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Romane

Mein Bruder

4,1(26)
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Über das Buch

Ein Familiendrama, das auf dem einsamen schwedischen Land spielt – In Karin Smirnoffs Debüt geht es um das Leben. Um Liebe und Gewalt. Um das, was schön, und das, was kaputt ist. Und um das Allerwichtigste: Vergebung. Jana fährt an den Ort ihrer Kindheit, um ihren Zwillingsbruder zu besuchen, und beschließt zu bleiben. Denn in Smalånger ist alles wie immer: Ihr Bruder trauert einer Liebe nach, die es nicht hätte geben dürfen, und trinkt zu viel, ihre Mutter lebt nach einem Schlaganfall im Pflegeheim, und ihre ehemaligen Freunde sinnen auf Rache. Und dann ist da noch John mit Augen wie schwarze Löcher, der ihr mit leidenschaftlicher Liebe, aber auch unkontrollierter Aggression begegnet und Erinnerungen an ihre Kindheit im Schatten des bedrohlichen Vaters wachruft. Ein Familiendrama, das auf dem einsamen schwedischen Land spielt – erzählt mit rauer Zärtlichkeit und einer ganz eigenen Sprache voller Leidenschaft, Spannung und Humor. Es geht um das Leben. Und um das Allerwichtigste: Vergebung.

Editionen (3)

ISBN9783446270183
VerlagHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Erscheinungsdatum25.01.21
Seitenzahl336

Rezensionen & Bewertungen

26 Bewertungen

7 Rezensionen

4,1

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  • kindder70er
    kindder70er

    41 Follower

    4,0

    Ein Buch, welches dem Leser viel abverlangt

    „Ich hörte nie dass es die Schuld der Männer war. Dass sie gewalttätige Alkoholikerschweine waren die sich mit Frauen einließen und Familien gründeten. Obwohl sie wussten dass sie ihnen vermutlich Schaden zufügen würden.“ (S. 143) „Mein Bruder“ von Karin Smirnoff ist ein Buch, dessen Geschichte ich in der Art nicht zwischen den Seiten erwartet hätte. Ungeschönt wird in Flashbacks von Janas und Brors Kindheit auf dem Kippo-Hof erzählt. Schläge, Missbrauch, Totschlag und Tierquälerei sind ständige Begleiter und am Wochenende, wenn Vattern nach Hause kam, an der Tagesordnung. Von Freitod und Alkoholmissbrauch ist die Rede. Auffällig ist die Tatsache, das der Roman ohne Komma, Fragezeiche und Ausrufezeichen auskommt. Lediglich die Punktsetzung wurde eingehalten. Gerade so, als sei die Autorin beim Schreiben in Eile gewesen, um ihre Sätze mit Nachdruck und ohne Schnörkel in die Tastatur zu hämmern. Gerade schnell genug, damit kein wichtiger Gedanke verloren geht. Dies verwirrt zu Beginn. Verliert sich aber mit der Zeit. Wenn man seinen Rhythmus gefunden hat und sich Janas und Brors Kindheit Seite um Seite entblättert und die Brutalität des Erzeugers und die Hilflosigkeit der Mutter einem das blanke Entsetzen in die eigenen Hirnwindungen bohrt und Bilder der Hilflosigkeit in die Gedanken projiziert merkt man, das dieser Roman kein Wohlfühlbuch ist. „Mein Bruder“ ist eine Geschichte, die viel Zündstoff unter Lesern bieten kann. Wenn man sich darauf einlassen mag. Denn wo häusliche Gewalt im Realen leise ist und verschwiegen wird, zeigt dieses Buch, was sich hinter manch verschlossener Tür abspielen kann und provokant mit dem Finger darauf.

    24. Aug. 2024

  • julsico
    julsico

    77 Follower

    4,0

    Wenn einen die verstörende Kindheit einholt

    Die Protagonistin Janna wird von ihrer traumatischen Kindheit heimgesucht und begibt sich zur Vergangenheitsbewältigung in das Dorf ihrer Kindheit. Dort werden alte Erinnerungen geweckt aber auch neue Fragen aufgeworfen. Karin Smirnoff ist eine Meisterin der düsteren Atmosphäre, verstörenden Beziehungen und traurigen Reflexionen der Vergangenheit. Sowohl die Rückblenden zur Kindheit als auch die Schilderungen zur Rückkehr ins Heimatdorf lassen den Kloß im Hals immer größer werden, wenn man die Geschichte liest. Was für die Protagonistin Nähe, Liebe und Vertrautheit bedeutet, fühlt sich beim Lesen an wie eine einzige Qual. Die Lektüre ist teilweise nichts für schwache Nerven, ist jedoch authentisch umgesetzt. Dass Janna schließlich einige Fragen beantwortet bekommt, ändert leider nichts daran, dass noch große Löcher in ihrer Seele klaffen.

    28. Feb. 2023

  • 2,5

    Traumatisch, dramatisch.

    Die Geschichte handelt von Jana, die auf den einsamen und abgeschiedenen Hof zurückkehrt, auf dem sie aufgewachsen ist. Dort will sie sich um ihren alkoholkranken Zwillingsbruder Bror kümmern. Sie fängt bei der mobilen Pflege im Ort an und trifft so auf alte Bekannte aus ihrer Kindheit und Jugendzeit und erfährt von neuen und alten Begebenheiten innerhalb der Dorfgemeinschaft. Zudem werden in Rückblenden (traumatische) Ereignisse aus ihrer Kindheit geschildert. Eigenwilliger Schreibstil, an den ich mich erst gewöhnen musste - außer Punkten werden keine weiteren Satzzeichen verwendet. Erinnerte mich des weiteren stilistisch an "Und es schmilzt" von Lize Spit. Ganz sicher nicht für jeden geeignet, behandelt es ziemlich schonungslos Themen wie Alkoholmissbrauch, familiäre Gewalt und Missbrauch von Schutzbefohlenen, Tierquälerei etc. Mein Fall war es nicht.

    Traumatisch, dramatisch.

    13. Feb. 2023

3 von 7 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Karin Smirnoff

Karin Smirnoff, geboren 1964 in Umeå, hat als Altenpflegerin, Fotografin, Karatelehrerin und Journalistin gearbeitet. Ihr Debütroman Mein Bruder (2021) wurde für den renommierten schwedischen Augustpreis nominiert und in zehn Länder verkauft. Zuletzt erschien ihr Roman Wunderkind (2023).

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