Kein Grund, alles schwarz zu sehen. Weltuntergang vorerst verschoben.
Der neue geniale Roman von Kultautor Jonas Jonasson!
Drei charmante Außenseiter, von einem kuriosen Zufall zusammengeführt, brechen mit einem bunt angestrichenen Wohnmobil auf, um die Welt ein bisschen gerechter zu machen. Dabei lassen sie sich weder vor arroganten Diplomaten-Brüdern noch von einem eigenwilligen Herrscher auf einer Insel im Indischen Ozean aufhalten. Mit Witz und Phantasie verwandeln sie ihr Wohnmobil in ein Gourmet-Restaurant und schlagen sogar aus dem vermeintlichen Ende der Welt noch ein bisschen Glück für sich heraus. Ein echter Jonasson mit einem Feuerwerk an genialen Pointen, rasantem Erzähltempo und einzigartigen Wendungen.
»Jonas Jonasson schreibt Entgiftungsbücher für die Seele.« Volker Weidermann auf SPIEGEL Plus
Eine völlig verkorkste und an den Haaren herbeigezogene Geschichte, die zwischendrin immer einige politische Wahrheitskörnchen verbigt, auch wenn das Buch weniger politisch statt dessen vielmehr durchgehend heiter ist 😎 ein Leseschmaus!
11. März 2026
4,0
Eine völlig verkorkste und an den Haaren herbeigezogene Geschichte, die zwischendrin immer einige politische Wahrheitskörnchen verbigt, auch wenn das Buch weniger politisch statt dessen vielmehr durchgehend heiter ist 😎 ein Leseschmaus!
Es gibt Bücher, die wollen dir die Welt erklären. Die vermitteln irgendwas von wegen, dies funktioniert soundso und das hier musst du soundso machen. Andere Bücher wollen die Welt retten. Und dann gibt es dieses hier, das kluger- und glücklicherweise auf beides verzichtet hat und stattdessen drei Menschen in ein Wohnmobil setzt und sie das alles eher zufällig übernehmen lässt. Erst sind sie drei Fremde, dann stellen sie fest, dass sie Außenseiter und demnach aus demselben Holz geschnitzt sind und plötzlich sind sie titelgebend als drei fast geniale Freunde auf dem Weg zum Ende der Welt, die sie retten wollen. Was nach Campingurlaub in Holland klingt, endet in einer aberwitzigen Reise quer durch Europa bis nach Afrika.
Wer uns begleitet?
Da hätten wir erstens einen herzensguten Koch mit bemerkenswert begrenzter Intelligenz, eine toughe Weltuntergangsprophetin mit bemerkenswert begrenzter Treffsicherheit hinsichtlich ihrer Verschwörungstheorien zum Zweiten und drittens eine ältere Dame, die das Internet ähnlich begrenzt nutzt wie manche Elternteile die Selfie-Kamera, im Gegensatz zu den anderen beiden fast genialen Freunden dies aber zu ihrem Vorteil zu nutzen weiß. Die verdient Geld damit. Viel Geld. Viel, viel Geld…Dabei hat sie nicht nur Fans…
Alle Wege führen ja bekanntlich nach Rom, hier ist es auch so, wenn aber auch geplant. Von einem Stockholmer Vorort geht es quasi aus Versehen über Bielefeld zur schwedischen Botschaft nach Rom, wo Protagonist Koch Johan eine Rechnung mit seinem Diplomatenbruder offen hat. Und wie üblich in den Büchern des schwedischen Autors Jonas Jonasson darf auch hier eine gehörige politisch-satirische Komponente nicht fehlen, bei der reale, prominente Spitzenpolitiker in der Story mitspielen. Dass unser liebenswerter, aber tollpatschige Held Häppchen mit Barack Obama inmitten von Diplomaten und Politikern isst, ist nur eines von vielen (un)glücklichen Zufällen, die die Welt später auf den Kopf stellen wird.
Der Rest ist absurd. Voller Ideenreichtum.
Deshalb läute ich sie jetzt ein, die „Drei fast genialen Kritikpunkte“ für den Roman um die drei fast genialen Freunde:
Fast genial Nr. 1: Der Roman bietet praktisch alles, was ein ordentlicher Mensch von einem unordentlichen Chaos und Abenteuer erwarten darf: groteske Zufälle, unnötig komplizierte Umwege, überraschende Freundschaften, kulinarische Höhepunkte und die beruhigende Erkenntnis, dass die Menschheit vermutlich nicht an Bosheit zugrunde geht, sondern an ihrer eigenen Tollpatschigkeit.
