Empörung

Empörung

Taschenbuch
3.821
KleinstadtProvinzKriegSchlachtfeld

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Beschreibung

»Philip Roth auf der Höhe seiner Kunst!«
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG
Während des Koreakriegs nimmt der fleißige, gehorsame und gefühlstiefe Marcus Messner aus Newark ein Studium in einem ländlichen, konservativen College in Ohio auf – auf Wunsch seines Vaters, den die Angst vor den Gefahren des modernen Erwachsenenlebens für seinen geliebten Sohn schier wahnsinnig macht. Fern von daheim muss Marcus sich in einem anderen, fremden Amerika zurechtfinden.
»Zwei Jahre, 200 Seiten, das ist kurz, aber da ist alles drin.«
FRANKFURTER RUNDSCHAU

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
208
Preis
10.30 €

Autorenbeschreibung

Philip Roth war Träger der wichtigsten US-amerikanischen Literaturpreise und hoch geehrt von der internationalen Schriftstellervereinigung P.E.N. 1998 erhielt Philip Roth für ‹Amerikanisches Idyll› den Pulitzerpreis. Im gleichen Jahr wurde ihm im Weißen Haus die National Medal of Arts verliehen, und 2001 erhielt er die höchste Auszeichnung der American Academy of Arts and Letters, die Gold Medal, mit der unter anderem John Dos Passos, William Faulkner und Saul Bellow ausgezeichnet worden sind. Er hat zweimal den National Book Award und den National Book Critics Circle Award erhalten und dreimal den PEN/Faulkner Award und außerdem den PEN/Nabokov Award und den PEN/Saul Bellow Award. 2011 wurde ihm der Man Booker International Prize verliehen. Der 1933 in Newark, New Jersey, geborene Autor mit europäisch-jüdischem Hintergrund schrieb unermüdlich, schonungslos und in drastischer Sprache über seine Landsleute. Das erste Buch mit Short Storys erschien 1959. Die folgenden Romane und Erzählungen über die jüdische Mittelklasse der Nachkriegszeit, über ihre Beziehungen, Zwänge und Neurosen, lösten oft Skandale aus. Bis 1992 unterrichtete Roth an verschiedenen Universitäten. Liebe, Sexualität und Tod waren bis zuletzt die Themen seines Werks. Philip Roth ist 2018 gestorben.

Beiträge

3
Alle
5

Knapp 200 Seiten, die spannend das Leben und die Unsicherheiten eines jungen Mannes zur Zeit des Koreakrieges beschreiben. Sehr lesenswert.

