Da, wo ich dich sehen kann
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Beschreibung
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Kein Wohlfühlroman, aber ein wichtiges, starkes und absolut lesenswertes Buch…
„Da, wo ich dich sehen kann“ hat mich tief bewegt und noch lange nach dem Lesen beschäftigt. Es ist definitiv kein leichtes Buch, sondern emotional sehr intensiv und stellenweise schwer auszuhalten. Gerade deshalb finde ich es aber so wichtig. Das Buch behandelt Femizide und häusliche Gewalt — insbesondere Gewalt durch Männer gegen Frauen — auf eine sehr ehrliche, schonungslose und eindringliche Weise. Es zeigt nicht nur die direkte Gewalt, sondern auch die Auswirkungen auf Kinder, Familien und das gesamte Umfeld. Genau das hat mich besonders getroffen. Für mich war das Lesen emotional sehr nah, weil ich in meinem eigenen Umfeld ähnliche Erfahrungen kenne und weiß, wie schwer es ist, Menschen aus solchen Beziehungen herauszuholen. Dadurch ging mir die Geschichte noch mehr unter die Haut. Trotz der Schwere steckt aber auch viel Menschlichkeit und Hoffnung in diesem Buch. Ich finde es unglaublich wichtig, dass solche Themen nicht tabuisiert werden und dass es Bücher gibt, die genau hinschauen und darüber sprechen. Denn Femizide und häusliche Gewalt sind keine Einzelfälle, sondern ein gesellschaftliches Problem, über das viel mehr gesprochen werden muss. Kein Wohlfühlroman, aber ein wichtiges, starkes und absolut lesenswertes Buch.

Femizid und dessen Folgen für eine Familie - absolut lesenswert
Jasmins Schreibers aktueller Roman handelt von Maja, einem 10 jährigen Mädchen, dessen Mutter vor knapp einem Jahr in ihrem Hamburger Haus von ihrem Ehemann Frank erdrosselt wurde. Frank Majas Vater ist ein klassischer Narzisst, der sein Ehefrau seit Jahren unterdrückt hat und die Tochter gegen die Mutter ausgespielt hat. Die einzelnen Kapitel werden jeweils aus der Sicht einer Person dargestellt. Neben Majas Großeltern Birgit und Per, die in Glauberg in der Wetterau (in der Nähe von Frankfurt leben) gibt es noch Liv Emmas frühere beste Freundin und Patentante von Maja sowie Chloe deren Schäferhündin als Hauptakteure. Im Vordergrund des Romans steht der schreckliche Mord von Majas Mutter Emma und wie die einzelnen Familienmitglieder diesen aufarbeiten. Schuldthemen spielen neben Verzweiflung eine zentrale Rolle. Jasmin Schreiber ist es auf sehr einfühlsame Weise gelungen dem Femizid, der fast täglich in Deutschland passiert, Raum in Form dieses Romans zu geben. Wer selbst unter Traumata leidet, sollte sich im Vorfeld gut überlegen, ob er diesen Roman lesen möchte. Da, wo ich dich sehen kann hat mich tief beeindruckt und stellenweise zutiefst erschüttert. Für mich ist es aktuell mein Lesehighlight 2026.
"Wenn jemand geht, fehlt nicht nur die Person, sondern auch ein Stück von jedem, der bleibt."
Ich habe dieses Buch nicht einfach gelesen und anschließend wieder zugeklappt. Es bleibt. Nicht wegen großer dramatischer Effekte, sondern wegen der stillen Momente – der Sprachlosigkeit nach der Gewalt, der Schuldgefühle der Hinterbliebenen und der Frage, ob man eine Katastrophe hätte verhindern können. Besonders beeindruckt hat mich, dass der beschriebene Femizid nicht aus Sicht des Täters erzählt wird, sondern aus der Perspektive der Menschen, die zurückbleiben. Maja, Liv, die Großeltern – jede Figur trägt ihre eigene Form von Trauer mit sich. Dadurch entsteht kein klassischer Spannungsroman, sondern ein schmerzhaft ehrliches Bild davon, wie Gewalt weit über den eigentlichen Moment hinaus nachhallt. Am stärksten waren für mich allerdings die Kapitel, die eine alternative Entwicklung andeuten oder gedanklich durchspielen, wie alles hätte anders verlaufen können. Diese Passagen wirken fast wie kleine Parallelwelten: Was wäre gewesen, wenn jemand früher eingegriffen hätte? Wenn Emma gegangen wäre? Wenn Warnzeichen ernster genommen worden wären? Genau diese Kapitel machen den Roman so beklemmend, weil sie zeigen, dass die Tragödie nicht unausweichlich war. Sie geben kurz Hoffnung – nur um dann umso deutlicher zu zeigen, wie zerbrechlich Sicherheit eigentlich ist. Ich fand diese „Was-wäre-wenn“-Momente emotional fast schwerer auszuhalten als die eigentliche Handlung. Sie erzeugen das Gefühl, gemeinsam mit den Figuren rückwärts durch die Geschichte zu laufen und verzweifelt nach dem Punkt zu suchen, an dem noch alles hätte gerettet werden können. Dadurch wird das Buch nicht nur traurig, sondern auch wütend machend. Es zeigt, wie viele Menschen etwas ahnen, schweigen oder sich einreden, dass „es schon nicht so schlimm sein wird“. Schreibers Schreibstil passt perfekt dazu: klar, ruhig und nie überdramatisch. Gerade diese Zurückhaltung macht viele Szenen so intensiv. Zwischen all der Schwere gibt es aber auch kleine Lichtblicke – vor allem in den Momenten zwischen Maja und Liv, wenn das Universum, Sterne und Wissenschaft plötzlich wie ein Gegenpol zur menschlichen Grausamkeit wirken. Für mich definitiv kein Roman, den man alleine wegen seiner Handlung liest, sondern wegen seiner emotionalen Wahrhaftigkeit. Er zwingt einen dazu, über Gewalt, Verantwortung und gesellschaftliches Wegsehen nachzudenken. Wie würde jeder Einzelne von uns sich verhalten? "Als sie Kind war, lag die Zukunft wie ein riesiges leuchtend gelbes Rapsfeld ausgebreitet vor ihr, all die Jahre, Monate, Stunden, Minuten, Sekunden, alles war golden und strahlend, bis zum Horizont war kein Ende in Sicht."

Must-Read!!!
„Da, wo ich dich sehen kann“ von Jasmin Schreiber hat mich unglaublich berührt und auch noch lange nach dem Lesen beschäftigt. Im Mittelpunkt steht der Femizid an Emma. Doch anders als viele andere Geschichten richtet Jasmin Schreiber die Geschichte nicht auf die Tat oder den Täter, sondern auf die Menschen, die danach zurückbleiben: Emmas neunjährige Tochter Maja, Emmas Eltern Brigitte und Per und Emmas beste Freundin Liv. Beim Lesen taucht man in diese 4 unterschiedlichen Perspektive nach dem Emmas Tod ein und das hat es in sich. Was mich an diesem Buch beeindruckt hat, war die emotionale Tiefe. Die Trauer wird hier nicht dramatisiert oder künstlich zugespitzt, sondern: widersprüchlich, roh, manchmal still und manchmal überwältigend dargestellt. Jeder der 4 Charaktere trauert anders, fühlt anders, kämpft anders. Man spürt beim Lesen, dass Verlust nie nur eine einzige Form hat, sondern individuell verläuft. Besonders berührt hat mich, wie viel Raum auch den komplizierten Gefühlen gegeben wird: Schuld, Wut, Hilflosigkeit, Sehnsucht und die Frage, ob man etwas hätte merken oder verhindern können. An manchen Stellen gibt es „Was-wäre-wenn-Perspektiven“. Das wirkt nahbar und echt. Hat mich an manchen Stellen aber auch einfach traurig gemacht. Zwischen all dem (Lese-)Schmerz gibt es aber auch Momente von Wärme und Verbundenheit. Es zeigt, dass Heilung nicht geradlinig verläuft und dass Weiterleben nicht bedeutet, zu vergessen. Für mich war es das erste Buch mit dieser Thematik und ich finde es unglaublich wichtig.

Aufwühlend
"Nach siebzehn Verhandlungstagen war alles vorbei. Lebenslänglich. Für Frank bei guter Führung vermutlich nur fünfzehn Jahre, für alle anderen galt das aber wirklich." "So beginnen wohl alle Abschiede, unspektakulär und heimlich, bis man irgendwann zurückblickt und versteht: Das war das letzte Mal gewesen." Jasmin Schreiber zeigt in ihrem Buch sehr eindrücklich, was es für das nahe Umfeld bedeutet, wenn eine Frau durch einen Femizid aus dem Leben gerissen wird. Aus verschiedenen Perspektiven, darunter Tochter, Freundin und Eltern, erleben wir, wie alle versuchen, Emmas Mord zu verarbeiten und irgendwie weiterzumachen. Vor allem für ihre neunjährige Tochter. Die Geschichte ist sehr emotional, manches ist nur schwer zu ertragen und die alternativen Ausgänge bescheren einen Kloß im Hals. Das Motiv des Erstickens zieht sich durch das Buch, zeigt es doch, wie ohnmächtig sich alle fühlen. Auch wird beschrieben, wie schuldig sich alle fühlen, weil sie die Tat nicht verhindern konnten, obwohl es natürlich nur einen Schuldigen gibt, nämlich den Mörder. Dieser kommt mit seiner Perspektive nicht zu Wort und ich fand es gut, dass ihm keine Bühne gegeben wurde. Die Geschichte wird durch Anwaltsbriefe bzgl. des Sorgerechtes, den Sektionsbericht, den Anruf der Tochter beim Notarzt etc. sehr greifbar und auch wenn sie nicht real ist, ist sie ziemlich realitätsnah. Ein sehr intensives und wichtiges Buch über ein Thema, welches mehr im Fokus stehen sollte.
Ich habe das Buch gestern beendet und musste es erst sacken lassen. Es hat mich so sehr aufgewühlt und vor allem wütend gemacht, so dass mir nicht nur vor Mitgefühl sondern auch oft Wut die Tränen gekommen sind ! 😢 Durch die Protokolle hat man das Gefühl in der Realität zu sein und spürt die Ohnmacht z. B. beim Sorgerechtsprozess mit aller Wucht. Bücher können wirklich viel bewirken ! Mir war nicht bewusst, wie die Brutalität gegenüber Frauen in Krimis und True Crime genutzt werden, um bestimmte Effekte zu erzielen und ich werde jetzt viel aufmerksamer bei der Bücherauswahl sein. Es ist nicht nur mein Jahreshighlight jetzt schon, sondern eins der beeindruckensten Bücher, die ich je gelesen habe. Eine unbedingte Leseempfehlung für dieses wichtige und großartig geschriebene Buch !!
Wie geht es dir, wirklich?
Frauen werden getötet, weil sie Frauen sind. Männer töten Frauen, weil sie es wollen und können. Was macht ein Femizid mit den Hinterbliebenen? Wie geht man mit der Frage um, hätte ich es verhindern können? Trage ich Mitschuld? Wie schaffe ich es mein Leben und das des Hinterbliebenen Enkelkindes wieder Lebenswert zu gestalten ohne an der Situation zu zerbrechen. Ein mitreißender, aufwühlender, emotionaler Roman, der Spuren hinterlässt.
Dieses Buch war so intensiv. Die Erzählweise ist eher ruhig, aber genau das macht es so stark. Was ich besonders mochte ist, dass die Geschichte aus ganz vielen Perspektiven erzählt wird von unterschiedlichen Familienangehörigen. Man bekommt Einblicke in ihre Gedanken, ihre Trauer und ihre Hilflosigkeit.🖤 Vor allem die Perspektive von Maya hat mich wirklich gebrochen. Diese Kapitel waren für mich teilweise schwer auszuhalten, weil sie so wehtun. Es wird nichts beschönigt und man steckt mitten in ihren Gedanken. 💭 Die Geschichte hat sich einfach echt angefühlt. Keine Figur wirkt glatt oder perfekt, alle tragen auf ihre eigene Weise etwas Schweres mit sich herum. 💔 Ich habe das Buch wirklich geliebt, gerade wegen dieser Tiefe. Gleichzeitig war es aber auch harte Kost. 🌫️ Ich habe das Gefühl, dass mich die Geschichte noch lange begleitet. ✨📚

Tragisch, emotional geht direkt ins Herz
✨ BUCHREISE BUCH ✨ Ich habe lange überlegt, wie ich dieses Buch beschreiben soll – denn eigentlich passiert es eher leise. Und trotzdem hat mich die Geschichte unglaublich tief berührt. Jasmin Schreiber erzählt ruhig, fast zurückhaltend – aber genau darin liegt für mich die Stärke des Buches. Zwischen den Zeilen stecken so viele Gefühle, dass mich manche Gedanken noch lange nach dem Lesen begleitet haben. Besonders bewegt hat mich, wie eindrücklich gezeigt wird, dass eine einzige Handlung nie nur eine Person betrifft. Wie sich Gewalt und ihre Folgen ausbreiten, Leben verändern und Spuren hinterlassen – nicht nur bei den direkt Betroffenen, sondern weit darüber hinaus. Da, wo ich dich sehen kann ist kein lautes Buch, kein Buch voller großer Dramatik – und genau deshalb wirkt es so intensiv. Es erzählt von Verlust, von den Nachwirkungen und davon, wie Menschen versuchen, mit dem Unbegreiflichen weiterzuleben.

