Blick ins Buch

Romane

Von allgemeiner Gültigkeit

3,4(26)
Sofort lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

Auf einer verlassenen Farm in Yorkshire wird ein Mann mit einem Goldbarren fast totgeschlagen. Für die junge Londoner Journalistin Hannah ist es nicht bloß eine Geschichte mit Potenzial, sondern ihre letzte Hoffnung, nicht abzurutschen: in berufliche Bedeutungslosigkeit, Armut, Provinz. Sie recherchiert – mit letzter Kraft – und bringt einen moralisch bankrotten Investmentbanker, eine antiwoke-Kolumnistin und eine radikale anarchistische Bewegung mit dem Goldbarren in Verbindung. Was sie dann schreibt, geht viral, big-time , und bringt Hannah zurück ins Gespräch, mit Freundinnen, Redakteuren, einer Netflix-Produktionsfirma. Doch ihre spektakuläre Reportage und der sich einstellende Erfolg werfen schnell eine grundsätzlichere Frage auf: Was ist von allgemeiner Gültigkeit in diesem zerbrochenen Land?

In ihrem neuen Roman stellt Natasha Brown ›Macht‹ und ›Wahrheit‹ als Rhetorik bloß. Mit voyeuristischer Lust und einmaliger Brillanz vermisst sie unsere Worte und das, was wir sagen. Von allgemeiner Gültigkeit wird so zu einem verdorbenen Freudenfest der Sprache und ihrer ungeheuren Gestaltungskraft. Und zur gnadenlosen Familienaufstellung einer Gesellschaft, die jeden Halt zu verlieren droht.

Editionen (1)

ISBN9783518781999
VerlagSuhrkamp
Erscheinungsdatum25.02.25
Seitenzahl120

Rezensionen & Bewertungen

26 Bewertungen

4 Rezensionen

3,4

Tippen zum Filtern

  • maximus94
    maximus94

    98 Follower

    5,0

    Medien und Gesellschaft auf der Metaebene

    Beginnend als fiktiver Magazinartikel geht dieses Buch immer weiter auf die Metaebene der Medien und auch teilweise der Gesellschaft in England. Viele Leute nutzen sich gegenseitig aus, manche werden zurecht oder zu Unrecht niedergemacht. Das Buch hat bei mir den Gedanken weiter vertieft, dass bei vielen eine Agenda verfolgt wird, die man nicht unbedingt immer direkt wahrnehmen kann. Insofern regt mich dieses Buch weiter zu bewussten medialen Konsum an und ist aus meiner Sicht absolut lesenswert.

    15. Aug. 2025

  • crura
    crura

    131 Follower

    3,5

    Eine Satire über Aufmerksamkeitsindustrie, Kapitalismus und Echokammern – ein Roman, der gerne länger sein dürfte

    💳 Ein Antikapitalist schlägt einen anderen Antikapitalisten im Haus eines Bankers mit einem Goldbarren fast zu Tode. Diese bizarre Handlung bietet den Auftakt in Natasha Browns Roman. In fünf Abschnitten wird diese Situation aus unterschiedlichen Perspektiven bewertet, wobei der Schreibstil jeweils fundamental anders ist. Es geht nicht um die Aufklärung, sondern jeder Charakter projiziert etwas anderes in den Kriminalfall: Worauf können wir uns als Gesellschaft noch einigen? Natasha Brown spielt hier einerseits mit der Rolle von Journalismus und sozialen Medien, aber auch stark mit der Erwartungshaltung der Leser:innen. [Ab hier Spoiler zu übergeordneten Themen, aber nicht zur Handlung} So ist das erste Kapitel provokant schlecht geschrieben – bewusst, denn es handelt sich um eine Reportage der Journalistin Hannah, die effekthascherisch über den Goldbarren-Fall berichten will. Im weiteren Verlauf wird die dort präsentierte Wahrheit immer mehr verwässert, und plötzlich driftet der Roman immer weiter von dieser Handlung weg - und auch von Hannah, die uns im Klappentext als scheinbarer Hauptcharakter präsentiert wird. Stattdessen folgen wir plötzlich einer anti-woke Autorin, die Diversität als Verrat an der Bevölkerung und Weiße in der Minderheit sieht. Eine bewusst irritierende Entscheidung von Natasha Brown, der man als POC eigentlich einen anderen Fokus unterstellen würde. Was ist also von allgemeiner Gültigkeit, wenn wir als Leser:innen noch nicht einmal auf unsere Vorerwartungen an den Roman vertrauen können? Brown zeichnet eine Gesellschaft, die von den Wirren des Kapitalismus und Klassismus aufgerieben ist. Das einzige Ziel aller Charaktere ist es, Aufmerksamkeit und Deutungshoheit gegenüber anderen zu erreichen. Alle handeln nur für sich, eine allgemeine Gültigkeit kann es nicht mehr geben. Trotz dieser spannenden Gedankenspiele der Autorin ist das Buch leider insgesamt zu kurz und man kommt aufgrund der häufigen Stilwechsel nicht wirklich in den Fluss. Somit reicht es für mich nur als Gedankenanstoß und abwechslungsreiche Satire. Für eine intensive Auseinandersetzung mit einer spannenden Thematik reicht es aber nicht.

    Eine Satire über Aufmerksamkeitsindustrie, Kapitalismus und Echokammern – ein Roman, der gerne länger sein dürfte

    8. März 2026

  • cozy__booktime
    cozy__booktime

    34 Follower

    3,5

    Ziemlich technisch

    Grundsätzlich ist der Text gut gemacht, hat eine halbwegs spannende Story und einen interessanten Aufbau. Mir persönlich fiel es jedoch schwer zu den Figuren eine Beziehung aufzubauen. Insgesamt beinhaltete der Text viele eher langatmige und theoretische Gespräche über Medien, Politik und Gesellschaft. Das hat mich persönlich nicht so abgeholt, vielleicht aber auch weil es auf Englisch als Nicht-Muttersprachlerin schwer verständlich war.

    8. Aug. 2025

3 von 4 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Natasha Brown

Natasha Brown arbeitete nach ihrem Mathematikstudium an der Universität Cambridge zehn Jahrelang im Londoner Finanzsektor. Mit ihrem Roman Zusammenkunft gelang ihr eines der erfolgreichsten literarischen Debüts Englands der letzten Jahre. Er stand auf der Shortlist des Folio Prize, des Goldsmiths Prize und des Orwell Prize und wurde in 17 Sprachen übersetzt. Natasha Brown gehört zu den alle zehn Jahre ernannten Grantaʼs Best of Young British Novelists.

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick