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Romane

Menschenkind

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Über das Buch

Editionen (8)

ISBN9783499130656
VerlagROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum01.04.92
Seitenzahl384

Rezensionen & Bewertungen

143 Bewertungen

28 Rezensionen

3,8

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  • jtk_0701
    jtk_0701

    344 Follower

    4,5

    Ich hab mir dieses Jahr vorgenommen, jeden Monat ein Buch von meinem SuB zu lesen und die Reado-Würfel entscheiden zu lassen. Dies war mein Januarbuch und ich habe es im Januar angefangen und im Februar beendet. Langsames Lesen war angesagt. Und nun frag ich mich, wie ich ein Buch beschreiben soll, bei dem ich das Gefühl habe, vieles nicht verstanden zu haben und doch so einiges begriffen. Das ist mein erstes Buch von Toni Morrison. Ob ich mich bewusst genau jetzt für dieses Buch im Januar entschieden hätte, weiß ich nicht. Da im Februar #blackhistorymonth ist, passt es thematisch allerdings sehr gut dazu und ich bin froh, dass die Reado-Würfel für mich entschieden haben. Es geht um Sethe, die in Cincinnati im Jahr 1885 mit ihrer Tochter Denver im Haus Nr. 124 lebt. Vor Jahren ist sie von der „Sweet Home“-Plantage geflohen und zu ihrer Schwiegermutter, in das Haus Nr. 124, geflüchtet. Baby Suggs wurde von ihrem Sohn, Sethes Ehemann, durch Mehrarbeit freigekauft und hat in dem Haus Nr. 124 mit den älteren Kindern ihres Sohnes Halle in Freiheit auf das Ehepaar gewartet. Baby Suggs war sehr beliebt und füllte das Haus Nr. 124 mit Leben. Sie hielt Predigten im Wald und war Ratgeberin der Schwarzengemeinde. Doch dann passiert etwas Furchtbares und das Haus wird ab dem Tag von dem Geist der verstorbenen Tochter Sethes, Denvers älterer Schwester, heimgesucht. Eines Tages, 18 Jahre später, kommt Paul D bei der ehemaligen Wegstation Haus Nr. 124 vorbei und besucht seine alte Leidensgenossin Sethe. Er vertreibt den Geist, doch dann taucht „Menschenkind“ auf und Erinnerungen werden wach. Der Schreibstil ist nicht leicht und etwas mystisch. Dementsprechend habe ich es sehr langsam gelesen. Ich hab meine Zeit gebraucht, um zu verstehen, dass hier verschiedene Erinnerungen, Zeitebenen und Ereignisse erzählt werden. Sie sind nicht chronologisch angelegt und manche Bruchstücke habe ich auch nicht ganz erfasst. Und trotzdem hab ich das Buch sehr gern zur Hand genommen, auch wenn das Thema wirklich schwer ist und ich es immer wieder weglegen musste, um zu verarbeiten, was ich lese. Um zu begreifen, welche menschlichen Grausamkeiten hier erzählt werden. Für mich eine Leseempfehlung und definitiv nicht das letzte Buch der Autorin. S.59 „Es war ein Luxus, den sie achtzehn Jahre lang nicht gehabt hatte und auch damals nur einmal. Vorher und seither war all ihr Bemühen nur darauf gerichtet gewesen, Schmerz nicht gerade zu vermeiden, aber so schnell wie möglich durchzustehen. Die einzigen Pläne, die sie je geschmiedet hatte - von Sweet Home fortzukommen -, waren so vollständig gescheitert, daß sie das Leben nie wieder durch weiteres Pläneschmieden herausforderte.“ S.68 „Riskant, dachte Paul D, sehr riskant. Irgend etwas so sehr zu lieben war gefährlich für eine ehemalige Sklavin, besonders wenn es die eigenen Kinder waren. Am besten, das wußte er, war es, nur ein klein wenig zu lieben; alles nur ein klein wenig zu lieben, so daß man, wenn sie einem das Rückgrat brachen oder einen in den Sack steckten, vielleicht noch ein klein wenig Liebe für etwas anderes übrig hatte.“ S.299 „Er war der jüngste von drei Halbbrüdern (dieselbe Mutter - verschiedene Väter), die an Garner verkauft und dort mit der Auflage, die Farm ja nicht zu verlassen, zwanzig Jahre lang gehalten wurden. Einmal war er in Maryland vier Sklavenfamilien begegnet, die alle schon seit hundert Jahren zusammenlebten: Urgroßeltern, Großeltern, Mütter, Väter, Tanten, Onkel, Vettern, Kinder, Halbweiß, teilweise weiß, ganz schwarz, mit I****nerblut. Er hatte sie voller Ehrfurcht und Neid betrachtet, und jedesmal, wenn er schwarze Großfamilien sah, bat er sie, wieder und wieder zu erklären, wer sie im einzelnen waren, wer genau mit wem verwandt war.“ Meine Ausgabe ist von 1994. Rechtschreibreform war erst danach ;)

    12. Feb. 2026

  • celinabambina
    celinabambina

    68 Follower

    4,0

    Ein düster-poetisches Echo von Schmerz, Schuld und Liebe, das zwischen Geisterwelt und Erinnerung schwebt.

