Mein sanfter Zwilling
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Beschreibung
Die ganze Wucht des Lebens: „Mein sanfter Zwilling“ zeichnet die Stationen einer destruktiven Liebe nach
Sieben Jahre sind vergangen seit Ivo aus ihrem Leben verschwunden ist. Ivo, ihr Halbbruder, ihr Spielgefährte aus Kindertagen und viel mehr als das. Denn Ivo und Stella, Wahlverwandte und Schicksalsgenossen seit frühester Kindheit, sind in leidenschaftlicher Liebe miteinander verbunden. Jeder Versuch, ohne einander zu leben, sich dem Reigen wilder erotischer Begegnungen und gewaltvoller Diskussionen zu entziehen, ist zum Scheitern verurteilt; es ist eine namenlose Gier, die die beiden immer wieder zueinander treibt und ein tief verborgener Groll, der sie hindert, je miteinander glücklich zu sein.
Nino Haratischwili erzählt die Geschichte dieser großen Liebe und fatalen Leidenschaft und enthüllt dabei, Schritt für Schritt, Schicht für Schicht, ein Familiendrama, das wie ein Schatten über Ivos und Stellas Leben liegt.
Nino Haratischwili ist ein Phänomen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur – der zweite Roman der großen Erzählerin wird Sie im Kern erschüttern. 2023 wurde sie mit der Carl-Zuckmayer-Medaille für Verdienste um die deutsche Sprache ausgezeichnet.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Nino Haratischwili, geboren 1983 in Tbilissi, ist preisgekrönte Theaterautorin und -regisseurin. Bereits ihr Romandebüt Juja (2010) wurde mit dem Debütpreis des Buddenbrookhauses Lübeck ausgezeichnet, es folgten zahlreiche Nominierungen und Auszeichnungen für Mein sanfter Zwilling (2011) und ihren 2014 erschienenen Roman Das achte Leben (Für Brilka), der in 25 Sprachen übersetzt und weltweit zum Bestseller wurde. Ihr jüngster Roman Das mangelnde Licht (2022) wurde von Publikum und Kritik gleichermaßen begeistert aufgenommen. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Berlin.
Beiträge
In der Endlosschleife gefangen
Stella und Ivo- zwei Liebende (?), die weder mit noch ohne einander können, sind die Protagonisten im Roman von Nino Haratischwili. Eigentlich sind sie als Geschwister aufgewachsen, da Ivo als Adoptivsohn nach einem schrecklichen Vorfall in Stellas Familie aufgenommen wird. Seit ihrer Jugend führen die beiden nun eine On-Off-Beziehung, die man heute als „toxisch“ bezeichnen würde. Nach 7 Jahre Pause taucht Ivo plötzlich wieder auf und bringt Stellas geordnetes Familienleben durcheinander. Der Roman beinhaltet die gegenwärtige Zeitebene, aber auch Rückblenden auf die gemeinsame Vergangenheit. Die beiden sind in einer Endlosschleife von ungesundem Verhalten - Anziehung und Abstoßung gefangen. Als Leser hing ich auch in dieser Schleife, die zwar in so einer Beziehung realistisch ist, aber beim Lesen für mich sehr zäh war. Ich hatte oft das Gefühl, als würde ich Textstellen mehrfach lesen, ohne etwas Neues zu erfahren, weil es immer die gleichen Muster der beiden waren (hier hätte man raffen können, ich hatte es schon beim ersten Mal verstanden). Die Episode in Georgien hat sich für mich wie ein Fremdkörper angefühlt und diese Parallelisierung der zwei Geschichten hätte ich gar nicht gebraucht. Lieber hätte ich auf eine andere Art einen Progress in Stellas Entwicklung erlebt. Das Ende hat mich leider auch kalt gelassen und es war für mich die billigste Methode, um die Geschichte enden zu lassen. Insgesamt leider eine Enttäuschung , eine nicht enden wollende Geschichte.
