Blick ins Buch

Fachbücher

Scheiß auf Selflove, gib mir Klassenkampf

4,2(305)
Hardcover12,00 €E-BookHörbuch10,00 €
Sofort lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

Selflove? Warum? Alles dreht sich um den eigenen Vorteil, niemals um das große Ganze. Jean-Philippe Kindler, Kabarettist und Provokateur, lotet in seinem Debüt neue politische Kampfzonen aus. Was macht eine Gesellschaft stark, und wie sieht ein gutes Leben für alle aus? Der Autor ist auf der Suche nach neuen Konzepten - radikal, aber sympathisch. Ein wütendes, inspirierendes, langersehntes Hörbuch.

Editionen (2)

ISBN9783732472796
Verlagargon Sachhörbuch
Erscheinungsdatum30.10.23

Merkmale

1 Bewertungen

InformativKomplexNachdenklichSpannend

Rezensionen & Bewertungen

305 Bewertungen

55 Rezensionen

4,2

Tippen zum Filtern

  • asenayla
    asenayla

    94 Follower

    3,0

    Nicht dein Mindset, sondern das System

    Scheiß auf Selflove, gib mir Klassenkampf ist kein Buch, das gefallen will. Es will aufrütteln. Und das gelingt ihm. Die Autorin bzw. der Autor stellt gängige Selbstoptimierungs- und Achtsamkeitsnarrative infrage und rückt stattdessen strukturelle Ungleichheit, Kapitalismuskritik und Klassenbewusstsein ins Zentrum. Viele der vertretenen Positionen werden manche Leserinnen und Leser als radikal empfinden. Doch gerade hier liegt die Stärke des Buches: Die Argumente sind sorgfältig recherchiert, mit Quellen unterlegt und theoretisch fundiert. Statt bloßer Parolen bietet es eine ideologisch klare, aber argumentativ gestützte Analyse gesellschaftlicher Verhältnisse. Besonders überzeugend ist, wie das neoliberale Versprechen von „Selflove“ als individualisierende Strategie entlarvt wird, die systemische Probleme ins Private verschiebt. Nicht dein Mindset ist das Problem, sondern die Struktur. Diese Perspektivverschiebung ist unbequem, aber erhellend. Allerdings haben mich nicht alle Teile gleichermaßen überzeugt. Vor allem der Poly-Aspekt wirkte auf mich stellenweise etwas verkürzt oder zu eindeutig in eine politische Richtung argumentiert. Hier hätte ich mir mehr Differenzierung und ein stärkeres Eingehen auf Ambivalenzen gewünscht. Während viele gesellschaftliche Analysen sehr präzise und fundiert erscheinen, blieb dieser Abschnitt für mich argumentativ etwas weniger ausgereift. Auch sprachlich hätte das Buch an manchen Stellen noch zugänglicher formuliert sein können. Einige Passagen sind recht theoretisch und verlangen Konzentration. Gleichzeitig ist die Sprache insgesamt deutlich verständlicher als viele andere Texte aus diesem politischen Spektrum. Man merkt, dass hier der Anspruch besteht, Theorie nicht nur akademisch, sondern breiter vermittelbar zu machen. Gerade deshalb sollte man das Buch nicht unkritisch konsumieren. Weil es so pointiert argumentiert, lohnt es sich, die Thesen zu prüfen, Gegenpositionen mitzudenken und eigene Schlüsse zu ziehen. Für alle, die sich politisch links verorten oder sich intensiver mit Klassenfragen auseinandersetzen möchten, ist dieses Buch dennoch eine klare Empfehlung. Es provoziert, bildet und zwingt zur Positionierung, auch dort, wo man nicht vollständig mitgeht.

    2. März 2026

  • dammes
    dammes

    138 Follower

    4,0

    Kapitalismus in seiner Endstufe⁉️

    Kindler setzt sich mit der Frage auseinander, inwiefern das Glück des Einzelnen vom individuellen Handeln abhängt. Dabei macht er deutlich, dass wir uns bewusst machen müssen, dass wir alle im selben Boot sitzen und endlich als gemeinsame „Klassen“ für unsere Bedürfnisse und Rechte kämpfen sollten. Zugleich sieht er die Politik in der Verantwortung, die Gesellschaft nicht länger nur durch die Linse des Individuums zu betrachten, sondern Politik für das große Ganze zu gestalten. Das Ziel des Kapitalismus ist es jedoch, den Individualismus in seiner Endstufe weiterzutreiben. Für Menschen, die sich bisher wenig mit Kapitalismuskritik beschäftigt haben (mich eingeschlossen), bietet das Buch einen guten Einstieg in das Thema. Gegen Ende werden die Argumentationslinien allerdings zunehmend schwammig, und insbesondere das Kapitel über „Liebe“ fand ich teilweise problematisch. Zudem hat mich gestört, dass häufig Kritik geübt wurde, ohne konkrete Lösungsvorschläge oder Alternativen aufzuzeigen.

    27. Okt. 2025

  • julsico
    julsico

    78 Follower

    5,0

    Das gute Leben

    Was bedeutet ein „gutes Leben“? Es sollte eigentlich nicht zu viel verlangt sein, die Grundbedürfnisse von Menschen zu stillen und damit die Grundmauern für eine Gesellschaft zu stützen, die ohne Existenzängste leben und altern kann. Dass das leider eine Traumvorstellung ist, die nur mit Mut in Realität verwandelt werden könnte, macht Jean-Philippe Kindler mehr als deutlich. Kindler kritisiert nicht nur die Mühlen des Kapitalismus, welche Ungerechtigkeiten verfestigen, sondern fokussiert sich vor allem auf das Problem des Individualismus. Denn in einer Welt, in der angeblich jede(r) für das eigene Glück sorgen kann, müssen schließlich doch erstaunlich viele über die Klinge springen. Ein Leben ohne Hunger, Wohnungsnot und Geldsorgen zu gewährleisten, ist daher nicht Aufgabe des Einzelnen, sondern der Politik. Diese konkrete Forderung fand ich sehr erfrischend - und dass das so ist, ist eigentlich erschreckend. Kindler hat eine genaue Idee davon, wie in ein gutes Leben für alle erreicht werden kann und ruft dazu auf, uns als Gesellschaft dafür einzusetzen. Denn das „gute Leben“ ist keine freche Utopie, sondern das Mindeste, was wir erwarten können.

    10. Nov. 2024

3 von 55 Rezensionen

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick