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Romane

Sohn ohne Vater

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Über das Buch

»Sohn ohne Vater« erzählt auf mitreißende, eindringliche Weise von einem trauernden Sohn, vom Zusammenhalt einer Familie, der trügerischen Erinnerung und einer Reise in ein fremdes Land – zur Mutter und zum toten Vater.

Es ist früh am Morgen, als die Mutter anruft, um ihm zu sagen, dass sein Vater gestorben ist. Der Erzähler weiß nicht, was er tun soll. Er ist allein in seinem Schmerz. Dann wird ihm klar: Er muss in die Türkei. Er muss zu seiner Mutter – und am Grab des Vaters stehen, um sich von ihm verabschieden zu können.

Der Erzähler, ein Schriftsteller aus Kiel, leidet unter Flugangst. Er bittet zwei Freunde, ihn mit dem Wohnmobil mitzunehmen. Es ist der Beginn eines abenteuerlichen Roadtrips quer durch Europa, der geprägt ist von den flirrenden Erinnerungen an den Vater: an den Ehemann, den Akkordarbeiter, den Geschichtenerzähler oder den Siebzigjährigen, dessen gefärbte Koteletten eine ganze Feriensiedlung in Aufruhr versetzen konnten.

Editionen (2)

ISBN9783462055405
VerlagKiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum13.08.26
Seitenzahl288

Rezensionen & Bewertungen

23 Bewertungen

10 Rezensionen

2,9

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  • sandraa86
    sandraa86

    38 Follower

    2,0

    Der Erzähler wird von seiner Mutter aus der Türkei kontaktiert, die ihm mitteilt, dass der Vater verstorben ist. Dies wirft ihn ziemlich aus der Bahn und er beschließt sehr schnell, dass er hin muss, um sich am Grab vom Vater zu verabschieden. Seine Flugangst zwingt ihn jedoch die Reise in Form eines Roadtrips anzutreten. Während der Reise hat er Zeit, sich mit dem Verlust und mit seinen Erinnerungen auseinander zu setzen. Diesem Roman konnte ich so gut wie gar nichts abgewinnen. Was sich nach einer emotionalen und tiefgründigen Geschichte anhörte, hat sich für mich als kaum anrührend und vor allem wenig nachvollziehbar entpuppt. Häufig löste der Text bei mir gehobene Augenbrauen und Kopfschütteln aus, anstatt emphatische Gefühle auf Grund der Thematik. Zum Teil liegt es an den kaum nachvollziehbaren Denkweisen des Protagonisten, die viel zu häufig im Lesefluss irritieren. Zum anderen sind die Dialoge, meines Erachtens, fast alle eine Katastrophe. Was die Figuren in dem Roman zueinander sagen wirkt künstlich und überhaupt nicht glaubhaft. Vielleicht wollte der Autor keine Realitätsnähe in den Interaktionen seiner Charaktere? Aber was wollte er dann? Ästhetik? Auch das ist hier, meiner Meinung nach, nicht geglückt. Lediglich die Erinnerungen an Tage des Erzählers in seinem damaligen Kinder Hort haben mir ganz gut gefallen. Wir sprechen hier aber nur von wenigen Seiten, leider. Alles in allem ziemlich enttäuschend!