Unglaublich trauriger, gleichzeitig wunderschöner Roman. Hab geweint, gelächelt, dieses Buch tief ins Herz geschlossen❤️
In „Da, wo ich dich sehen kann“ von Jasmin Schreiber verarbeitet die neunjährige Maja den Mord an ihrer Mutter durch ihren tyrannischen Vater. Nach der Tat verliert Maja ihr Zuhause und wird zum Spielball von Bürokratie und Sorgerechtsstreitigkeiten. Trost findet sie bei ihrer Patentante Liv, einer Astrophysikerin, die ihr hilft, durch Astronomie einen Weg zurück ins Leben zu finden. Sie beschreibt die Geschichte aus den Perspektiven der Hinterbliebenen, aber die Mutter kommt zu Wort. Der Roman ist weit mehr als eine Geschichte über Verlust. Jasmin Schreiber schreibt über Femizid, über patriarchale Gewalt und darüber, wie oft Frauen Angst als Normalität erleben müssen. Dabei wird nichts sensationalisiert. Die Gewalt steht nicht im Mittelpunkt – sondern die Menschen, die mit ihren Folgen leben müssen. Gleichzeitig erzählt der Roman von Liebe. Von Freundschaft, Verbundenheit und davon, wie Menschen versuchen, füreinander da zu sein, wenn Worte kaum noch ausreichen. Dieses Buch hat mich komplett erwischt. Ich habe so viele Tränen vergossen wie lange nicht mehr. Es ist herzerwärmend und herzzerreißend zugleich. Traurig, schön, wütend machend. Jasmin Schreiber findet eine Sprache für Schmerz, ohne jemals kitschig zu werden. Gerade diese Klarheit macht den Roman so intensiv. Es gibt Szenen, die kaum auszuhalten sind – und andere, die voller Wärme stecken. Für mich mindestens ein Jahreshighlight. 🌟🌟🌟🌟🌟 Eigentlich reichen fünf Sterne nicht aus. Weil dieser Roman nicht nur erzählt, sondern etwas sichtbar macht. Und weil er trotz all der Trauer immer wieder zeigt, wie wichtig Liebe und Nähe sind. #DaWoIchDichSehenKann #JasminSchreiber #Femizid #Jahreshighlight #Herzzerreißend #TrauerUndLiebe #Hundeliebe #Chloé

Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber hat mich tief berührt und zum Nachdenken gebracht. Es geht um den Femizid an der 31jährigen Emma und darum, wie ihre Eltern, ihre beste Freundin Liv und ihre 9jährige Tochter Maja mit dieser traumatischen Erfahrung weiterleben. „Laut Bundeskriminalamt wurden im Jahr 2023 insgesamt 180.715 Frauen in Deutschland Opfer häuslicher Gewalt. Statistisch gesehen sind das über 495 betroffene Frauen pro Tag. 360 Frauen und Mädchen wurden Opfer eines vollendeten Tötungsdelikts, weitere 578 überlebten schwer verletzt.“ (S. 149) Nach dem Verlust ihrer Eltern ist Maja schwer traumatisiert. Sie lebt bei Emmas Eltern in Frankfurt, doch auch die Eltern ihres Vaters erheben Anspruch auf ihr Enkelkind. Maja fühlt sich schlecht, da sie ihren Papa mindestens genauso vermisst wie ihre Mama. Das Mutter-Tochter-Verhältnis war schwierig, Emma stellte Regeln auf, die Frank missachtet hatte. Maja ist in Therapie, will ihre wahren Gefühle der Therapeutin gegenüber jedoch nicht offenbaren, stattdessen verletzt sie sich selbst. Liv ist Astrophysikerin und Majas Patentante, sie war seit der Kindheit Emmas beste Freundin. Sie bemüht sich, Maja auf andere Gedanken zu bringen und ihr zu helfen, ihre Trauer zu verarbeiten, ihr Hund Chloe hilft ihr dabei. Die drei verbringen viel Zeit miteinander und beobachten den Sternenhimmel durch das Teleskop. Liv und Emmas Eltern Brigitte und Per machen sich schwere Vorwürfe, dass sie nicht gemerkt haben, dass Emma von ihrem Mann misshandelt wurde. Sie denken an Begegnungen mit Emma zurück, bei denen sie was hätten merken müssen. Auf schwarzen Seiten mit weißen Buchstaben offenbart Emma in einem Paralleluniversum, wie Frank sie quält und misshandelt. „Ich hab das alles so lange runtergespielt. Mir selbst gegenüber, euch gegenüber. Ich dachte, das sei Privatsache, Eheprobleme, nichts Schlimmes, ich wollte niemandem zur Last fallen. Ich wollte nicht, dass ihr euch Sorgen macht.“ (S. 344) Das Buch hat mich sehr berührt, ich habe mit Maja, Brigitte, Per und Liv gelitten. Es gibt Bücher über Femizide, aber kaum welche, in denen die Angehörigen im Fokus stehen, die mit dem tragischen Verlust weiterleben müssen.
Aufwühlend, einfühlsam, unglaublich tragisch
Nachdem mich „Der Mauersegler“ leider deutlich weniger begeistert hatte, als „Mariannengraben“, war ich gespannt, wie Jasmin Schreiber sich mit dieser unglaublich beklemmenden Thematik Femizid macht. Und ich muss sagen: das Buch hat mich (im positivsten Sinne) schlichtweg umgehauen… Anders als der Klappentext vermuten lässt, erfährt man im Buch nicht primär, sondern eher bruchstückhaft davon, wie das Zusammenleben der getötete Mutter Emma, ihrem Mann Frank und der gemeinsamen Tochter Maja tatsächlich verlaufen ist. Viel mehr Raum bekommen die Einblicke in die Gefühle und Gedanken der Tochter, Maja, sowie der besten Freundin der getöteten Emma und deren Eltern. Auch, wie es gelingen soll, nach einem so einschneidenden Ereignis irgendwie weiterzumachen, nimmt den Großteil der Geschichte ein. Besonders bewegend fand ich dabei schlimmen Gedanken sowie die Bilder von der 9jährigen Maja, sowie die schwarzen Seiten, auf denen „Was wäre gewesen wenn/Hätte ich doch…“ von verschiedenen Protagonisten gedanklich fortgeführt worden sind. Auch die weiteren tragischen Ereignisse, die sich im Verlauf der Geschichte entwickeln, haben mich emotional sehr getroffen. Das Buch ist definitiv nichts für schwache Nerven und lässt mich insgesamt recht bedrückt und nachdenklich zurück. Ein schweres, aber unheimlich wichtiges Thema, was die Autorin hier, meiner Meinung nach, wirklich gelungen ausgearbeitet und in eine berührende, tragische Geschichte gebracht hat. 5/5 🌟 und eine klare Leseempfehlung dafür!
Wo fange ich an, wo höre ich auf....
Dieses Buch konnte ich zu 3/4 fast nur Kapitel für Kapitel lesen. Denn danach musste das Gelesene erst einmal verarbeitet werden. Alleine dadurch, dass die Geschichte aus so vielen Perspektiven erzählt wird, macht deutlich, was so eine Tat bei einer Vielzahl von Menschen auslöst. Jasmin Schreiber erzählt von einem Femizid und vieles in diesem Buch war für mich schwer auszuhalten. Trotzdem ist es ihr gelungen, auch Wärme und Hoffnung einfließen zu lassen.
Ich bin wütend. Unendlich wütend. Und traurig. So verdammt traurig. Dieses Buch tut weh - auf eine leise, beharrliche Art, die einen nicht loslässt. Es erzählt von einem Femizid. Von Emma, die von ihrem Ehemann Frank ermordet wurde. Und es erzählt von denen, die zurückbleiben: von ihrer Tochter Maja, ihrer besten Freundin Liv und ihren Eltern Brigitte und Per. Davon, wie die Welt für sie stehen bleibt, während sie sich für alle anderen einfach weiterdreht. Oder vielleicht auch nicht - vielleicht dreht sie sich weiter, aber in einer anderen Geschwindigkeit, in einer anderen Realität, in der alles fremd geworden ist. In der Geschichte heißen sie Emma, Frank, Maja, Liv, Brigitte und Per. Aber sie haben so viele Namen. So viele Gesichter. So viele Geschichten. Zwischen den Kapiteln werden reale Fälle sichtbar, die zeigen: Das hier ist keine Ausnahme. Es ist keine Fiktion, die fern von uns existiert. Es ist Realität. Für unfassbar viele Menschen. Für unfassbar viele Frauen. Und genau das macht dieses Buch so wichtig. Wir leben in einer Kultur, in der Gewalt gegen Frauen auch in Serien und Filmen, Büchern und Podcasts allgegenwärtig ist. Zu oft wird sie als dramaturgisches Mittel benutzt - als Schockmoment oder als Antrieb für die Entwicklung eines männlichen Protagonisten. Das Leid von Frauen wird zur Spannungskurve, zur Unterhaltung, manchmal fast zur Nebensache. Wie häufig ist diese Gewalt erzählerisch wirklich notwendig - und wie oft einfach nur Gewohnheit? Doch es geht nicht nur um Fiktion. In der realen Welt werden Frauen täglich Opfer von Gewalt und noch immer versagt die Gesellschaft viel zu oft darin, sie zu schützen. Fälle verschwinden aus den Schlagzeilen, Strukturen bleiben bestehen, Betroffene werden nicht gehört oder nicht ernst genommen. Dieses Buch stellt sich dagegen. Es zeigt die Leerstelle. Den Schmerz. Die Sprachlosigkeit. Die Wut. Die Frage nach der Schuld. Es zeigt, was bleibt. Es zeigt, dass hinter jeder Schlagzeile Menschen stehen, deren Welt zerbricht. Und dass diese zerbrochene Welt nicht einfach wieder zusammenspringt. „Da, wo ich dich sehen kann“ ist kein leichtes Buch. Es ist schmerzhaft und unbequem. Aber genau deshalb ist es so verdammt wichtig. Es zwingt uns hinzusehen - nicht sensationsgierig, sondern menschlich. Es gibt den Zurückgebliebenen Raum. Und vielleicht ist genau das der erste Schritt: Dass wir aufhören wegzusehen. Es ist ein Buch, das wehtut. Und das gerade deshalb gelesen werden muss.

Lesen!
• DA, WO ICH DICH SEHEN KANN • Fast jeden Tag wird in Deutschland eine Frau oder ein Mädchen durch einen Femizid getötet, also rund sieben pro Woche. Gewalt gegen Frauen ist in der Mitte angekommen. Sie ist „norma“l. I N H A L T: Die neunjährige Maja verliert nach dem Mord an ihrer Mutter durch den Vater nicht nur ihre Familie, sondern auch ihr Zuhause und jede Sicherheit und gerät zwischen Trauer, Bürokratie und Sorgerechtsstreit zum Spielball der Erwachsenen. Halt findet sie einzig bei ihrer Patentante Liv, die trotz eigener Ängste Verantwortung übernimmt und gemeinsam mit Maja im Blick auf das Universum nach Trost, Nähe und Antworten sucht. M E I N E M E I N U N G: Femizid ist längst keine Ausnahme mehr. Gewalt gegen Frauen ist keine ferne Schlagzeile, kein seltenes Verbrechen, sondern Teil unseres Alltags: oft leise, oft unsichtbar, meist hinter verschlossenen Türen. Sie zeigt sich in Femiziden, in sexualisierter Gewalt, in digitalem Hass, in frauenfeindlichen Straftaten. Und dennoch wird so oft erst hingeschaut, wenn es zu spät ist. Jasmin Schreiber richtet in diesem Buch den Blick auf einen Moment, der sonst kaum Raum bekommt: das Danach. Was passiert, wenn ein Femizid bereits geschehen ist? Wenn die Tat vorbei ist, die Medien weiterziehen und die Welt scheinbar ungerührt ihren Gang geht? Wer bleibt zurück und wie lebt man weiter, wenn ein Mensch nicht nur fehlt, sondern eine ganze Wirklichkeit zerstört wurde?Im Zentrum steht Maja. Ein Kind, das plötzlich alles verliert. Ihre Mutter wird getötet, ihr Vater, eigentlich ihr Held, ist der Täter. Zurück bleiben Leere, Angst, Schuldgefühle und eine Verzweiflung, für die es keine Worte gibt. Maja ist nicht nur ein trauerndes Kind, sie wird zum Spielball von Bürokratie, Zuständigkeiten und Entscheidungen anderer. Und mit jedem Formular, mit jeder neuen Regel verliert sie ein weiteres Stück von dem, was einmal Sicherheit war. Schreiber erzählt diese Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und macht damit etwas sehr Schmerzhaftes sichtbar: Femizide betreffen nie nur ein Opfer. […]

