Blick ins Buch

Biografien

Die Schleife an Stalins Bart

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Über das Buch

Die Geschichte einer gestohlenen Jugend und einer Befreiung aus den Mauern des Schweigens. "Ich hatte immer das Gefühl, gegen eine Wand zu laufen", sagte Erika Riemann über sich selbst. Fünfzig Jahre hat sie gebraucht, bis sie über ihre Erlebnisse im Nachkriegsdeutschland berichten konnte. Ein erschütternder Lebensbericht aus der jüngsten deutschen Vergangenheit. Sommer 1945 im thüringischen Mühlhausen: Erika Riemann ist vierzehn Jahre alt, als sie in ihrer gerade wieder hergerichteten Schule ein Stalin-Bild entdeckt, genau dort, wo bis vor kurzem ein Hitler-Porträt hing. Sie malt Stalin mit Lippenstift eine Schleife um den Schnauzbart. Der Streich hat schwere Folgen. Jemand muss sie verpfiffen haben, denn schon kurze Zeit später beginnt für Erika Riemann eine achtjährige Odyssee durch ostdeutsche Zuchthäuser und Lager mit Stationen wie Bautzen, Sachsenhausen und Hoheneck. Was es für sie bedeutete, eine ganze Jugend hinter Mauern zu verbringen, Prügel, Schikane, Hunger und Depression durchzustehen und nach der Entlassung zutiefst traumatisiert im bundesdeutschen Wirtschaftswunder ihre Frau zu stehen - darüber kann sie erst heute berichten.

Editionen (7)

ISBN9783455850734
VerlagHoffmann und Campe
Erscheinungsdatum22.07.13
Seitenzahl256

Rezensionen & Bewertungen

31 Bewertungen

8 Rezensionen

4,6

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  • fikaundbuch
    fikaundbuch

    44 Follower

    5,0

    „Alleine dadurch, dass ich meine Angst ausspreche, wird sie bereits etwas kleiner.“

    Das Buch war eine Empfehlung eines Zeitzeugen aus dem Stasi Gefängnis Hohenschönhausen. Die Geschichte von Erika ist brutal, emotional und hat mich wirklich wütend und traurig gemacht. Ich freue mich richtig, dass sie ihre Vergangenheit mit diesem Buch aufarbeiten konnte und vielen Menschen einen Einblick in ihr Leben gegeben hat. Diese Bücher und Geschichten sind so unfassbar wichtig, dass diese grausame Zeit der Geschichte nie vergessen wird und sich nicht wiederholt!

    „Alleine dadurch, dass ich meine Angst ausspreche, wird sie bereits etwas kleiner.“

    16. Sept. 2025

  • 5,0

    Über das Buch: Erika Riemann ist 14 Jahre alt und macht eine Ausbildung in einem Friseursalon. Als sie 1945 ihre neu hergerichtet Schule besucht, entdeckt sie ein Stalinbild, das an der Stelle hängt, an welcher zuvor noch dein Bild von Hitler hing. Aus einer Laune heraus malt sie mit ihrem Lippenstift eine Schleife auf das Bild. Doch was als harmloser Scherz gedacht war, hat verheerende folgen, denn jemand muss sie verpfiffen haben. Kurz darauf wird Erika von Zuhause weg gebracht und eine acht Jahre lange Reise durch die Gefängnisse Ostdeutschlands beginnt. Im Buch wird erzählt wie sie diese Zeit der Prügel, Demütigung, Hunger und Depressionen durchsteht und in der Zeit nach ihrer Freilassung versucht sich ein Leben aufzubauen. Meine Meinung: Das Buch war unglaublich interessant, ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Man hört überall immer die Geschichten über Gefangene während der Kriegszeit, es wird jedoch nie über die Nachkriegszeit berichtet und was zu dieser Zeit in den Gefängnissen passiert ist. Besonders in Ostdeutschland. Einen so ausführlichen, unverfälschten Bericht aus dieser Zeit, in welchem nichts schon geredet wird, findet man selten.

    7. Apr. 2023

  • littlechou
    littlechou

    3 Follower

    4,0

    Starke frau, starkes Buch

    Es ist so wichtig, dass es solche Bücher gibt. Wir dürfen niemals vergessen, was machen Menschen aus dem nichts oder wegen (in heutiger Sicht)Kleinigkeiten angetan wurde. Viele wurden aus dem Leben gerissen. Es ist auch intressant zu lesen, wie sie sich danach wieder ins Leben gekämpft hat. Eine ganz starke Frau!

    22. Mai 2024

3 von 8 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Erika Riemann

Erika Riemann, geboren 1930 in Mühlhausen/Thüringen, verbrachte die Jahre 1946 bis 1954 in Gefängnissen und Lagern wie Bautzen, Sachsenhausen und Hoheneck, weil sie ein Stalin-Porträt mit einer Schleife "verziert" hatte. Nach der Haftzeit arbeitete sie in vielen Jobs, führte drei Ehen und brachte drei Kinder zur Welt. Seit Erscheinen ihres Buches "Die Schleife an Stalins Bart" (Hoffmann und Campe, 2002) bildet die Aufklärung gegen das Vergessen und für Völkerverständigung, insbesondere mit Russland, den Schwerpunkt ihrer Arbeit. Sie ist als vielfach angefragte Autorin zu Gast bei Lesungen und öffentlichen Zeitzeugengesprächen, in Talkshows, Schulen und Gedenkstätten. Für ihr "Engagement für Freiheit und Demokratie und für die Aufarbeitung des SED-Unrechts" wurde ihr 2009 das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens verliehen,

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