4

https://lesenundhoeren.wordpress.com/2016/08/10/buch-review-philip-roths-indignation-empoerend-nachdenklich-faszinierend/ Kritik: Cover: Da gibt es leider nicht viel zu sagen. Das Cover ist eher nüchtern. Da würde ich nicht zugreifen, wenn ich es im Regal sehe. Eindrücke/Inhalt: Dieses Buch war ein Tipp. Ich hatte erst meine Zweifel, aber ich habe dieses Buch verschlungen. Da es ja auch nur ein Kurzroman ist, hab ich ihn innerhalb von 2 Tagen verschlungen. „Unter Morphin“ heißt das erste und eigentlich einzige Kapitel. Die ganze Zeit habe ich geahnt, was dahinter steckt. Doch dennoch hat mich Roths Geschichte um den 19jährigen Juden Marcus mitgerissen. Erst fängt er das Jugendlichsein ein, die Unbeschwertheit, den Zwiestreit zwischen Gefühlen und Vernunft. Zwischen Herkunft und eigenen Erfahrungen, eigenen Meinungen, das Finden der eigenen Persönlichkeit. All das vor dem Hintergrund der Zeit, des Koreakrieges. Es regt zum Nachdenken an und hat mich bewegt. Ist Sexualität ein bestimmendes Thema für einen Mann diesen Alters, ist sie auch Ausdruck der Gesellschaft, der Gefühlswelt und des Selbstbildes von Marcus und seiner „Leidensgenossen“. Mancher mag diskutieren, warum manche Autoren dieser Generation dieses Motiv/ Thema immer wieder einbringen und ob das nötig ist. Auch ich fand das mitunter schon störend. In diesem Buch fand ich es aber passend und nicht zu viel. Vielleicht war die „Campus-Orgie“ etwas übertrieben. Aber Übertreibung ist ja auch ein Stilmittel. Es bringt den Kontrast zu der Ernsthaftigkeit der Taten am anderen Ende der Welt. Charaktere: Hauptfigur ist Marcus, ein jüdischer Student. Einerseits ist er ein vorbildlicher Sohn und Student. Andererseits ist er auch sehr selbstbewusst in seiner eigenen Meinung. Als er Olivia kennenlernt, ändert das alles. Er sieht sich nun konfrontiert mit Gefühlen, einem gewissen Bestreben auszubrechen aus dem vorbestimmten Leben. Am Ende ist er ein Junge seiner Zeit durch und durch. Ich fand ihn zwischenzeitlich schon etwas nervtötend, zu angepasst, dann wider zu besserwisserisch. Das hat ihm letztlich das Genick gebrochen. Trotzdem fand ich ihn auch sympathisch. Olivia und sein Vater waren psychisch krank? Vielleicht, aber er war selbst sehr zwiegespalten. Eine Tatsache, die er bis zum Schluss nicht wahrhaben wollte. Er hat Meinungen zu allen anderen Figuren, aber scheitert schließlich an der Selbstwahrnehmung. Stil/Gliederung: Sehr klare und deutliche Sprache. Sehr flüssig zu lesen. Nicht zu anspruchsvoll, aber auch nicht einfach. Sehr angenehm zu lesen. Auf den Punkt gebracht. Fazit: Mein erstes Buch von Roth. Es hat mich überrascht. Irgendwie hatte ich etwas anderes erwartet, aber es hat mich mitgerissen. Ich werde jetzt demnächst noch ein weiteres Buch von ihm lesen, nachdem seine Biografie mich neugierig gemacht hat. Eine absolute Leseempfehlung.

3

Indignation, Empörung, ist das dritte Buch von Philip Roth in meinem Regal. Die Beurteilung fällt mir nicht leicht. Auf der einen Seite steht seine tolle klare Sprache, mit der er präzise und genau die Situation, Umgebung und Figuren schildert, und auf der anderen Seite sind es genau diese Figuren, mit denen ich gar nichts anfangen kann. In Amerikanischer Geschichte kenne ich mich kaum aus, daher war es interessant über den Koreakrieg in den 1950er Jahren zu lesen. Roth zeichnete hier ein deutliches und klares Bild über die politische Situation und die moralischen Wertvorstellungen dieser Zeit. Das Gleiche gilt für die Familie Messner aus Newark, New Jersey. Die jüdische Familie betreibt eine koschere Metzgerei in einer durch und durch homogenen jüdischen Nachbarschaft. Relativ früh wird erwähnt dass der junge Marcus Messner, Protagonist der Geschichte, Atheist ist und eine durchaus aufsässige Art besitzt. Er lehnt sich offen gegen seinen ängstlichen Vater auf, welcher die Familie mit seiner Hysterie tyrannisiert, und auch gegenüber dem betont christlichen Dekan kann er seine Zunge kaum in Zaum halten. Ein junger Mann der wild entschlossen ist, seine Zukunft selber zu bestimmen. Soweit so gut. Das Grundgerüst der Geschichte und die Erzählkunst des Autors hätten eigentlich genug sein müssen, um mich zu begeistern. Die Figuren sind gut gezeichnet, aber dennoch wirkt das Ganze sehr distanziert. Olivia wirkt fast wie eine Karikatur von einem suizidalen Menschen. Auch die wechselnden Mitbewohner sind lediglich eine Art Dekoration. Austauschbar, ohne Tiefe. Verschwendetes Potenzial in meinen Augen. Das ganze Collage ist eine große Kulisse, auf denen das fast schon griechischanmutende Stück seinen Lauf nehmen kann. Wie kleine, unwichtig erscheinende, Entscheidungen den Ausgang beeinflussen können und letztendlich in einen verfrühten Kriegseinsatz und somit auch ein frühzeitiges Ableben münden, ist dennoch große Kunst. Kunst, die mich leider nicht abholen konnte.

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