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Romane

Eva schläft

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Über das Buch

Eine tragische Liebesgeschichte in Südtirol, das von Deutschland und Italien zerrissen wurdeEva ist Anfang 40, als sie einen Anruf von dem Mann erhält, der in ihrer Kindheit eine Zeit lang die Rolle des Vaters einnahm, bevor er scheinbar für immer verschwand: Vito Anania. Er liegt im Sterben und noch einmal möchte er Eva sehen. Also tritt sie die Zugreise von Südtirol quer durch Italien in den äußersten Süden an. In ihrer Vorstellung entfaltet sich noch einmal ihre ganze Kindheit in Südtirol, geprägt von den politischen Verwerfungen dieser Region, aber mehr noch von der Liebe ihrer Mutter, der im Leben nichts geschenkt wurde – außer ihrer Schönheit.

Editionen (6)

ISBN9783453409361
VerlagHeyne
Erscheinungsdatum09.05.12
Seitenzahl448

Rezensionen & Bewertungen

30 Bewertungen

5 Rezensionen

4,2

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  • philippeg
    philippeg

    382 Follower

    3,5

    Zäh

    „Eva schläft“ sind zwei Geschichten in einem Buch. Einerseits Evas persönliche Geschichte in der ICH-Form erzählt. Andererseits die Geschichte ihrer Familie seit Südtirol Italien nach dem ersten Weltkrieg zugeschlagen wurde, erzählt aus der distanzierteren Perspektive einer Erzählerin. Beide Geschichten wechseln sich ab und kommen erst am Ende zusammen. So wird man immer wieder aus einer Geschichte gerissen und muss in die andere wieder eintauchen. Was die Lektüre zäh macht. Inhaltlich ist es eine sehr interessante Darstellung der Südtiroler Geschichte seit 1918 und ihre ganz konkreten Folgen.

    11. Aug. 2024

  • paisley
    paisley

    32 Follower

    4,0

    In sich verschränkt die historische Darstellung der Südtirolfrage und ihrer Folgen in Form von Eva und ihrer Familie, mit leisen Tönen im Bereich der Frauenrollen, gesellschaftlichen Normen und einzelnen fragwürdigen Entscheidungen.

    13. Jan. 2025

  • _felicitas_
    _felicitas_

    12 Follower

    4,0

    Anders als das Cover vermuten lässt, ist "Eva schläft" (Original 2010, dt. Übersetzung von Bruno Genzler 2011) der italienischen Schriftstellerin Francesca Melandri weder ein Thriller noch ein Liebesroman - jedenfalls nicht in erster Linie. Vielmehr erzählt der Roman anhand fiktiver Figuren die Geschichte Südtirols im 20. Jahrhundert. Die Protagonistin Eva ist in Südtirol aufgewachsen und Anfang 40, als sie einen Anruf aus Sizilien erhält. Die Person, die am ehesten ein Vater für sie war, liegt im Sterben. Sie begibt sich auf eine lange Zugfahrt und während wir mit Eva die Landschaft Italiens erkunden, lesen wir von den historischen Ereignissen, die sie und die Menschen in ihrem Umfeld vor allem in den 1960er und 70er Jahren erlebt haben. Südtirol (italienisch: Alto Adige) ist heute die nördlichste Provinz Italiens, genießt aber weitgehende Selbstverwaltungsrechte. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das bis dahin zu Österreich-Ungarn gehörende Südtirol italienisches Staatsgebiet. Dies führte zu Repressionen gegen die mehrheitlich deutschsprachige Bevölkerung. Die antiitalienische Stimmung in der Bevölkerung und die Repressionen des italienischen Staates eskalierten ab den 1950er Jahren; es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen und Attentaten. Melandri beschreibt die verhärteten Fronten, die auf individueller Ebene Gräben zwischen den Menschen aufrissen, die bis heute nachwirken. Nicht warm geworden bin ich mit den Beschreibungen der Protagonist*innen. Immer wieder werden Frauen* eingeführt, indem im Detail ihre Körper und ihre Wirkung auf Männer* beschrieben werden. Diese Stellen wirken auf mich nicht nur voller Klischees (und ehrlich gesagt langweilig), sondern sie reproduzieren auch ein ums andere Mal den male gaze. Dabei ist Melandri in ihren Beschreibungen wahrscheinlich nicht konservativer und objektivierender als viele andere - vor allem männliche* - Autor*innen. Aber vielleicht hat es mich hier besonders gestört, weil ich das Buch ansonsten so brillant fand. Es ist schön geschrieben und hat durchaus komplexe Charaktere. Vor allem wegen der vielen historischen Einblicke, die einen großen Teil des Buches ausmachen, ist es auf jeden Fall lesenswert.

    28. Juni 2025

3 von 5 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Francesca Melandri

Francesca Melandri, geboren in Rom, schrieb zahlreiche Drehbücher für Fernseh- und Kinofilme ("Prinzessin Fantaghiró", "Bergkristall - "Verirrt im Schnee" u.a.). Ihr erster Roman - "Eva schläft" - erzählte von einer großen Liebe vor dem Hintergrund der wechselhaften Geschichte Südtirols, wo die Autorin 15 Jahre lebte, und war in Italien und Deutschland ein großer Erfolg. "Più alto del mare", so der Originaltitel ihres neuen Buches, wurde von der italienischen Kritik einhellig als Meisterwerk gefeiert.

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