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Des Teufels General

3,2(19)
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Über das Buch

Mit ›Des Teufels General‹ hat Carl Zuckmayer kein Dokumentarstück geschrieben - wie hätte er dies 1942 im amerikanischen Exil in den USA auch tun können -, sondern er hat die Tragik des deutschen Widerstandcs symbolisch auf die Bühne gestellt. Er hat sich nach eigener Bemerkung mit der Handlungsweise seines Generals Harras und des Ingenieurs Oderbruch nie abfinden können - er konnte die Verhaltensweise, Gegner der Nazis zu sein und ihnen dennoch zu dienen, nicht gutheißen - er konnte den Sabotageakt des idealistischen Widerstandskämpfers Oderbruch, der letztlich den Tod seines Vorgesetzten Harras zu verantworten hat, nur als Verzweiflungstat sehen. Zu spät weiht der Ingenieur den General in seine Verschwörung ein; Harras bleibt konsequent: »Wer auf Erden des Teufels General wurde und ihm die Bahn gebombt hat - der muß ihm auch Quartier in der Hölle machen.« Oderbruch bleibt »- wie der Rächer Agamemnon - fluchbeladen und schuldverstrickt«.
So intensiv die Wirkung dieses Dramas um Soldaten Nazi-Deutschlands ist, so effektvoll ist Zuckmayers nächstes Stück, das seine historische Vorlage »frei behandelt«. Mit ›Des Teufels General‹ hat ›Barbara Blomberg‹ das Grundsätzliche der Thematik gemeinsam - das Verhalten eines Menschen, die individuelle Entscheidung in schwieriger Zeit. Die schöne Patriziertochter Barbara Blomberg ist die Mutter von Don Juan d'Austria - der Vater ist Kaiser Karl V. Nach der Geburt und der Trennung von ihrem Sohn wird sie mit einem Major in spanischen Diensten verheiratet. Da sie auch nach dem Tod des Kaisers ihr Geheimnis nicht preisgibt, wird sie von einein Mitwisser erpreßt; dieser ermordet ihren Mann; sie weist ihn zurück und beginnt, ganz Tochter ihrer Zeit, ein neues, ein skrupelloses, diplomatisch geschicktes, leidenschaftliches Leben: man anerkennt sie als indirektes Mitglied der Herrscherfamilie und bietet ihr ein Leben im Schloß bei Brüssel. Doch ihrem Sohn zuliebe und um ihren Geliebten, einen englischen Abenteurer, zu retten, verzichtet sie auf ihren politischen Einfluß und zieht sich in die Einsamkeit zurück.

Editionen (3)

ISBN9783596127078
VerlagFISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum01.04.96
Seitenzahl320

Rezensionen & Bewertungen

19 Bewertungen

1 Rezensionen

3,2

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  • kathrin_cgn
    kathrin_cgn

    136 Follower

    4,0

    Zeitloses Theaterstück über Moral und Haltung

    Des Teufels General von Carl Zuckmayer hat mich positiv überrascht. Obwohl das Stück schon viele Jahrzehnte alt ist, wirkt es beim Lesen erstaunlich aktuell. Die Geschichte spielt während des Zweiten Weltkriegs und folgt dem Luftwaffengeneral Harras. Er ist ein brillanter Pilot, charismatisch und beliebt, steht dem NS-Regime innerlich aber kritisch gegenüber. Während Ideologie und Druck des Systems immer stärker werden, gerät er zunehmend in einen moralischen Konflikt. Als mehrere neue Flugzeuge abstürzen und Sabotage vermutet wird, gerät Harras selbst ins Visier der Ermittlungen. Das Stück ist sehr gut geschrieben und lässt sich angenehm lesen. Die Sprache ist klar und verständlich, sodass man schnell in die Handlung findet. Besonders stark sind die inneren Konflikte der Figuren und die Fragen, die das Stück aufwirft: Wie vertritt man seine eigenen Werte, wenn um einen herum Chaos herrscht? Wie viel Mut braucht es, Haltung zu zeigen? Gerade deshalb wirkt das Stück bis heute relevant. Themen wie Moral, Verantwortung und persönlicher Widerstand sind zeitlos. Für mich ein wirklich lesenswertes Theaterstück, das zum Nachdenken anregt. Gerade junge Menschen sollten es lesen.

    Zeitloses Theaterstück über Moral und Haltung

    6. März 2026

Autorin / Autor

Über Carl Zuckmayer

Carl Zuckmayer wurde am 27. Dezember 1896 in Nackenheim am Rhein geboren. »Der fröhliche Weinberg« brachte ihm 1925 den Durchbruch und den renommierten Kleist-Preis. 1933 verhängten die Nationalsozialisten ein Aufführungsverbot über ihn. Zuckmayer zog sich daraufhin nach Henndorf bei Salzburg zurück. 1938 floh er weiter in die Schweiz, ein Jahr später in die USA. 1958 kehrte er in die Schweiz zurück. Am 18. Januar 1977 ist er bei Visp (Wallis) gestorben.

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