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Romane

Wo der Wind die Namen trägt

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Über das Buch

»Sie hatte beschlossen, nicht mehr an das Früher zu denken: die Orte, die Menschen in ihrer Heimat und schon gar nicht an das, was damals geschehen war in jenem Sommer 1946, als sie acht Jahre alt war und alles seinen Anfang nahm.«

2023. Die 85-jährige Inge Sundermann folgt widerwillig einer Einladung zum Klassentreffen in die Lüneburger Heide. Mit dem Ort ihrer Kindheit verbindet sich eine furchtbare Schuld, die sie einst im Kindesalter auf sich geladen und tief in sich vergraben hat. Doch die Vergangenheit holt Inge nun ein in Gestalt der Tagebuchaufzeichnungen von Helga von Borcke, einer Frau, die bereits 1946 begonnen hat, die Chronik dieser idyllischen Landschaft im Schatten von Bergen-Belsen niederzuschreiben.

1946. Die 8-jährige Inge findet auf dem Weg zum Geigenunterricht im Wald die Leiche einer jungen Frau. Ein tragischer Prozess um Lügen, Vertuschung und menschenverachtende Verbrechen nimmt seinen Lauf, der Inge viele Jahrzehnte später noch einmal mit voller Wucht heimsucht.

Die idyllische Lüneburger Heide wird zum Schauplatz für Kriegsverbrechen, deren Täter noch Jahrzehnte später unentdeckt in ihren Familien leben. Auf zwei Zeitebenen erzählt der neue Roman von Anja Jonuleit von den entsetzlichen Ereignissen in der Lüneburger Heide und deren Vertuschung, von alten Nazi-Seilschaften – und von zwei Frauen (1946 und 2023), die nicht bereit sind, die Vergangenheit ruhen zu lassen.

Ein aufrüttelnder, tief unter die Haut gehender Roman, genährt von der Wirklichkeit. Mit einem Nachwort der Autorin über die zugrundeliegenden Fakten.

Editionen (2)

ISBN9783641317270
VerlagC.Bertelsmann
Erscheinungsdatum25.03.26
Seitenzahl384

Rezensionen & Bewertungen

41 Bewertungen

16 Rezensionen

4,4

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  • fruggielicious
    fruggielicious