Ein großartig erzähltes Buch, eine Geschichte, die weh tut, die einem das Herz zerquetscht, die kaum auszuhalten ist
„Mein sanfter Zwilling“ ist inzwischen der fünfte Roman von Nino Haratischwili und leider, leider, leider muss ich mich jetzt gedulden, bis ich wieder etwas von meiner Lieblingsautorin lesen kann – es sei denn ich lege Re-Reads ein, denn eine Neuerscheinung ist aktuell meines Wissens noch nicht in Aussicht gestellt. Und was soll ich sagen, ein Re-Read ihrer Romane ist nun wirklich nicht auszuschließen. Es ist inzwischen ein Dreiviertel Jahr her, dass ich die Geschichte von Stella und Ivo gelesen habe, aber als ich das Buch vorhin in die Hand nahm, um mich endlich an die Rezension zu wagen, bin allein durch die von mir markierten Stellen schon wieder komplett in der Geschichte und von Nino Haratischwilis Erzählkunst und Sprache gefangen, die ich – da bin ich mir sicher – aus tausenden Erzählstimmen heraushören würde. Dabei ist die Geschichte von Ivo und Stelle wirklich heftig, harter Tobak, teilweise kaum auszuhalten. Es ist sicherlich kein Buch für jeden und wenn sich jemand aufgrund meiner Meinung an das Buch heranwagen sollte, dann bitte nur, wenn ihr bereit seid und schwere Kost aktuell nicht abschreckt. Ich war kurz davor, das Buch als Wanderbuch in meine Wanderbuchrunde zu schicken, aber das Buch sollte man „freiwillig“ lesen und nicht, weil es auf Wanderschaft durch unser Forum geht, zumal auch die Charaktere schwierig sind. Man hadert so sehr mit manchen Entscheidungen, Handlungen. Wie oft wollte ich in das Buch reinspringen und vor allem Stella durchschütteln, anschreien, aber auch so oft in den Arm nehmen und festhalten. Und auch wenn Stella als ProtagonistIN des Romans auch extrem weit von mir und meinem Leben weg ist und wir wirklich nicht viel gemeinsam haben, ihr Handeln nicht nachvollziehen nicht gut heißen konnte, so, war ich trotzdem extrem nah an ihr dran, habe gefühlt, was sie gefühlt hat, habe gelitten, war entsetzt, wütend, verzweifelt. Neben der Sprachgewalt liegt die Kunst der Autorin eindeutig in der Zeichnung und Charakterisierung der handelden Figuren, der Haupt- aber auch der Nebenfiguren. Die sind einfach so echt, so tief, so komplex, auch wenn sie nicht immer sympathisch sind. Ein Roman mit absoluter Sogwirkung und einer explosiven Atmosphäre und der heftigsten toxischen Beziehung, die ich je lesender Weise „miterlebt“ habe. Es ging mir an die Substanz, war aber auch dank der wunderbaren Leserunde ein absolutes Lesehighlight!
(wir ignorieren bitte den fakt dass das das erste buch ist was ich nach 3 monaten beende...) ich würde lügen wenn ich sagen würde, dass es manchmal keine qual war dieses buch zu lesen. es hat sich teils sehr gezogen und ich hatte das gefühl, dass einfach nicht zum punkt gekommen wurde, dennoch mochte ich es irgendwie. es ist eine erleichterung es nach über 3 monaten fertig zu haben (schuld daran ist aber auch mein reading slump), ich hab nämlich echt keinen bock mehr gehabt. ich mochte ivo und stella zwar, aber war oft verwirrt aufgrund des schreibstils (lese eigentlich leichter verständliche sachen
In diesem Buch lernen wir als erstes Stella kennen. Stella ist mit Mark verheiratet und hat einen sieben Jahre alten Sohn namens Theo. Ihre Geschichte wird anhand von zwei Handlungssträngen erzählt. Sie beginnt in der heutigen Zeit und wird durch Rückblenden aus den 70er Jahren ergänzt. Man kann anhand dieser Erzählweise Stella´s Entwicklung nachvollziehen, ihr Gebaren jedoch nicht immer verstehen. Gerade dieser Umstand macht das Buch in meinen Augen so authentisch. Das Leben ist nicht immer gerade und nicht gleichzusetzen mit dem Leben eines anderen. Vergangenheit, Umgang und Außeneinwirkungen beeinflussen das Leben und den Charakter eines Menschen nachhaltig. Hier ist das besonders gut zu beobachten anhand der „erzwungenen“ Patchwork-Familiensituation. Stella versucht dem Alltag als Mutter, Ehefrau und Berufstätige gerecht zu werden, wird aber immer wieder von ihrer Vergangenheit mit Ivo eingeholt. Es ist als wäre sie