    Dieses Buch habe ich für die Uni gelesen, im Rahmen eines Literaturseminars zu Southern Literature. Teilweise hatte ich ehrlich gesagt etwas Schwierigkeiten mit der Erzählweise – oft wusste ich nicht genau, wer gerade spricht oder aus welcher Perspektive erzählt wird. Das war manchmal verwirrend. Was mich jedoch besonders fasziniert hat, war die Beziehungskonstellation zwischen Beloved, Sethe und Denver, denn diese war sehr vielschichtig. Morrison legt so viel in die Figuren hinein, ohne alles direkt auszusprechen. Viel passiert zwischen den Zeilen, was die Figuren und ihr Gesagtes oft auch mehrdeutig macht. Vor allem die Figur Beloved wirft Fragen auf und schickt den Leser auf eine Reise jenseits der physischen Realitäten. Ich glaube, man muss das Buch vermutlich mehrmals lesen, weil nach dem ersten Mal noch viele Dinge verborgen bleiben, die Morrison in ihren Bildern und Dialogen andeutet. Es ist keine leichte Lektüre, aber eine, die sich absolut lohnt – sowohl sprachlich als auch emotional.

    2. Juni 2025

  • hamburger.lesemaus
    hamburger.lesemaus

    400 Follower

    3,5

    BELOVED Toni Morrison Endlich ist der vierte Roman der Nobelpreisträgerin Toni Morrison, der 1987 in den USA erschien, nun auch in deutscher Sprache verfügbar. 1885: Der Roman erzählt die Geschichte von Sethe, die mit ihrer Tochter Denver völlig isoliert in einem kleinen Haus am Rande von Cincinnati lebt. Ihre beiden Söhne sind bereits geflohen, und nur der Geist ihrer verstorbenen Tochter Beloved sucht das Haus in regelmäßigen Abständen heim. Vor zwanzig Jahren, kurz nach dem Ende des Bürgerkriegs, floh Sethe hochschwanger mit Denver im Bauch aus der Sklaverei. Sie fand Zuflucht bei ihrer Schwiegermutter Baby Suggs, die zuvor von ihrem Sohn freigekauft worden war. Doch als Sklavenjäger Sethe aufspürten, entschied sie sich in ihrer Verzweiflung, ihre Tochter Beloved zu töten, um sie vor dem grausamen Schicksal der Sklaverei zu bewahren. Eines Tages steht Paul D. vor Sethes Tür. Seine Ankunft reißt alte Wunden auf und bringt sie zurück zu den schmerzvollen Erinnerungen an die Farm „Sweet Home“, auf der sie einst als Sklavin lebte. Toni Morrison erzählt in einer poetischen, fast sanften Sprache eine Geschichte, die im krassen Gegensatz zu den schrecklichen und brutalen Ereignissen steht. Es ist kein leichtes Buch - weder inhaltlich noch sprachlich. Die Autorin springt oft zwischen den Zeitebenen, was es gelegentlich schwer macht, der Handlung zu folgen. Manchmal musste ich Passagen erneut lesen, um den Faden wiederzufinden. Bestimmt ist „Beloved“ ein bedeutendes literarisches Werk und ein wichtiges Stück Zeitgeschichte, das nicht in Vergessenheit geraten darf, mir fiel es allerdings schwer Zugang zu dem Buch zu finden. 3½/5

    28. Jan. 2025

3 von 28 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Toni Morrison

Toni Morrison wurde 1931 in Lorain, Ohio, geboren. Sie studierte an der renommierten Cornell University Anglistik und hatte an der Princeton University eine Professur für afroamerikanische Literatur inne. Zu ihren bedeutendsten Werken zählen «Sehr blaue Augen», «Solomons Lied» «Menschenkind», «Jazz», «Paradies» und diverse Essaysammlungen. Sie war Mitglied des National Council on the Arts und der American Academy of Arts and Letters. Ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen, u. a. mit dem National Book Critics' Circle Award und dem American-Academy-and-Institute-of-Arts-and-Letters Award für Erzählliteratur. 1993 erhielt sie den Nobelpreis für Literatur, und 2012 zeichnete Barack Obama sie mit der Presidential Medal of Freedom aus. Toni Morrison starb am 5. August 2019.

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