    2650 Follower

    5,0

    Empfehlung und Warnung 😭

    ✨Rezensionsexemplar✨ Gestern Abend habe ich diesen herzzerreißenden Banger hier beendet und muss ihn Euch direkt vorstellen! ✨Zitate „Inge rannte um die Lok herum direkt auf die Pumpe neben dem kleinen Bahnhofsgebäude zu, wo Willi schon Position bezogen und zu pumpen begonnen hatte. Und da waren sie wieder: die Hände. Überall Hände, die durch die Ritzen in den Waggons gestreckt wurden, zu kleinen Schüsseln geformt. »Waa-ssär, Waa-ssär«, riefen die Stimmen, die zu den Händen gehörten, und manche klangen ganz kläglich.“ „Diesmal wird es gelingen. Ich werde alles daran setzen.“ „… Es war Mord.“ „Manches kann sich der Mensch einfach nicht vorstellenden und dazu gehört wohl die Endlichkeit.“ Mein erstes Buch von Anja Jonuleit und es geht direkt eine große Warnung an Euch raus, bitte lest es nur auf eigene Gefahr. Man denkt, was soll schon passieren? Der WWII war schrecklich, alles ist gesagt und alles ist bekannt, dann kommt so ein Buch hier um die Ecke 😭😭 und man hat ganz neue Schreckensbilder im Kopf und zwar für immer. ✨Inhalt Deutschland, 1946: Inge wird mit nur 8 Jahren unwillentlich in ein Verbrechen reingezogen und trägt von da an eine Schuld mit sich, die sie nie wieder loslässt. Helga hat im gleichen Jahr begonnen, Tagebuch zu schreiben über das, was sie in der idyllischen Lüneburger Heide, im Schatten von Bergen-Belsen, beobachtet. Diese Aufzeichnungen holen Inge, mittlerweile berühmt, Jahrzehnte später wieder ein… Es geht um Verleumdung und Vertuschung von grausamen Taten. ✨Meinung Es war keine Liebe auf den ersten Blick, zwischen dieser Geschichte und mir. Bis etwas über die Hälfte fühlte sich der Schreibstil distanziert an und die Autorin hat sich damit Zeit gelassen, den Plot auszurollen. Aber dann hat die Spannung mich gepackt und das Buch ging mir komplett unter die Haut. Es konzentriert sich bis zum Ende u.a. auf evtl. weniger bekannte / weniger besprochene Nazi Verbrechen und den Versuch, diese aufzuklären. Wir lesen abwechselnd aus Sicht von Inge und Helga, beide Frauen wachsen einem mit der Zeit ans Herz, auch wenn die erwachsene Inge insbesondere im ersten Drittel nicht gerade sympathisch gezeichnet ist. Es wechseln sich auch die Zeitebenen ab, wir folgen Inge im Damals und im Jetzt und Helga im Damals. Das Geflecht der Charaktere und der geschichtlichen Ereignisse ist dicht, aber leicht zu durchschauen, wenn man konzentriert am Ball bleibt. Das ist definitiv kein Buch für zwischendurch und kein klassisches Lesen zum Vergnügen, es ist ernst, traurig, erschreckend und man weiß gar nicht, wohin mit dem ganzen Schmerz. Aber es ist so so wichtig und es reißt einen mit, für die erste Hälfte habe ich etwas gebraucht, aber die zweite Hälfte habe ich quasi inhaliert. Achtung: die Verbrechen werden sehr detailliert und schonungslos geschildert und es geht um Kinder. Da muss man bereit für sein (ich war es nicht und werde es nie sein). Neben allem anderen schmerzt mein Herz auch sehr für Charakter A, den es wirklich gegeben hat (siehe Nachwort / Danksagung). 😨😨💔💔 ✨Fazit Spätestens am Ende des Buchs, wenn die Autorin die geschichtliche Einordnung aufzeigt, realisiert man nochmal, dass es zwar ein fiktiver Roman ist, aber dieser sich eng an der Realität orientiert. Es ist einfach ein Schlag ins Gesicht und nein, es ist nicht „auch mal gut“ 😭😭. Ich wünsche Euch viel Kraft, wenn Ihr Euch mal für dieses Buch entscheiden solltet. 5/5⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

    Empfehlung und Warnung 😭

    24. Apr. 2026

  • imibook
    imibook

    176 Follower

    4,5

    Der Roman von Anja Jonuleit,der auch auf wahren Begebenheiten beruht, erzählt auf zwei Zeitebenen von Geschehnissen in der Lüneburger Heide in den vierziger Jahren und die Erinnerungen daran der Protagonistin Inge. Es geht um ungeheuerliche Verbrechen,Schuld und Vergessen. Das Buch macht wütend und fassungslos,aber auch traurig angesichts der menschenverachtenden Taten und deren Nichtbestrafung. Durch den flüssigen Schreibstil und überschaubare Kapitellänge konnte ich das Buch in kurzer Zeit auslesen. 💯 Leseempfehlung

    23. Apr. 2026

  • 5,0

    Für alle die gerne Romane mit echtem geschichtlichen Hintergrund lesen - Lest diese Buch! 🖤❤️‍🩹💔