nicht ganz und nicht ganz anwesend. Als wäre sie auf der Suche nach etwas, dass sie schon vor Jahren verloren hat. Dabei ist Nino Haratischwili´s Schreibstil fast schon als poetisch zu beschreiben. Ihre Sprache ist dabei klar und eindringlich. Die Schauplätze des Romans sind abwechselnd realistisch – gerade für mich, da ich in Hamburg lebe – und dann in Georgien wieder so malerisch wie in einem Urlaub in der Ferne beschrieben. Ivo ist Journalist und weltweit für Recherchen unterwegs. Er kommt und geht scheinbar wie es ihm passt. Erst mit der Zeit konnte ich ihn verstehen lernen und nachvollziehen warum es ihn immer wieder zu Stella zog. Welche Beweggründe er hatte nach sieben Jahren wieder in Stella´s Leben zu platzen und damit alles durcheinander zu bringen. Ich hatte bei beiden Hauptprotagonisten das Gefühl das sie alleine ohne den Anderen eine Person sind und zu einer anderen werden, wenn der jeweils Andere bei ihnen ist. Dieses Gefühl konnte ich persönlich sehr gut nachempfinden. Das Gefühl nicht vollständig zu sein, Zweifel zu haben. All das Beschreibt die Autorin sehr gut. Das mag jetzt alles trübsinnig und düster klingen, aber so ist das Buch keinesfalls. Es zeigt auch die Hoffnung, die in uns allen schlummert und für die manchmal auf Umwegen gekämpft werden muss. Fazit Ein ergreifendes Buch das viele Emotionen lebendig werden lässt und eine ganz besondere Beziehung zweier Menschen beschreibt. Wort- und bildgewaltig erzählt von Nino Haratischwili. 100 %ige Leseempfehlung meinerseits und eine Autorin mehr die ich mir merken werde.
In diesem Buch lernen wir als erstes Stella kennen. Stella ist mit Mark verheiratet und hat einen sieben Jahre alten Sohn namens Theo. Ihre Geschichte wird anhand von zwei Handlungssträngen erzählt. Sie beginnt in der heutigen Zeit und wird durch Rückblenden aus den 70er Jahren ergänzt. Man kann anhand dieser Erzählweise Stella´s Entwicklung nachvollziehen, ihr Gebaren jedoch nicht immer verstehen. Gerade dieser Umstand macht das Buch in meinen Augen so authentisch. Das Leben ist nicht immer gerade und nicht gleichzusetzen mit dem Leben eines anderen. Vergangenheit, Umgang und Außeneinwirkungen beeinflussen das Leben und den Charakter eines Menschen nachhaltig. Hier ist das besonders gut zu beobachten anhand der „erzwungenen“ Patchwork-Familiensituation. Stella versucht dem Alltag als Mutter, Ehefrau und Berufstätige gerecht zu werden, wird aber immer wieder von ihrer Vergangenheit mit Ivo eingeholt. Es ist als wäre sie nicht ganz und nicht ganz anwesend. Als wäre sie auf der Suche nach etwas, dass sie schon vor Jahren verloren hat. Dabei ist Nino Haratischwili´s Schreibstil fast schon als poetisch zu beschreiben. Ihre Sprache ist dabei klar und eindringlich. Die Schauplätze des Romans sind abwechselnd realistisch – gerade für mich, da ich in Hamburg lebe – und dann in Georgien wieder so malerisch wie in einem Urlaub in der Ferne beschrieben. Ivo ist Journalist und weltweit für Recherchen unterwegs. Er kommt und geht scheinbar wie es ihm passt. Erst mit der Zeit konnte ich ihn verstehen lernen und nachvollziehen warum es ihn immer wieder zu Stella zog. Welche Beweggründe er hatte nach sieben Jahren wieder in Stella´s Leben zu platzen und damit alles durcheinander zu bringen. Ich hatte bei beiden Hauptprotagonisten das Gefühl das sie alleine ohne den Anderen eine Person sind und zu einer anderen werden, wenn der jeweils Andere bei ihnen ist. Dieses Gefühl konnte ich persönlich sehr gut nachempfinden. Das Gefühl nicht vollständig zu sein, Zweifel zu haben. All das Beschreibt die Autorin sehr gut. Das mag jetzt alles trübsinnig und düster klingen, aber so ist das Buch keinesfalls. Es zeigt auch die Hoffnung, die in uns allen schlummert und für die manchmal auf Umwegen gekämpft werden muss. Fazit Ein ergreifendes Buch das viele Emotionen lebendig werden lässt und eine ganz besondere Beziehung zweier Menschen beschreibt. Wort- und bildgewaltig erzählt von Nino Haratischwili. 100 %ige Leseempfehlung meinerseits und eine Autorin mehr die ich mir merken werde.