Dieses Buch musste ich Stückweise lesen. Eine Familie, nach außen hin glücklich und zufrieden. Bis das Schlimmste passiert, was passieren kann. Ist es Zufall, welchen Partner wir uns auswählen oder ist es vorherbestimmt? Warum gibt es Menschen, die andere unterdrücken, manipulieren und klein machen müssen? Warum gibt es Gewalt in der Partnerschaft, egal ob männlich oder weiblich?
Dieses Buch sollte man nur in der richtigen Stimmung lesen bzw. hören. Das Thema Femizid wird so bewegend dargestellt, dass ich immer wieder Pausen brauchte, um das Gehörte zu verarbeiten. Der Umgang des Systems mit dem Sorgerecht von Maja, hat mich auch etwas wütend gemacht. Abzug gibt es nur für die letzten Momente der Hündin. Das so detailliert beschrieben zu bekommen, war für mich ein Stück zu viel. Das Buch wäre auch ohne dem in sich Rund.
So wichtig ... 💞
"Menschen hinterlassen mehr als Erinnerungen, sie hinterlassen Schwarze Löcher, die dich gnadenlos anziehen und in den Abgrund reißen, wenn du Ihnen zu nahe kommst. Wenn jemand geht, fehlt nicht nur die Person, sondern auch ein Stück von jedem, der bleibt." Es ist ein Buch dass nicht einfach zu lesen ist und welches einen zum Nachdenken anregt. Es geht hier um den Femizid der 31 jährigen Emma.Sie ist Mutter einer 9 jährigen Tochter Maja, Tochter von sehr liebevollen Eltern Brigitte und Per und beste Freundin von Liv. Wie geht man mit so einem Schicksal um.... Sehr emotional geschrieben. Nicht nur aus der Sicht von Emma, sondern auch aus der Sicht der Hinterbliebenen. Ein sehr wichtiges Buch 📚
Dieses Buch ist auf so vielen Ebenen emotional intensiv. Während ich versuche, meine Gedanken zu sortieren, bekomme ich direkt wieder Gänsehaut. Im Folgenden nenne ich einige Schlagworte, die manche vielleicht als Spoiler empfinden könnten – aufgrund des schweren Themas möchte ich sie dennoch klar benennen. Es geht um häusliche Gewalt, Femizide, Traumata, Therapie, Selbstverletzung, Depressionen, Schuldgefühle und Machtlosigkeit. Darum, wie es dazu kommt, wie Hinterbliebene versuchen weiterzuleben, und um die quälende Frage: Hätte ich es bemerken müssen? Hätte ich es verhindern können? Was wäre, wenn…? Die Geschichte wird auf verschiedenen Zeitebenen und aus den Perspektiven mehrerer Beteiligter erzählt. Die Gedanken und Gefühle der Figuren werden dabei unglaublich eindringlich vermittelt. Besonders die „Was-wäre-wenn“-Abschnitte, die als Paralleluniversen erzählt werden, haben mich tief getroffen. Einige Passagen waren kaum auszuhalten. Für mich besonders der Mitschnitt des Notrufs nach der Tatnacht, der Autopsiebericht (ja, die Verletzungen werden detailliert beschrieben) und die Berichte über weitere Femizide. Es war fast körperlich unangenehm, das zu hören, denn ich hatte durchgehend Gänsehaut. Neben den Angehörigen erfahren wir auch etwas über Emmas Sicht. Ihre Gefühle, ihre Wünsche, ihre inneren Kämpfe und ihre Angst, sich anderen zu öffnen. („Warum sieht es niemand…“) Zwei Dinge fand ich besonders gut: dass dem Täter keine Stimme gegeben wurde und dass es Hoffnung auf Heilung für die Angehörigen gab. Aus den Therapiegesprächen habe ich auch für mich selbst das eine oder andere mitgenommen. Ich bin wütend. Und traurig. Und ich hoffe, dass Bücher wie dieses mehr Aufmerksamkeit auf das Thema lenken, und dass solche Fälle in den Medien nicht länger als „Familiendrama“ oder „Einzelfall“ verharmlost werden. Eine klare Leseempfehlung, aber seid euch bewusst, dass dieses Buch nichts beschönigt.

