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Wolfsblut

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Über das Buch

Wolfsblut ist in mancher Hinsicht das Gegenstück zu Jack Londons früherem Roman Der Ruf der Wildnis. Während dort ein Hund in der Einöde Alaskas zum reißenden Wolf wird, ist es hier ein Halbwolf, der sich nach und nach zu einem angepassten „besten Freund“ seines Herrn entwickelt. Jack London war einer der Ersten, der die Bedeutung der Umwelt für die Entwicklung einer Persönlichkeit – und sei es die eines Tieres – in Romanform beschrieb. Trotz seiner psychologischen Finessen ist Wolfsblut über weite Strecken ein klassischer Abenteuerroman, der nicht zuletzt von den beeindruckenden Naturbeschreibungen der kanadischen Wildnis rund um den Yukon lebt. Hier herrscht das Gesetz des Stärkeren, und London schildert den brutalen Zyklus vom Fressen und Gefressen werden unverhohlen und oft kommentarlos. Daraus destilliert er die „Überlebensregeln“ seines tierischen Protagonisten, der dem Leser trotz der blutigen Spur, die er hinterlässt, ans Herz wächst. Der Halbwolf Weißzahn überlebt als einziger Welpe seines Rudels eine schlimme Hungersnot und tritt seine Reise ins Leben an. Zunächst landet er bei einem Indianerstamm, wo er als Außenseiter behandelt wird. Er wird verkauft und muss sich in der Hundekampfarena gegen gefährliche Feinde zur Wehr setzen, bis er schließlich in dem jungen Weedon Scott einen freundlichen Herrn findet, dem er treu ergeben ist.

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ISBN9783754934289
Verlagepubli
Erscheinungsdatum21.12.21
Seitenzahl244

Rezensionen & Bewertungen

159 Bewertungen

26 Rezensionen

3,7

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  • karandi
    karandi

    245 Follower

    4,0

    Sehr vielfältig

    Ich muss sagen: Für einen Abenteuerroman ist Wolfsblut außerordentlich geschickt geschrieben. Dies ist nun mein drittes Buch von Jack London, und ich muss sagen, dass er unglaublich viele Botschaften in seine Romane verpackt. Diese sind meist nicht besonders umfangreich und lassen sich sehr schnell lesen, doch er schafft es, auf wenigen Seiten erstaunlich viel zu erzählen. So auch in Wolfsblut. Der Hauptprotagonist trägt den Namen Wolfsblut und ist tatsächlich ein Wolf. Die Geschichte wird größtenteils, genauer gesagt fast ausschließlich, aus seiner Perspektive erzählt. Jack London schlägt dabei sehr interessante Brücken zu Themen, die alles andere als tierisch sind, sondern für den Menschen einen wesentlichen Bestandteil des eigenen Lebens darstellen. Wolfsblut ist nicht nur ein Abenteuerroman, sondern auch ein Gesellschaftsroman. Gleichzeitig ist das Buch eine Demonstration von Macht und davon, was geschieht, wenn diese missbraucht wird. Wir erleben die Entwicklung des Wolfes, die stellenweise erstaunlich menschlich wirkt. Er muss zahlreiche Schicksalsschläge erleiden. Er wird unter harter Hand großgezogen, muss sich ständig gegen andere Hunde behaupten und entwickelt sich dadurch zu einem Kämpfer, der beinahe unbesiegbar erscheint. Sein Leben ist rau, geprägt von Aggression und Entbehrungen. Zudem hat er großes Pech mit den Menschen, die ihn besitzen. Bei seinem ersten Herrn muss er sich fortwährend gegen die bereits vorhandenen Hunde durchsetzen. Beim zweiten Besitzer wird er für Hundekämpfe abgerichtet. Und wie man so schön sagt: Aller guten Dinge sind drei. Erst beim dritten Menschen findet er Frieden. Er erfährt Liebe. Er erfährt, was es bedeutet, ein Zuhause zu haben, und ist am Ende sogar bereit, sein Leben für seine Menschen zu opfern. Ob er dieses Leben tatsächlich verliert oder nicht, möchte ich offenlassen – vielleicht ist das ein zusätzlicher Anreiz, das Buch selbst zu lesen. Besonders interessant ist, dass wir tief in die Gedankenwelt des Wolfes eintauchen dürfen. Es wird eindrucksvoll beschrieben, wie er die Menschen wahrnimmt: als mächtige Wesen, beinahe als Götter. Sie beherrschen das Feuer, formen ihre Umwelt nach ihrem Willen und kontrollieren die Natur. Schon die Tatsache, dass sie einfache Stöcke als Werkzeuge benutzen, beeindruckt ihn zutiefst. Gleichzeitig zeigt der Roman sehr deutlich den Einfluss des Menschen auf die Natur. Es wird klar dargestellt, dass der Mensch gewöhnlich an der Spitze der Nahrungskette steht. Wolfsblut wird gezähmt und verliert nach und nach seinen Freiheitsdrang. Er erkennt die Vorteile des Zusammenlebens mit Menschen: Er muss nicht mehr jagen, hat stets Nahrung und ein warmes Zuhause. Zwischen Mensch und Wolf entsteht eine Symbiose, ähnlich jener Entwicklung, die vermutlich auch zur Entstehung des Haushundes geführt hat. Interessant ist zudem, dass Wolfsblut gewissermaßen das Gegenstück zu Ruf der Wildnis darstellt. Dort erleben wir die Geschichte eines Hundes, der an das Leben bei Menschen gewöhnt ist, in die Wildnis gerät und schließlich dem Ruf der Freiheit folgt. In Wolfsblut wird diese Entwicklung umgekehrt erzählt: Ein Wolf, der die Freiheit der Wildnis kennt, entscheidet sich letztlich für das Leben an der Seite des Menschen. Ich würde dieses Buch auch größeren Kindern empfehlen. Zwar gibt es einige blutige und brutale Szenen, doch insgesamt handelt es sich um einen familienfreundlichen Roman. Für ältere Leser bietet das Buch darüber hinaus zahlreiche wertvolle Botschaften und interessante Denkanstöße. Insgesamt ist Wolfsblut ein schöner, spannender und zugleich nachdenklicher Lesespaß, den ich gerne weiterempfehle.

