Tania Blixens Geschichten sind Perlen moderner Erzählkunst
Jahrelang hat Babette in der Lotterie gespielt, bis ihr eines Tages das Glück hold ist. Mit dem Gewinn richtet die Meisterköchin in dem abgelegenen norwegischen Dorf ein Festmahl aus, dessen lukullische Verführungskunst die Gäste für ein paar Stunden in den Himmel erhebt. Mit der anrührenden Erzählung »Babettes Fest« ist Tania Blixen ein literarisches Glanzstück gelungen, das ihren Ruf als große Schriftstellerin des 20. Jahrhunderts mitbegründet. In diesem Band sind alle fünf »Schicksalsanekdoten«, wie die Autorin den Band betitelte, versammelt. Sie bezeugen, dass Blixens Texte, ihre Lebensthemen und Stoffe, das Exotische, das Märchen- und Legendenhafte dank der bildkräftigen Beschreibungskunst heute noch so lebendig sind wie eh und je.
Mit diesem Buch bin ich bis zur letzten Seite nicht warm geworden. Wirr, zusammenhangslos und zerstückelt wird erzählt, kaum Spannung. Muss man mögen, aber nichts für mich. Schade!
31. März 2024
2,0
Nichts für mich...
Mit diesem Buch bin ich bis zur letzten Seite nicht warm geworden. Wirr, zusammenhangslos und zerstückelt wird erzählt, kaum Spannung. Muss man mögen, aber nichts für mich. Schade!
Wer die dänische Verfilmung dieser kleinen Novelle aus den 80er Jahren kennt, wird sich an einen ruhigen Film erinnern, in dem es um eine französische Köchin im norwegischen Exil geht, die in einem Haus von zwei pietistischen Schwestern lebt und arbeitet. Die beiden alten Damen lehnen die Sinnesfreuden aufgrund ihres Glaubens ab, am Ende kocht Babette aufwendig französisch im Stile der Haute Cuisine. Es gibt ein Fest. Alle haben sich lieb, Dankbarkeit, Barmherzigkeit und so weiter und so fort.
Umso überraschter war ich, als ich nun Blixens Novelle las. Denn Babette ist da nicht selbstlose Dienerin, die die Tischgesellschaft mit einem opulenten Mahl glücklich machen will. Sie strotzt quasi von Überzeugung und sieht sich als Künstlerin, die endlich mal ihr Können zeigen will. Das Kochen dient also nicht in erster Linie dem Genuss der Bekochten, sondern der Befriedigung des Egos der Köchin. Babette will am Ende nicht wieder nach Paris zurück, da die Herrschaften, denen sie früher gedient hat, nicht mehr leben. Sie sagt:
"Sie waren dazu erzogen und geübt, mit größerem Aufwand, als Sie, meine lieben Damen [die Schwestern], auch nur begreifen und glauben können, dazu erzogen, dass sie verstehen konnten, was ich für eine Künstlerin bin. Ich konnte sie glücklich machen. Wenn ich mein Allerbestes gab, konnte ich sie vollkommen glücklich machen. [...] Für einen Künstlerin ist es schrecklich und unerträglich, wenn er dazu ermutigt wird, nur sein Nächstbestes zu geben und dafür noch Beifall bekommt. Durch die ganze Welt schallt unablässlich der eine Schrei aus dem Herzen des Künstlers: Erlaubt mir doch, dass ich mein Äußerstes gebe!"
Mit anderen Worten: nicht das Einfache und Schlichte kann vollkommen befriedigen. Nur das Beste vom Besten und wenn alle ihr Äußerstes geben, führt dazu, dass vollkommenes Glück erreicht wird. Das steht so im krassen Gegensatz zu anderen Filmen, in denen es um die hohe Kochkunst geht, z.B. dem Animationsfilm Ratatouille. Da erlebt der Antiheld Restaurantkritiker sein vollkommenes Glück, als er das einfache Gemüsegericht aus seiner Kindheit serviert bekommt. Dieser scheiß Leistungsgedanke, von wegen man immer sein Bestes geben muss, damit andere zufrieden sind, mag ja ein Spiegelbild der Zeit gewesen sein und ist es auch leider heute noch. Aber ihre Schildkrötensuppe (ist tatsächlich die Vorspeise des Festmahls) kann sich Babette in ihren Künstlerhals schütten. Eine einfache Kartoffelsuppe mit ner Butterstulle ziehe ich dem immer noch vor.
