Bis auf den Grund des Ozeans
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Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
geb. 1935, lebte 30 Jahre in einer New Yorker Klinik , bevor sie wieder ein relativ selbstständiges Leben führen konnte. Sie starb im Dezember 2003.
Beiträge
Manchmal liest man ein Buch – und manchmal liest ein Buch einen selbst. Bis auf den Grund des Ozeans gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie. Die Geschichte von Julia Tavalaro ist kaum in Worte zu fassen. Nach einem schweren Schlaganfall gilt sie sechs Jahre lang als hirntot. Sechs Jahre. In Wahrheit ist sie bei vollem Bewusstsein – gefangen in ihrem gelähmten Körper, unfähig, sich mitzuteilen. Sie hört alles. Sie versteht alles. Sie fühlt alles. Und sie muss alles ertragen. Was mich besonders erschüttert hat, war die unmenschliche Behandlung durch Teile des Pflegepersonals. Zu wissen, dass sie jedes Wort, jede Handlung bewusst wahrnimmt, während man sie wie eine leblose Hülle behandelt – das geht unter die Haut. Es macht wütend. Es macht traurig. Und es macht fassungslos. Und dann kommt dieser eine Hoffnungsschimmer: Eine Therapeutin erkennt, dass Julia kommunizieren kann. Dieser Moment fühlt sich beim Lesen an wie ein erster Atemzug nach langem Untertauchen – wie Licht nach unendlicher Dunkelheit. Das Buch wurde mir von einer BookTokerin empfohlen – und ich kann nur sagen: Es ist ein absolutes Muss. Aber es ist kein Buch, das man „einfach so“ durchliest. Obwohl es unglaublich spannend ist, musste ich immer wieder Pausen machen. Nicht, weil es langweilig wäre – im Gegenteil. Sondern weil es bewegt. Weil es zum Nachdenken zwingt. Weil man schluckt. Weil man weint. Weil man mitfühlt. Bis auf den Grund des Ozeans rüttelt wach. Es stellt Fragen über Würde, Wahrnehmung, Menschlichkeit und darüber, wie schnell wir urteilen. Es zeigt, wie viel im Inneren eines Menschen verborgen sein kann – selbst wenn der Körper schweigt. Dieses Buch bleibt. Im Kopf. Im Herzen. Und irgendwo ganz tief – eben bis auf den Grund des Ozeans.

✨️Highlight
📚 Inhalt Julia, eine gesunde, junge Frau, stürzt die Treppe herunter. Monate später erwacht sie im Krankenhaus, doch niemand bemerkt es. Diagnose: Wachkoma. Doch in Wirklichkeit leidet Julia unter dem Locked-In-Syndrom, welches zu dieser Zeit noch sehr unbekannt war. Es vergehen Jahre, bis eine Therapeutin bemerkt, dass Julia ihre Umgebung wahrnimmt und eine Kommunikationsmethode mit ihr zusammen entwickelt. 📖 Meinung Wow, ich habe eine Gänsehaut, wenn ich über Julias Geschichte nachdenke. Sie ist eine unfassbar starke, mutige Frau, die trotz ihres schweren Schicksalsschlages die Hoffnung nie aufgegeben hat und sich die Lust aufs Leben erhalten konnten. Julia berichtet ausführlich über ihre Zeit als vermeintliche Wachkoma-Patientin. Es ist furchtbar zu lesen, wie einige Pflegende mit ihr umgegangen sind, einfach nur, weil sie dachten, dass Julia es ohnehin nicht mitbekommt. Eine Szene ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: Julia wusste lange nicht, welcher Tag ist. Das klingt zuerst ziemlich banal, aber wenn man bedenkt, dass sie keine Ahnung hatte, wie viel Zeit vergangen ist, ist es nur nachvollziehbar, dass sie wissen möchte, welches Datum ist. Das habe ich direkt in meinen Arbeitsalltag übernommen, denn ich arbeite selbst in der Pflege. Seit ich dieses Buch gelesen habe, achte ich mich wieder viel bewusster darauf, die Menschen die ich pflege, über Datum und Uhrzeit zu informieren. So ergab sich eine Situation mit einem Bewohner, der seit Jahre in seiner eigenen Welt lebt und eher unzusammenhängend spricht. Ich begrüsste ihn und sagte: «heute ist Samstag, der so und so Vielte.» Er wiederholte «Es ist Samstag, es ist Samstag,…» Das hat mich sehr gefreut. Generell hat mich das Buch als Pflegende sehr sensibilisiert. Ich bin immer bemüht, meine Bewohnenden respektvoll und würdevoll zu behandeln, doch genau solche Büchern tun mir gut. Sie helfen mir in einem hektischen Alltag zur Ruhe zu kommen und mir Zeit zu nehmen. Julia hat viele furchtbare, traurige und entwürdigende Momente erlebt, bevor man bemerkt hat, dass sie bei Bewusstsein ist. Es tut mir sehr leid, dass sie diese Erfahrungen machen musste und finde es daher umso bewundernswerter, wie positiv sie geblieben ist. Nachdem Julia sich endlich wieder mitteilen konnte, gab es für sie kein Halten mehr. Sie wurde Schriftstellerin und trug ihre Geschichten in die Welt. Sie ist eine wahrlich bemerkenswerte Frau und ihre Biografie ist sehr besonders. Ihre Biografie kann ich jedem ans Herz legen.
Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
geb. 1935, lebte 30 Jahre in einer New Yorker Klinik , bevor sie wieder ein relativ selbstständiges Leben führen konnte. Sie starb im Dezember 2003.
Beiträge
Manchmal liest man ein Buch – und manchmal liest ein Buch einen selbst. Bis auf den Grund des Ozeans gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie. Die Geschichte von Julia Tavalaro ist kaum in Worte zu fassen. Nach einem schweren Schlaganfall gilt sie sechs Jahre lang als hirntot. Sechs Jahre. In Wahrheit ist sie bei vollem Bewusstsein – gefangen in ihrem gelähmten Körper, unfähig, sich mitzuteilen. Sie hört alles. Sie versteht alles. Sie fühlt alles. Und sie muss alles ertragen. Was mich besonders erschüttert hat, war die unmenschliche Behandlung durch Teile des Pflegepersonals. Zu wissen, dass sie jedes Wort, jede Handlung bewusst wahrnimmt, während man sie wie eine leblose Hülle behandelt – das geht unter die Haut. Es macht wütend. Es macht traurig. Und es macht fassungslos. Und dann kommt dieser eine Hoffnungsschimmer: Eine Therapeutin erkennt, dass Julia kommunizieren kann. Dieser Moment fühlt sich beim Lesen an wie ein erster Atemzug nach langem Untertauchen – wie Licht nach unendlicher Dunkelheit. Das Buch wurde mir von einer BookTokerin empfohlen – und ich kann nur sagen: Es ist ein absolutes Muss. Aber es ist kein Buch, das man „einfach so“ durchliest. Obwohl es unglaublich spannend ist, musste ich immer wieder Pausen machen. Nicht, weil es langweilig wäre – im Gegenteil. Sondern weil es bewegt. Weil es zum Nachdenken zwingt. Weil man schluckt. Weil man weint. Weil man mitfühlt. Bis auf den Grund des Ozeans rüttelt wach. Es stellt Fragen über Würde, Wahrnehmung, Menschlichkeit und darüber, wie schnell wir urteilen. Es zeigt, wie viel im Inneren eines Menschen verborgen sein kann – selbst wenn der Körper schweigt. Dieses Buch bleibt. Im Kopf. Im Herzen. Und irgendwo ganz tief – eben bis auf den Grund des Ozeans.

✨️Highlight
📚 Inhalt Julia, eine gesunde, junge Frau, stürzt die Treppe herunter. Monate später erwacht sie im Krankenhaus, doch niemand bemerkt es. Diagnose: Wachkoma. Doch in Wirklichkeit leidet Julia unter dem Locked-In-Syndrom, welches zu dieser Zeit noch sehr unbekannt war. Es vergehen Jahre, bis eine Therapeutin bemerkt, dass Julia ihre Umgebung wahrnimmt und eine Kommunikationsmethode mit ihr zusammen entwickelt. 📖 Meinung Wow, ich habe eine Gänsehaut, wenn ich über Julias Geschichte nachdenke. Sie ist eine unfassbar starke, mutige Frau, die trotz ihres schweren Schicksalsschlages die Hoffnung nie aufgegeben hat und sich die Lust aufs Leben erhalten konnten. Julia berichtet ausführlich über ihre Zeit als vermeintliche Wachkoma-Patientin. Es ist furchtbar zu lesen, wie einige Pflegende mit ihr umgegangen sind, einfach nur, weil sie dachten, dass Julia es ohnehin nicht mitbekommt. Eine Szene ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: Julia wusste lange nicht, welcher Tag ist. Das klingt zuerst ziemlich banal, aber wenn man bedenkt, dass sie keine Ahnung hatte, wie viel Zeit vergangen ist, ist es nur nachvollziehbar, dass sie wissen möchte, welches Datum ist. Das habe ich direkt in meinen Arbeitsalltag übernommen, denn ich arbeite selbst in der Pflege. Seit ich dieses Buch gelesen habe, achte ich mich wieder viel bewusster darauf, die Menschen die ich pflege, über Datum und Uhrzeit zu informieren. So ergab sich eine Situation mit einem Bewohner, der seit Jahre in seiner eigenen Welt lebt und eher unzusammenhängend spricht. Ich begrüsste ihn und sagte: «heute ist Samstag, der so und so Vielte.» Er wiederholte «Es ist Samstag, es ist Samstag,…» Das hat mich sehr gefreut. Generell hat mich das Buch als Pflegende sehr sensibilisiert. Ich bin immer bemüht, meine Bewohnenden respektvoll und würdevoll zu behandeln, doch genau solche Büchern tun mir gut. Sie helfen mir in einem hektischen Alltag zur Ruhe zu kommen und mir Zeit zu nehmen. Julia hat viele furchtbare, traurige und entwürdigende Momente erlebt, bevor man bemerkt hat, dass sie bei Bewusstsein ist. Es tut mir sehr leid, dass sie diese Erfahrungen machen musste und finde es daher umso bewundernswerter, wie positiv sie geblieben ist. Nachdem Julia sich endlich wieder mitteilen konnte, gab es für sie kein Halten mehr. Sie wurde Schriftstellerin und trug ihre Geschichten in die Welt. Sie ist eine wahrlich bemerkenswerte Frau und ihre Biografie ist sehr besonders. Ihre Biografie kann ich jedem ans Herz legen.