Beschreibung
Die ganze Wucht des Lebens: „Mein sanfter Zwilling“ zeichnet die Stationen einer destruktiven Liebe nach
Sieben Jahre sind vergangen seit Ivo aus ihrem Leben verschwunden ist. Ivo, ihr Halbbruder, ihr Spielgefährte aus Kindertagen und viel mehr als das. Denn Ivo und Stella, Wahlverwandte und Schicksalsgenossen seit frühester Kindheit, sind in leidenschaftlicher Liebe miteinander verbunden. Jeder Versuch, ohne einander zu leben, sich dem Reigen wilder erotischer Begegnungen und gewaltvoller Diskussionen zu entziehen, ist zum Scheitern verurteilt; es ist eine namenlose Gier, die die beiden immer wieder zueinander treibt und ein tief verborgener Groll, der sie hindert, je miteinander glücklich zu sein.
Nino Haratischwili erzählt die Geschichte dieser großen Liebe und fatalen Leidenschaft und enthüllt dabei, Schritt für Schritt, Schicht für Schicht, ein Familiendrama, das wie ein Schatten über Ivos und Stellas Leben liegt.
Nino Haratischwili ist ein Phänomen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur – der zweite Roman der großen Erzählerin wird Sie im Kern erschüttern. 2023 wurde sie mit der Carl-Zuckmayer-Medaille für Verdienste um die deutsche Sprache ausgezeichnet.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Nino Haratischwili, geboren 1983 in Tbilissi, ist preisgekrönte Theaterautorin und -regisseurin. Bereits ihr Romandebüt Juja (2010) wurde mit dem Debütpreis des Buddenbrookhauses Lübeck ausgezeichnet, es folgten zahlreiche Nominierungen und Auszeichnungen für Mein sanfter Zwilling (2011) und ihren 2014 erschienenen Roman Das achte Leben (Für Brilka), der in 25 Sprachen übersetzt und weltweit zum Bestseller wurde. Ihr jüngster Roman Das mangelnde Licht (2022) wurde von Publikum und Kritik gleichermaßen begeistert aufgenommen. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Berlin.
Beiträge
In der Endlosschleife gefangen
Stella und Ivo- zwei Liebende (?), die weder mit noch ohne einander können, sind die Protagonisten im Roman von Nino Haratischwili. Eigentlich sind sie als Geschwister aufgewachsen, da Ivo als Adoptivsohn nach einem schrecklichen Vorfall in Stellas Familie aufgenommen wird. Seit ihrer Jugend führen die beiden nun eine On-Off-Beziehung, die man heute als „toxisch“ bezeichnen würde. Nach 7 Jahre Pause taucht Ivo plötzlich wieder auf und bringt Stellas geordnetes Familienleben durcheinander. Der Roman beinhaltet die gegenwärtige Zeitebene, aber auch Rückblenden auf die gemeinsame Vergangenheit. Die beiden sind in einer Endlosschleife von ungesundem Verhalten - Anziehung und Abstoßung gefangen. Als Leser hing ich auch in dieser Schleife, die zwar in so einer Beziehung realistisch ist, aber beim Lesen für mich sehr zäh war. Ich hatte oft das Gefühl, als würde ich Textstellen mehrfach lesen, ohne etwas Neues zu erfahren, weil es immer die gleichen Muster der beiden waren (hier hätte man raffen können, ich hatte es schon beim ersten Mal verstanden). Die Episode in Georgien hat sich für mich wie ein Fremdkörper angefühlt und diese Parallelisierung der zwei Geschichten hätte ich gar nicht gebraucht. Lieber hätte ich auf eine andere Art einen Progress in Stellas Entwicklung erlebt. Das Ende hat mich leider auch kalt gelassen und es war für mich die billigste Methode, um die Geschichte enden zu lassen. Insgesamt leider eine Enttäuschung , eine nicht enden wollende Geschichte.
