Blick ins Buch

Russendisko

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Über das Buch

Editionen (9)

ISBN9783442545193
VerlagGoldmann
Erscheinungsdatum31.12.00
Seitenzahl192

Rezensionen & Bewertungen

85 Bewertungen

13 Rezensionen

3,0

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  • karagounis
    karagounis

    68 Follower

    2,5

    Russendisko - Manchmal ist das Chaos das Einzige, was bleibt

    “Russendisko” gewährt unterhaltsame Einblicke in das Leben russischer Einwanderer in Berlin der 1990er-Jahre. Die skurrilen Situationen, improvisierten Jobs und die ausgelassene Partyszene der Einwanderer werden mit trockenem Humor eingefangen. Einige Episoden sind charmant und witzig, besonders die Darstellung der legendären „Russendisko“-Partys, die als kulturelle Brücke zwischen Ost und West fungieren. Trotz dieser Stärken leidet das Buch unter seiner episodischen Struktur: Es gibt keine durchgehende Handlung, und die einzelnen Geschichten wirken oft lose nebeneinanderstehend. Viele Figuren bleiben oberflächlich, sodass es schwerfällt, eine echte Bindung zu ihnen aufzubauen. Der Humor funktioniert nicht immer, manchmal wirkt er zu überdreht oder zu banal. Insgesamt bleibt Russendisko ein kurzweiliges, leichtes Buch, das punktuell Spaß macht und ein lebendiges Zeitporträt der 1990er-Jahre liefert, aber weder Spannung noch Tiefgang bietet. Nett zu lesen, aber eher flüchtige Unterhaltung als fesselnde Lektüre. Von mir daher 5 von 10 P. (Ein Band aus meinem Bestand)

    Russendisko - Manchmal ist das Chaos das Einzige, was bleibt

    10. März 2026

  • readinggrace
    readinggrace

    34 Follower

    4,0

    Kaminer in Deutschland - Wie alles begann

    Gelesen vom Autor selbst wirken die anekdotischen, biografischen Kurzgeschichten noch authentischer. Wenn man diesen russischen Schriftsteller mag, wird kein Buch von ihm ein Fehlgriff sein, so auch dieses. Diese episodische Autobiographie ist übrigens die lose Vorlage für den gleichnamigen Film.

    27. Mai 2026

  • floetenfisch
    floetenfisch

    75 Follower

    3,0

    "Russendisko" präsentiert sich als eine anekdotenreiche Publikation, die weniger den Charakter eines Romans aufweist, sondern vielmehr eine prägnante Momentaufnahme des migrantischen Lebensgefühls im Berlin der 1990er Jahre darstellt. Wladimir Kaminer zeichnet sich durch einen lakonischen Humor, eine scharfe Beobachtungsgabe und eine liebevolle Ironie aus, wobei die zugängliche Leichtigkeit des Werkes gleichzeitig seine thematische Begrenzung markiert. Kaminer meistert die anspruchsvolle Aufgabe, eine leichte Erzählweise zu pflegen, ohne dabei in Banalität abzugleiten. Seine kurzen Episoden, die von der Ankunft in Berlin über absurde Behördengänge bis hin zu den ersten gesellschaftlichen Veranstaltungen reichen, zeichnen sich durch eine präzise Beobachtungsgabe und einen stets warmen, selbstironischen Humor aus, der niemals verletzend wirkt. Das Berlin der Nachwendezeit wird als ein chaotischer Raum der Möglichkeiten inszeniert, geprägt von Provisorien, Improvisation und einer pulsierenden Energie. Kaminers Perspektive auf Migration ist unprätentiös; er fokussiert sich nicht auf große Dramen, sondern auf alltägliche Reibungspunkte, die gerade dadurch eine politische Dimension erhalten. Die Charaktere – Freunde, DJs, zufällige Bekanntschaften – werden oft als Skizzen oder beinahe Karikaturen dargestellt. Dies ist eine bewusste stilistische Entscheidung, da Kaminer weniger an psychologischer Tiefe interessiert ist als vielmehr an der Darstellung von Typen und dem Komischen in zwischenmenschlichen Interaktionen. "Russendisko" ist somit ein kultiges, humorvolles Zeitdokument, das die Berliner 90er Jahre mit Witz und Wärme einfängt. Es handelt sich nicht um einen tiefgründigen Roman, sondern um einen literarischen Schnappschuss – schnell, charmant, gelegentlich oberflächlich, jedoch stets unterhaltsam.

    16. Juni 2026

3 von 13 Rezensionen

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