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Mythen, Macht und Muttermund

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Über das Buch

Eine brillant erzählte feministische Geschichte der Geburt

Geburten sind zentral für das Fortbestehen unserer Gesellschaft, und doch wissen wir erstaunlich wenig darüber, wie Menschen das Gebären tatsächlich erleben. Oft werden diese Erfahrungen als Nischenthema abgetan. Helena Barop zeigt, dass dahinter eine lange Geschichte der Bevormundung von Schwangeren steckt – und dass Gewalt unter der Geburt kein neues Phänomen ist, sondern tief in patriarchalen Machtstrukturen wurzelt.

Barop führt durch Jahrhunderte voller Mythen, Irrtümer und stetig wechselnder Vorstellungen davon, was eine »normale« oder »gute« Geburt sein soll. Sie macht sichtbar, wie sehr sich die Bedingungen des Gebärens verändert haben – und dass erst seit kurzer Zeit die Geburtserlebnisse von Frau und Kind überhaupt in den Mittelpunkt rücken.

So wird ihre historische Reise nicht nur zu einem Streifzug durch die Kreißsäle der Geschichte, sondern zu einer Erzählung über Unterdrückung und Ermächtigung, die weit über das Thema Geburt hinausreicht. Denn Geburten prägen wie kaum ein anderes Ereignis unsere Vorstellungen von Weiblichkeit.

Editionen (2)

ISBN9783641325510
VerlagSiedler
Erscheinungsdatum16.04.26
Seitenzahl400

Rezensionen & Bewertungen

9 Bewertungen

3 Rezensionen

4,8

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  • cheap.and.cheerful
    cheap.and.cheerful

    149 Follower

    5,0

    Sehr aufschlussreiche, feministische Geschichte der Geburt

    "Noch ist die Geburtshilfe also nicht dort angekommen, wo sie rechtlich längst sein müsste. Wir befinden uns in einem Aushandlungszustand, in einer Phase der Umgewöhnung und der Anpassung an neue Rahmenbedingungen. Die Geschichte, in der die Geburtshilfe sich von der patriarchalen Gewalt befreit, ist noch nicht zu Ende." Als ich in meiner Schwangerschaft im Geburtsvorbereitungskurs saß, hab ich zum ersten Mal so richtig verstanden, was der Unterschied zwischen klinischen und außerklinischen Geburten ist. Von sechs Schwangeren war ich die einzige, die vorhatte, in einer Geburtsklinik zu entbinden. Hätte ich dieses Buch schon vorher gelesen, hätte ich vermutlich nicht im ersten Moment gedacht „seid ihr denn alle von allen guten Geistern verlassen?“. Das Buch veranschaulicht, wie die Frage „Wie kriege ich das Baby aus meinem Bauch raus?“ im Laufe der Menschheitsgeschichte immer wieder unterschiedlich beantwortet wurde, beginnend mit der Antike, über das Mittelalter, die Zeit der Aufklärung bis in unser aktuelles Jahrzehnt. Dabei stützt sich die Autorin auf historische Überlieferungen und macht transparent sichtbar, wenn die Quellenlage bei bestimmten Themen eher dünn ist. Es handelt sich um ein historisches Sachbuch, das in verständlicher Sprache auf die Besonderheiten jeder Epoche eingeht und zum Ende jeder Epoche eine kurze Zusammenfassung anbietet. Barops besonderes Augenmerk liegt auf Gewalt im Geburtsprozess - sei es durch Hebammen oder ärztliches Personal. Stets geht es auch darum, wie viel Entscheidungsmacht die Gebärenden hatten und welches Leben höher priorisiert wurde - das der Mutter oder das des Kindes. Die Autorin räumt auf mit Geburtsmythen und zeigt, wie diese entstanden sind. Dabei spielt, suprise surprise, das Patriarchat eine erhebliche Rolle, so finden sich auch heute noch Reste der Erbsünde und des Opfermythos in den Köpfen wieder. Auch Labels wie „natürlich“ in Bezug auf Geburtsprozesse werden seziert und untersucht. Dabei geht Barop auch auf Trends ein, wie z.B. aktuell auf Social Media der Trend, Geburten komplett allein, ohne Geburtshelfende, durchzuführen (macht das bitte nicht). Wusstet ihr zum Beispiel, dass Menschen Geburten schon immer als ein soziales Ereignis gehandhabt haben, bei dem die Gebärenden nie allein waren? Seit Menschen geboren wurden, gab es Geburtshelfende. Oder dass Mary Shelley ihren Hit „Frankenstein“ schrieb, nachdem sie Kinder verloren hat und sich nichts sehnlicher wünschte, als diese wieder zum Leben zu erwecken? 💔 Für mich war das Buch eine echte Bereicherung. Es erklärt so gut, warum Dinge heute so sind, wie sie sind. Und nachdem ich nun selbst die Geburt meines Kindes hinter mir habe, könnte ich nicht glücklicher darüber sein, in der heutigen Zeit zu leben - mit dem Maximum an Entscheidungsfreiheit, das es bei Geburten je gegeben hat. CN: Abtreibung, Blut, Gewalt während der Geburt, Verg3waltigung, Kindstod, Rassismus