Ein großartig erzähltes Buch, eine Geschichte, die weh tut, die einem das Herz zerquetscht, die kaum auszuhalten ist
„Mein sanfter Zwilling“ ist inzwischen der fünfte Roman von Nino Haratischwili und leider, leider, leider muss ich mich jetzt gedulden, bis ich wieder etwas von meiner Lieblingsautorin lesen kann – es sei denn ich lege Re-Reads ein, denn eine Neuerscheinung ist aktuell meines Wissens noch nicht in Aussicht gestellt. Und was soll ich sagen, ein Re-Read ihrer Romane ist nun wirklich nicht auszuschließen. Es ist inzwischen ein Dreiviertel Jahr her, dass ich die Geschichte von Stella und Ivo gelesen habe, aber als ich das Buch vorhin in die Hand nahm, um mich endlich an die Rezension zu wagen, bin allein durch die von mir markierten Stellen schon wieder komplett in der Geschichte und von Nino Haratischwilis Erzählkunst und Sprache gefangen, die ich – da bin ich mir sicher – aus tausenden Erzählstimmen heraushören würde. Dabei ist die Geschichte von Ivo und Stelle wirklich heftig, harter Tobak, teilweise kaum auszuhalten. Es ist sicherlich kein Buch für jeden und wenn sich jemand aufgrund meiner Meinung an das Buch heranwagen sollte, dann bitte nur, wenn ihr bereit seid und schwere Kost aktuell nicht abschreckt. Ich war kurz davor, das Buch als Wanderbuch in meine Wanderbuchrunde zu schicken, aber das Buch sollte man „freiwillig“ lesen und nicht, weil es auf Wanderschaft durch unser Forum geht, zumal auch die Charaktere schwierig sind. Man hadert so sehr mit manchen Entscheidungen, Handlungen. Wie oft wollte ich in das Buch reinspringen und vor allem Stella durchschütteln, anschreien, aber auch so oft in den Arm nehmen und festhalten. Und auch wenn Stella als ProtagonistIN des Romans auch extrem weit von mir und meinem Leben weg ist und wir wirklich nicht viel gemeinsam haben, ihr Handeln nicht nachvollziehen nicht gut heißen konnte, so, war ich trotzdem extrem nah an ihr dran, habe gefühlt, was sie gefühlt hat, habe gelitten, war entsetzt, wütend, verzweifelt. Neben der Sprachgewalt liegt die Kunst der Autorin eindeutig in der Zeichnung und Charakterisierung der handelden Figuren, der Haupt- aber auch der Nebenfiguren. Die sind einfach so echt, so tief, so komplex, auch wenn sie nicht immer sympathisch sind. Ein Roman mit absoluter Sogwirkung und einer explosiven Atmosphäre und der heftigsten toxischen Beziehung, die ich je lesender Weise „miterlebt“ habe. Es ging mir an die Substanz, war aber auch dank der wunderbaren Leserunde ein absolutes Lesehighlight!
(wir ignorieren bitte den fakt dass das das erste buch ist was ich nach 3 monaten beende...) ich würde lügen wenn ich sagen würde, dass es manchmal keine qual war dieses buch zu lesen. es hat sich teils sehr gezogen und ich hatte das gefühl, dass einfach nicht zum punkt gekommen wurde, dennoch mochte ich es irgendwie. es ist eine erleichterung es nach über 3 monaten fertig zu haben (schuld daran ist aber auch mein reading slump), ich hab nämlich echt keinen bock mehr gehabt. ich mochte ivo und stella zwar, aber war oft verwirrt aufgrund des schreibstils (lese eigentlich leichter verständliche sachen
In diesem Buch lernen wir als erstes Stella kennen. Stella ist mit Mark verheiratet und hat einen sieben Jahre alten Sohn namens Theo. Ihre Geschichte wird anhand von zwei Handlungssträngen erzählt. Sie beginnt in der heutigen Zeit und wird durch Rückblenden aus den 70er Jahren ergänzt. Man kann anhand dieser Erzählweise Stella´s Entwicklung nachvollziehen, ihr Gebaren jedoch nicht immer verstehen. Gerade dieser Umstand macht das Buch in meinen Augen so authentisch. Das Leben ist nicht immer gerade und nicht gleichzusetzen mit dem Leben eines anderen. Vergangenheit, Umgang und Außeneinwirkungen beeinflussen das Leben und den Charakter eines Menschen nachhaltig. Hier ist das besonders gut zu beobachten anhand der „erzwungenen“ Patchwork-Familiensituation. Stella versucht dem Alltag als Mutter, Ehefrau und Berufstätige gerecht zu werden, wird aber immer wieder von ihrer Vergangenheit mit Ivo eingeholt. Es ist als wäre sie nicht