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Romane

Ismael

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Über das Buch

»Lehrer sucht Schüler mit ernsthaftem Verlangen, die Welt zu retten.« Ein Mann von den Versuchen der 68er enttäuscht, in ein neues Zeitalter aufzubrechen, begibt sich mehr aus Wut über diese Zeitungsanzeige denn aus Idealismus zu der angegebenen Adresse. Doch statt des erhofften Gurus entdeckt er in der großen, leerstehenden Wohnung einen riesigen Gorilla. Ismael - so sein Name - hat ein erstaunliches Leben hinter sich, und was er zu erzählen weiß, zieht den skeptischen Schüler völlig in seinen Bann. Die beiden geraten in ein philosophisches Gespräch über den Zustand der Welt. Schritt für Schritt führt der weise Affenlehrer den Schüler an sein Denkgebäude heran und dringt mit ihm in metaphysische Tiefen vor, um dem Rätsel menschlichen Verhaltens und Strebens auf die Spur zu kommen. Dieses Verfahren ermöglicht eine überraschende Antwort auf die Frage, wie der Mensch der Gefangene einer Zivilisation wurde, die ihn scheinbar zwingt, sein Paradies, die Erde, zu zerstören. Gemeinsam gehen Lehrer und Schüler den Weg der Evolution bis zu jenem Tag zurück, da sich der Homo sapiens zur Krone der Schöpfung erklärte und anfing, sich die Erde »untertan zu machen« - mit verheerenden Folgen wie wir wissen …

Editionen (1)

ISBN9783641162146
VerlagGoldmann
Erscheinungsdatum16.12.14
Seitenzahl256

Rezensionen & Bewertungen

37 Bewertungen

9 Rezensionen

3,7

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  • the_outsider
    the_outsider

    124 Follower

    5,0

    Warum wir vielleicht das größte Problem dieser Erde sind

    Dieses Buch hat mich ehrlich gesagt ziemlich erwischt. Ich habe nicht einfach nur eine Geschichte gelesen – ich wurde zum Nachdenken gezwungen. Und zwar über Dinge, die man im Alltag viel zu selten hinterfragt. Ismael stellt Fragen, die unbequem sind: Warum sehen wir Menschen uns als Krone der Schöpfung? Wer hat uns dieses Recht eigentlich gegeben? Und warum verhalten wir uns so, als würde die Welt uns gehören? Beim Lesen hatte ich immer wieder dieses Gefühl: „Verdammt, da ist was dran.“ Gerade diese Selbstverständlichkeit, mit der wir die Natur ausbeuten, wird hier komplett auseinandergenommen. Und unsere Standard-Ausrede – dass wir eben nicht perfekt sind – wirkt plötzlich ziemlich schwach. Die Idee mit dem Gorilla als Lehrer fand ich erst ungewöhnlich, fast ein bisschen absurd. Aber genau das macht es so stark. Dieser Perspektivwechsel hat bei mir wirklich etwas ausgelöst. Man schaut plötzlich von außen auf die Menschheit – und das ist teilweise ziemlich ernüchternd. Besonders hängen geblieben ist mir die Unterscheidung zwischen „Lassern“ und „Nehmern“. Ich habe mich dabei ertappt, wie ich mich gefragt habe, wo wir heute eigentlich stehen – und ob wir überhaupt noch wissen, wie ein Leben im Einklang mit der Natur aussehen könnte. Zwei Gedanken aus dem Buch lassen mich seitdem nicht mehr richtig los: „Wir leben doch, als wollten wir die Schöpfung beenden. Wenn wir so weitermachen, wird es keinen Nachfolger des Menschen geben und keinen Nachfolger des Schimpansen, des Orang Utans oder Gorillas - überhaupt keine Nachfolger jetzt lebender Geschöpfe. Alles wird mit uns zu Ende sein. Die Nehmer müssen die Schöpfung beenden, um ihre Geschichte wahr zu machen und leider sind sie auf dem besten Weg dazu.“ Und: „Solange die Menschen deiner Kultur überzeugt sind, die Welt gehöre Ihnen und es sei ihr von den Göttern bestimmtes Schicksal, sie zu erobern und zu beherrschen, werden sie natürlich weiter das tun, was sie seit 10.000 Jahren tun. Sie werden die Erde weiter so behandeln, als sei sie menschliches Eigentum, und sie werden sie weiter erobern, als sei sie ein Gegner. So etwas kann man nicht durch Gesetze ändern. Man muss das Denken der Menschen ändern.“ Das klingt erstmal hart, vielleicht sogar übertrieben – aber genau das ist der Punkt. Dieses Buch rüttelt wach. Es ist unbequem, manchmal fast schon provokant, aber genau deshalb so wichtig. Für mich ist Ismael kein Buch, das man einfach liest und dann ins Regal stellt. Es bleibt im Kopf… und irgendwie auch im Gewissen!

    Warum wir vielleicht das größte Problem dieser Erde sind

    20. März 2026

  • manuelhaase
    manuelhaase

    3 Follower

    3,0

    Der Protagonist unterhält sich mit dem Gorilla Ismael über den Zustand der Welt. Wie ist der Mensch an diesen Punkt gelangt, an dem er sich selbst zu zerstören droht? So viel sei verraten: Einen entscheidenden Wendepunkt beschreibt die biblische Geschichte von Kain und Abel. Auch andere mythologische Geschichten werden aufgegriffen, wie beispielsweise der Sündenfall. Spannend konstruiert vom Autor! Das Buch hinterlässt mich allerdings zwiegespalten. Es gibt viele großartige Impulse mit, ist aufrüttelnd und beschreibt tatsächlich ein riesiges Problem, vor dem die Menschheit steht. Allerdings bekommt man oft das Gefühl, dass der Protagonist (und damit der Leser) für ziemlich dumm gehalten wird. Oft wird er von Ismael darauf hingewiesen, dass er nicht richtig zuhöre. Alles wird haarklein hergeleitet und oft wiederholt. Zudem ist das Menschenbild des (modernen) Menschen schon sehr negativ mit nur mäßigem Lösungsansatz. Aber für die im Buch präsentierten Ideen hat sich das Lesen definitiv gelohnt. Vielleicht hätte es mir als reines Sachbuch aber noch besser gefallen.

    28. Mai 2023

  • leonie1
    leonie1

    2 Follower

    5,0

    Ein Buch das einem zum Nachdenken auffordert. Manchmal sind die Dialoge verwirrend, weil nicht ganz klar ist, wer was sagt. Trotzdem ein Buch, welches ich sehr empfehlen kann

    2. März 2024

3 von 9 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Daniel Quinn

Daniel Quinn, ein ehemailger Trappistenmönch, hat fünfzehn Jahre an dem Roman "Ismael" gearbeitet und wurde 1991 dafür mit dem Ted Turner Award, dem höchstdotierten Literaturpreis Amerikas, ausgezeichnet. Er lebt in Houston, Texas.

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