    Sehr aufschlussreiche, feministische Geschichte der Geburt

    6 Tage vor

  • readlikeawoman
    readlikeawoman

    81 Follower

    5,0

    Mythen, Macht und Muttermund – Eine feministische Geschichte der Geburt von Helena Barop In Mythen, Macht und Muttermund beschäftigt sich Helena Barop mit der Geschichte von Schwangerschaft und Geburt und zeigt, wie sehr die Erfahrungen von Gebärenden über Jahrhunderte von gesellschaftlichen Vorstellungen, medizinischen Irrtümern und patriarchalen Strukturen geprägt wurden. Dabei geht es nicht nur um die Entwicklung der Geburtshilfe, sondern auch um die Frage, wer über die Körper von Frauen bestimmen darf und wie sich unser Verständnis von Geburt bis heute verändert hat. Dieses Buch hat mich an vielen Stellen nachdenklich gemacht. Geburt betrifft unglaublich viele Menschen und spielt eine zentrale Rolle in unserer Gesellschaft, gleichzeitig wird erstaunlich selten darüber gesprochen, wie sich die Bedingungen rund um Schwangerschaft und Geburt historisch entwickelt haben. Viele Dinge, die heute selbstverständlich wirken, haben eine lange Geschichte, die mir in diesem Ausmaß vorher nicht bewusst war. Besonders interessant fand ich, wie deutlich das Buch macht, dass Vorstellungen von einer „guten“ oder „richtigen“ Geburt nie nur medizinische Fragen waren. Immer wieder wird sichtbar, wie eng Geburt, Weiblichkeit und gesellschaftliche Erwartungen miteinander verbunden sind. Gerade diese Zusammenhänge haben dafür gesorgt, dass ich beim Lesen immer wieder innehalten und über einzelne Aspekte länger nachdenken musste. Für mich war das Buch auch deshalb spannend, weil es weit über das Thema Geburt hinausgeht. Es zeigt, wie sich Machtstrukturen auf den Alltag von Frauen auswirken und warum Fragen nach Selbstbestimmung und Mitbestimmung bis heute so relevant sind. Viele der historischen Beispiele haben dabei deutlich gemacht, dass manche Diskussionen aktueller sind, als man zunächst vermuten würde. Mythen, Macht und Muttermund hat meinen Blick auf Schwangerschaft und Geburt definitiv erweitert. Es ist ein Buch, das viele spannende Zusammenhänge sichtbar macht und gleichzeitig zeigt, dass die Geschichte des Gebärens immer auch eine Geschichte von Macht, Kontrolle und Selbstbestimmung war. ★★★★★ (5 von 5 Sternen)

    1. Juni 2026

  • margo_13
    margo_13

    4 Follower

    5,0

    Ein super spannender historischer Abriss zur Geschichte der Geburt, der eigentlich für jeden Pflichtlektüre sein sollte. Was hier geschrieben steht richtet sich bei weitem nicht allein an (schwangere) Frauen. Es zeigt nicht nur, wie Geburt sich in verschiedenen Epochen verändert hat, sondern macht auch ziemlich deutlich, dass Schwangerschaft und Geburt politisch sind - und immer waren.

    10. Mai 2026

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 349%
cheap.and.cheerful
cheap.and.cheerful25. Mai 2026

Bisher klingt es richtig vielversprechend! Mag den Schreibstil und finde das Inhaltsverzeichnis super interessant. Hoffentlich bleibt es über die Kapitel hinweg so fesselnd.

Autorin / Autor

Über Helena Barop

Helena Barop, geboren 1986, studierte in Freiburg und Rom Geschichte und Philosophie. Ihre Doktorarbeit »Mohnblumenkriege. Die globale Drogenpolitik der USA, 1950-1979« hat viel Beachtung in den Medien gefunden und wurde mit gleich drei renommierten Preisen ausgezeichnet: Mit dem Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung (2. Platz Geistes- und Kulturwissenschaften), dem Gerhard-Ritter-Preis der Universität Freiburg und dem Preis der AG Internationale Geschichte im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands. Mit »Der große Rausch« erschien 2023 ihr erstes Sachbuch. Es wurde als bestes Wissenschaftsbuch des Jahres 2024 nominiert und auf den 2. Platz gewählt. Helena Barop lebt in Freiburg und arbeitet seit 2021 als freie Autorin.

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