
322 Follower
Die Günstlinge der Unterwelt von Terry Goodkind war für mich ein schwieriger Band. Nicht, weil er schlecht gewesen wäre – im Gegenteil. Man merkt deutlich, wie viel Arbeit, Weltaufbau und Gedanken in der Geschichte stecken. Mein Problem war eher, dass ich einfach nicht im richtigen Headspace für genau diese Art von Fantasy war. Der dritte Band der Reihe beschäftigt sich deutlich stärker mit Politik, Ideologien, Machtstrukturen, Verrat und gesellschaftlichem Zerfall als seine Vorgänger. Das ist grundsätzlich interessant und stellenweise sogar erschreckend nachvollziehbar aufgebaut. Besonders die Imperiale Ordnung erinnerte mich immer wieder an historische Hexenverfolgungen, Inquisitionen und fanatische Machtapparate, die sich moralisch überlegen fühlen und Gewalt als etwas „Notwendiges“ rechtfertigen. Terry Goodkind schafft es dabei durchaus, unangenehme Parallelen zu realen gesellschaftlichen Mechanismen aufzuzeigen. Mein persönliches Problem war nur: Ich habe viele dieser Strukturen und Motivationen sehr früh durchschaut. Dadurch wurde das Buch für mich stellenweise weniger spannend als vielmehr anstrengend. Nicht, weil die Handlung dumm geschrieben wäre, sondern weil ich Figuren oft mehrere Schritte voraus war und manche ideologischen Diskussionen sich für mich irgendwann eher wie Wiederholungen angefühlt haben. Trotzdem gibt es vieles, das ich weiterhin sehr an der Reihe liebe. Richard ist nach wie vor ein Charakter, den ich trotz seiner anstrengenden Seiten gerne begleite. Sein Selbstmitleid hat mich zwar mehr als einmal an den Rand des Wahnsinns gebracht, aber gleichzeitig bleibt er nachvollziehbar und menschlich. Genau das ist eine der großen Stärken Goodkinds: Seine Figuren sind selten komplett eindimensional. Selbst Charaktere, die mich wahnsinnig gemacht haben, hatten meist trotzdem irgendeinen nachvollziehbaren Kern oder eine gewisse Faszination. Besonders gefreut habe ich mich über das Wiederauftauchen von Cara. Ich liebe diese Frau einfach. Sie bringt eine Direktheit und Klarheit mit, die dem Buch unglaublich gut tut. Am Ende bleibt für mich ein Band, den ich respektiere, vielleicht sogar mehr, als ich ihn wirklich „genossen“ habe. Ich glaube tatsächlich, dass ich ihn zu einem anderen Zeitpunkt deutlich stärker gefeiert hätte. So war es für mich eher ein gutes Buch zur falschen Zeit.
24. Mai 2026
Die Günstlinge der Unterwelt von Terry Goodkind war für mich ein schwieriger Band. Nicht, weil er schlecht gewesen wäre – im Gegenteil. Man merkt deutlich, wie viel Arbeit, Weltaufbau und Gedanken in der Geschichte stecken. Mein Problem war eher, dass ich einfach nicht im richtigen Headspace für genau diese Art von Fantasy war. Der dritte Band der Reihe beschäftigt sich deutlich stärker mit Politik, Ideologien, Machtstrukturen, Verrat und gesellschaftlichem Zerfall als seine Vorgänger. Das ist grundsätzlich interessant und stellenweise sogar erschreckend nachvollziehbar aufgebaut. Besonders die Imperiale Ordnung erinnerte mich immer wieder an historische Hexenverfolgungen, Inquisitionen und fanatische Machtapparate, die sich moralisch überlegen fühlen und Gewalt als etwas „Notwendiges“ rechtfertigen. Terry Goodkind schafft es dabei durchaus, unangenehme Parallelen zu realen gesellschaftlichen Mechanismen aufzuzeigen. Mein persönliches Problem war nur: Ich habe viele dieser Strukturen und Motivationen sehr früh durchschaut. Dadurch wurde das Buch für mich stellenweise weniger spannend als vielmehr anstrengend. Nicht, weil die Handlung dumm geschrieben wäre, sondern weil ich Figuren oft mehrere Schritte voraus war und manche ideologischen Diskussionen sich für mich irgendwann eher wie Wiederholungen angefühlt haben. Trotzdem gibt es vieles, das ich weiterhin sehr an der Reihe liebe. Richard ist nach wie vor ein Charakter, den ich trotz seiner anstrengenden Seiten gerne begleite. Sein Selbstmitleid hat mich zwar mehr als einmal an den Rand des Wahnsinns gebracht, aber gleichzeitig bleibt er nachvollziehbar und menschlich. Genau das ist eine der großen Stärken Goodkinds: Seine Figuren sind selten komplett eindimensional. Selbst Charaktere, die mich wahnsinnig gemacht haben, hatten meist trotzdem irgendeinen nachvollziehbaren Kern oder eine gewisse Faszination. Besonders gefreut habe ich mich über das Wiederauftauchen von Cara. Ich liebe diese Frau einfach. Sie bringt eine Direktheit und Klarheit mit, die dem Buch unglaublich gut tut. Am Ende bleibt für mich ein Band, den ich respektiere, vielleicht sogar mehr, als ich ihn wirklich „genossen“ habe. Ich glaube tatsächlich, dass ich ihn zu einem anderen Zeitpunkt deutlich stärker gefeiert hätte. So war es für mich eher ein gutes Buch zur falschen Zeit.
24. Mai 2026