23. Feb. 2024
2,0
Wer die dänische Verfilmung dieser kleinen Novelle aus den 80er Jahren kennt, wird sich an einen ruhigen Film erinnern, in dem es um eine französische Köchin im norwegischen Exil geht, die in einem Haus von zwei pietistischen Schwestern lebt und arbeitet. Die beiden alten Damen lehnen die Sinnesfreuden aufgrund ihres Glaubens ab, am Ende kocht Babette aufwendig französisch im Stile der Haute Cuisine. Es gibt ein Fest. Alle haben sich lieb, Dankbarkeit, Barmherzigkeit und so weiter und so fort.
Umso überraschter war ich, als ich nun Blixens Novelle las. Denn Babette ist da nicht selbstlose Dienerin, die die Tischgesellschaft mit einem opulenten Mahl glücklich machen will. Sie strotzt quasi von Überzeugung und sieht sich als Künstlerin, die endlich mal ihr Können zeigen will. Das Kochen dient also nicht in erster Linie dem Genuss der Bekochten, sondern der Befriedigung des Egos der Köchin. Babette will am Ende nicht wieder nach Paris zurück, da die Herrschaften, denen sie früher gedient hat, nicht mehr leben. Sie sagt:
"Sie waren dazu erzogen und geübt, mit größerem Aufwand, als Sie, meine lieben Damen [die Schwestern], auch nur begreifen und glauben können, dazu erzogen, dass sie verstehen konnten, was ich für eine Künstlerin bin. Ich konnte sie glücklich machen. Wenn ich mein Allerbestes gab, konnte ich sie vollkommen glücklich machen. [...] Für einen Künstlerin ist es schrecklich und unerträglich, wenn er dazu ermutigt wird, nur sein Nächstbestes zu geben und dafür noch Beifall bekommt. Durch die ganze Welt schallt unablässlich der eine Schrei aus dem Herzen des Künstlers: Erlaubt mir doch, dass ich mein Äußerstes gebe!"
Mit anderen Worten: nicht das Einfache und Schlichte kann vollkommen befriedigen. Nur das Beste vom Besten und wenn alle ihr Äußerstes geben, führt dazu, dass vollkommenes Glück erreicht wird. Das steht so im krassen Gegensatz zu anderen Filmen, in denen es um die hohe Kochkunst geht, z.B. dem Animationsfilm Ratatouille. Da erlebt der Antiheld Restaurantkritiker sein vollkommenes Glück, als er das einfache Gemüsegericht aus seiner Kindheit serviert bekommt. Dieser scheiß Leistungsgedanke, von wegen man immer sein Bestes geben muss, damit andere zufrieden sind, mag ja ein Spiegelbild der Zeit gewesen sein und ist es auch leider heute noch. Aber ihre Schildkrötensuppe (ist tatsächlich die Vorspeise des Festmahls) kann sich Babette in ihren Künstlerhals schütten. Eine einfache Kartoffelsuppe mit ner Butterstulle ziehe ich dem immer noch vor.
Wer die dänische Verfilmung dieser kleinen Novelle aus den 80er Jahren kennt, wird sich an einen ruhigen Film erinnern, in dem es um eine französische Köchin im norwegischen Exil geht, die in einem Haus von zwei pietistischen Schwestern lebt und arbeitet. Die beiden alten Damen lehnen die Sinnesfreuden aufgrund ihres Glaubens ab, am Ende kocht Babette aufwendig französisch im Stile der Haute Cuisine. Es gibt ein Fest. Alle haben sich lieb, Dankbarkeit, Barmherzigkeit und so weiter und so fort.
Umso überraschter war ich, als ich nun Blixens Novelle las. Denn Babette ist da nicht selbstlose Dienerin, die die Tischgesellschaft mit einem opulenten Mahl glücklich machen will. Sie strotzt quasi von Überzeugung und sieht sich als Künstlerin, die endlich mal ihr Können zeigen will. Das Kochen dient also nicht in erster Linie dem Genuss der Bekochten, sondern der Befriedigung des Egos der Köchin. Babette will am Ende nicht wieder nach Paris zurück, da die Herrschaften, denen sie früher gedient hat, nicht mehr leben. Sie sagt:
"Sie waren dazu erzogen und geübt, mit größerem Aufwand, als Sie, meine lieben Damen [die Schwestern], auch nur begreifen und glauben können, dazu erzogen, dass sie verstehen konnten, was ich für eine Künstlerin bin. Ich konnte sie glücklich machen. Wenn ich mein Allerbestes gab, konnte ich sie vollkommen glücklich machen. [...] Für einen Künstlerin ist es schrecklich und unerträglich, wenn er dazu ermutigt wird, nur sein Nächstbestes zu geben und dafür noch Beifall bekommt. Durch die ganze Welt schallt unablässlich der eine Schrei aus dem Herzen des Künstlers: Erlaubt mir doch, dass ich mein Äußerstes gebe!"
