werbeträchtige Titel inkl. Cover + die sehr lautstarken Vorabrezensionen etwas irreführend. "Alles Leben" hätte besser gepasst und eine Ausrichtung danach hätte dem Ganzen mehr psychologische Tiefe geben können. So verbleibt vieles im Nachhall.

    7 Tage vor

  • moments.on.pages
    moments.on.pages

    14 Follower

    4,0

    Liebeslüge

    Ronja von Rönnes neuer Roman "Alles Liebe" erzählt fünf Geschichten von Menschen, die komplett unterschiedliche Leben führen. Fünf Schicksale, die sich nur an der ein und anderen Stelle überschneiden - aber trotzdem komplett für sich alleine stehen. Da ist Laura, die ihre krebskranke beste Freundin ausnutzt, um beliebt zu werden. Heike, die ihr Leben an der Seite ihres Mannes und dessen Mutter vor sich hin lebt, aber eigentlich nur gesehen werden möchte. Fedor, dessen Liebe zu Christina manchmal gar nicht so einfach von Hass zu unterscheiden ist. In "Alles Liebe" spielt Ronja von Rönne mit Grenzen, testet sie aus, lotet aus, was moralisch vertretbar ist. Der Titel des Buches findet sich in den Geschichten in dem Sinne wieder, dass alle Charaktere aus Liebe oder dem Fehlen von ihr so handeln, wie sie es tun. Es geht um Schmerz, Trauer, Einsamkeit, Familie und Hingabe. Ronja von Rönne zeigt, was Liebe alles sein kann: ein Antrieb, ein Anker, eine Lücke, eine Lüge, eine Gefahr, ein Traum. Ich wusste irgendwie zu Beginn nicht, wie ich mir die Geschichte dieses Buches vorstellen muss, aber die einzelnen kleinen Geschichten haben mich super unterhalten. In jedem Kapitel finden sich auch augenzwinkernde Beobachtungen, die Ronja von Rönne gezielt einsetzt. Eine ganz große Empfehlung für eine snackable Lektüre!

    3 Tage vor

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 5021%
teo_reads
teo_reads3 Tage vor

Erste Geschichte fand ich interessant, eine chronische Lügnerin, die wirklich nur die Aufmerksamkeit genießt. Hat mir gefallen😂

Seite 9238%

1 Kommentar verdeckt

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