Harte Kost-herausragend umgesetzt
Das Buch beinhaltet das Thema Femizid und das ist etwas, was ich normalerweise nicht so gut vertrage. Dieses Buch hat das Thema aber absolut grossartig umgesetzt. Es kommen viele Perspektiven zum Einsatz, die des Opfers, beider Eltern, des Kindes und der besten Freundin. Sehr gut finde ich, dass dem Täter keine Stimme gegeben wird. Das Buch beschreibt sehr anschaulich, was so ein Drama mit den nahen Angehörigen macht, welche Fragen man sich stellt, wieviel Schuld man sich selbst gibt. Und ohne dass das Ganze einen effektheißerischen Touch bekommt.
Roman über Gewalt Ein Femizid und sein Scherbenhaufen. Die Autorin listet einzeln die Verwundungen, die der Mord an Emma bei Freundin, Eltern und neunjähriger Tochter anrichtet, auf. Trauer, Wut und Schuldgefühle, die von nun an das Leben der Übriggebliebenen beherrschen, werden in kurzen Kapiteln aus den verschiedenen Perspektiven beleuchtet und durch Kinderzeichnungen, Jugendamtsprotokolle und Therapiesitzungen ergänzt. Bitter
Jasmin Schreiber weist zurecht darauf hin, dass in Kriminalromanen oder Fernsehkrimis auffallend häufig Frauen gequält, vergewaltigt oder umgebracht werden, der Fokus meist auf der Aufklärung des Verbrechens liegt, aber leider kaum bei dessen Folgen.
Ein unvergessliches Buch, dass mehr als nur 5 Sterne verdient hat
In "Da wo ich dich sehen kann" wird die Geschichte einer Frau erzählt, die versucht, sich aus den Schatten häuslicher Gewalt zu befreien und zeigt dabei nicht nur den Weg hinaus, sondern auch die unsichtbaren Narben, die bleiben. Jasmin Schreiber verbindet schwere, erschütternde Themen mit einer berührenden menschlichen Tiefe und einer sanften Sprache, die Trost spendet, ohne die Realität zu beschönigen. Es ist bereits das zweite Buch der Autorin, das ich gelesen habe und auch dieses habe ich GELIEBT. Ihr Schreibstil fasziniert mich einfach: fesselnd, atmosphärisch dicht und dennoch voller Leichtigkeit, die sich wie ein warmer Faden durch die dunkelsten Seiten zieht. Gerade bei einem Thema wie häuslicher Gewalt und Femiziden ist diese Balance wichtig, beeindruckend und unglaublich wertvoll. Die Charaktere wirken natürlich, facettenreich und so lebendig, dass man mit ihnen fühlt, leidet und hofft. Die Emotionen reichen tief: Wut, Fassungslosigkeit, Schmerz, Mitgefühl und der Wunsch nach Heilung. Schuldgefühle, seelische und körperliche Auswirkungen werden so greifbar beschrieben, dass man beim Lesen unweigerlich den Atem anhält und Tränen vergießt. Dieses Buch rüttelt auf, es macht nachdenklich, und es lässt einen nicht mehr los. Ein starkes, wichtiges und emotionales Werk, das mich zutiefst berührt hat und das man unbedingt gelesen haben sollte.
Ganz furchtbare Geschichte bei der es mir schwer fällt Worte zu finden. Besonders gut haben mir die Zeilen zu true crime gefallen. Sich vom realen Leid anderer unterhalten zu lassen ist wirklich sehr befremdlich. Ansonsten wirkt diese fiktive Geschichte durch die ganzen Fakten und Prozeduren bei Gericht etc. sehr authentisch und daher auch unfassbar grausam. Interessant fand ich die Parallelwelten die aufzeigten, was bei anderen Reaktionen/ Verhalten vermutlich passiert wäre. Ich finde es ganz schrecklich sich mit dem Satz auseinander zu setzen: Männer töten Frauen, weil sie es wollen und weil sie es können. Sehr aufwühlendes, traurig und wütend machendes Buch, das aufzeigt, dass immer noch viel zu sehr weggesehen und übersehen wird. Die Geschichte mit dem Hund war mir irgendwie zu drüber und brauchte es nicht. Auch sonst war es mir zwischendurch etwas zu überzogen.
So ein wichtiges Buch!
Wirklich, das war so ein wichtiges Buch. was da alles reingepackt war, wie es oft unbemerkt zu einem Femizid kommt und vor allem die Folgen davon für alle Menschen im Umfeld und besonders für die hinterbliebene Tochter wird so unglaublich realistisch dargestellt. Dieses Buch hat mich echt so sehr berührt, nachdenklich gestimmt und oft auch schockiert. Es wurde absolute nichts beschönigt und trotz der Sachlichkeit im Buch, war so viel Tiefgang und Nähe zu den Charakteren da. Lest unbedingt dieses Buch.
"Draußen dreht der Wind, Blätter fegen über den Hof. Irgendwo in der Ferne schreit ein Tier, der Herbstwind beißt und zerrt wütend an seinen Klamotten, schubst und schiebt ihn, als wolle er sagen 'los, los, mach schon, hol ihn dir, Per!' Jasmin Schreibers Buch ist harte Kost. Es trifft mitten ins Herz. Der Schmerz bleibt bis zur letzten Seite, man muss ihn aushalten können. Es gibt kein Happy End, aber kleine Hoffnungsfunken, die es für die Hinterbliebenen eines Femizides etwas erträglicher machen mögen. "Da, wo ich dich sehen kann" hat mich tief berührt und wird mich noch lange gedanklich beschäftigen. Dieser Roman ist wichtig!
Das Buch hat mich sehr berührt. Es ist so traurig und schonungslos. Die verschiedenen Perspektiven mit den sehr persönlichen Einblicken und die "Wie hätte es anders sein können"-Kapitel fand ich sehr gelungen. Und dass der Täter keine Stimme, keinen Raum bekommen hat, finde ich ebenfalls sehr gut. Schweres Thema, aber unbedingt lesen!
Starke Emotionen
Ich habe soeben „Da wo ich dich sehen kann“ beendet. Und das erste was mir einfällt ist „Uff“. Dieses Buch hat mich stark bewegt und ich konnte maximal 50 Seiten am Stück lesen. Es geht um einen Femizid, der als dieser klar benannt und beschrieben wird. Es geht um Emma, welche von ihrem Mann Frank nach Jahren einer gewaltvollen Ehe ermordet wird. Die beiden haben eine Tochter. Dieses Buch gibt uns einen Einblick in das Leben von Emma, der Tochter Maja, Emmas bester Freundin Liv und Emmas Eltern Brigitte und Per. Es werden Teile von Emmas Leben vor ihrem Tod erzählt, man erfährt von vielen Situationen aus unterschiedliche Blickwinkeln. Dieses Buch spielt in der Gegenwart aber auch in der Vergangenheit. Und es gibt sogar Teile die als „was wäre wenn“ geschrieben sind. Es geht um Verlust, um den individuellen Umgang der einzelnen Personen mit Trauer, Schuldgefühlen und die Hürden die es gibt für ein Kind wenn plötzlich der Vater der Mutter das Leben nimmt, sowohl für das Kind als auch für das Umfeld. Dieses Buch hat mich emotional tief berührt. Es ist nicht leicht. Aber es ist wichtig. Ich fand den Schreibstil sehr gut, klar, nicht ausgeschmückt, passend zu diesem Thema. Ich kann nur 5 Sterne geben, denn dieses Buch hat diese 5 Sterne einfach verdient.
Über das danach
Ein Thema, das kaum schwerer wiegen könnte – Femizid und die tiefen Wunden, die häusliche Gewalt hinterlässt. Doch anstatt den Fokus auf die Tat selbst zu legen, richtet Jasmin Schreiber ihren Blick auf das Danach: auf die Zurückgebliebenen, die mit der Leere, der Schuld und den quälenden Fragen weiterleben müssen. Es ist ein Roman über die Zerstörung, die ein Mensch anrichten kann – und über die unermessliche Trauer jener, die zurückbleiben und sich fragen, wie sie so vieles übersehen konnten. Schreiber beschreibt die Trauer über den verlorenen Menschen so eindrücklich, dass man beim Lesen kaum atmen mag. Immer wieder brechen Erinnerungen hervor – kleine, alltägliche Szenen, in denen die Liebe, das Leben und das spätere Schweigen mitschwingen. Und über allem steht diese schmerzhafte Frage: Warum habe ich das nicht erkannt? Warum habe ich geschwiegen, als ich hätte fragen sollen? Die Autorin schafft es, diesen inneren Konflikt der Hinterbliebenen so ehrlich und greifbar zu schildern, dass man beim Lesen die Schuld, die Hilflosigkeit und das zermürbende „Was wäre wenn“ fast selbst spürt. Sie zeigt wie häusliche Gewalt im verborgenen wächst, wie trotz des Verlustes jeder seine eigenen und noch ganz privaten Päckchen zu tragen hat und jeder mit seinen eigenen Wahrheiten und Perspektiven ringt. Diese Vielstimmigkeit macht das Buch unglaublich intensiv, lässt es aber stellenweise auch etwas überladen wirken – so viele Themen, Gedanken und Emotionen überlagern sich, dass man fast das Gefühl bekommt, in den Gefühlen der Figuren mit unterzugehen. Wie in all ihren Büchern gelingt es Jasmin Schreiber jedoch meisterhaft, schwere Themen mit wissenschaftlicher Neugier zu verweben. Zwischen Schmerz und Erinnerung finden sich immer wieder kleine Inseln aus Wissen und Staunen: Pflanzen und Tiere, Naturbeobachtungen – und diesmal ganz besonders die Astrophysik. Sie verbindet das Unbegreifliche des Alls mit dem Unbegreiflichen menschlicher Taten und schafft so in der Dunkelheit die Hoffnung wie kleine Sterne aufleuchten zu lassen. „Da, wo ich dich sehen kann“ ist kein leichtes Buch, aber ein notwendiges. Es rührt auf, rüttelt wach und macht sichtbar, was oft im Stillen geschieht. Es erzählt von Liebe und Verlust, von Schuld und Verantwortung – und davon, wie ein Femizid nicht nur ein Leben beendet, sondern viele andere für immer verändert. Jasmin Schreiber gelingt damit ein bewegender, aufrüttelnder Roman, der noch lange nachhallt – dort, wo Schmerz, Wut und Liebe sich begegnen.
Schrecklich 😨
Da wo ich dich sehen kann“ war nicht nur mein erstes Buch der Autorin, sondern auch mein erstes Buch in diesem Genre – und wow, es wird definitiv eines meiner Jahreshighlights! Schon nach wenigen Seiten war mir klar: Diese Geschichte wird mich so schnell nicht wieder loslassen. Emotionaler Tiefgang & schwere Thematik Während der gesamten Länge des Buches dachte ich mir immer wieder, wie unfair die Welt doch ist – und wie schrecklich sie sein kann. Die Autorin schafft es, die dunklen Seiten des Lebens so schonungslos und greifbar darzustellen, dass es teilweise richtig weh tut. Spannung & beklemmende Atmosphäre Die Spannung war durchgehend spürbar. Ich hatte beim Lesen fast durchgehend ein beklemmendes Gefühl – fast schon körperlich unangenehm. Genau deshalb musste ich das Buch in mehreren Sessions lesen. Es gab Momente, die einfach unerträglich schlimm waren, aber gleichzeitig konnte ich trotzdem nicht aufhören, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Mehrere Perspektiven – viele Leiden Besonders gelungen fand ich die verschiedenen Perspektiven. Erst dadurch wurde mir richtig bewusst, wie viele Menschen – und generell wie viele Parteien – leiden, wenn so etwas Schreckliches passiert. Die Geschichte öffnet einem wirklich die Augen dafür, wie weitreichend solche Ereignisse sind. Kleines Highlight: Die Sicht von Chloe Was neues für mich war die Perspektive von Chloe. Die Sicht des Hundes war sehr interessant und auch einfach mal was anderes! Fazit Ein extrem intensives Buch, das unter die Haut geht, schwer auszuhalten ist – und gerade deshalb so wichtig gelesen zu werden. Jasmin Schreibers Schreibstil und ihre Art, Emotionen darzustellen, haben mich vollkommen überzeugt. Ich bin sicher: Es wird nicht mein letztes Buch von ihr gewesen sein.
Absolutes Lesehighlight! Dieses Buch hat mich tief im Herzen berührt. Es behandelt das so wichtige und schmerzhafte Thema Femizid mit einer Feinfühligkeit und Eindringlichkeit, die lange nachhallt. Besonders bewegend fand ich, wie eindrucksvoll die Autorin die Perspektive der Hinterbliebenen einfängt – ihre Trauer, ihre Gedanken, ihre verzweifelte Suche nach Halt. All das wird so authentisch und nah beschrieben, dass man unweigerlich mitfühlt und selbst Momente zum Durchatmen braucht. Der Täter sowie die Tat bekommen im Buch dagegen keinen Platz, was ich auch absolut richtig finde! Trotz der Schwere des Themas konnte ich das Buch oft kaum aus der Hand legen. Es zieht einen hinein, fordert einen heraus – und lässt einen gleichzeitig nicht allein. Auch der abwechslungsreiche Aufbau hat mich begeistert: Dokumente, Visionen, Gesprächsaufzeichnungen – all diese Elemente verweben sich zu einem vielschichtigen, intensiven Leseerlebnis. Ein Buch, das nachklingt und das ich definitiv von Herzen weiterempfehlen werde ❤️
"Da, wo ich dich sehen kann" ist ein wahnsinnig aufrüttelndes, wichtiges und eindringliches Buch, welches die Tragik hinter allen Femiziden aufzeigt und das Leid aller Menschen, die davon betroffen sind. Es macht betroffen und wütend, denn es zeigt, dass sich die Frauenfeindlichkeit wie ein Geschwür durch unsere Gesellschaft bahnt, in der Männer Frauen ermorden, einfach weil sie es wollen und weil sie es können. Ausnahmslos alle Charaktere sind tiefgründig und facettenreich geschildert, wodurch ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Ein ums andere Mal musste ich innehalten, mich sammeln und Tränen wegwischen. Ein Buch, das jede Frau und auch jeder Mann lesen sollte und ein Appell an alle Menschen beim Thema häusliche Gewalt und Femiziden nicht wegzusehen. Absolute Leseempfehlung!
Wow, dieses Buch war unglaublich emotional und deswegen so so schön. Ausgangspunkt des Buches ist der Femizid an Emma. Sie war Mutter, Tochter und beste Freundin. In der Folge handelt das Buch davon, wie das Leben ihrer Hinterbliebenen, vor allem ihrer Tochter Maja, weiter geht und wie der Femizid sich auf sie auswirkt. Ich fand, die Autorin hat einen unglaublich spannenden Ansatz gefunden, um das Thema Femizid in einem Roman zu behandeln. Es wurde unglaublich gut umgesetzt- Jasmin Schreiber kann wirklich Emotionen rüberbringen! Vereinzelt wurden Fakten zu Femiziden in das Buch eingeflochten, was mir wirklich gut gefallen hat. Ein schmerzhaftes, aber soo wichtiges Thema, daher riesen Empfehlung!
Starker Roman über Femizid
Aus wechselnden Perspektiven der Hinterbliebenen (Mutter, Vater, beste Freundin Liv, Tochter Maja) geschrieben, offenbart dieser Roman patriarchale Gewalt, die in einem Femizid gipfelt. Ganz bewusst schreibt die Autorin nicht über den Täter, seine expliziten Handlungen, seine Emotionen oder sonstiges über ihn, um ihm, dem einzig Verantwortlichen für diese Tat, nun nicht noch zusätzlich eine Bühne zu geben. Also Fokus weg von Tat und Täter hin zu denen, die zurückbleiben und für immer mit diesem Verlust leben müssen, sich oft schlimme Vorwürfe machen, sich schuldig fühlen, die Zeichen nicht gut oder nicht rechtzeitig erkannt zu haben…. Es gibt zwischendrin auch schwarze Seiten, auf denen die Protagonisten erdenken, wie sich Gespräche und Handlungen hätten entwickeln können, wenn…- ein bewegendes Gedankenspiel. Dieses Buch ist nicht cozy, aber es geht nicht nur um Wut, Trauer, Emotionen und Hoffnungslosigkeit, sondern auch um Stärke, Liebe, Freundinnenschaft und Zusammenhalt! Richtig gut fand ich den kleinen Seitenhieb auf True-Crime und auch Thrillerautoren, wie zum Beispiel Fitzek (nicht namentlich genannt, aber die Anspielungen waren deutlich), die unnötige Gewaltdarstellungen abliefern, effektheischend und fast verherrlichend. Fazit: Mein Jahresende -Highlight und unbedingte Leseempfehlung für dieses gelungene, faktenreiche und wichtige Buch! Lest es, kauft es, verschenkt es…!
„ in mir sind vielleicht Teilchen von einem Stern, der vor ganz langer Zeit explodiert ist und auch bei Mama - und wenn das die selben Teilchen sind, dann …. dann haben wir was gemeinsames für immer, auch wenn sie nicht mehr da ist“
Dieser Roman über Femizid, Gewalt und Verlust wird aus verschiedenen Perspektiven dargestellt. Der Inhalt tut weh - und zwar so richtig. Die schwarzen Kapitel hinterlassen Wut, Schmerz und die Frage: „warum macht denn keiner was?“ Und das ist auch das wesentliche, was ich aus dem Buch mitnehmen kann: hinschauen, ansprechen und nicht locker lassen - es gibt zu viele, die nicht gesehen werden. Der Schreibstil ist angenehm und durch die unterschiedlichen Darstellungen, Zeitsprünge und Perspektiven „leicht“ zu lesen, ohne dass es einem die Luft weg bleibt. Jede der Protagonisten hat sein Päckchen zu tragen … und das wird deutlich beschrieben. Einen halben Stern Abzug gibts von mir, weil ich das Ende nicht gelungen finde - wobei ich klar betonen muss: es ist mein Bedürfnis nach Harmonie und Frieden , das hier spricht. Mir ist jedoch bewusst, dass es das hier nicht geben kann …
Ein Buch, dass meiner Meinung nach, viele Themen verbindet. Hara ist 25 Jahre alt und hat ihre gesamte Kindheit und Jugend damit verbracht, ihre Herkunft zu unterdrücken. Als auf der Beerdigung ihres Adoptivvaters erneut das Thema aufkommt, dass sie Koreanerin und keine Amerikanerin ist, scheint der letzte Tropfen gefallen zu sein. Um herauszufinden wer sie wirklich ist, begibt sie sich nach Korea, ganz in der Hoffnung ihre leiblichen Eltern zu finden. Am Flughafen in Seoul trifft sie einen jungen Herren, den sie nicht mehr so leicht vergessen kann. „Yujun aus Seoul“ wird im laufe der Geschichte zu ihrem Fels- man darf nur hoffen, dass sie sich nicht auf der Titanic befindet. Ein wunderschönes Buch über Zusammenhalt, Identität und Liebe – mit einem Hauch von Trauer und viel Humor.
Schreiben kann die Schreiber!
Wahnsinnig intensives Buch zu einem schweren Thema . Eine Geschichte über einen Femizid gekonnt in Worte gefasst. Trauer, Wut, Hass jede Menge Emotionen kochen hoch. Das Buch erzählt aus verschiedenen Perspektiven und es gibt „was wäre wenn“- Rückblenden, das fand ich sehr gelungen. In den Rückblenden setzen die Protagonisten sich damit auseinander ob sie eine Mitschuld trifft und ob sie etwas hätten anders machen können um den Femizid zu verhindern. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und die Lesung von Frau Schreiber zu diesem Buch, war ganz hervorragend. Ich habe ein weiteres Buch von ihr mitgenommen und kann es sehr empfehlen 1. dieses Buch zu lesen und 2. wenn ihr die Möglichkeit habt besucht ihre Lesung!
Das Echo einer Tat!
„Da, wo ich dich sehen kann“ ist ein stiller, schmerzhafter Roman über einen Verlust, der sich nicht erklären lässt, weil er aus sinnloser Gewalt entstanden ist. Jasmin Schreiber erzählt keine Tat, sondern das Danach. Genau darin liegt die Kraft dieses Textes. Im Mittelpunkt steht nicht der Täter, sondern die Leerstelle, die er durch seine Tat hinterlässt. Eine Mutter ist tot, eine Tochter bleibt zurück, eine Familie muss mit einer Realität leben, die jede Ordnung sprengt. Besonders berührend ist, wie Schreiber zeigt, dass Trauer kein linearer Prozess ist. Sie ist widersprüchlich, manchmal leise, manchmal überwältigend, oft begleitet von Schuldgefühlen, Sprachlosigkeit und dem Gefühl, in einer Welt zu stehen, die einfach weiterläuft. Die wechselnden Perspektiven machen das Erleben vielschichtig. Keine Figur wirkt konstruiert oder erklärend – jede darf unvollständig sein, ratlos, überfordert. Gerade diese Unaufgeregtheit macht den Roman so authentisch. Es gibt keine großen Gesten, keine dramatischen Zuspitzungen, sondern Alltag: Gespräche, die abbrechen, Gedanken, die sich im Kreis drehen, Versuche, Normalität vorzutäuschen. Das macht das Gelesene schwer auszuhalten – aber auch notwendig. Was mich besonders beeindruckt hat, ist der respektvolle Umgang mit dem Thema geschlechtsspezifischer Gewalt. Das Buch nutzt den Schmerz nicht als Schockeffekt, sondern schafft Raum für die Perspektiven der Betroffenen. Es zeigt, wie tiefgreifend ein Femizid nicht nur ein einzelnes Leben beendet, sondern ganze Lebensentwürfe zerstört. Still, präzise und mit großer Empathie. Da, wo ich dich sehen kann ist kein Buch, das man „mal eben“ liest. Es fordert Aufmerksamkeit, Zeit und emotionale Offenheit. Aber es schenkt im Gegenzug etwas sehr Wertvolles: Sichtbarkeit. Für die Toten. Für die Hinterbliebenen. Und für ein Thema, das viel zu oft an den Rand gedrängt wird. ⸻ Fakten zu Femiziden in Deutschland • In Deutschland werden jedes Jahr Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet, häufig durch aktuelle oder ehemalige Partner. Laut dem Bundeslagebild „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten“ des Bundeskriminalamts wurden im Jahr 2023 über 360 Frauen Opfer vollendeter oder versuchter Tötungsdelikte, ein großer Teil davon im Kontext partnerschaftlicher Gewalt. Quelle: Bundeskriminalamt (BKA), Bundeslagebild 2023 https://www.bka.de • Nahezu jeden Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem (Ex-)Partner getötet. Femizide sind damit kein Einzelfall, sondern Teil eines strukturellen Gewaltproblems. Quelle: Lagebilder des BKA, Auswertungen u. a. durch UN Women Deutschland https://unwomen.de • Zusätzlich zu tödlicher Gewalt erleben hunderttausende Frauen jährlich körperliche, psychische oder sexuelle Gewalt in Partnerschaften. Viele Taten werden nicht angezeigt, wodurch von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist. Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik & UN Women Deutschland https://www.bmi.bund.de https://unwomen.de • Fachstellen und Studien weisen darauf hin, dass Prävention, Schutzangebote und gesellschaftliche Sensibilisierung weiterhin unzureichend sind – insbesondere für gefährdete Frauen und Kinder. Quelle: Frauenhauskoordinierung e. V. https://www.frauenhauskoordinierung.de
Beschreibung
Buchinformationen
Beiträge
Kein Wohlfühlroman, aber ein wichtiges, starkes und absolut lesenswertes Buch…
„Da, wo ich dich sehen kann“ hat mich tief bewegt und noch lange nach dem Lesen beschäftigt. Es ist definitiv kein leichtes Buch, sondern emotional sehr intensiv und stellenweise schwer auszuhalten. Gerade deshalb finde ich es aber so wichtig. Das Buch behandelt Femizide und häusliche Gewalt — insbesondere Gewalt durch Männer gegen Frauen — auf eine sehr ehrliche, schonungslose und eindringliche Weise. Es zeigt nicht nur die direkte Gewalt, sondern auch die Auswirkungen auf Kinder, Familien und das gesamte Umfeld. Genau das hat mich besonders getroffen. Für mich war das Lesen emotional sehr nah, weil ich in meinem eigenen Umfeld ähnliche Erfahrungen kenne und weiß, wie schwer es ist, Menschen aus solchen Beziehungen herauszuholen. Dadurch ging mir die Geschichte noch mehr unter die Haut. Trotz der Schwere steckt aber auch viel Menschlichkeit und Hoffnung in diesem Buch. Ich finde es unglaublich wichtig, dass solche Themen nicht tabuisiert werden und dass es Bücher gibt, die genau hinschauen und darüber sprechen. Denn Femizide und häusliche Gewalt sind keine Einzelfälle, sondern ein gesellschaftliches Problem, über das viel mehr gesprochen werden muss. Kein Wohlfühlroman, aber ein wichtiges, starkes und absolut lesenswertes Buch.

