Blick ins Buch

Romane

Herland

3,7(18)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

In ihrem 1915 erschienenen Roman Herland entwirft Charlotte Perkins Gilman eine faszinierende feministische Utopie. Die Geschichte folgt drei US-amerikanischen Abenteurern, die im Dschungel auf ein isoliertes Land stoßen, in dem seit 2.000 Jahren ausschließlich Frauen leben. Diese Gesellschaft entstand, nachdem Naturkatastrophen und Kriege alle Männer auslöschten und die Frauen die Fähigkeit zur Parthenogenese (Jungfernzeugung) entwickelten. Im krassen Gegensatz zur westlichen Welt der damaligen Zeit ist Herland ein Ort ohne Krieg, Armut, Kriminalität oder Herrschaftshierarchien. Die Frauen haben eine hocheffiziente, ökologische Landwirtschaft und ein Bildungssystem geschaffen, in dem die Mutterschaft und die Erziehung der Kinder als kollektive, heilige Aufgabe verstanden werden. Durch die Augen der drei männlichen Protagonisten, die mit völlig unterschiedlichen Vorurteilen auf diese Welt blicken, demontiert Gilman humorvoll und scharfzüngig die Annahme, dass weibliche Sanftheit gleichbedeutend mit Schwäche oder Unfähigkeit sei. Herland ist weit mehr als ein historisches Kuriosum. Es ist eine scharfsinnige Gesellschaftskritik, die auch über 100 Jahre später verblüffend aktuell bleibt, wenn es um die Frage nach Geschlechterrollen und sozialer Gerechtigkeit geht. Gilman regt dazu an, die Strukturen unserer eigenen Welt radikal zu hinterfragen. Sichere dir jetzt dein Exemplar von Herland und entdecke einen zeitlosen Klassiker, der dir zeigen wird, wie eine Welt jenseits von Geschlechterklischees aussehen könnte!

Editionen (1)

ISBN9783695719730
VerlagBoD – Books on Demand
Erscheinungsdatum15.04.26
Seitenzahl174

Rezensionen & Bewertungen

18 Bewertungen

5 Rezensionen

3,7

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  • na.thalie
    na.thalie

    17 Follower

    4,0

    Normalerweise bewerte ich Bücher, die ich für die Uni lesen muss, nicht gerne, da die Bewertung unter anderen Bedingungen stattfindet als bei Büchern, die ich für mich und meine eigene Neugier oder mein eigenes Vergnügen lese. Aber bei Herland kann ich sehr wohl sagen, dass ich die Lektüre sehr genossen habe und sehr erstaunt darüber bin, wie gut das Buch gealtert ist. Sowohl im Guten als auch im Schlechten. Wäre Herland im Jahr 2026 geschrieben worden, würde es wohl kaum anders sein. Da ist etwas Zeitloses in diesem Buch (und das ist nicht unbedingt ein gutes Zeichen für die realen Bedingungen zwischenmenschlicher Beziehungen und sozialer Bedingungen von Männern und Frauen). Ich bin sehr dankbar, dass ich dieses Buch im Rahmen des Utopie-Seminars gelesen habe.

