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Karin Smirnoffs Roman „Vi for upp med mor“ (2019) bildet den zweiten Teil einer Trilogie, von der bisher nur der erste Teil „Jag for ner till bror“ unter dem Titel „Mein Bruder“ auf Deutsch im Hanser Verlag erschienen ist. In Fortsetzung der Geschehnisse im ersten Teil begeben sich Jana Kippo und ihr Zwillingsbruder Bror nach Norrbotten, um den letzten Willen ihrer kürzlich verstorbenen Mutter Siri zu erfüllen. Doch bereits Siris Beerdigung in ihrem Herkunftsort Kukkojärvi lässt beide aufhorchen. Die Worte des Pastors zeugen von Fanatismus und bald stellt sich heraus, dass große Teile ihrer bisher unbekannten Verwandten einer „Gemeinschaft“ mit strikter Bibelauslegung angehören. Bücher sind ebenso verboten wie Musik und Kunst, da kreative Leidenschaft in der „Gemeinschaft“ als Teufelswerk angesehen wird. Und doch findet Janas Bruder, der den Tod der Mutter nur schlecht verkraftet hat, im Miteinander der Sekte Halt und wünscht sich dazuzugehören. Jana, eine unabhängige und freiheitsliebende Person, die infolge ihrer Vergangenheit Schwierigkeiten hat, sich den Anforderungen langfristiger Beziehungen zu stellen, möchte ihren Bruder nicht der Sekte ausliefern. Er hat doch einen Hof, einen Job und eine Freundin in Smalånger! Das Haus der Mutter in Kukkojärvi will Jana eigentlich nur verkaufen - wäre da nicht dieser Kimmo, der Jana bedroht und behauptet, das Haus gehöre ihm… Im Grunde genommen unterscheiden sich die Handlungsorte von Teil 1 und Teil 2 gar nicht so sehr voneinander. Selbst die Versorgungslage ist ähnlich. Und obwohl die Bewohner von Kukkojärvi fast ausnahmslos der „Gemeinschaft“ angehören, haben auch sie ihre Abgründe und ihre Dämonen - wie Jana nach und nach durch „zufällige“ Begegnungen sowie einen an ihre Halbschwester adressierten Brief der Mutter erfährt. Wie bereits das erste Buch zeichnet sich „Vi for upp med mor“ durch eine dunkle Grundstimmung aus, die nur kurzzeitig durch lichte Momente aufgehellt wird. Alkoholismus, (häusliche) Gewalt, Missbrauch, traumatische Erfahrungen und psychische Erkrankungen sind Themen, die auch in diesem Buch berührt werden. Durch die Art, wie die Autorin die Themen verpackt und die sprachlichen Mittel, die sie einsetzt (abweichende Orthografie, Umfangssprache sowie eingeworfene finnische Wörter und Flüche), berührt und verstört der Text - fängt die Lesenden aber gleichzeitig wieder auf. So möchte ich auch für diesen Teil eine Leseempfehlung aussprechen (5/5 Sterne).
15. Jan. 2024
Karin Smirnoffs Roman „Vi for upp med mor“ (2019) bildet den zweiten Teil einer Trilogie, von der bisher nur der erste Teil „Jag for ner till bror“ unter dem Titel „Mein Bruder“ auf Deutsch im Hanser Verlag erschienen ist. In Fortsetzung der Geschehnisse im ersten Teil begeben sich Jana Kippo und ihr Zwillingsbruder Bror nach Norrbotten, um den letzten Willen ihrer kürzlich verstorbenen Mutter Siri zu erfüllen. Doch bereits Siris Beerdigung in ihrem Herkunftsort Kukkojärvi lässt beide aufhorchen. Die Worte des Pastors zeugen von Fanatismus und bald stellt sich heraus, dass große Teile ihrer bisher unbekannten Verwandten einer „Gemeinschaft“ mit strikter Bibelauslegung angehören. Bücher sind ebenso verboten wie Musik und Kunst, da kreative Leidenschaft in der „Gemeinschaft“ als Teufelswerk angesehen wird. Und doch findet Janas Bruder, der den Tod der Mutter nur schlecht verkraftet hat, im Miteinander der Sekte Halt und wünscht sich dazuzugehören. Jana, eine unabhängige und freiheitsliebende Person, die infolge ihrer Vergangenheit Schwierigkeiten hat, sich den Anforderungen langfristiger Beziehungen zu stellen, möchte ihren Bruder nicht der Sekte ausliefern. Er hat doch einen Hof, einen Job und eine Freundin in Smalånger! Das Haus der Mutter in Kukkojärvi will Jana eigentlich nur verkaufen - wäre da nicht dieser Kimmo, der Jana bedroht und behauptet, das Haus gehöre ihm… Im Grunde genommen unterscheiden sich die Handlungsorte von Teil 1 und Teil 2 gar nicht so sehr voneinander. Selbst die Versorgungslage ist ähnlich. Und obwohl die Bewohner von Kukkojärvi fast ausnahmslos der „Gemeinschaft“ angehören, haben auch sie ihre Abgründe und ihre Dämonen - wie Jana nach und nach durch „zufällige“ Begegnungen sowie einen an ihre Halbschwester adressierten Brief der Mutter erfährt. Wie bereits das erste Buch zeichnet sich „Vi for upp med mor“ durch eine dunkle Grundstimmung aus, die nur kurzzeitig durch lichte Momente aufgehellt wird. Alkoholismus, (häusliche) Gewalt, Missbrauch, traumatische Erfahrungen und psychische Erkrankungen sind Themen, die auch in diesem Buch berührt werden. Durch die Art, wie die Autorin die Themen verpackt und die sprachlichen Mittel, die sie einsetzt (abweichende Orthografie, Umfangssprache sowie eingeworfene finnische Wörter und Flüche), berührt und verstört der Text - fängt die Lesenden aber gleichzeitig wieder auf. So möchte ich auch für diesen Teil eine Leseempfehlung aussprechen (5/5 Sterne).
15. Jan. 2024