Femizid und dessen Folgen für eine Familie - absolut lesenswert
Jasmins Schreibers aktueller Roman handelt von Maja, einem 10 jährigen Mädchen, dessen Mutter vor knapp einem Jahr in ihrem Hamburger Haus von ihrem Ehemann Frank erdrosselt wurde. Frank Majas Vater ist ein klassischer Narzisst, der sein Ehefrau seit Jahren unterdrückt hat und die Tochter gegen die Mutter ausgespielt hat. Die einzelnen Kapitel werden jeweils aus der Sicht einer Person dargestellt. Neben Majas Großeltern Birgit und Per, die in Glauberg in der Wetterau (in der Nähe von Frankfurt leben) gibt es noch Liv Emmas frühere beste Freundin und Patentante von Maja sowie Chloe deren Schäferhündin als Hauptakteure. Im Vordergrund des Romans steht der schreckliche Mord von Majas Mutter Emma und wie die einzelnen Familienmitglieder diesen aufarbeiten. Schuldthemen spielen neben Verzweiflung eine zentrale Rolle. Jasmin Schreiber ist es auf sehr einfühlsame Weise gelungen dem Femizid, der fast täglich in Deutschland passiert, Raum in Form dieses Romans zu geben. Wer selbst unter Traumata leidet, sollte sich im Vorfeld gut überlegen, ob er diesen Roman lesen möchte. Da, wo ich dich sehen kann hat mich tief beeindruckt und stellenweise zutiefst erschüttert. Für mich ist es aktuell mein Lesehighlight 2026.
"Wenn jemand geht, fehlt nicht nur die Person, sondern auch ein Stück von jedem, der bleibt."
Ich habe dieses Buch nicht einfach gelesen und anschließend wieder zugeklappt. Es bleibt. Nicht wegen großer dramatischer Effekte, sondern wegen der stillen Momente – der Sprachlosigkeit nach der Gewalt, der Schuldgefühle der Hinterbliebenen und der Frage, ob man eine Katastrophe hätte verhindern können. Besonders beeindruckt hat mich, dass der beschriebene Femizid nicht aus Sicht des Täters erzählt wird, sondern aus der Perspektive der Menschen, die zurückbleiben. Maja, Liv, die Großeltern – jede Figur trägt ihre eigene Form von Trauer mit sich. Dadurch entsteht kein klassischer Spannungsroman, sondern ein schmerzhaft ehrliches Bild davon, wie Gewalt weit über den eigentlichen Moment hinaus nachhallt. Am stärksten waren für mich allerdings die Kapitel, die eine alternative Entwicklung andeuten oder gedanklich durchspielen, wie alles hätte anders verlaufen können. Diese Passagen wirken fast wie kleine Parallelwelten: Was wäre gewesen, wenn jemand früher eingegriffen hätte? Wenn Emma gegangen wäre? Wenn Warnzeichen ernster genommen worden wären? Genau diese Kapitel machen den Roman so beklemmend, weil sie zeigen, dass die Tragödie nicht unausweichlich war. Sie geben kurz Hoffnung – nur um dann umso deutlicher zu zeigen, wie zerbrechlich Sicherheit eigentlich ist. Ich fand diese „Was-wäre-wenn“-Momente emotional fast schwerer auszuhalten als die eigentliche Handlung. Sie erzeugen das Gefühl, gemeinsam mit den Figuren rückwärts durch die Geschichte zu laufen und verzweifelt nach dem Punkt zu suchen, an dem noch alles hätte gerettet werden können. Dadurch wird das Buch nicht nur traurig, sondern auch wütend machend. Es zeigt, wie viele Menschen etwas ahnen, schweigen oder sich einreden, dass „es schon nicht so schlimm sein wird“. Schreibers Schreibstil passt perfekt dazu: klar, ruhig und nie überdramatisch. Gerade diese Zurückhaltung macht viele Szenen so intensiv. Zwischen all der Schwere gibt es aber auch kleine Lichtblicke – vor allem in den Momenten zwischen Maja und Liv, wenn das Universum, Sterne und Wissenschaft plötzlich wie ein Gegenpol zur menschlichen Grausamkeit wirken. Für mich definitiv kein Roman, den man alleine wegen seiner Handlung liest, sondern wegen seiner emotionalen Wahrhaftigkeit. Er zwingt einen dazu, über Gewalt, Verantwortung und gesellschaftliches Wegsehen nachzudenken. Wie würde jeder Einzelne von uns sich verhalten? "Als sie Kind war, lag die Zukunft wie ein riesiges leuchtend gelbes Rapsfeld ausgebreitet vor ihr, all die Jahre, Monate, Stunden, Minuten, Sekunden, alles war golden und strahlend, bis zum Horizont war kein Ende in Sicht."

Must-Read!!!
„Da, wo ich dich sehen kann“ von Jasmin Schreiber hat mich unglaublich berührt und auch noch lange nach dem Lesen beschäftigt. Im Mittelpunkt steht der Femizid an Emma. Doch anders als viele andere Geschichten richtet Jasmin Schreiber die Geschichte nicht auf die Tat oder den Täter, sondern auf die Menschen, die danach zurückbleiben: Emmas neunjährige Tochter Maja, Emmas Eltern Brigitte und Per und Emmas beste Freundin Liv. Beim Lesen taucht man in diese 4 unterschiedlichen Perspektive nach dem Emmas Tod ein und das hat es in sich. Was mich an diesem Buch beeindruckt hat, war die emotionale Tiefe. Die Trauer wird hier nicht dramatisiert oder künstlich zugespitzt, sondern: widersprüchlich, roh, manchmal still und manchmal überwältigend dargestellt. Jeder der 4 Charaktere trauert anders, fühlt anders, kämpft anders. Man spürt beim Lesen, dass Verlust nie nur eine einzige Form hat, sondern individuell verläuft. Besonders berührt hat mich, wie viel Raum auch den komplizierten Gefühlen gegeben wird: Schuld, Wut, Hilflosigkeit, Sehnsucht und die Frage, ob man etwas hätte merken oder verhindern können. An manchen Stellen gibt es „Was-wäre-wenn-Perspektiven“. Das wirkt nahbar und echt. Hat mich an manchen Stellen aber auch einfach traurig gemacht. Zwischen all dem (Lese-)Schmerz gibt es aber auch Momente von Wärme und Verbundenheit. Es zeigt, dass Heilung nicht geradlinig verläuft und dass Weiterleben nicht bedeutet, zu vergessen. Für mich war es das erste Buch mit dieser Thematik und ich finde es unglaublich wichtig.

Aufwühlend
"Nach siebzehn Verhandlungstagen war alles vorbei. Lebenslänglich. Für Frank bei guter Führung vermutlich nur fünfzehn Jahre, für alle anderen galt das aber wirklich." "So beginnen wohl alle Abschiede, unspektakulär und heimlich, bis man irgendwann zurückblickt und versteht: Das war das letzte Mal gewesen." Jasmin Schreiber zeigt in ihrem Buch sehr eindrücklich, was es für das nahe Umfeld bedeutet, wenn eine Frau durch einen Femizid aus dem Leben gerissen wird. Aus verschiedenen Perspektiven, darunter Tochter, Freundin und Eltern, erleben wir, wie alle versuchen, Emmas Mord zu verarbeiten und irgendwie weiterzumachen. Vor allem für ihre neunjährige Tochter. Die Geschichte ist sehr emotional, manches ist nur schwer zu ertragen und die alternativen Ausgänge bescheren einen Kloß im Hals. Das Motiv des Erstickens zieht sich durch das Buch, zeigt es doch, wie ohnmächtig sich alle fühlen. Auch wird beschrieben, wie schuldig sich alle fühlen, weil sie die Tat nicht verhindern konnten, obwohl es natürlich nur einen Schuldigen gibt, nämlich den Mörder. Dieser kommt mit seiner Perspektive nicht zu Wort und ich fand es gut, dass ihm keine Bühne gegeben wurde. Die Geschichte wird durch Anwaltsbriefe bzgl. des Sorgerechtes, den Sektionsbericht, den Anruf der Tochter beim Notarzt etc. sehr greifbar und auch wenn sie nicht real ist, ist sie ziemlich realitätsnah. Ein sehr intensives und wichtiges Buch über ein Thema, welches mehr im Fokus stehen sollte.
Ich habe das Buch gestern beendet und musste es erst sacken lassen. Es hat mich so sehr aufgewühlt und vor allem wütend gemacht, so dass mir nicht nur vor Mitgefühl sondern auch oft Wut die Tränen gekommen sind ! 😢 Durch die Protokolle hat man das Gefühl in der Realität zu sein und spürt die Ohnmacht z. B. beim Sorgerechtsprozess mit aller Wucht. Bücher können wirklich viel bewirken ! Mir war nicht bewusst, wie die Brutalität gegenüber Frauen in Krimis und True Crime genutzt werden, um bestimmte Effekte zu erzielen und ich werde jetzt viel aufmerksamer bei der Bücherauswahl sein. Es ist nicht nur mein Jahreshighlight jetzt schon, sondern eins der beeindruckensten Bücher, die ich je gelesen habe. Eine unbedingte Leseempfehlung für dieses wichtige und großartig geschriebene Buch !!
Wie geht es dir, wirklich?
Frauen werden getötet, weil sie Frauen sind. Männer töten Frauen, weil sie es wollen und können. Was macht ein Femizid mit den Hinterbliebenen? Wie geht man mit der Frage um, hätte ich es verhindern können? Trage ich Mitschuld? Wie schaffe ich es mein Leben und das des Hinterbliebenen Enkelkindes wieder Lebenswert zu gestalten ohne an der Situation zu zerbrechen. Ein mitreißender, aufwühlender, emotionaler Roman, der Spuren hinterlässt.
Dieses Buch war so intensiv. Die Erzählweise ist eher ruhig, aber genau das macht es so stark. Was ich besonders mochte ist, dass die Geschichte aus ganz vielen Perspektiven erzählt wird von unterschiedlichen Familienangehörigen. Man bekommt Einblicke in ihre Gedanken, ihre Trauer und ihre Hilflosigkeit.🖤 Vor allem die Perspektive von Maya hat mich wirklich gebrochen. Diese Kapitel waren für mich teilweise schwer auszuhalten, weil sie so wehtun. Es wird nichts beschönigt und man steckt mitten in ihren Gedanken. 💭 Die Geschichte hat sich einfach echt angefühlt. Keine Figur wirkt glatt oder perfekt, alle tragen auf ihre eigene Weise etwas Schweres mit sich herum. 💔 Ich habe das Buch wirklich geliebt, gerade wegen dieser Tiefe. Gleichzeitig war es aber auch harte Kost. 🌫️ Ich habe das Gefühl, dass mich die Geschichte noch lange begleitet. ✨📚

Tragisch, emotional geht direkt ins Herz
✨ BUCHREISE BUCH ✨ Ich habe lange überlegt, wie ich dieses Buch beschreiben soll – denn eigentlich passiert es eher leise. Und trotzdem hat mich die Geschichte unglaublich tief berührt. Jasmin Schreiber erzählt ruhig, fast zurückhaltend – aber genau darin liegt für mich die Stärke des Buches. Zwischen den Zeilen stecken so viele Gefühle, dass mich manche Gedanken noch lange nach dem Lesen begleitet haben. Besonders bewegt hat mich, wie eindrücklich gezeigt wird, dass eine einzige Handlung nie nur eine Person betrifft. Wie sich Gewalt und ihre Folgen ausbreiten, Leben verändern und Spuren hinterlassen – nicht nur bei den direkt Betroffenen, sondern weit darüber hinaus. Da, wo ich dich sehen kann ist kein lautes Buch, kein Buch voller großer Dramatik – und genau deshalb wirkt es so intensiv. Es erzählt von Verlust, von den Nachwirkungen und davon, wie Menschen versuchen, mit dem Unbegreiflichen weiterzuleben.

