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Mein bisher liebster Murakami. Ein Buch, das mich mit jeder Seite mehr begeistert hat und noch lange nachhallen wird 🥰
Sputnik Sweetheart ist mein 4. Buch von Murakami und bisher ganz klar mein Favorit. Ich wusste schon relativ früh, dass das ein 5-Sterne-Buch wird. Mit jeder Seite hat es mich mehr in seinen Bann gezogen. Ich liebe Murakamis Schreibstil. Ich schwebe jedes Mal durch seine Seiten und genau dieses Gefühl hatte ich hier wieder. Trotzdem hat sich dieses Buch noch einmal anders angefühlt als die anderen, die ich bisher gelesen habe. Dort standen für mich vor allem die Charaktere und ihre Gedanken im Mittelpunkt. Hier passiert auch in der Handlung unglaublich viel. Dadurch hatte die Geschichte einen richtigen Sog und ich wollte ständig weiterlesen. Anfangs wollte ich noch wissen, wo Sumire ist. Irgendwann hat sich diese Frage komplett verändert. Plötzlich wollte ich gar nicht mehr wissen, wo sie ist. Ich wollte nur noch verstehen, was mit ihr passiert ist. Genau da hat mich Murakami komplett abgeholt. Ich habe angefangen, immer mehr zwischen den Zeilen zu lesen und auf all die kleinen Dinge zu achten. Gespräche über Zeichen und Symbole, Musik, Bücher, Erinnerungen, der Mond, das Riesenrad oder das Telefon. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass nichts davon zufällig dort steht. Das Schöne ist, dass Murakami einem nie das Gefühl gibt, alles verstehen zu müssen. Man kann dieses Buch einfach als wunderschöne Geschichte lesen und wird trotzdem viel daraus mitnehmen. Wer sich auf die Symbolik einlässt, entdeckt aber noch einmal eine ganz andere Ebene. Ich hatte ständig diese Momente, in denen plötzlich etwas Klick gemacht hat. Und kaum dachte ich, jetzt habe ich Murakami verstanden, kamen wieder ein paar Seiten, die mir gezeigt haben, dass ich eigentlich doch noch einmal um die Ecke denken muss. Ich liebe genau sowas. Besonders beschäftigt hat mich Mius Geschichte. Für mich war das Riesenrad nie einfach nur ein Riesenrad. Dahinter steckt für mich eine größere Symbolik. Ich habe diese Szene als ein traumatisches Erlebnis gelesen. So, als würde sie etwas erleben, das sie nur noch außerhalb ihres eigenen Körpers wahrnehmen kann. Genau dieses Bild hat für mich ihre spätere Veränderung erklärt. Murakami sagt einem aber nie, ob man das genauso verstehen soll. Er lässt Raum für die eigene Interpretation und genau das fand ich genial. Überhaupt hatte ich irgendwann das Gefühl, dass alle Figuren wie kleine Satelliten umeinander kreisen. Jeder liebt jemanden, den er nie ganz erreichen kann. Jeder sucht Nähe und trotzdem bleibt immer eine Distanz. Gerade diese Sehnsucht zieht sich für mich durch das ganze Buch und die Stellen, in denen es darum ging, Menschen nicht erreichen zu können, obwohl man sie liebt oder obwohl sie einem unglaublich viel bedeuten, haben mich am meisten berührt. Der namenlose Erzähler hat mich schließlich am meisten getroffen. Erst dort habe ich richtig verstanden, dass es genauso sehr seine Geschichte ist wie die von Sumire. Die letzten Kapitel haben mich emotional erwischt. Die leise, unerfüllte Liebe und das Weitermachen, obwohl etwas fehlt, hat Murakami so ehrlich beschrieben, dass ich mich in vielen Gedanken wiedergefunden habe. Je näher ich den letzten Seiten kam, desto klarer wurde mir, dass es keine klassische Auflösung geben wird. Und irgendwann wollte ich die gar nicht mehr. Für mich hat das Ende perfekt zu diesem Buch gepasst. Ich hatte nie das Gefühl, dass Murakami mir etwas schuldig bleibt. Im Gegenteil. Mir ist viel mehr das Gefühl geblieben, das dieses Buch hinterlassen hat. Dass wir Verluste mit uns tragen und trotzdem weiterleben. Dass Erinnerungen bleiben, auch wenn Menschen nicht mehr da sind. Und dass Liebe nicht kleiner wird, nur weil sie unerfüllt bleibt. Vielleicht verändert sie einfach ihre Form. Ich finde es schön, dass jeder dieses Buch und sein Ende anders lesen und für sich selbst interpretieren kann. Es war einfach ein Traum, dieses Buch zu lesen. Ich weiß jetzt schon, dass ich es irgendwann noch einmal lesen werde. Nicht, weil ich glaube, beim 1. Mal etwas übersehen zu haben, sondern weil ich sicher bin, dass ich beim nächsten Lesen wieder neue Gedanken zwischen den Zeilen entdecken werde. Für mich bisher ganz klar mein liebster Murakami. Und falls ihr bis hier gelesen habt: Glückwunsch. 😄 Die Rezension ist fast so lang geworden wie Murakamis Gedankengänge. Aber bei diesem Buch konnte ich mich einfach nicht kürzer fassen.

