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Die Welt von Gestern

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Über das Buch

"Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers" ist ein autobiographisch gefärbtes Werk Stefan Zweigs, das kurz vor dem Tod Stefan Zweigs in den Jahren 1939 bis 1941 entstand und in welcher der Schriftsteller zurückblickt auf die Kultur und das Leben im alten Europas, speziell in Wien und der Monarchie Österreich-Ungarns, die Jugend, das Erziehungssystem, die Sexualmoral und das gesellschaftliche Wertesystem.

Editionen (40)

ISBN9783750290853
Verlagepubli
Erscheinungsdatum08.03.20
Seitenzahl424

Rezensionen & Bewertungen

75 Bewertungen

9 Rezensionen

4,7

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  • ines120425
    ines120425

    12 Follower

    5,0

    Ein leiser Beginn, der in erschütternder Klarheit endet

    Die Welt von Gestern von Stefan Zweig ist ein Werk, das sich nicht sofort erschließt. Die anfänglich ausführlichen und teilweise schwerfälligen Schilderungen seiner Jugend im alten Wien können zunächst ermüdend wirken. Doch gerade diese ruhige, detailreiche Einführung entfaltet im weiteren Verlauf ihre Wirkung: Sie schafft das Fundament für das Verständnis einer Welt, die aus heutiger Sicht beinahe unwirklich stabil erscheint – und genau deshalb so erschütternd zerbricht. Mit zunehmender Lektüre entwickelt das Buch eine starke Sogwirkung. Zweig gelingt es, den Untergang einer ganzen Epoche nicht dramatisch zugespitzt, sondern als schleichenden Prozess darzustellen. Seine persönliche Geschichte wird dabei zum Spiegel einer Generation, die den Verlust von Sicherheit, kultureller Offenheit und gesellschaftlicher Ordnung erlebt. Besonders eindrücklich ist die anhaltende Aktualität des Werkes. Die beschriebenen Mechanismen – das trügerische Vertrauen in stabile Verhältnisse, das langsame Erstarken politischer Extreme und die Unterschätzung gesellschaftlicher Umbrüche – lassen sich auch auf gegenwärtige Entwicklungen übertragen. Insgesamt ist Die Welt von Gestern kein leicht zugängliches, aber ein nachhaltiges Buch: Es verlangt Geduld, belohnt diese jedoch mit einer tiefgehenden Einsicht in die Fragilität von Frieden und Stabilität.

    2. Mai 2026

  • timbo_
    timbo_

    24 Follower

    5,0

    Vom Schicksal einer Generation - das beste Buch seit langer Zeit

    Die Autobiographie Stefan Zweigs ist ein beeindruckendes Porträt einer Zeit, die geprägt ist von Ambiguitäten und schnelllebigem Wandel: Die unbeschwerte Welt der Sicherheit im Wien um 1900 weicht peu à peu den "langen Jahre[n] heimatlosen Wanderns", denen Zweig in seinem Abschiedsbrief die Erschöpfung zuschreibt, welche ihn daran hindere, (erneut) ein neues Leben aufbauen zu können. Stattdessen begründe jene Heimatlosigkeit seinen Entschluss, "rechtzeitig [...] ein Leben abzuschließen, dem geistige Arbeit immer die lauterste Freude und persönliche Freiheit immer das höchste Gut dieser Erde gewesen." Auch das Buch ist zweigeteilt: Die erste Hälfte widmet Zweig seiner jüdischen und gutbürgerlichen Herkunft, seiner Schulzeit, der neuen literarischen Protestbewegung um das junge Wien und seinem Weg zur Literatur. Die zweite Hälfte befasst sich hingegen mit jenen Männern, die seinen Blick von der Literatur "weglenkten zur Wirklichkeit" (S. 196) und seinem Weg ins Exil. Dass Zweig gerade in jener Zeit eine Biographie schreibt, die so positiv, und so unanklagend, während er selbst so bescheiden und respektvoll gegenüber allen Personen bleibt, über die er schreibt, ist schlichtweg unvorstellbar. Er gibt zwar Hitler die volle Schuld für die Selbstzerstörung Europas, doch findet selbst für alle Unterstützer lieber eine Erklärung als eine Anklage. Zweig bleibt trotz seines Schicksals aufrichtig und unpolemisch, sieht trotz des Schattens immer auch das Licht und trotz des Krieges immer auch den Frieden. Kurz: Ein niederschmetterndes und gleichermaßen aufbauendes Porträt einer Zeit, das gerade durch die starken Ambiguitäten und die authentische Ehrlichkeit des humanistischen Europäers Zweig seinen überzeitlichen Wert gewinnt. Auch sprachlich ist das Werk konkurrenzlos. Stefan Zweig beweist, warum er zurecht einer der bekanntesten und meistverkauften Autoren seiner Zeit ist. Für mich ist "Die Welt von Gestern" das letzte Hauptwerk seines Schaffens und das bewegende Zeugnis eines bewegten Lebens, das mich bereits vom Vorwort an nicht mehr losgelassen hat.

    10. Jan. 2026

  • nadinilini
    nadinilini

    14 Follower

    5,0

    Wahnsinnig ergreifend

    Ich bin sehr froh dieses Buch gelesen zu haben und kann es nur jedem weiterempfehlen. Es war sehr spannend zu lesen, wie die Welt damals war und wie gelebt wurde. Umso tragischer wie sich alles entwickelt hat. Dieses Buch ist auf jeden Fall eine Bereicherung für mich.

    17. März 2025

3 von 9 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Stefan Zweig

Stefan Zweig, geboren am 28. November 1881 in Wien und gestorben am 23. Februar 1942 in Petrópolis, Brasilien, war ein österreichischer Schriftsteller. Er entstammte einer großbürgerlich-jüdischen Familie, studierte Germanistik, Romanistik und Philosophie in Berlin und Wien und promovierte 1904 zum Doktor der Philosophie. Ausschweifende Reisen führten ihn quer durch Europa, Afrika und Indien bis nach Amerika. Während des Ersten Weltkriegs war er zunächst als Archivar, später in einer Schweizer Mission tätig und engagierte sich aktiv für den Frieden. Er floh vor der Nazidiktatur zunächst nach England, später nach Brasilien, wo er sich, unter heftigen Depressionen leidend, zusammen mit seiner Frau Lotte das Leben nahm.

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