Unglaublich trauriger, gleichzeitig wunderschöner Roman. Hab geweint, gelächelt, dieses Buch tief ins Herz geschlossen❤️
In „Da, wo ich dich sehen kann“ von Jasmin Schreiber verarbeitet die neunjährige Maja den Mord an ihrer Mutter durch ihren tyrannischen Vater. Nach der Tat verliert Maja ihr Zuhause und wird zum Spielball von Bürokratie und Sorgerechtsstreitigkeiten. Trost findet sie bei ihrer Patentante Liv, einer Astrophysikerin, die ihr hilft, durch Astronomie einen Weg zurück ins Leben zu finden. Sie beschreibt die Geschichte aus den Perspektiven der Hinterbliebenen, aber die Mutter kommt zu Wort. Der Roman ist weit mehr als eine Geschichte über Verlust. Jasmin Schreiber schreibt über Femizid, über patriarchale Gewalt und darüber, wie oft Frauen Angst als Normalität erleben müssen. Dabei wird nichts sensationalisiert. Die Gewalt steht nicht im Mittelpunkt – sondern die Menschen, die mit ihren Folgen leben müssen. Gleichzeitig erzählt der Roman von Liebe. Von Freundschaft, Verbundenheit und davon, wie Menschen versuchen, füreinander da zu sein, wenn Worte kaum noch ausreichen. Dieses Buch hat mich komplett erwischt. Ich habe so viele Tränen vergossen wie lange nicht mehr. Es ist herzerwärmend und herzzerreißend zugleich. Traurig, schön, wütend machend. Jasmin Schreiber findet eine Sprache für Schmerz, ohne jemals kitschig zu werden. Gerade diese Klarheit macht den Roman so intensiv. Es gibt Szenen, die kaum auszuhalten sind – und andere, die voller Wärme stecken. Für mich mindestens ein Jahreshighlight. 🌟🌟🌟🌟🌟 Eigentlich reichen fünf Sterne nicht aus. Weil dieser Roman nicht nur erzählt, sondern etwas sichtbar macht. Und weil er trotz all der Trauer immer wieder zeigt, wie wichtig Liebe und Nähe sind. #DaWoIchDichSehenKann #JasminSchreiber #Femizid #Jahreshighlight #Herzzerreißend #TrauerUndLiebe #Hundeliebe #Chloé

Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber hat mich tief berührt und zum Nachdenken gebracht. Es geht um den Femizid an der 31jährigen Emma und darum, wie ihre Eltern, ihre beste Freundin Liv und ihre 9jährige Tochter Maja mit dieser traumatischen Erfahrung weiterleben. „Laut Bundeskriminalamt wurden im Jahr 2023 insgesamt 180.715 Frauen in Deutschland Opfer häuslicher Gewalt. Statistisch gesehen sind das über 495 betroffene Frauen pro Tag. 360 Frauen und Mädchen wurden Opfer eines vollendeten Tötungsdelikts, weitere 578 überlebten schwer verletzt.“ (S. 149) Nach dem Verlust ihrer Eltern ist Maja schwer traumatisiert. Sie lebt bei Emmas Eltern in Frankfurt, doch auch die Eltern ihres Vaters erheben Anspruch auf ihr Enkelkind. Maja fühlt sich schlecht, da sie ihren Papa mindestens genauso vermisst wie ihre Mama. Das Mutter-Tochter-Verhältnis war schwierig, Emma stellte Regeln auf, die Frank missachtet hatte. Maja ist in Therapie, will ihre wahren Gefühle der Therapeutin gegenüber jedoch nicht offenbaren, stattdessen verletzt sie sich selbst. Liv ist Astrophysikerin und Majas Patentante, sie war seit der Kindheit Emmas beste Freundin. Sie bemüht sich, Maja auf andere Gedanken zu bringen und ihr zu helfen, ihre Trauer zu verarbeiten, ihr Hund Chloe hilft ihr dabei. Die drei verbringen viel Zeit miteinander und beobachten den Sternenhimmel durch das Teleskop. Liv und Emmas Eltern Brigitte und Per machen sich schwere Vorwürfe, dass sie nicht gemerkt haben, dass Emma von ihrem Mann misshandelt wurde. Sie denken an Begegnungen mit Emma zurück, bei denen sie was hätten merken müssen. Auf schwarzen Seiten mit weißen Buchstaben offenbart Emma in einem Paralleluniversum, wie Frank sie quält und misshandelt. „Ich hab das alles so lange runtergespielt. Mir selbst gegenüber, euch gegenüber. Ich dachte, das sei Privatsache, Eheprobleme, nichts Schlimmes, ich wollte niemandem zur Last fallen. Ich wollte nicht, dass ihr euch Sorgen macht.“ (S. 344) Das Buch hat mich sehr berührt, ich habe mit Maja, Brigitte, Per und Liv gelitten. Es gibt Bücher über Femizide, aber kaum welche, in denen die Angehörigen im Fokus stehen, die mit dem tragischen Verlust weiterleben müssen.
Aufwühlend, einfühlsam, unglaublich tragisch
Nachdem mich „Der Mauersegler“ leider deutlich weniger begeistert hatte, als „Mariannengraben“, war ich gespannt, wie Jasmin Schreiber sich mit dieser unglaublich beklemmenden Thematik Femizid macht. Und ich muss sagen: das Buch hat mich (im positivsten Sinne) schlichtweg umgehauen… Anders als der Klappentext vermuten lässt, erfährt man im Buch nicht primär, sondern eher bruchstückhaft davon, wie das Zusammenleben der getötete Mutter Emma, ihrem Mann Frank und der gemeinsamen Tochter Maja tatsächlich verlaufen ist. Viel mehr Raum bekommen die Einblicke in die Gefühle und Gedanken der Tochter, Maja, sowie der besten Freundin der getöteten Emma und deren Eltern. Auch, wie es gelingen soll, nach einem so einschneidenden Ereignis irgendwie weiterzumachen, nimmt den Großteil der Geschichte ein. Besonders bewegend fand ich dabei schlimmen Gedanken sowie die Bilder von der 9jährigen Maja, sowie die schwarzen Seiten, auf denen „Was wäre gewesen wenn/Hätte ich doch…“ von verschiedenen Protagonisten gedanklich fortgeführt worden sind. Auch die weiteren tragischen Ereignisse, die sich im Verlauf der Geschichte entwickeln, haben mich emotional sehr getroffen. Das Buch ist definitiv nichts für schwache Nerven und lässt mich insgesamt recht bedrückt und nachdenklich zurück. Ein schweres, aber unheimlich wichtiges Thema, was die Autorin hier, meiner Meinung nach, wirklich gelungen ausgearbeitet und in eine berührende, tragische Geschichte gebracht hat. 5/5 🌟 und eine klare Leseempfehlung dafür!
Wo fange ich an, wo höre ich auf....
Dieses Buch konnte ich zu 3/4 fast nur Kapitel für Kapitel lesen. Denn danach musste das Gelesene erst einmal verarbeitet werden. Alleine dadurch, dass die Geschichte aus so vielen Perspektiven erzählt wird, macht deutlich, was so eine Tat bei einer Vielzahl von Menschen auslöst. Jasmin Schreiber erzählt von einem Femizid und vieles in diesem Buch war für mich schwer auszuhalten. Trotzdem ist es ihr gelungen, auch Wärme und Hoffnung einfließen zu lassen.
Ich bin wütend. Unendlich wütend. Und traurig. So verdammt traurig. Dieses Buch tut weh - auf eine leise, beharrliche Art, die einen nicht loslässt. Es erzählt von einem Femizid. Von Emma, die von ihrem Ehemann Frank ermordet wurde. Und es erzählt von denen, die zurückbleiben: von ihrer Tochter Maja, ihrer besten Freundin Liv und ihren Eltern Brigitte und Per. Davon, wie die Welt für sie stehen bleibt, während sie sich für alle anderen einfach weiterdreht. Oder vielleicht auch nicht - vielleicht dreht sie sich weiter, aber in einer anderen Geschwindigkeit, in einer anderen Realität, in der alles fremd geworden ist. In der Geschichte heißen sie Emma, Frank, Maja, Liv, Brigitte und Per. Aber sie haben so viele Namen. So viele Gesichter. So viele Geschichten. Zwischen den Kapiteln werden reale Fälle sichtbar, die zeigen: Das hier ist keine Ausnahme. Es ist keine Fiktion, die fern von uns existiert. Es ist Realität. Für unfassbar viele Menschen. Für unfassbar viele Frauen. Und genau das macht dieses Buch so wichtig. Wir leben in einer Kultur, in der Gewalt gegen Frauen auch in Serien und Filmen, Büchern und Podcasts allgegenwärtig ist. Zu oft wird sie als dramaturgisches Mittel benutzt - als Schockmoment oder als Antrieb für die Entwicklung eines männlichen Protagonisten. Das Leid von Frauen wird zur Spannungskurve, zur Unterhaltung, manchmal fast zur Nebensache. Wie häufig ist diese Gewalt erzählerisch wirklich notwendig - und wie oft einfach nur Gewohnheit? Doch es geht nicht nur um Fiktion. In der realen Welt werden Frauen täglich Opfer von Gewalt und noch immer versagt die Gesellschaft viel zu oft darin, sie zu schützen. Fälle verschwinden aus den Schlagzeilen, Strukturen bleiben bestehen, Betroffene werden nicht gehört oder nicht ernst genommen. Dieses Buch stellt sich dagegen. Es zeigt die Leerstelle. Den Schmerz. Die Sprachlosigkeit. Die Wut. Die Frage nach der Schuld. Es zeigt, was bleibt. Es zeigt, dass hinter jeder Schlagzeile Menschen stehen, deren Welt zerbricht. Und dass diese zerbrochene Welt nicht einfach wieder zusammenspringt. „Da, wo ich dich sehen kann“ ist kein leichtes Buch. Es ist schmerzhaft und unbequem. Aber genau deshalb ist es so verdammt wichtig. Es zwingt uns hinzusehen - nicht sensationsgierig, sondern menschlich. Es gibt den Zurückgebliebenen Raum. Und vielleicht ist genau das der erste Schritt: Dass wir aufhören wegzusehen. Es ist ein Buch, das wehtut. Und das gerade deshalb gelesen werden muss.

Lesen!
• DA, WO ICH DICH SEHEN KANN • Fast jeden Tag wird in Deutschland eine Frau oder ein Mädchen durch einen Femizid getötet, also rund sieben pro Woche. Gewalt gegen Frauen ist in der Mitte angekommen. Sie ist „norma“l. I N H A L T: Die neunjährige Maja verliert nach dem Mord an ihrer Mutter durch den Vater nicht nur ihre Familie, sondern auch ihr Zuhause und jede Sicherheit und gerät zwischen Trauer, Bürokratie und Sorgerechtsstreit zum Spielball der Erwachsenen. Halt findet sie einzig bei ihrer Patentante Liv, die trotz eigener Ängste Verantwortung übernimmt und gemeinsam mit Maja im Blick auf das Universum nach Trost, Nähe und Antworten sucht. M E I N E M E I N U N G: Femizid ist längst keine Ausnahme mehr. Gewalt gegen Frauen ist keine ferne Schlagzeile, kein seltenes Verbrechen, sondern Teil unseres Alltags: oft leise, oft unsichtbar, meist hinter verschlossenen Türen. Sie zeigt sich in Femiziden, in sexualisierter Gewalt, in digitalem Hass, in frauenfeindlichen Straftaten. Und dennoch wird so oft erst hingeschaut, wenn es zu spät ist. Jasmin Schreiber richtet in diesem Buch den Blick auf einen Moment, der sonst kaum Raum bekommt: das Danach. Was passiert, wenn ein Femizid bereits geschehen ist? Wenn die Tat vorbei ist, die Medien weiterziehen und die Welt scheinbar ungerührt ihren Gang geht? Wer bleibt zurück und wie lebt man weiter, wenn ein Mensch nicht nur fehlt, sondern eine ganze Wirklichkeit zerstört wurde?Im Zentrum steht Maja. Ein Kind, das plötzlich alles verliert. Ihre Mutter wird getötet, ihr Vater, eigentlich ihr Held, ist der Täter. Zurück bleiben Leere, Angst, Schuldgefühle und eine Verzweiflung, für die es keine Worte gibt. Maja ist nicht nur ein trauerndes Kind, sie wird zum Spielball von Bürokratie, Zuständigkeiten und Entscheidungen anderer. Und mit jedem Formular, mit jeder neuen Regel verliert sie ein weiteres Stück von dem, was einmal Sicherheit war. Schreiber erzählt diese Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und macht damit etwas sehr Schmerzhaftes sichtbar: Femizide betreffen nie nur ein Opfer. […]

