Blick ins Buch

Doktor Faustus

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Über das Buch

Editionen (28)

ISBN9783596502264
VerlagFISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum31.05.99

Rezensionen & Bewertungen

28 Bewertungen

5 Rezensionen

3,9

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  • atreyja
    atreyja

    122 Follower

    5,0

    Herausforderung die sich lohnt

    Ein sehr faszinierendes Erlebnis, anders kann ich es nicht formulieren. Hab es langsam Kapitel für Kapitel gelesen, nicht zu viel pro Tag, weil einiges sehr zum Denken veranlasst hat (sprachlich und auch psychologisch gesehen).

    Herausforderung die sich lohnt

    25. Sept. 2025

  • 2,5

    Heute möchte ich euch das Buch „Doktor Faustus“ von Thomas Mann vorstellen, das 1947 erschienen ist. Da es sich um meine letzte Rezension dieses Jahres handelt, habe ich mich ganz spontan für dieses Werk entschieden. Doktor Faustus erzählt die Lebensgeschichte des genialen, zugleich jedoch innerlich zutiefst zerrissenen Komponisten Adrian Leverkühn. Rückblickend berichtet sein Freund Serenus Zeitblom von dessen Werdegang. In einem symbolischen Pakt mit dem Teufel opfert Leverkühn seine Fähigkeit zu lieben, um höchste künstlerische Genialität zu erlangen. Sein musikalischer Aufstieg geht dabei untrennbar mit geistigem Verfall und zunehmender Isolation einher. Gleichzeitig wird Leverkühns Schicksal allegorisch mit dem moralischen und geistigen Niedergang Deutschlands im 20. Jahrhundert verknüpft. Der Schreibstil des Romans ist geprägt von einer sehr gelehrten, kunstvollen Sprache, zahlreichen Anspielungen, philosophischen Exkursen und komplexen Stilmitteln. Thomas Mann setzt bewusst auf einen anspruchsvollen, häufig verschachtelten Erzählton, der zwar intellektuell fordert, dem Leser jedoch auch einiges an Geduld abverlangt. Negativ fiel für mich vor allem die ausgeprägte Schwafeligkeit des Textes ins Gewicht. Die romantisch anmutende, überaus eloquente Sprache wirkt stellenweise wie eine bloße Aneinanderreihung von Worten – fast nach dem Motto: „Schaut mal, ich bin eloquent.“ Mein Mann brachte es währenddessen treffend auf den Punkt: „Wen interessiert das?“. Inhaltlich verlor ich dadurch immer wieder den roten Faden und hatte Schwierigkeiten, mir die eigentliche Handlung und ihre Relevanz einzuprägen – nicht selten stellte sich die Frage: Worum geht es hier eigentlich gerade? Nichtsdestotrotz lässt sich nicht leugnen, dass Doktor Faustus ein wichtiges und bedeutendes Werk der Weltliteratur ist. Diese literarische Relevanz erkenne ich uneingeschränkt an – auch wenn mich das Buch persönlich leider überhaupt nicht abholen konnte und bei mir keinerlei Lesefreude ausgelöst hat. Bewertung: 2,5 von 5 Sternen – ausschließlich aufgrund der literarischen Bedeutung und historischen Wichtigkeit des Werks, nicht wegen des Leseerlebnisses selbst.

    31. Dez. 2025

  • kleinstern
    kleinstern

    2 Follower

    Doktor Faustus ist die Biographie des fiktiven Komponisten Adrian Leverkühn, erzählt von dessen Kindheitsfreund Serenus Zeitblom. Beginnend mit den Kindheitstagen auf dem Hof Buchel bis zum Tod ebenda wird das Leben Adrians erzählt. Von seinen ersten Berührungspunkten mit der Musik, seinem abgebrochenen Theologie- und dem folgenden Musikstudium, Begegnungen mit vielen interessanten Persönlichkeiten und seinem Werden zum eremitisch lebenden Komponisten, über sein Unterfangen mit Satan, 'Hellen und ihrer Spelunk' und das Treffen und Scheiden von (kalt-)geliebten Menschen bis zum Schaffen seiner letzten großen Werke und seinem Bekenntnis ein Satansbraten zu sein am Ende des Buches. Neben der Erzählung über Adrians persönliches Leben wird hin und wieder das Befinden des Chronisten während dem Verfassen eingestreut, weil er die Niederschrift zur Zeit des Zweiten Weltkriegs anfertigt. Es ist streckenweise grausam zu lesen, in welcher Lage sich die Menschen in dieser Zeit befanden aber wird auf eine - umso grausamere - Weise nachvollziehbar, denn er und Adrian lebten in ihrer gemeinsamen Zeit (von der Jahrhundertwende bis ca. 1930) einigen Diskussionen bei, in denen die Teilnehmer schrecklich nationalistische, antisemitistische und kriegsfreudige Gedanken äußern. Diese Passagen waren oft sehr schwer zu ertragen. Schön waren auf anderer Seite Zeitbloms schwärmerische Beschreibungen und Analysen der Werke Adrians, die fast wie aus der Feder eines Verliebten wirkten, was ja für Mann nicht unüblich ist. Ich wegen des Wortlauts oft, dass Zeitblom Adrian mehr mochte, als man seinen Kindheitsfreund mag, aber es ihm aus Respekt vor seiner Distanziertheit, die Adrian eigen war nicht zeigte. Ich würde gern noch viel mehr über dieses Werk schreiben, aber gerecht werden könnte ich ihm nicht. Eine unvergleichliche Erzählung über den fiktiven Ikarus der Musik.

    2. Feb. 2024

3 von 5 Rezensionen

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