Warum also nur fast genial?
Weil das letzte Drittel leider an den zwei vorherigen gar nicht anknüpfen kann.
Fast genial Nr. 2: Das Buch versucht nie tiefgründig zu sein, es ist bitter böse satirisch und humorvoll. Die heute-Show wäre sicher sehr stolz - welkes Lachen? Fehlanzeige! Viele Gags in diesem Buch beschäftigen mich nachhaltig: Denn wenn ein Buch es schafft, dass ich an einem dänischen Rastplatz einmal den Hund ausführe, Leine und demnach auch den Hund in der einen und aufgeklapptes Buch in der anderen Hand, und ich derartig loslachen muss, dass mich unsere dänischen Nachbarn um mich herum misstrauisch begutachten, kann den Punkt hier eigentlich nur das Buch für sich gewinnen.
Doch auch hier bricht das letzte Drittel alldem das Genick; der Humor bzw. die Dichte der Pointen, ver … nun ja … dichten sich. Sie sind so dünn, dass sie sich praktisch ver … dünnisieren. Fragt nicht wie lange ich an den Wortspielen gesessen habe (3 Minuten, wenn überhaupt).
Fast genial Nr. 3:
Das letzte Drittel. Es muss für sich stehen. Dass es nichts war wäre nichts als gelogen, um nicht anders zu sagen DREIst….Aber weil sich meine Rezension scheinbar wie ein Dreiteiler aufteilt und allgemein um die Zahl drei zu drehen scheint (ich hör gleich auf damit, versprochen) muss der größte Kritikpunkt für sich stehen. Es geht am Ende alles zu schnell, teilweise fällt dem Dreiergespann an drei fast genialen Freunden alles zu sehr in den Schoß und teilweise fehlte der Glanz der ganzen dreihundert Seiten zuvor.
In diesem Sinne: Weil ich unglaublich Spaß an dem Buch hatte, mehrmals lautstark lachen musste, es eigentlich mehr um drei geniale als um drei fast geniale Freunde geht, ich heute in den Urlaub starte und allgemein so gute Laune habe, dass ich vor Freude im Dreieck titschen könnte, wenn ich denn eins hätte, und insgesamt Spaß an dem Buch hatte, sind es starke 4,5 Sterne.
Auch wenn ich darüber mehrmals nachgedacht habe.
Doppelt und dreifach sozusagen.
31. Mai 2026
4,5
Drei fast geniale Gründe
Es gibt Bücher, die wollen dir die Welt erklären. Die vermitteln irgendwas von wegen, dies funktioniert soundso und das hier musst du soundso machen. Andere Bücher wollen die Welt retten. Und dann gibt es dieses hier, das kluger- und glücklicherweise auf beides verzichtet hat und stattdessen drei Menschen in ein Wohnmobil setzt und sie das alles eher zufällig übernehmen lässt. Erst sind sie drei Fremde, dann stellen sie fest, dass sie Außenseiter und demnach aus demselben Holz geschnitzt sind und plötzlich sind sie titelgebend als drei fast geniale Freunde auf dem Weg zum Ende der Welt, die sie retten wollen. Was nach Campingurlaub in Holland klingt, endet in einer aberwitzigen Reise quer durch Europa bis nach Afrika.
Wer uns begleitet?
Da hätten wir erstens einen herzensguten Koch mit bemerkenswert begrenzter Intelligenz, eine toughe Weltuntergangsprophetin mit bemerkenswert begrenzter Treffsicherheit hinsichtlich ihrer Verschwörungstheorien zum Zweiten und drittens eine ältere Dame, die das Internet ähnlich begrenzt nutzt wie manche Elternteile die Selfie-Kamera, im Gegensatz zu den anderen beiden fast genialen Freunden dies aber zu ihrem Vorteil zu nutzen weiß. Die verdient Geld damit. Viel Geld. Viel, viel Geld…Dabei hat sie nicht nur Fans…
Alle Wege führen ja bekanntlich nach Rom, hier ist es auch so, wenn aber auch geplant. Von einem Stockholmer Vorort geht es quasi aus Versehen über Bielefeld zur schwedischen Botschaft nach Rom, wo Protagonist Koch Johan eine Rechnung mit seinem Diplomatenbruder offen hat. Und wie üblich in den Büchern des schwedischen Autors Jonas Jonasson darf auch hier eine gehörige politisch-satirische Komponente nicht fehlen, bei der reale, prominente Spitzenpolitiker in der Story mitspielen. Dass unser liebenswerter, aber tollpatschige Held Häppchen mit Barack Obama inmitten von Diplomaten und Politikern isst, ist nur eines von vielen (un)glücklichen Zufällen, die die Welt später auf den Kopf stellen wird.