Dieses Buch musste ich Stückweise lesen. Eine Familie, nach außen hin glücklich und zufrieden. Bis das Schlimmste passiert, was passieren kann. Ist es Zufall, welchen Partner wir uns auswählen oder ist es vorherbestimmt? Warum gibt es Menschen, die andere unterdrücken, manipulieren und klein machen müssen? Warum gibt es Gewalt in der Partnerschaft, egal ob männlich oder weiblich?
Dieses Buch sollte man nur in der richtigen Stimmung lesen bzw. hören. Das Thema Femizid wird so bewegend dargestellt, dass ich immer wieder Pausen brauchte, um das Gehörte zu verarbeiten. Der Umgang des Systems mit dem Sorgerecht von Maja, hat mich auch etwas wütend gemacht. Abzug gibt es nur für die letzten Momente der Hündin. Das so detailliert beschrieben zu bekommen, war für mich ein Stück zu viel. Das Buch wäre auch ohne dem in sich Rund.
So wichtig ... 💞
"Menschen hinterlassen mehr als Erinnerungen, sie hinterlassen Schwarze Löcher, die dich gnadenlos anziehen und in den Abgrund reißen, wenn du Ihnen zu nahe kommst. Wenn jemand geht, fehlt nicht nur die Person, sondern auch ein Stück von jedem, der bleibt." Es ist ein Buch dass nicht einfach zu lesen ist und welches einen zum Nachdenken anregt. Es geht hier um den Femizid der 31 jährigen Emma.Sie ist Mutter einer 9 jährigen Tochter Maja, Tochter von sehr liebevollen Eltern Brigitte und Per und beste Freundin von Liv. Wie geht man mit so einem Schicksal um.... Sehr emotional geschrieben. Nicht nur aus der Sicht von Emma, sondern auch aus der Sicht der Hinterbliebenen. Ein sehr wichtiges Buch 📚
Dieses Buch ist auf so vielen Ebenen emotional intensiv. Während ich versuche, meine Gedanken zu sortieren, bekomme ich direkt wieder Gänsehaut. Im Folgenden nenne ich einige Schlagworte, die manche vielleicht als Spoiler empfinden könnten – aufgrund des schweren Themas möchte ich sie dennoch klar benennen. Es geht um häusliche Gewalt, Femizide, Traumata, Therapie, Selbstverletzung, Depressionen, Schuldgefühle und Machtlosigkeit. Darum, wie es dazu kommt, wie Hinterbliebene versuchen weiterzuleben, und um die quälende Frage: Hätte ich es bemerken müssen? Hätte ich es verhindern können? Was wäre, wenn…? Die Geschichte wird auf verschiedenen Zeitebenen und aus den Perspektiven mehrerer Beteiligter erzählt. Die Gedanken und Gefühle der Figuren werden dabei unglaublich eindringlich vermittelt. Besonders die „Was-wäre-wenn“-Abschnitte, die als Paralleluniversen erzählt werden, haben mich tief getroffen. Einige Passagen waren kaum auszuhalten. Für mich besonders der Mitschnitt des Notrufs nach der Tatnacht, der Autopsiebericht (ja, die Verletzungen werden detailliert beschrieben) und die Berichte über weitere Femizide. Es war fast körperlich unangenehm, das zu hören, denn ich hatte durchgehend Gänsehaut. Neben den Angehörigen erfahren wir auch etwas über Emmas Sicht. Ihre Gefühle, ihre Wünsche, ihre inneren Kämpfe und ihre Angst, sich anderen zu öffnen. („Warum sieht es niemand…“) Zwei Dinge fand ich besonders gut: dass dem Täter keine Stimme gegeben wurde und dass es Hoffnung auf Heilung für die Angehörigen gab. Aus den Therapiegesprächen habe ich auch für mich selbst das eine oder andere mitgenommen. Ich bin wütend. Und traurig. Und ich hoffe, dass Bücher wie dieses mehr Aufmerksamkeit auf das Thema lenken, und dass solche Fälle in den Medien nicht länger als „Familiendrama“ oder „Einzelfall“ verharmlost werden. Eine klare Leseempfehlung, aber seid euch bewusst, dass dieses Buch nichts beschönigt.