    30. Mai 2026

  • vhora89
    vhora89

    111 Follower

    3,5

    Der Film ist besser

    Was ich schön fand an diesem Werk, sind die Beschreibungen der Wildnis. Weniger gut fand ich, dass die Abenteuer des Protagonisten ausgelassen wurden, im Gegensatz zum Film, und nur aus der Perspektive von Wolfsblut geschrieben wurde. Trotz des Er-Erzählers sehr befremdlich. Weiterhin finde ich es schade, dass der Verlag den Wolfshund im Buch als "White Fang" belassen hat. Wenn, dann sollte es an den Titel angepasst werden und der lautet nun mal "Wolfsblut". Mir gefiel tatsächlich der Schluss des Buches, in dem über Jack Londons Leben erzählt wird, am besten. Eine sehr interessante Person, die sich sogar nicht davor gescheut hat, mit dem US-Präsidenten anzulegen, wenn es um seine Bücher ging. Insgesamt ein wenig enttäuschend, weil ich den Film sehr liebe und hier im Buch das Gleiche erwartet habe. Jedoch wurden im Film auch die Namen verändert und ich musste im Buch erst einmal begreifen, wer wer ist. Deshalb nur 3,5/5 Sternen.

    Der Film ist besser

    2 Tage vor

  • georgstormblessed
    georgstormblessed

    128 Follower

    5,0

    Bittersüßer Wolfshundroman

    Die Bilderbuchversion war eins meiner Lieblingsbücher in meiner Kindheit. Die Originalfassung ist umso schöner. Es ist zwar brutal gegenüber den Tieren aber dahinter versteckt sich eine wunderschöne Geschichte über den besten Wolfshund der Welt!

    30. Juli 2025

3 von 26 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Jack London

Geboren wurde er am 12. Januar 1876 unter dem Namen John Griffith Chaney in San Francisco, als Sohn des Astrologen William Henry Chaney und der Klavierlehrerin und Spiritistin Flora Wellmann. Später heiratete Flora Wellman den Bürgerkriegsveteranen John London, der den Jungen adoptierte. Als Kind schon auf Bücher versessen, nahm das Leben ihn allzu früh in die Pflicht und ließ ihn in einer Fabrik mehr als 16 Stunden täglich arbeiten. Entsetzt von diesem sinnlosen Dasein, lieh er sich Geld von seiner schwarzen Amme Jenny Prentiss und kaufte die Schaluppe »Razzle Dazzle«, mit der er fortan auf Austernraub ging. Auch dieses Dasein barg seine Schrecken, und der junge Jack plante erneut eine »solides« Existenz im Kreis seiner Familie. Er holte das Abitur nach, besuchte die Universität Berkeley

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