Der Rest ist absurd. Voller Ideenreichtum.
Deshalb läute ich sie jetzt ein, die „Drei fast genialen Kritikpunkte“ für den Roman um die drei fast genialen Freunde:
Fast genial Nr. 1: Der Roman bietet praktisch alles, was ein ordentlicher Mensch von einem unordentlichen Chaos und Abenteuer erwarten darf: groteske Zufälle, unnötig komplizierte Umwege, überraschende Freundschaften, kulinarische Höhepunkte und die beruhigende Erkenntnis, dass die Menschheit vermutlich nicht an Bosheit zugrunde geht, sondern an ihrer eigenen Tollpatschigkeit.
Warum also nur fast genial?
Weil das letzte Drittel leider an den zwei vorherigen gar nicht anknüpfen kann.
Fast genial Nr. 2: Das Buch versucht nie tiefgründig zu sein, es ist bitter böse satirisch und humorvoll. Die heute-Show wäre sicher sehr stolz - welkes Lachen? Fehlanzeige! Viele Gags in diesem Buch beschäftigen mich nachhaltig: Denn wenn ein Buch es schafft, dass ich an einem dänischen Rastplatz einmal den Hund ausführe, Leine und demnach auch den Hund in der einen und aufgeklapptes Buch in der anderen Hand, und ich derartig loslachen muss, dass mich unsere dänischen Nachbarn um mich herum misstrauisch begutachten, kann den Punkt hier eigentlich nur das Buch für sich gewinnen.
Doch auch hier bricht das letzte Drittel alldem das Genick; der Humor bzw. die Dichte der Pointen, ver … nun ja … dichten sich. Sie sind so dünn, dass sie sich praktisch ver … dünnisieren. Fragt nicht wie lange ich an den Wortspielen gesessen habe (3 Minuten, wenn überhaupt).
Fast genial Nr. 3:
Das letzte Drittel. Es muss für sich stehen. Dass es nichts war wäre nichts als gelogen, um nicht anders zu sagen DREIst….Aber weil sich meine Rezension scheinbar wie ein Dreiteiler aufteilt und allgemein um die Zahl drei zu drehen scheint (ich hör gleich auf damit, versprochen) muss der größte Kritikpunkt für sich stehen. Es geht am Ende alles zu schnell, teilweise fällt dem Dreiergespann an drei fast genialen Freunden alles zu sehr in den Schoß und teilweise fehlte der Glanz der ganzen dreihundert Seiten zuvor.
In diesem Sinne: Weil ich unglaublich Spaß an dem Buch hatte, mehrmals lautstark lachen musste, es eigentlich mehr um drei geniale als um drei fast geniale Freunde geht, ich heute in den Urlaub starte und allgemein so gute Laune habe, dass ich vor Freude im Dreieck titschen könnte, wenn ich denn eins hätte, und insgesamt Spaß an dem Buch hatte, sind es starke 4,5 Sterne.
Auch wenn ich darüber mehrmals nachgedacht habe.
Doppelt und dreifach sozusagen.
Der schwedische Autor Jonas Jonasson gehört zu den Autoren, die aus jedem Buchtitel eine Kurzgeschichte machen. „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ war sein Erstlingswerk, das den Journalisten auf einen Schlag weltberühmt und reich machte, da es sich nicht nur millionenfach verkaufte, sondern auch in 45 Sprachen übersetzt und verfilmt wurde.
Ein solcher Erfolg verleitet natürlich dazu, den erfolgreichen Rohling in die Serienproduktion zu
geben. Aufbauend auf dem Muster des Bestsellers folgten „Die Analphabetin, die rechnen konnte“, „Mörder Anders und seine Freunde nebst dem ein oder anderen Feind“ und weil es so schön war: „Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten“.
Zu seiner Ehrenrettung sei erwähnt, dass es Jonasson durchaus versteht, diese Abstracts namens
Titel mit ganz viel Leben zu füllen. Er kann erzählen, das muss man ihm einfach lassen. In einem
Interview wurde er einmal gefragt, woher diese Gabe denn käme und er führte aus, wie er einst
als kleiner Junge Abend für Abend auf dem Schoß seines Großvaters gesessen sei und viele
Jahre seinen Geschichten gelauscht habe. Stellt man sich dann noch den knisternden Kamin und
den Rentier-Pullover vor, bekommt der ein oder andere vielleicht schon feuchte Augen ob des
märchenhaften Settings.
