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Ich hatte erst ein wenig Angst vor dem Buch: 640 Seiten, Jugendroman und ein wenig Fantasie, nicht gerade mein Lesegeschmack. Aber ich wollte meine Gewohnheiten durchbrechen, und ich kann sagen, es lohnt sich, ab und zu die Komfortzone zu verlassen. Das hier war ein wundervoller Ausflug in eine Welt voller Magie. Erzählt wird hier die Geschichte von der Fall-Familie. Die alleinerziehende Mutter Bernadette, die mit ihren zwei Söhnen, Wynton und Miles, und ihrer Tochter Dizzy in der kalifornischen Kleinstadt Paradise Springs lebt. Theo, der Ehemann und Vater, ist vor einigen Jahren verschwunden. Die Tochter Dizzy ist 12 Jahre alt, backt gerne, sieht Geister und muss gerade damit klarkommen, dass ihr „Ex-Bester-Freund Lizard-jetzt-Tristan“ sich von ihr hat „scheiden lassen“. Wynton ist 19, ein Virtuose an der Geige, aber absolut am Durchdrehen, weil er mit seinem Leben nicht zurechtkommt. Und Miles 17, bei dem anscheinend alles läuft: gut aussehend, hochbegabt und eine absolute Sportskanone, aber er spricht auch mit dem Nachbarshund Sandro in seinen Gedanken. Alle scheinen ihre Probleme mit sich herumzutragen und irgendwie redet keiner offen mit dem anderen. Es liegt auch eine schwere in der Luft und plötzlich taucht Cassidy auf, ein geheimnisvolles Mädchen mit regenbogenfarbigem Haar und bringt eine magische Wende in die Familie Fall. Ich muss gestehen, ich hab das Buch erst mal ein wenig ignoriert: Es ist dick, beim Durchblättern hab ich verschiedene Textformen gesichtet und dann auch noch die Fantasie. Das braucht Zeit, das braucht Konzentration und auch Lust. Und dann hab ich es angefangen und war von der ersten Seite an verzaubert und konnte es nicht mehr weglegen. Ja, es ist alles ein wenig magisch und für unsere Welt nicht immer logisch, aber beim Lesen hat es sich so natürlich angefühlt, dass ich nicht eine Sekunde daran gezweifelt hatte, dass all die Geschichten genau so in Paradise Springs passieren. So wunderbare Figuren, die diese Geschichte bereichern und einem ans Herz wachsen. Jedes der Familienmitglieder hat sein Päckchen zu tragen und auch die Generation vorher wird hier mit einbezogen. Ein wenig märchenhaft wird die Geschichte der Fall-Vorfahren erzählt und das sieht man auch bildlich in diesem Buch. Schnörkelhafte Weinreben, die seitlich am Text gezeichnet sind, lassen schon das Märchenhafte erkennen. Diese verschiedenen Textformen - Zeitungsartikel, Tagebucheinträge, E-mail, Notruf-Protokoll usw.- haben sich natürlich in die Geschichte eingefügt und das Lesen interessanter gestaltet. Ja, manche Entscheidungen sind aus der realen Weltsicht schwer nachvollziehbar, aber mich hat es nicht gestört und war absolut natürlich in diesem Paradise-Springs-Universum. Vielleicht waren einige sexuelle Fantasien etwas zu direkt ausgedrückt, doch auch das empfand ich als passend für einen jungen, heranwachsenden Menschen. Es war ein wenig wie Gilmore Girls schauen, ein verschlafenes Städtchen, in dem alles möglich ist und manche unlogische Dinge, total logisch erscheinen. Ein Buch, dass für Jugendliche geschrieben ist, aber auch für Erwachsene lesenswert ist. Ein Geschichte, die die Magie des Erwachsenwerdens in sich trägt und in einer poetischen Sprache geschrieben ist. Ein Coming-of-Age Roman über Liebe, Identität, Sexualität und Familie, gewürzt mit Roadtrip, schrägen Geschichten und ganz viel Zauber. S.123 „Die Welt fing an zu kippen, während sie sich mitten in der Nacht im Tanz wiegten, unter ihrer ganz eigenen Sonne, auf einem Fleckchen Dreck auf diesem winzigen sich drehenden blauen Planeten.“ S.149 „Doch die Stille Welt war damals für mich genauso ein realer Ort wie der große Platz das für dich ist. Sachen, die man als Kind geglaubt hat, sind sehr schwer zu entglauben, findest du nicht? Es ist schwer, die Geschichten loszuwerden, mit denen man groß geworden ist.“ S.599 „In diesem Moment denke ich, dass ich vielleicht immer all die Mädchen bin, die ich einmal war, dass mein Heute-Ich nichts anderes ist als all meine zusammengeworfenen Gestern-Ichs.“ S.611 „Ich glaube inzwischen tatsächlich, dass wenn die Welt kippt, mit all dem Leid auch Freude überläuft.“