ganz und nicht ganz anwesend. Als wäre sie auf der Suche nach etwas, dass sie schon vor Jahren verloren hat. Dabei ist Nino Haratischwili´s Schreibstil fast schon als poetisch zu beschreiben. Ihre Sprache ist dabei klar und eindringlich. Die Schauplätze des Romans sind abwechselnd realistisch – gerade für mich, da ich in Hamburg lebe – und dann in Georgien wieder so malerisch wie in einem Urlaub in der Ferne beschrieben. Ivo ist Journalist und weltweit für Recherchen unterwegs. Er kommt und geht scheinbar wie es ihm passt. Erst mit der Zeit konnte ich ihn verstehen lernen und nachvollziehen warum es ihn immer wieder zu Stella zog. Welche Beweggründe er hatte nach sieben Jahren wieder in Stella´s Leben zu platzen und damit alles durcheinander zu bringen. Ich hatte bei beiden Hauptprotagonisten das Gefühl das sie alleine ohne den Anderen eine Person sind und zu einer anderen werden, wenn der jeweils Andere bei ihnen ist. Dieses Gefühl konnte ich persönlich sehr gut nachempfinden. Das Gefühl nicht vollständig zu sein, Zweifel zu haben. All das Beschreibt die Autorin sehr gut. Das mag jetzt alles trübsinnig und düster klingen, aber so ist das Buch keinesfalls. Es zeigt auch die Hoffnung, die in uns allen schlummert und für die manchmal auf Umwegen gekämpft werden muss. Fazit Ein ergreifendes Buch das viele Emotionen lebendig werden lässt und eine ganz besondere Beziehung zweier Menschen beschreibt. Wort- und bildgewaltig erzählt von Nino Haratischwili. 100 %ige Leseempfehlung meinerseits und eine Autorin mehr die ich mir merken werde.
In diesem Buch lernen wir als erstes Stella kennen. Stella ist mit Mark verheiratet und hat einen sieben Jahre alten Sohn namens Theo. Ihre Geschichte wird anhand von zwei Handlungssträngen erzählt. Sie beginnt in der heutigen Zeit und wird durch Rückblenden aus den 70er Jahren ergänzt. Man kann anhand dieser Erzählweise Stella´s Entwicklung nachvollziehen, ihr Gebaren jedoch nicht immer verstehen. Gerade dieser Umstand macht das Buch in meinen Augen so authentisch. Das Leben ist nicht immer gerade und nicht gleichzusetzen mit dem Leben eines anderen. Vergangenheit, Umgang und Außeneinwirkungen beeinflussen das Leben und den Charakter eines Menschen nachhaltig. Hier ist das besonders gut zu beobachten anhand der „erzwungenen“ Patchwork-Familiensituation. Stella versucht dem Alltag als Mutter, Ehefrau und Berufstätige gerecht zu werden, wird aber immer wieder von ihrer Vergangenheit mit Ivo eingeholt. Es ist als wäre sie nicht ganz und nicht ganz anwesend. Als wäre sie auf der Suche nach etwas, dass sie schon vor Jahren verloren hat. Dabei ist Nino Haratischwili´s Schreibstil fast schon als poetisch zu beschreiben. Ihre Sprache ist dabei klar und eindringlich. Die Schauplätze des Romans sind abwechselnd realistisch – gerade für mich, da ich in Hamburg lebe – und dann in Georgien wieder so malerisch wie in einem Urlaub in der Ferne beschrieben. Ivo ist Journalist und weltweit für Recherchen unterwegs. Er kommt und geht scheinbar wie es ihm passt. Erst mit der Zeit konnte ich ihn verstehen lernen und nachvollziehen warum es ihn immer wieder zu Stella zog. Welche Beweggründe er hatte nach sieben Jahren wieder in Stella´s Leben zu platzen und damit alles durcheinander zu bringen. Ich hatte bei beiden Hauptprotagonisten das Gefühl das sie alleine ohne den Anderen eine Person sind und zu einer anderen werden, wenn der jeweils Andere bei ihnen ist. Dieses Gefühl konnte ich persönlich sehr gut nachempfinden. Das Gefühl nicht vollständig zu sein, Zweifel zu haben. All das Beschreibt die Autorin sehr gut. Das mag jetzt alles trübsinnig und düster klingen, aber so ist das Buch keinesfalls. Es zeigt auch die Hoffnung, die in uns allen schlummert und für die manchmal auf Umwegen gekämpft werden muss. Fazit Ein ergreifendes Buch das viele Emotionen lebendig werden lässt und eine ganz besondere Beziehung zweier Menschen beschreibt. Wort- und bildgewaltig erzählt von Nino Haratischwili. 100 %ige Leseempfehlung meinerseits und eine Autorin mehr die ich mir merken werde.