Diese Szenerie ist absolut passend zu seinen Büchern, denn irgendwann fragt man sich, warum
Jonas Jonasson seine Bücher nicht mit „Es war einmal…“ beginnen lässt. Leider ist nicht
übermittelt, inwieweit er seine literarischen Wurzeln auch bei den Gebrüdern Grimm sieht.
Ein Abdriften ins Genre des Kinderbuchs verhindert der schwedische Autor, den man ob seines
Verkaufserfolgs heute schon in einem Atemzug mit Astrid Lindgren (zufälligerweise
Kinderbuchautorin) nennt, indem er in jedem seiner Bücher Handlungsstränge aus der mehr oder
weniger aktuellen Weltgeschichte einfliessen lässt. Und indem in seinen Romanen regelmässig
hochkarätige Figuren aus Politik und Gesellschaft auftreten. Bevorzugt und naheliegend ist es
immer mal wieder der schwedische König, dieses Mal der amerikanischen Präsident Barack Obama. Nach der Sinnhaftigkeit und nach dem Realitätsbezug darf und will sich der Leser nicht ifragen, tut man in Märchen ja auch nicht.
Ein zweites Kern-Element jedes Jonasson-Buchs ist seine Vorliebe und Sympathie für die
Schwachen am Rand der Gesellschaft. Auch das nichts Schlechtes, aber eben ein Muster. Da
sind es zum Beispiel mal die Alten (darf sicher auch deutlich unter 100 sein), dann die sozial
Ausgegrenzten (schwarze Latrinentonnenträgerin und gleichzeitig auch noch Analphabetin; wenn
schon, denn schon) und nun ein unbedarfter junger schwedischer Autist (dessen intellektuelle
Leistungsbreite sein Bruder kurz und knackig mit „Idiot“ auf den Punkt bringt). Aber auf Jonasson
ist Verlass, natürlich läuft es für diese Lucky Looser in allen seinen Stories auf ein Happy End
hinaus.
In Anbetracht des aussagekräftigen Titels und der üblichen literarischen Gesetzmässigkeiten in
einem Roman von Jonas Jonasson kann man getrost auf eine in Rezensionen sonst so üblichen
Zusammenfassung der Handlung verzichten.
Eine Anmerkung ist jedoch angebracht, wenn man sich für die Hörbuch-Version des Werkes
entschieden hat. Vorleser (und Schauspieler) Shenja Lacher und ein Jonasson-Roman passen
kongenial zusammen. Der Großvater von Jonasson würde vor Neid erblassen, wenn er Lacher
zuhören dürfte. Es gibt wohl niemanden, der mehr dem Märchenonkel entsprechen könnte, als
Shenja Lacher. Ein Mann mit einer ruhigen Stimme, die jeden Erwachsenen in Hypnose versetzen
kann und neun von zehn Kindern mit Einschlafstörungen in den Tiefschlaf versetzen würde. Das ist absolut keine Kritik, seine Stimme und deren Adaptation an die verschiedenen Charaktere und
Situationen sind perfekt. Aber die Kombination aus märchenhafter Geschichte und märchenhafter
Intonation ist einfach ein echter Durchhalte-Test für jeden Zuhörer.
Aber anderseits sei an dieser Stelle vielleicht auch Rick Castle, Schriftsteller und Hauptfigur in der
gleichnamigen TV-Serie, zitiert.“Wie viel Märchen braucht die Realität?“
11. Apr. 2026
3,0
Märchenhaft …
Der schwedische Autor Jonas Jonasson gehört zu den Autoren, die aus jedem Buchtitel eine Kurzgeschichte machen. „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ war sein Erstlingswerk, das den Journalisten auf einen Schlag weltberühmt und reich machte, da es sich nicht nur millionenfach verkaufte, sondern auch in 45 Sprachen übersetzt und verfilmt wurde.
Ein solcher Erfolg verleitet natürlich dazu, den erfolgreichen Rohling in die Serienproduktion zu
geben. Aufbauend auf dem Muster des Bestsellers folgten „Die Analphabetin, die rechnen konnte“, „Mörder Anders und seine Freunde nebst dem ein oder anderen Feind“ und weil es so schön war: „Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten“.
Zu seiner Ehrenrettung sei erwähnt, dass es Jonasson durchaus versteht, diese Abstracts namens
Titel mit ganz viel Leben zu füllen. Er kann erzählen, das muss man ihm einfach lassen. In einem
Interview wurde er einmal gefragt, woher diese Gabe denn käme und er führte aus, wie er einst
als kleiner Junge Abend für Abend auf dem Schoß seines Großvaters gesessen sei und viele
Jahre seinen Geschichten gelauscht habe. Stellt man sich dann noch den knisternden Kamin und
den Rentier-Pullover vor, bekommt der ein oder andere vielleicht schon feuchte Augen ob des
märchenhaften Settings.