    8. Mai 2026

  • caglas.pov
    caglas.pov

    149 Follower

    2,5

    Tolle Idee, Umsetzung enttäuschend

    Drei Männer entdecken zufällig Herland - ein verborgenes Land, das seit Jahrhunderten ausschließlich von Frauen bewohnt wird. Was als neugierige Forschungsreise beginnt, wird schnell zu einer Begegnung mit einer völlig anderen Gesellschaft, die ihre eigenen Regeln, Werte und Überraschungen bereithält. Ich war unglaublich gespannt auf "Herland". Die Idee klang für mich einfach großartig: ein Land, das nur von Frauen bewohnt wird, völlig abgeschnitten von der Männerwelt, mit einer eigenen, über Jahrtausende gewachsenen Kultur. Ich dachte sofort: Das wird spannend, innovativ, gesellschaftskritisch - und ich war total neugierig, wie die Autorin diese Welt umsetzt. Und ja, die Idee liebe ich immer noch. Die Welt, die Gilman beschreibt, ist voller kluger Ansätze: eine friedliche Gesellschaft, die sich ganz ohne Krieg, Unterdrückung oder Gier entwickelt hat; ein Bildungssystem das auf Gemeinschaft und Fürsorge setzt; eine Wirtschaft, die auf Nachhaltigkeit und Gleichheit basiert. Es werden viele interessante Themen aufgeworfen - von Geschlechterrollen über Kindererziehung bis hin zur Religion. Aber dann kam das Lesen - und da hat mich das Buch leider nicht so sehr gefesselt, wie ich gehofft hatte. Die Erzählweise ist stark geprägt von Dialogen, die sich oft wie eine lange Befragung anfühlen: Die drei Männer stellen den Frauen von Herland Fragen, staunen über ihre Antworten und lassen sich alles erklären. Anfangs ist das witzig und entlarvend, weil die Männer ständig mit ihren eigenen Vorurteilen konfrontiert werden, und besonders spannend fand ich die Momente, in denen die Frauen ihre patriarchalen Denkweisen Schritt für Schritt zerlegen. Aber irgendwann fehlte mir einfach die erzählerische Spannung. Es gibt kaum echten Konflikt. Die Frauen in Herland haben praktisch alle Probleme längst gelöst, ihre Gesellschaft läuft wie am Schnürchen - es gibt keine wirklichen Herausforderungen oder Spannungen, die die Handlung vorantreiben. Dadurch hat sich die Geschichte für mich stellenweise eher wie ein philosophischer Essay als wie ein Roman gelesen. Ich hätte mir mehr Handlung, mehr innere Konflikte oder zumindest eine größere emotionale Tiefe gewünscht, gerade bei den Figuren. Und dann ist da noch der Fokus auf Mutterschaft. Muttersein wird in Herland geradezu romantisiert - es ist das Herzstück der Gesellschaft. Ich finde das einerseits interessant, weil es hier als kollektive, gemeinschaftliche Verantwortung dargestellt wird, nicht nur als private Aufgabe. Andererseits hat es mich auch gestört: Ist das wirklich das (feministische) Ideal? Das wirkte für mich etwas einseitig. Alles in allem würde ich sagen: Herland ist ein wichtiges Buch mit spannenden Ideen, aber es liest sich mehr wie ein Gedankenexperiment als wie ein packender Roman. Ich bin froh, es gelesen zu haben, aber rein als Geschichte hat es mich leider nicht so mitgenommen, wie ich mir erhofft hatte.

    21. Mai 2025

  • 3,0

    misogyny from beginning to end! a perfect world full of only women built through eugenics…….

    20. Nov. 2023

3 von 5 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Charlotte Perkins Gilman

Charlotte Perkins Gilman (1860 bis 1935) war eine wegweisende US-amerikanische Soziologin, Schriftstellerin und eine der profiliertesten Vordenkerinnen der frühen Frauenbewegung. Geboren in Hartford, Connecticut, war sie die Großnichte der Autorin Harriet Beecher Stowe, wuchs jedoch in wirtschaftlich prekären Verhältnissen auf. Ihr Leben und Werk waren stark von persönlichen Krisen und dem Kampf gegen die gesellschaftlichen Einschränkungen ihrer Zeit geprägt. International bekannt wurde sie vor allem durch ihre Erzählung Die gelbe Tapete (1892), in der sie den psychischen Verfall einer Frau unter einer patriarchalen Ruhekur beschreibt: ein Werk, das heute als Meilenstein der feministischen Literatur gilt. Über ihre literarische Arbeit hinaus leistete Gilman mit Schriften wie Women and Economics (1898) bedeutende soziologische Beiträge. Darin forderte sie die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Frau und schlug radikale Reformen vor, etwa die Professionalisierung von Hausarbeit und Kinderbetreuung, um Frauen die Teilhabe am Berufsleben zu ermöglichen. In ihren späteren Jahren verfasste sie mit Herland (1915) eine bekannte utopische Trilogie über eine ausschließlich weibliche Gesellschaft. Trotz ihrer progressiven Ansichten zum Frauenstimmrecht und zur ökonomischen Gleichstellung blieb ihr Erbe durch ihre zeitgenössischen Positionen zur Eugenik nicht unumstritten. Nachdem bei ihr Brustkrebs diagnostiziert worden war, setzte Gilman ihrem Leben 1935 durch Suizid ein Ende, wobei sie in ihrem Abschiedsbrief das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Tod betonte.

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