Harte Kost-herausragend umgesetzt
Das Buch beinhaltet das Thema Femizid und das ist etwas, was ich normalerweise nicht so gut vertrage. Dieses Buch hat das Thema aber absolut grossartig umgesetzt. Es kommen viele Perspektiven zum Einsatz, die des Opfers, beider Eltern, des Kindes und der besten Freundin. Sehr gut finde ich, dass dem Täter keine Stimme gegeben wird. Das Buch beschreibt sehr anschaulich, was so ein Drama mit den nahen Angehörigen macht, welche Fragen man sich stellt, wieviel Schuld man sich selbst gibt. Und ohne dass das Ganze einen effektheißerischen Touch bekommt.
Roman über Gewalt Ein Femizid und sein Scherbenhaufen. Die Autorin listet einzeln die Verwundungen, die der Mord an Emma bei Freundin, Eltern und neunjähriger Tochter anrichtet, auf. Trauer, Wut und Schuldgefühle, die von nun an das Leben der Übriggebliebenen beherrschen, werden in kurzen Kapiteln aus den verschiedenen Perspektiven beleuchtet und durch Kinderzeichnungen, Jugendamtsprotokolle und Therapiesitzungen ergänzt. Bitter
Jasmin Schreiber weist zurecht darauf hin, dass in Kriminalromanen oder Fernsehkrimis auffallend häufig Frauen gequält, vergewaltigt oder umgebracht werden, der Fokus meist auf der Aufklärung des Verbrechens liegt, aber leider kaum bei dessen Folgen.
Ein unvergessliches Buch, dass mehr als nur 5 Sterne verdient hat
In "Da wo ich dich sehen kann" wird die Geschichte einer Frau erzählt, die versucht, sich aus den Schatten häuslicher Gewalt zu befreien und zeigt dabei nicht nur den Weg hinaus, sondern auch die unsichtbaren Narben, die bleiben. Jasmin Schreiber verbindet schwere, erschütternde Themen mit einer berührenden menschlichen Tiefe und einer sanften Sprache, die Trost spendet, ohne die Realität zu beschönigen. Es ist bereits das zweite Buch der Autorin, das ich gelesen habe und auch dieses habe ich GELIEBT. Ihr Schreibstil fasziniert mich einfach: fesselnd, atmosphärisch dicht und dennoch voller Leichtigkeit, die sich wie ein warmer Faden durch die dunkelsten Seiten zieht. Gerade bei einem Thema wie häuslicher Gewalt und Femiziden ist diese Balance wichtig, beeindruckend und unglaublich wertvoll. Die Charaktere wirken natürlich, facettenreich und so lebendig, dass man mit ihnen fühlt, leidet und hofft. Die Emotionen reichen tief: Wut, Fassungslosigkeit, Schmerz, Mitgefühl und der Wunsch nach Heilung. Schuldgefühle, seelische und körperliche Auswirkungen werden so greifbar beschrieben, dass man beim Lesen unweigerlich den Atem anhält und Tränen vergießt. Dieses Buch rüttelt auf, es macht nachdenklich, und es lässt einen nicht mehr los. Ein starkes, wichtiges und emotionales Werk, das mich zutiefst berührt hat und das man unbedingt gelesen haben sollte.
Ganz furchtbare Geschichte bei der es mir schwer fällt Worte zu finden. Besonders gut haben mir die Zeilen zu true crime gefallen. Sich vom realen Leid anderer unterhalten zu lassen ist wirklich sehr befremdlich. Ansonsten wirkt diese fiktive Geschichte durch die ganzen Fakten und Prozeduren bei Gericht etc. sehr authentisch und daher auch unfassbar grausam. Interessant fand ich die Parallelwelten die aufzeigten, was bei anderen Reaktionen/ Verhalten vermutlich passiert wäre. Ich finde es ganz schrecklich sich mit dem Satz auseinander zu setzen: Männer töten Frauen, weil sie es wollen und weil sie es können. Sehr aufwühlendes, traurig und wütend machendes Buch, das aufzeigt, dass immer noch viel zu sehr weggesehen und übersehen wird. Die Geschichte mit dem Hund war mir irgendwie zu drüber und brauchte es nicht. Auch sonst war es mir zwischendurch etwas zu überzogen.
So ein wichtiges Buch!
Wirklich, das war so ein wichtiges Buch. was da alles reingepackt war, wie es oft unbemerkt zu einem Femizid kommt und vor allem die Folgen davon für alle Menschen im Umfeld und besonders für die hinterbliebene Tochter wird so unglaublich realistisch dargestellt. Dieses Buch hat mich echt so sehr berührt, nachdenklich gestimmt und oft auch schockiert. Es wurde absolute nichts beschönigt und trotz der Sachlichkeit im Buch, war so viel Tiefgang und Nähe zu den Charakteren da. Lest unbedingt dieses Buch.
"Draußen dreht der Wind, Blätter fegen über den Hof. Irgendwo in der Ferne schreit ein Tier, der Herbstwind beißt und zerrt wütend an seinen Klamotten, schubst und schiebt ihn, als wolle er sagen 'los, los, mach schon, hol ihn dir, Per!' Jasmin Schreibers Buch ist harte Kost. Es trifft mitten ins Herz. Der Schmerz bleibt bis zur letzten Seite, man muss ihn aushalten können. Es gibt kein Happy End, aber kleine Hoffnungsfunken, die es für die Hinterbliebenen eines Femizides etwas erträglicher machen mögen. "Da, wo ich dich sehen kann" hat mich tief berührt und wird mich noch lange gedanklich beschäftigen. Dieser Roman ist wichtig!
Das Buch hat mich sehr berührt. Es ist so traurig und schonungslos. Die verschiedenen Perspektiven mit den sehr persönlichen Einblicken und die "Wie hätte es anders sein können"-Kapitel fand ich sehr gelungen. Und dass der Täter keine Stimme, keinen Raum bekommen hat, finde ich ebenfalls sehr gut. Schweres Thema, aber unbedingt lesen!
Starke Emotionen
Ich habe soeben „Da wo ich dich sehen kann“ beendet. Und das erste was mir einfällt ist „Uff“. Dieses Buch hat mich stark bewegt und ich konnte maximal 50 Seiten am Stück lesen. Es geht um einen Femizid, der als dieser klar benannt und beschrieben wird. Es geht um Emma, welche von ihrem Mann Frank nach Jahren einer gewaltvollen Ehe ermordet wird. Die beiden haben eine Tochter. Dieses Buch gibt uns einen Einblick in das Leben von Emma, der Tochter Maja, Emmas bester Freundin Liv und Emmas Eltern Brigitte und Per. Es werden Teile von Emmas Leben vor ihrem Tod erzählt, man erfährt von vielen Situationen aus unterschiedliche Blickwinkeln. Dieses Buch spielt in der Gegenwart aber auch in der Vergangenheit. Und es gibt sogar Teile die als „was wäre wenn“ geschrieben sind. Es geht um Verlust, um den individuellen Umgang der einzelnen Personen mit Trauer, Schuldgefühlen und die Hürden die es gibt für ein Kind wenn plötzlich der Vater der Mutter das Leben nimmt, sowohl für das Kind als auch für das Umfeld. Dieses Buch hat mich emotional tief berührt. Es ist nicht leicht. Aber es ist wichtig. Ich fand den Schreibstil sehr gut, klar, nicht ausgeschmückt, passend zu diesem Thema. Ich kann nur 5 Sterne geben, denn dieses Buch hat diese 5 Sterne einfach verdient.
Über das danach
Ein Thema, das kaum schwerer wiegen könnte – Femizid und die tiefen Wunden, die häusliche Gewalt hinterlässt. Doch anstatt den Fokus auf die Tat selbst zu legen, richtet Jasmin Schreiber ihren Blick auf das Danach: auf die Zurückgebliebenen, die mit der Leere, der Schuld und den quälenden Fragen weiterleben müssen. Es ist ein Roman über die Zerstörung, die ein Mensch anrichten kann – und über die unermessliche Trauer jener, die zurückbleiben und sich fragen, wie sie so vieles übersehen konnten. Schreiber beschreibt die Trauer über den verlorenen Menschen so eindrücklich, dass man beim Lesen kaum atmen mag. Immer wieder brechen Erinnerungen hervor – kleine, alltägliche Szenen, in denen die Liebe, das Leben und das spätere Schweigen mitschwingen. Und über allem steht diese schmerzhafte Frage: Warum habe ich das nicht erkannt? Warum habe ich geschwiegen, als ich hätte fragen sollen? Die Autorin schafft es, diesen inneren Konflikt der Hinterbliebenen so ehrlich und greifbar zu schildern, dass man beim Lesen die Schuld, die Hilflosigkeit und das zermürbende „Was wäre wenn“ fast selbst spürt. Sie zeigt wie häusliche Gewalt im verborgenen wächst, wie trotz des Verlustes jeder seine eigenen und noch ganz privaten Päckchen zu tragen hat und jeder mit seinen eigenen Wahrheiten und Perspektiven ringt. Diese Vielstimmigkeit macht das Buch unglaublich intensiv, lässt es aber stellenweise auch etwas überladen wirken – so viele Themen, Gedanken und Emotionen überlagern sich, dass man fast das Gefühl bekommt, in den Gefühlen der Figuren mit unterzugehen. Wie in all ihren Büchern gelingt es Jasmin Schreiber jedoch meisterhaft, schwere Themen mit wissenschaftlicher Neugier zu verweben. Zwischen Schmerz und Erinnerung finden sich immer wieder kleine Inseln aus Wissen und Staunen: Pflanzen und Tiere, Naturbeobachtungen – und diesmal ganz besonders die Astrophysik. Sie verbindet das Unbegreifliche des Alls mit dem Unbegreiflichen menschlicher Taten und schafft so in der Dunkelheit die Hoffnung wie kleine Sterne aufleuchten zu lassen. „Da, wo ich dich sehen kann“ ist kein leichtes Buch, aber ein notwendiges. Es rührt auf, rüttelt wach und macht sichtbar, was oft im Stillen geschieht. Es erzählt von Liebe und Verlust, von Schuld und Verantwortung – und davon, wie ein Femizid nicht nur ein Leben beendet, sondern viele andere für immer verändert. Jasmin Schreiber gelingt damit ein bewegender, aufrüttelnder Roman, der noch lange nachhallt – dort, wo Schmerz, Wut und Liebe sich begegnen.
Schrecklich 😨
Da wo ich dich sehen kann“ war nicht nur mein erstes Buch der Autorin, sondern auch mein erstes Buch in diesem Genre – und wow, es wird definitiv eines meiner Jahreshighlights! Schon nach wenigen Seiten war mir klar: Diese Geschichte wird mich so schnell nicht wieder loslassen. Emotionaler Tiefgang & schwere Thematik Während der gesamten Länge des Buches dachte ich mir immer wieder, wie unfair die Welt doch ist – und wie schrecklich sie sein kann. Die Autorin schafft es, die dunklen Seiten des Lebens so schonungslos und greifbar darzustellen, dass es teilweise richtig weh tut. Spannung & beklemmende Atmosphäre Die Spannung war durchgehend spürbar. Ich hatte beim Lesen fast durchgehend ein beklemmendes Gefühl – fast schon körperlich unangenehm. Genau deshalb musste ich das Buch in mehreren Sessions lesen. Es gab Momente, die einfach unerträglich schlimm waren, aber gleichzeitig konnte ich trotzdem nicht aufhören, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Mehrere Perspektiven – viele Leiden Besonders gelungen fand ich die verschiedenen Perspektiven. Erst dadurch wurde mir richtig bewusst, wie viele Menschen – und generell wie viele Parteien – leiden, wenn so etwas Schreckliches passiert. Die Geschichte öffnet einem wirklich die Augen dafür, wie weitreichend solche Ereignisse sind. Kleines Highlight: Die Sicht von Chloe Was neues für mich war die Perspektive von Chloe. Die Sicht des Hundes war sehr interessant und auch einfach mal was anderes! Fazit Ein extrem intensives Buch, das unter die Haut geht, schwer auszuhalten ist – und gerade deshalb so wichtig gelesen zu werden. Jasmin Schreibers Schreibstil und ihre Art, Emotionen darzustellen, haben mich vollkommen überzeugt. Ich bin sicher: Es wird nicht mein letztes Buch von ihr gewesen sein.
Absolutes Lesehighlight! Dieses Buch hat mich tief im Herzen berührt. Es behandelt das so wichtige und schmerzhafte Thema Femizid mit einer Feinfühligkeit und Eindringlichkeit, die lange nachhallt. Besonders bewegend fand ich, wie eindrucksvoll die Autorin die Perspektive der Hinterbliebenen einfängt – ihre Trauer, ihre Gedanken, ihre verzweifelte Suche nach Halt. All das wird so authentisch und nah beschrieben, dass man unweigerlich mitfühlt und selbst Momente zum Durchatmen braucht. Der Täter sowie die Tat bekommen im Buch dagegen keinen Platz, was ich auch absolut richtig finde! Trotz der Schwere des Themas konnte ich das Buch oft kaum aus der Hand legen. Es zieht einen hinein, fordert einen heraus – und lässt einen gleichzeitig nicht allein. Auch der abwechslungsreiche Aufbau hat mich begeistert: Dokumente, Visionen, Gesprächsaufzeichnungen – all diese Elemente verweben sich zu einem vielschichtigen, intensiven Leseerlebnis. Ein Buch, das nachklingt und das ich definitiv von Herzen weiterempfehlen werde ❤️
"Da, wo ich dich sehen kann" ist ein wahnsinnig aufrüttelndes, wichtiges und eindringliches Buch, welches die Tragik hinter allen Femiziden aufzeigt und das Leid aller Menschen, die davon betroffen sind. Es macht betroffen und wütend, denn es zeigt, dass sich die Frauenfeindlichkeit wie ein Geschwür durch unsere Gesellschaft bahnt, in der Männer Frauen ermorden, einfach weil sie es wollen und weil sie es können. Ausnahmslos alle Charaktere sind tiefgründig und facettenreich geschildert, wodurch ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Ein ums andere Mal musste ich innehalten, mich sammeln und Tränen wegwischen. Ein Buch, das jede Frau und auch jeder Mann lesen sollte und ein Appell an alle Menschen beim Thema häusliche Gewalt und Femiziden nicht wegzusehen. Absolute Leseempfehlung!
Wow, dieses Buch war unglaublich emotional und deswegen so so schön. Ausgangspunkt des Buches ist der Femizid an Emma. Sie war Mutter, Tochter und beste Freundin. In der Folge handelt das Buch davon, wie das Leben ihrer Hinterbliebenen, vor allem ihrer Tochter Maja, weiter geht und wie der Femizid sich auf sie auswirkt. Ich fand, die Autorin hat einen unglaublich spannenden Ansatz gefunden, um das Thema Femizid in einem Roman zu behandeln. Es wurde unglaublich gut umgesetzt- Jasmin Schreiber kann wirklich Emotionen rüberbringen! Vereinzelt wurden Fakten zu Femiziden in das Buch eingeflochten, was mir wirklich gut gefallen hat. Ein schmerzhaftes, aber soo wichtiges Thema, daher riesen Empfehlung!
Starker Roman über Femizid
Aus wechselnden Perspektiven der Hinterbliebenen (Mutter, Vater, beste Freundin Liv, Tochter Maja) geschrieben, offenbart dieser Roman patriarchale Gewalt, die in einem Femizid gipfelt. Ganz bewusst schreibt die Autorin nicht über den Täter, seine expliziten Handlungen, seine Emotionen oder sonstiges über ihn, um ihm, dem einzig Verantwortlichen für diese Tat, nun nicht noch zusätzlich eine Bühne zu geben. Also Fokus weg von Tat und Täter hin zu denen, die zurückbleiben und für immer mit diesem Verlust leben müssen, sich oft schlimme Vorwürfe machen, sich schuldig fühlen, die Zeichen nicht gut oder nicht rechtzeitig erkannt zu haben…. Es gibt zwischendrin auch schwarze Seiten, auf denen die Protagonisten erdenken, wie sich Gespräche und Handlungen hätten entwickeln können, wenn…- ein bewegendes Gedankenspiel. Dieses Buch ist nicht cozy, aber es geht nicht nur um Wut, Trauer, Emotionen und Hoffnungslosigkeit, sondern auch um Stärke, Liebe, Freundinnenschaft und Zusammenhalt! Richtig gut fand ich den kleinen Seitenhieb auf True-Crime und auch Thrillerautoren, wie zum Beispiel Fitzek (nicht namentlich genannt, aber die Anspielungen waren deutlich), die unnötige Gewaltdarstellungen abliefern, effektheischend und fast verherrlichend. Fazit: Mein Jahresende -Highlight und unbedingte Leseempfehlung für dieses gelungene, faktenreiche und wichtige Buch! Lest es, kauft es, verschenkt es…!
„ in mir sind vielleicht Teilchen von einem Stern, der vor ganz langer Zeit explodiert ist und auch bei Mama - und wenn das die selben Teilchen sind, dann …. dann haben wir was gemeinsames für immer, auch wenn sie nicht mehr da ist“
Dieser Roman über Femizid, Gewalt und Verlust wird aus verschiedenen Perspektiven dargestellt. Der Inhalt tut weh - und zwar so richtig. Die schwarzen Kapitel hinterlassen Wut, Schmerz und die Frage: „warum macht denn keiner was?“ Und das ist auch das wesentliche, was ich aus dem Buch mitnehmen kann: hinschauen, ansprechen und nicht locker lassen - es gibt zu viele, die nicht gesehen werden. Der Schreibstil ist angenehm und durch die unterschiedlichen Darstellungen, Zeitsprünge und Perspektiven „leicht“ zu lesen, ohne dass es einem die Luft weg bleibt. Jede der Protagonisten hat sein Päckchen zu tragen … und das wird deutlich beschrieben. Einen halben Stern Abzug gibts von mir, weil ich das Ende nicht gelungen finde - wobei ich klar betonen muss: es ist mein Bedürfnis nach Harmonie und Frieden , das hier spricht. Mir ist jedoch bewusst, dass es das hier nicht geben kann …
Ein Buch, dass meiner Meinung nach, viele Themen verbindet. Hara ist 25 Jahre alt und hat ihre gesamte Kindheit und Jugend damit verbracht, ihre Herkunft zu unterdrücken. Als auf der Beerdigung ihres Adoptivvaters erneut das Thema aufkommt, dass sie Koreanerin und keine Amerikanerin ist, scheint der letzte Tropfen gefallen zu sein. Um herauszufinden wer sie wirklich ist, begibt sie sich nach Korea, ganz in der Hoffnung ihre leiblichen Eltern zu finden. Am Flughafen in Seoul trifft sie einen jungen Herren, den sie nicht mehr so leicht vergessen kann. „Yujun aus Seoul“ wird im laufe der Geschichte zu ihrem Fels- man darf nur hoffen, dass sie sich nicht auf der Titanic befindet. Ein wunderschönes Buch über Zusammenhalt, Identität und Liebe – mit einem Hauch von Trauer und viel Humor.
Schreiben kann die Schreiber!
Wahnsinnig intensives Buch zu einem schweren Thema . Eine Geschichte über einen Femizid gekonnt in Worte gefasst. Trauer, Wut, Hass jede Menge Emotionen kochen hoch. Das Buch erzählt aus verschiedenen Perspektiven und es gibt „was wäre wenn“- Rückblenden, das fand ich sehr gelungen. In den Rückblenden setzen die Protagonisten sich damit auseinander ob sie eine Mitschuld trifft und ob sie etwas hätten anders machen können um den Femizid zu verhindern. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und die Lesung von Frau Schreiber zu diesem Buch, war ganz hervorragend. Ich habe ein weiteres Buch von ihr mitgenommen und kann es sehr empfehlen 1. dieses Buch zu lesen und 2. wenn ihr die Möglichkeit habt besucht ihre Lesung!
Das Echo einer Tat!
„Da, wo ich dich sehen kann“ ist ein stiller, schmerzhafter Roman über einen Verlust, der sich nicht erklären lässt, weil er aus sinnloser Gewalt entstanden ist. Jasmin Schreiber erzählt keine Tat, sondern das Danach. Genau darin liegt die Kraft dieses Textes. Im Mittelpunkt steht nicht der Täter, sondern die Leerstelle, die er durch seine Tat hinterlässt. Eine Mutter ist tot, eine Tochter bleibt zurück, eine Familie muss mit einer Realität leben, die jede Ordnung sprengt. Besonders berührend ist, wie Schreiber zeigt, dass Trauer kein linearer Prozess ist. Sie ist widersprüchlich, manchmal leise, manchmal überwältigend, oft begleitet von Schuldgefühlen, Sprachlosigkeit und dem Gefühl, in einer Welt zu stehen, die einfach weiterläuft. Die wechselnden Perspektiven machen das Erleben vielschichtig. Keine Figur wirkt konstruiert oder erklärend – jede darf unvollständig sein, ratlos, überfordert. Gerade diese Unaufgeregtheit macht den Roman so authentisch. Es gibt keine großen Gesten, keine dramatischen Zuspitzungen, sondern Alltag: Gespräche, die abbrechen, Gedanken, die sich im Kreis drehen, Versuche, Normalität vorzutäuschen. Das macht das Gelesene schwer auszuhalten – aber auch notwendig. Was mich besonders beeindruckt hat, ist der respektvolle Umgang mit dem Thema geschlechtsspezifischer Gewalt. Das Buch nutzt den Schmerz nicht als Schockeffekt, sondern schafft Raum für die Perspektiven der Betroffenen. Es zeigt, wie tiefgreifend ein Femizid nicht nur ein einzelnes Leben beendet, sondern ganze Lebensentwürfe zerstört. Still, präzise und mit großer Empathie. Da, wo ich dich sehen kann ist kein Buch, das man „mal eben“ liest. Es fordert Aufmerksamkeit, Zeit und emotionale Offenheit. Aber es schenkt im Gegenzug etwas sehr Wertvolles: Sichtbarkeit. Für die Toten. Für die Hinterbliebenen. Und für ein Thema, das viel zu oft an den Rand gedrängt wird. ⸻ Fakten zu Femiziden in Deutschland • In Deutschland werden jedes Jahr Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet, häufig durch aktuelle oder ehemalige Partner. Laut dem Bundeslagebild „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten“ des Bundeskriminalamts wurden im Jahr 2023 über 360 Frauen Opfer vollendeter oder versuchter Tötungsdelikte, ein großer Teil davon im Kontext partnerschaftlicher Gewalt. Quelle: Bundeskriminalamt (BKA), Bundeslagebild 2023 https://www.bka.de • Nahezu jeden Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem (Ex-)Partner getötet. Femizide sind damit kein Einzelfall, sondern Teil eines strukturellen Gewaltproblems. Quelle: Lagebilder des BKA, Auswertungen u. a. durch UN Women Deutschland https://unwomen.de • Zusätzlich zu tödlicher Gewalt erleben hunderttausende Frauen jährlich körperliche, psychische oder sexuelle Gewalt in Partnerschaften. Viele Taten werden nicht angezeigt, wodurch von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist. Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik & UN Women Deutschland https://www.bmi.bund.de https://unwomen.de • Fachstellen und Studien weisen darauf hin, dass Prävention, Schutzangebote und gesellschaftliche Sensibilisierung weiterhin unzureichend sind – insbesondere für gefährdete Frauen und Kinder. Quelle: Frauenhauskoordinierung e. V. https://www.frauenhauskoordinierung.de

























