Diese Szenerie ist absolut passend zu seinen Büchern, denn irgendwann fragt man sich, warum
Jonas Jonasson seine Bücher nicht mit „Es war einmal…“ beginnen lässt. Leider ist nicht
übermittelt, inwieweit er seine literarischen Wurzeln auch bei den Gebrüdern Grimm sieht.
Ein Abdriften ins Genre des Kinderbuchs verhindert der schwedische Autor, den man ob seines
Verkaufserfolgs heute schon in einem Atemzug mit Astrid Lindgren (zufälligerweise
Kinderbuchautorin) nennt, indem er in jedem seiner Bücher Handlungsstränge aus der mehr oder
weniger aktuellen Weltgeschichte einfliessen lässt. Und indem in seinen Romanen regelmässig
hochkarätige Figuren aus Politik und Gesellschaft auftreten. Bevorzugt und naheliegend ist es
immer mal wieder der schwedische König, dieses Mal der amerikanischen Präsident Barack Obama. Nach der Sinnhaftigkeit und nach dem Realitätsbezug darf und will sich der Leser nicht ifragen, tut man in Märchen ja auch nicht.
Ein zweites Kern-Element jedes Jonasson-Buchs ist seine Vorliebe und Sympathie für die
Schwachen am Rand der Gesellschaft. Auch das nichts Schlechtes, aber eben ein Muster. Da
sind es zum Beispiel mal die Alten (darf sicher auch deutlich unter 100 sein), dann die sozial
Ausgegrenzten (schwarze Latrinentonnenträgerin und gleichzeitig auch noch Analphabetin; wenn
schon, denn schon) und nun ein unbedarfter junger schwedischer Autist (dessen intellektuelle
Leistungsbreite sein Bruder kurz und knackig mit „Idiot“ auf den Punkt bringt). Aber auf Jonasson
ist Verlass, natürlich läuft es für diese Lucky Looser in allen seinen Stories auf ein Happy End
hinaus.
In Anbetracht des aussagekräftigen Titels und der üblichen literarischen Gesetzmässigkeiten in
einem Roman von Jonas Jonasson kann man getrost auf eine in Rezensionen sonst so üblichen
Zusammenfassung der Handlung verzichten.
Eine Anmerkung ist jedoch angebracht, wenn man sich für die Hörbuch-Version des Werkes
entschieden hat. Vorleser (und Schauspieler) Shenja Lacher und ein Jonasson-Roman passen
kongenial zusammen. Der Großvater von Jonasson würde vor Neid erblassen, wenn er Lacher
zuhören dürfte. Es gibt wohl niemanden, der mehr dem Märchenonkel entsprechen könnte, als
Shenja Lacher. Ein Mann mit einer ruhigen Stimme, die jeden Erwachsenen in Hypnose versetzen
kann und neun von zehn Kindern mit Einschlafstörungen in den Tiefschlaf versetzen würde. Das ist absolut keine Kritik, seine Stimme und deren Adaptation an die verschiedenen Charaktere und
Situationen sind perfekt. Aber die Kombination aus märchenhafter Geschichte und märchenhafter
Intonation ist einfach ein echter Durchhalte-Test für jeden Zuhörer.
Aber anderseits sei an dieser Stelle vielleicht auch Rick Castle, Schriftsteller und Hauptfigur in der
gleichnamigen TV-Serie, zitiert.“Wie viel Märchen braucht die Realität?“
11. Apr. 2026
3 von 41 Rezensionen
Autorin / Autor
Über Jonas Jonasson
Jonas Jonasson, geboren 1961 im schwedischen Växjö, arbeitete nach seinem Studium in Göteborg als Journalist unter anderem für die Zeitungen »Smålandsposten« und »Expressen«. Später gründete er eine eigene Medien-Consulting-Firma. Doch nach 20 Jahren in der Medienwelt verkaufte er seine Firma und schrieb den Roman, über den er schon jahrelang nachgedacht hatte: »Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand«. Das Buch wurde weltweit zu einem Bestseller und auch höchst erfolgreich verfilmt. Seitdem beglückt Jonas Jonasson seine Fans immer wieder mit turbulent witzigen Romanen, jeder ein wahres Feuerwerk an genialen Einfällen und jeder ein gefeierter Bestseller.