    4. Okt. 2025

  • tante_tanja
    tante_tanja

    542 Follower

    3,0

    ... Hochschauen, das Blau des Himmels, wolkenlos, still. Ich werde als Nächstes sterben. Ich bin der nächste Tote. Tod. Das Wort würde ich mir gerne in einem Atem aus dem Mund rupfen. In der Fußgänger Zone führen mir Kinder ein Kunststück vor: Sie rollen Lakritzschnecken auf, trennen sie in der Mitte in zwei lange Streifen, halten einen Streifen an einem Ende und stecken sich das andere Ende in den Mund, sie schlucken und schlucken, bis der Streifen fast zur Gänze in ihrem Mund verschwindet. Dann ziehen sie langsam daran, als würden sie eine Angelschnur aus dem Tümpel ziehen. Ich gebe ihnen eine Handvoll Münzen. Verhasste große Gefühle, verhasstes Unglück. Wo ist mein Vater? - Zitat, Seite 9 Dieser Roman steht auf der ZEIT Liste der 100 besten Bücher aus dem Jahr 2025. Der Autor Feridun Zaimoglu, geboren 1964, wohnhaft in Kiel, ist bereits mehrfach für sein Schreiben ausgezeichnet worden. Der Sonderausgabe entnehmen wir, dass auch der Schriftsteller selbst den Verlust seines Vaters in der im Buch beschriebenen Zeit zu beklagen hatte. Autofiktionales Schreiben ist schon seit längerem Trend in der Gegenwartsliteratur, aber was will uns diese Geschichte über das persönliche Erinnern hinaus mitgeben? "Mein Herz vereist vor Entsetzen." So beschreibt uns der Ich-Erzähler seine Reaktion auf den Ruf seiner Mutter aus der Heimat der Eltern, ihr nun nach dem Tod des Vaters beizustehen. Aber geht es bei diesem Gefühl, um die Ohnmacht ob des Unvermögens, den schnellsten Weg zu wählen und mit dem Flugzeug in die Türkei zu reisen? Oder umfasst diese Reaktion auch den unmittelbaren Verlust eines geliebten Menschen? Oder macht es die eisige Hand der Vorahnung sichtbar, dass man für den Sensenmann nun in der nächsten Reihe steht? Es erscheint unmöglich, in dieser Erzählung einen wirklichen Schwerpunkt festzulegen. Da ist einmal der sprachbegabte Vater, für den die Attribute Ehre und Eleganz unabdingbar sind, auch wenn die fremde Umgebung und die andersartige Kultur die Auslebung dieser Prinzipien nicht leicht machen. Aber als Andenken an ein ganzes Leben, bleibt die Geschichte zu fragmentarisch. Aber auch als ungewöhnlicher Reisebericht über den Landweg von Deutschland bis in die Türkei bleibt die Geschichte zu schemenhaft, und speist den Lesenden mit einigen, manchmal auch sonderbaren, Anekdoten ab. Vielleicht sollte dieser fragmentarische Bericht, die ambivaltente Zeit der ersten Tauer abbilden, aber vielleicht wäre hier ein persönlicherer Essay pointierter und zugänglicher gewesen. Vielleicht ist das vage Gefühl, welches den Lesenden beschleicht, vom Autoren beabsichtigt, aber es versagt leider weitestgehend den Genuss der Lektüre. FAZIT Mütter haben eben fast immer Recht. Als ich meine Irritation darüber kundtat, dass es im Buch so wenig um die Geschichte des Vaters gehe, meinte meine Mama weise: "Der Titel lautet ja auch "Sohn ohne Vater", daher muss der Fokus auf dem Sohn liegen." Daher liegt es vermutlich an meinen falschen Erwartungen, dass mir das Buch, trotz der eleganten Sprache, weniger gefiel. Und eine Sache ist mir auch noch aufgefallen: was hat der Erzähler für ein Ding mit Haaren? - Sehr seltsam. Eingeschränkt empfehlenswert.

    12. Dez. 2025

  • stines_lesereise
    stines_lesereise

    19 Follower

    3,0

    Für mich schwer zugänglich

    12. Okt. 2025

3 von 10 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Feridun Zaimoglu

Feridun Zaimoglu, geboren 1964, lebt seit seinem sechsten Lebensmonat in Deutschland. Er studierte Kunst und Medizin in Kiel, wo er seitdem als Schriftsteller, Drehbuchautor und Dramatiker arbeitet. Für sein Schreiben wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Walter Kempowski Preis 2025. Nach »Leyla«, »Liebesbrand«, »Siebentürmeviertel«, »Evangelio«, »Die Geschichte der Frau« und »Bewältigung« erschien zuletzt sein Roman »Sohn ohne Vater«.

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