5 Tage vor
Mein bisher liebster Murakami. Ein Buch, das mich mit jeder Seite mehr begeistert hat und noch lange nachhallen wird 🥰
Sputnik Sweetheart ist mein 4. Buch von Murakami und bisher ganz klar mein Favorit. Ich wusste schon relativ früh, dass das ein 5-Sterne-Buch wird. Mit jeder Seite hat es mich mehr in seinen Bann gezogen. Ich liebe Murakamis Schreibstil. Ich schwebe jedes Mal durch seine Seiten und genau dieses Gefühl hatte ich hier wieder. Trotzdem hat sich dieses Buch noch einmal anders angefühlt als die anderen, die ich bisher gelesen habe. Dort standen für mich vor allem die Charaktere und ihre Gedanken im Mittelpunkt. Hier passiert auch in der Handlung unglaublich viel. Dadurch hatte die Geschichte einen richtigen Sog und ich wollte ständig weiterlesen. Anfangs wollte ich noch wissen, wo Sumire ist. Irgendwann hat sich diese Frage komplett verändert. Plötzlich wollte ich gar nicht mehr wissen, wo sie ist. Ich wollte nur noch verstehen, was mit ihr passiert ist. Genau da hat mich Murakami komplett abgeholt. Ich habe angefangen, immer mehr zwischen den Zeilen zu lesen und auf all die kleinen Dinge zu achten. Gespräche über Zeichen und Symbole, Musik, Bücher, Erinnerungen, der Mond, das Riesenrad oder das Telefon. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass nichts davon zufällig dort steht. Das Schöne ist, dass Murakami einem nie das Gefühl gibt, alles verstehen zu müssen. Man kann dieses Buch einfach als wunderschöne Geschichte lesen und wird trotzdem viel daraus mitnehmen. Wer sich auf die Symbolik einlässt, entdeckt aber noch einmal eine ganz andere Ebene. Ich hatte ständig diese Momente, in denen plötzlich etwas Klick gemacht hat. Und kaum dachte ich, jetzt habe ich Murakami verstanden, kamen wieder ein paar Seiten, die mir gezeigt haben, dass ich eigentlich doch noch einmal um die Ecke denken muss. Ich liebe genau sowas. Besonders beschäftigt hat mich Mius Geschichte. Für mich war das Riesenrad nie einfach nur ein Riesenrad. Dahinter steckt für mich eine größere Symbolik. Ich habe diese Szene als ein traumatisches Erlebnis gelesen. So, als würde sie etwas erleben, das sie nur noch außerhalb ihres eigenen Körpers wahrnehmen kann. Genau dieses Bild hat für mich ihre spätere Veränderung erklärt. Murakami sagt einem aber nie, ob man das genauso verstehen soll. Er lässt Raum für die eigene Interpretation und genau das fand ich genial. Überhaupt hatte ich irgendwann das Gefühl, dass alle Figuren wie kleine Satelliten umeinander kreisen. Jeder liebt jemanden, den er nie ganz erreichen kann. Jeder sucht Nähe und trotzdem bleibt immer eine Distanz. Gerade diese Sehnsucht zieht sich für mich durch das ganze Buch und die Stellen, in denen es darum ging, Menschen nicht erreichen zu können, obwohl man sie liebt oder obwohl sie einem unglaublich viel bedeuten, haben mich am meisten berührt. Der namenlose Erzähler hat mich schließlich am meisten getroffen. Erst dort habe ich richtig verstanden, dass es genauso sehr seine Geschichte ist wie die von Sumire. Die letzten Kapitel haben mich emotional erwischt. Die leise, unerfüllte Liebe und das Weitermachen, obwohl etwas fehlt, hat Murakami so ehrlich beschrieben, dass ich mich in vielen Gedanken wiedergefunden habe. Je näher ich den letzten Seiten kam, desto klarer wurde mir, dass es keine klassische Auflösung geben wird. Und irgendwann wollte ich die gar nicht mehr. Für mich hat das Ende perfekt zu diesem Buch gepasst. Ich hatte nie das Gefühl, dass Murakami mir etwas schuldig bleibt. Im Gegenteil. Mir ist viel mehr das Gefühl geblieben, das dieses Buch hinterlassen hat. Dass wir Verluste mit uns tragen und trotzdem weiterleben. Dass Erinnerungen bleiben, auch wenn Menschen nicht mehr da sind. Und dass Liebe nicht kleiner wird, nur weil sie unerfüllt bleibt. Vielleicht verändert sie einfach ihre Form. Ich finde es schön, dass jeder dieses Buch und sein Ende anders lesen und für sich selbst interpretieren kann. Es war einfach ein Traum, dieses Buch zu lesen. Ich weiß jetzt schon, dass ich es irgendwann noch einmal lesen werde. Nicht, weil ich glaube, beim 1. Mal etwas übersehen zu haben, sondern weil ich sicher bin, dass ich beim nächsten Lesen wieder neue Gedanken zwischen den Zeilen entdecken werde. Für mich bisher ganz klar mein liebster Murakami. Und falls ihr bis hier gelesen habt: Glückwunsch. 😄 Die Rezension ist fast so lang geworden wie Murakamis Gedankengänge. Aber bei diesem Buch konnte ich mich einfach nicht kürzer fassen.
5 Tage vor