    Wo der Wind die Namen trägt (5 Sterne ⭐⭐⭐⭐⭐) „Sie hatte all das gewusst und versucht, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Sie hatte den Mut gehabt zu kämpfen. Am Ende war sie gescheitert.“ Dieser eine Satz hallt nach. Er steht sinnbildlich für so viele Schicksale. Für Mut, der ins Leere lief, für Gerechtigkeit, die nie kam und für die bittere Ohnmacht einer ganzen Generation. 😔 Man hört immer wieder, dass Haupttäter des Holocaust und hochrangige Nazis nach dem Krieg ihr Leben scheinbar unbehelligt weiterführten, teils sogar in angesehenen Positionen als Ärzte, Lehrer oder in der Politik. Viele Mitmenschen schwiegen, verdrängten oder wollten schlicht nichts wissen. Genau dieses schmerzhafte, oft totgeschwiegene Kapitel greift die Autorin in ihrem Roman auf und trifft damit mitten ins Herz. 💔 Die Handlung setzt nach Kriegsende ein und entfaltet eine beklemmende, zutiefst bewegende Geschichte über das, was vor aller Augen geschehen ist und doch so oft verschwiegen wurde. Es geht um die Opfer, deren Leid kaum in Worte zu fassen ist. 🕯️ Aber es geht auch um die Täter, die einfach weitermachten, als wäre nichts gewesen. Besonders eindringlich ist der Blick auf die Bevölkerung. Zerstörte Städte, Hunger, Verlust und Trauer prägen den Alltag. Ehemänner, Söhne und Brüder kehren nicht zurück. Kinder wachsen in einer Welt auf, die von Schweigen und unausgesprochenen Wahrheiten geprägt ist und begreifen oft erst Jahre später die erschütternde Realität ihrer Vergangenheit. Der Verlust von Heimat zieht sich dabei wie ein leiser, aber unaufhaltsamer Schmerz durch die gesamte Geschichte. 🏚️ Ich habe viele Romane über den Zweiten Weltkrieg gelesen, doch dieser hier hat mich auf eine ganz besondere Weise getroffen. Er gehört ohne Zweifel zu meinen Top 3. 📚 Die Autorin verwebt zwei Zeitebenen und verschiedene Perspektiven mit einer solchen Intensität, dass man das Gefühl hat, selbst Teil dieser Geschichte zu sein. Ihr Stil ist bewusst kühl und nüchtern und gerade deshalb so erschütternd. Er lässt keinen Raum für Beschönigungen und trifft einen mit voller Wucht. ⚡ Dieses Buch ist mehr als nur ein Roman – es ist eine eindringliche Erinnerung, ein Aufrütteln, ein Mahnmal. Ich kann es allen empfehlen, die sich für Geschichte interessieren und bereit sind, sich den dunklen Kapiteln Deutschlands zu stellen. Doch man sollte sich bewusst sein. Dieses Buch fordert einen heraus. Es ist schonungslos, ehrlich – und geht tief unter die Haut. 🖤

    Für alle die gerne Romane mit echtem geschichtlichen Hintergrund lesen - Lest diese Buch!

🖤❤️‍🩹💔

    2. Mai 2026

3 von 16 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Anja Jonuleit

ANJA JONULEIT, in Bonn geboren und am Bodensee aufgewachsen, arbeitete einige Jahre für die Deutsche Botschaft in Rom und Damaskus. Danach studierte sie Italienisch und Englisch in München, arbeitete als Übersetzerin und Gerichtsdolmetscherin und begann zu schreiben. Seit 2007 stehen ihre Romane regelmäßig auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.Ihren Romanen – darunter »Herbstvergessene«, »Der Apfelsammler«, »Rabenfrauen« und »Das letzte Bild« – folgte mit der Dilogie »Kaiserwald« und »Sonnenwende« ein breit angelegtes Familiendrama. »Wo der Wind die Namen trägt« ist ihr jüngster Roman.Anja Jonuleit ist bekannt für ihre gründliche Recherche: Sie reist an die Handlungsorte ihrer Romane, spricht mit Zeitzeugen und Betroffenen und bringt deren Stimmen in ihre Geschichten ein. Ihre Bücher handeln von Extremismus, radikalen Weltanschauungen und Familiengeheimnissen, sie erzählt von Müttern, Kindern und Verlust – ein Motiv aus ihrer Familiengeschichte.Weitere Informationen unter www.anjajonuleit.de

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