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Twists, Leerstellen und moralische Fragen
Aufmerksam geworden bin ich zunächst durch das Cover und den Klappentext. Beides hat mich neugierig gemacht, und die Lektüre hat diese Neugier größtenteils bestätigt. Der Band versammelt fünf kürzere Geschichten, die sich mit Themen wie Liebe, Lügen, Schuld, Tätern und Opfern beschäftigen. Jede Geschichte funktioniert für sich, gleichzeitig sind sie über Jahrzehnte hinweg miteinander verbunden. Figuren tauchen immer wieder auf, man erlebt ihre Entwicklung aus unterschiedlichen Perspektiven und zu verschiedenen Zeitpunkten ihres Lebens. Besonders gelungen finde ich dabei die bewussten Leerstellen: Nicht alles wird erklärt, sodass Raum für eigene Interpretationen bleibt. Inhaltlich reicht das Spektrum von chronischem Lügen über sexualisierte Gewalt bis hin zum Umgang mit Hoffnungslosigkeit und der Frage nach persönlicher Verantwortung. Die Geschichten werfen viele moralische Fragen auf, ohne einfache Antworten zu liefern. Gleichzeitig steckt in jeder Erzählung ein Twist, der die Handlung noch einmal in eine andere Richtung lenkt und zum Nachdenken anregt. Ronja von Rönnes Schreibstil hat mir sehr gefallen. Er ist klar und schafft es, auch schwierige Themen schön zu erzählen, ohne dabei vollkommen überladen zu wirken. Gleichzeitig kann man die Geschichten zügig lesen, entdeckt aber immer wieder Zwischentöne und Anspielungen, über die man auch nach dem Lesen noch nachdenkt. Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass nicht alle Geschichten das gleiche hohe Niveau erreichen. Manche haben mich deutlich stärker gepackt als andere, sodass der Band insgesamt etwas unausgewogen wirkt. Außerdem enden einige Erzählungen recht abrupt. Das passt zwar zur offenen Erzählweise, ließ mich aber gelegentlich mit dem Gefühl zurück, dass einzelne Figuren oder Konflikte noch etwas mehr Raum verdient hätten.

1 Tage vor
Twists, Leerstellen und moralische Fragen
Aufmerksam geworden bin ich zunächst durch das Cover und den Klappentext. Beides hat mich neugierig gemacht, und die Lektüre hat diese Neugier größtenteils bestätigt. Der Band versammelt fünf kürzere Geschichten, die sich mit Themen wie Liebe, Lügen, Schuld, Tätern und Opfern beschäftigen. Jede Geschichte funktioniert für sich, gleichzeitig sind sie über Jahrzehnte hinweg miteinander verbunden. Figuren tauchen immer wieder auf, man erlebt ihre Entwicklung aus unterschiedlichen Perspektiven und zu verschiedenen Zeitpunkten ihres Lebens. Besonders gelungen finde ich dabei die bewussten Leerstellen: Nicht alles wird erklärt, sodass Raum für eigene Interpretationen bleibt. Inhaltlich reicht das Spektrum von chronischem Lügen über sexualisierte Gewalt bis hin zum Umgang mit Hoffnungslosigkeit und der Frage nach persönlicher Verantwortung. Die Geschichten werfen viele moralische Fragen auf, ohne einfache Antworten zu liefern. Gleichzeitig steckt in jeder Erzählung ein Twist, der die Handlung noch einmal in eine andere Richtung lenkt und zum Nachdenken anregt. Ronja von Rönnes Schreibstil hat mir sehr gefallen. Er ist klar und schafft es, auch schwierige Themen schön zu erzählen, ohne dabei vollkommen überladen zu wirken. Gleichzeitig kann man die Geschichten zügig lesen, entdeckt aber immer wieder Zwischentöne und Anspielungen, über die man auch nach dem Lesen noch nachdenkt. Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass nicht alle Geschichten das gleiche hohe Niveau erreichen. Manche haben mich deutlich stärker gepackt als andere, sodass der Band insgesamt etwas unausgewogen wirkt. Außerdem enden einige Erzählungen recht abrupt. Das passt zwar zur offenen Erzählweise, ließ mich aber gelegentlich mit dem Gefühl zurück, dass einzelne Figuren oder Konflikte noch etwas mehr Raum verdient hätten.
1 Tage vor







