Hinter der perfekten Idylle lauert die "Tradwife"-Szene - Hannah Lühmanns Roman über ein virales Thema und den Rechtsruck in unserem Land
Als Jana mit ihrer Familie aufs Land zieht, merkt sie schnell: Hier gelten andere Regeln. Hinter der bürgerlichen Fassade lauert ein höchst problematisches Weltbild, wie selbstverständlich wird hier AfD gewählt. Auch Janas charismatische Nachbarin Karolin hat sich ganz der Rolle als Hausfrau und Mutter verschrieben. Je mehr Zeit Jana mit Karolin verbringt, desto klarer wird ihr, dass sie auf eine sehr zeitgemäße Weise ultrakonservativ ist - sie kämpft als "Tradwife" im Namen der Tradition gegen alles, wofür Jana eigentlich steht. Jana versucht, sich gegen ihre Faszination zu wehren, und ertappt sich doch immer wieder bei dem verstörenden Gedanken, dass sie Karolin um ihr Leben beneidet ...
Ich mochte die Geschichte und vor allem auch den Schreibstil unheimlich gerne, trotzdem muss ich einen Stern abziehen weil das Ende für mich unangenehm abrupt war und mich mit vielen offenen Fragen zurück lässt.
19. Apr. 2026
4,0
Ich mochte die Geschichte und vor allem auch den Schreibstil unheimlich gerne, trotzdem muss ich einen Stern abziehen weil das Ende für mich unangenehm abrupt war und mich mit vielen offenen Fragen zurück lässt.
Die Idee ist toll, der Schreibstil ist toll, aber das Buch ist viel zu kurz. Ich wünsche mir viele viele Seiten mehr, um alles zu verstehen. Es gibt so viele offene Stränge und das Ende hat mich völlig ratlos zurückgelassen.
8. Okt. 2025
3,0
Ich will es mögen ...
Die Idee ist toll, der Schreibstil ist toll, aber das Buch ist viel zu kurz. Ich wünsche mir viele viele Seiten mehr, um alles zu verstehen. Es gibt so viele offene Stränge und das Ende hat mich völlig ratlos zurückgelassen.
Hannah Lühmann schafft es, in ihrem Roman "Heimat" auf nur wenigen Seiten (bzw. in 4,5 Stunden als Hörbuch), eine verdichtete Atmosphäre zu schaffen. Die Protagonistin Jana, Mutter zweier Kleinkinder und mit dem dritten Kind schwanger, wird nach dem Umzug von der Großstadt aufs Land in die Tradwife-Szene hineingesogen. Besonders von ihrer Nachbarin Karolin ist sie fasziniert, die nach außen hin ein perfektes Leben zu führen scheint, das sie in den sozialen Medien inszeniert. Jana verfällt zunehmend dem neuen Lebensstil, auch wenn ihr einzelne Aspekte davon widersprüchlich erscheinen.
Besonders sympathisch fand ich Janas Figur nicht, da sie sehr anfällig für Manipulation und Blendung ist. In der Stadt lebend hat sie die Werte der Städter:innen vertreten, kaum umgezogen scheinen ihr komplett andere Werte attraktiv. Besonders symptomatisch fand ich auch die Szene ihrer Kündigung, die eher impulsiv geschieht, um aus einer unangenehmen, vielleicht auch überfordernden, Situation herauszukommen, anstatt das Thema lösungsorientiert anzugehen.
Das Ende ist bewusst offen gehalten, was - wie ich finde - sehr gut zum Buch passt und Leser:innen Raum für eigene Gedanken lässt, genauso wie die Tatsache, dass viele Situationen eher oberflächlich beschrieben werden und einige Figuren wie Janas Partner Noah, Karolins Mann Clemens, Janas Mutter Sabine aber auch die Situation mit Jonas, Karolins ältestem Sohn aus erster Ehe, nur oberflächlich beschrieben werden.
Das Buch vermittelt eine ganz besondere Stimmung. Man spürt, dass in der Idylle etwas bedrohliches lauert, bekommt es aber nicht richtig zu fassen. Es bleibt ein beklemmendes Gefühl. Literarisch ganz großes Kino!
2. Nov. 2025
5,0
Hannah Lühmann schafft es, in ihrem Roman "Heimat" auf nur wenigen Seiten (bzw. in 4,5 Stunden als Hörbuch), eine verdichtete Atmosphäre zu schaffen. Die Protagonistin Jana, Mutter zweier Kleinkinder und mit dem dritten Kind schwanger, wird nach dem Umzug von der Großstadt aufs Land in die Tradwife-Szene hineingesogen. Besonders von ihrer Nachbarin Karolin ist sie fasziniert, die nach außen hin ein perfektes Leben zu führen scheint, das sie in den sozialen Medien inszeniert. Jana verfällt zunehmend dem neuen Lebensstil, auch wenn ihr einzelne Aspekte davon widersprüchlich erscheinen.
Besonders sympathisch fand ich Janas Figur nicht, da sie sehr anfällig für Manipulation und Blendung ist. In der Stadt lebend hat sie die Werte der Städter:innen vertreten, kaum umgezogen scheinen ihr komplett andere Werte attraktiv. Besonders symptomatisch fand ich auch die Szene ihrer Kündigung, die eher impulsiv geschieht, um aus einer unangenehmen, vielleicht auch überfordernden, Situation herauszukommen, anstatt das Thema lösungsorientiert anzugehen.
Das Ende ist bewusst offen gehalten, was - wie ich finde - sehr gut zum Buch passt und Leser:innen Raum für eigene Gedanken lässt, genauso wie die Tatsache, dass viele Situationen eher oberflächlich beschrieben werden und einige Figuren wie Janas Partner Noah, Karolins Mann Clemens, Janas Mutter Sabine aber auch die Situation mit Jonas, Karolins ältestem Sohn aus erster Ehe, nur oberflächlich beschrieben werden.
Das Buch vermittelt eine ganz besondere Stimmung. Man spürt, dass in der Idylle etwas bedrohliches lauert, bekommt es aber nicht richtig zu fassen. Es bleibt ein beklemmendes Gefühl. Literarisch ganz großes Kino!
Hui, da haben wir ein turbulentes Leben, mit vielen Protagonistin. Also fühle mich selbst noch in der Eingewöhnung, neben den Kindern in den Kindergarten. Soziale Strukturen, politische Bildung, nerds und social media stars. Es wird bunt gemischt, das macht mich neugierig.
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