26. Okt. 2025
Ich hatte erst ein wenig Angst vor dem Buch: 640 Seiten, Jugendroman und ein wenig Fantasie, nicht gerade mein Lesegeschmack. Aber ich wollte meine Gewohnheiten durchbrechen, und ich kann sagen, es lohnt sich, ab und zu die Komfortzone zu verlassen. Das hier war ein wundervoller Ausflug in eine Welt voller Magie. Erzählt wird hier die Geschichte von der Fall-Familie. Die alleinerziehende Mutter Bernadette, die mit ihren zwei Söhnen, Wynton und Miles, und ihrer Tochter Dizzy in der kalifornischen Kleinstadt Paradise Springs lebt. Theo, der Ehemann und Vater, ist vor einigen Jahren verschwunden. Die Tochter Dizzy ist 12 Jahre alt, backt gerne, sieht Geister und muss gerade damit klarkommen, dass ihr „Ex-Bester-Freund Lizard-jetzt-Tristan“ sich von ihr hat „scheiden lassen“. Wynton ist 19, ein Virtuose an der Geige, aber absolut am Durchdrehen, weil er mit seinem Leben nicht zurechtkommt. Und Miles 17, bei dem anscheinend alles läuft: gut aussehend, hochbegabt und eine absolute Sportskanone, aber er spricht auch mit dem Nachbarshund Sandro in seinen Gedanken. Alle scheinen ihre Probleme mit sich herumzutragen und irgendwie redet keiner offen mit dem anderen. Es liegt auch eine schwere in der Luft und plötzlich taucht Cassidy auf, ein geheimnisvolles Mädchen mit regenbogenfarbigem Haar und bringt eine magische Wende in die Familie Fall. Ich muss gestehen, ich hab das Buch erst mal ein wenig ignoriert: Es ist dick, beim Durchblättern hab ich verschiedene Textformen gesichtet und dann auch noch die Fantasie. Das braucht Zeit, das braucht Konzentration und auch Lust. Und dann hab ich es angefangen und war von der ersten Seite an verzaubert und konnte es nicht mehr weglegen. Ja, es ist alles ein wenig magisch und für unsere Welt nicht immer logisch, aber beim Lesen hat es sich so natürlich angefühlt, dass ich nicht eine Sekunde daran gezweifelt hatte, dass all die Geschichten genau so in Paradise Springs passieren. So wunderbare Figuren, die diese Geschichte bereichern und einem ans Herz wachsen. Jedes der Familienmitglieder hat sein Päckchen zu tragen und auch die Generation vorher wird hier mit einbezogen. Ein wenig märchenhaft wird die Geschichte der Fall-Vorfahren erzählt und das sieht man auch bildlich in diesem Buch. Schnörkelhafte Weinreben, die seitlich am Text gezeichnet sind, lassen schon das Märchenhafte erkennen. Diese verschiedenen Textformen - Zeitungsartikel, Tagebucheinträge, E-mail, Notruf-Protokoll usw.- haben sich natürlich in die Geschichte eingefügt und das Lesen interessanter gestaltet. Ja, manche Entscheidungen sind aus der realen Weltsicht schwer nachvollziehbar, aber mich hat es nicht gestört und war absolut natürlich in diesem Paradise-Springs-Universum. Vielleicht waren einige sexuelle Fantasien etwas zu direkt ausgedrückt, doch auch das empfand ich als passend für einen jungen, heranwachsenden Menschen. Es war ein wenig wie Gilmore Girls schauen, ein verschlafenes Städtchen, in dem alles möglich ist und manche unlogische Dinge, total logisch erscheinen. Ein Buch, dass für Jugendliche geschrieben ist, aber auch für Erwachsene lesenswert ist. Ein Geschichte, die die Magie des Erwachsenwerdens in sich trägt und in einer poetischen Sprache geschrieben ist. Ein Coming-of-Age Roman über Liebe, Identität, Sexualität und Familie, gewürzt mit Roadtrip, schrägen Geschichten und ganz viel Zauber. S.123 „Die Welt fing an zu kippen, während sie sich mitten in der Nacht im Tanz wiegten, unter ihrer ganz eigenen Sonne, auf einem Fleckchen Dreck auf diesem winzigen sich drehenden blauen Planeten.“ S.149 „Doch die Stille Welt war damals für mich genauso ein realer Ort wie der große Platz das für dich ist. Sachen, die man als Kind geglaubt hat, sind sehr schwer zu entglauben, findest du nicht? Es ist schwer, die Geschichten loszuwerden, mit denen man groß geworden ist.“ S.599 „In diesem Moment denke ich, dass ich vielleicht immer all die Mädchen bin, die ich einmal war, dass mein Heute-Ich nichts anderes ist als all meine zusammengeworfenen Gestern-Ichs.“ S.611 „Ich glaube inzwischen tatsächlich, dass wenn die Welt kippt, mit all dem Leid auch Freude überläuft.“
26. Okt. 2025