Mit anderen Worten: nicht das Einfache und Schlichte kann vollkommen befriedigen. Nur das Beste vom Besten und wenn alle ihr Äußerstes geben, führt dazu, dass vollkommenes Glück erreicht wird. Das steht so im krassen Gegensatz zu anderen Filmen, in denen es um die hohe Kochkunst geht, z.B. dem Animationsfilm Ratatouille. Da erlebt der Antiheld Restaurantkritiker sein vollkommenes Glück, als er das einfache Gemüsegericht aus seiner Kindheit serviert bekommt. Dieser scheiß Leistungsgedanke, von wegen man immer sein Bestes geben muss, damit andere zufrieden sind, mag ja ein Spiegelbild der Zeit gewesen sein und ist es auch leider heute noch. Aber ihre Schildkrötensuppe (ist tatsächlich die Vorspeise des Festmahls) kann sich Babette in ihren Künstlerhals schütten. Eine einfache Kartoffelsuppe mit ner Butterstulle ziehe ich dem immer noch vor.
14. Apr. 2024
2,0
Wer die dänische Verfilmung dieser kleinen Novelle aus den 80er Jahren kennt, wird sich an einen ruhigen Film erinnern, in dem es um eine französische Köchin im norwegischen Exil geht, die in einem Haus von zwei pietistischen Schwestern lebt und arbeitet. Die beiden alten Damen lehnen die Sinnesfreuden aufgrund ihres Glaubens ab, am Ende kocht Babette aufwendig französisch im Stile der Haute Cuisine. Es gibt ein Fest. Alle haben sich lieb, Dankbarkeit, Barmherzigkeit und so weiter und so fort.
Umso überraschter war ich, als ich nun Blixens Novelle las. Denn Babette ist da nicht selbstlose Dienerin, die die Tischgesellschaft mit einem opulenten Mahl glücklich machen will. Sie strotzt quasi von Überzeugung und sieht sich als Künstlerin, die endlich mal ihr Können zeigen will. Das Kochen dient also nicht in erster Linie dem Genuss der Bekochten, sondern der Befriedigung des Egos der Köchin. Babette will am Ende nicht wieder nach Paris zurück, da die Herrschaften, denen sie früher gedient hat, nicht mehr leben. Sie sagt:
"Sie waren dazu erzogen und geübt, mit größerem Aufwand, als Sie, meine lieben Damen [die Schwestern], auch nur begreifen und glauben können, dazu erzogen, dass sie verstehen konnten, was ich für eine Künstlerin bin. Ich konnte sie glücklich machen. Wenn ich mein Allerbestes gab, konnte ich sie vollkommen glücklich machen. [...] Für einen Künstlerin ist es schrecklich und unerträglich, wenn er dazu ermutigt wird, nur sein Nächstbestes zu geben und dafür noch Beifall bekommt. Durch die ganze Welt schallt unablässlich der eine Schrei aus dem Herzen des Künstlers: Erlaubt mir doch, dass ich mein Äußerstes gebe!"
Mit anderen Worten: nicht das Einfache und Schlichte kann vollkommen befriedigen. Nur das Beste vom Besten und wenn alle ihr Äußerstes geben, führt dazu, dass vollkommenes Glück erreicht wird. Das steht so im krassen Gegensatz zu anderen Filmen, in denen es um die hohe Kochkunst geht, z.B. dem Animationsfilm Ratatouille. Da erlebt der Antiheld Restaurantkritiker sein vollkommenes Glück, als er das einfache Gemüsegericht aus seiner Kindheit serviert bekommt. Dieser scheiß Leistungsgedanke, von wegen man immer sein Bestes geben muss, damit andere zufrieden sind, mag ja ein Spiegelbild der Zeit gewesen sein und ist es auch leider heute noch. Aber ihre Schildkrötensuppe (ist tatsächlich die Vorspeise des Festmahls) kann sich Babette in ihren Künstlerhals schütten. Eine einfache Kartoffelsuppe mit ner Butterstulle ziehe ich dem immer noch vor.
14. Apr. 2024
Autorin / Autor
Über Tania Blixen
Tania Blixen (1885–1962), eigentlich Karen Blixen-Finecke, wurde nahe Kopenhagen geboren, studierte Kunst in Paris und Rom und ging 1914 mit ihrem Mann nach Kenia. Dort fand sie ihre zweite Heimat und blieb eineinhalb Jahrzehnte als Kaffeefarmerin. Ihr Memoirenband »Jenseits von Afrika« wurde zu einem Bestseller. Darüber hinaus bezauberte sie Leser in aller Welt mit einem reichen erzählerischen Werk.