Blick ins Buch

Horror

Das Durchdrehen der Schraube

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Über das Buch

100. Todestag von Henry James Eine der verstörendsten und raffiniertesten Geschichten für spannende Abende: Eine junge Pfarrerstochter wird auf einem abgeschiedenen englischen Landgut als Gouvernante eingestellt. Als ihr die Geister zweier verstorbener Angestellter erscheinen, verfällt sie in den wahnhaften Eifer, die Kinder beschützen zu müssen. Unheilvolle Dinge geschehen ...

Editionen (11)

ISBN9783423428262
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum23.10.15
Seitenzahl208

Rezensionen & Bewertungen

136 Bewertungen

21 Rezensionen

3,3

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  • anja86
    anja86

    659 Follower

    3,0

    SUBTILER KLASSIKER! Die Drehung der Schraube von Henry James ist ein literarischer Klassiker des subtilen Horrors, der mehr Fragen aufwirft, als er beantwortet. Eine junge Gouvernante übernimmt die Betreuung zweier Kinder auf einem abgelegenen Landgut. Schon bald bemerkt sie seltsame Ereignisse und glaubt, dass unheimliche Erscheinungen das Anwesen heimsuchen. Während sie versucht herauszufinden, was wirklich hinter den mysteriösen Vorfällen steckt, verschwimmt immer mehr die Grenze zwischen Realität und Einbildung. Erzählt wird die Geschichte nicht direkt aus der Perspektive der Hauptfigur, sondern eher aus einer gewissen Distanz heraus. Dadurch wirkt das Geschehen stellenweise wie eine weitergegebne Gruselgeschichte. Ganz langsam und beinah unmerklich entwickelt sich eine unheimliche Atmosphäre, die sich durch die gesamte Handlung zieht. Große Schockmomente oder explizite Gewalt bleiben aus, stattdessen lebt die Geschichte von einer subtilen, dauerhaften spürbaren Spannung. Immer wieder entstehen beim Lesen beklemmende Momente. Auffällig ist vor allem der Schreibstil, der stark vom Entstehungszeitraum geprägt ist. Die Sprache ist stellenweise recht ausführlich und die Sätze können länger und komplexer sein, weshalb es dauern kann, bis man richtig in die Handlung hineinfindet. Mit der Zeit entfaltet sich jedoch eine besondere Atmosphäre, die der Geschichte ihren ganz eigenen Charakter verleiht. Auch das Ende dürfte nicht jedem gefallen. Es lässt Raum für verschiedene Interpretationen und bleibt bewusst offen. Ein interessanter Klassiker mit einer besonderen Atmosphäre, der jedoch etwas Geduld beim Lesen erfordert.

    14. März 2026

  • 4,5

    Heute möchte ich euch die Novelle „Die Drehung der Schraube“ (The Turn of the Screw) von Henry James, erschienen im Jahr 1898, vorstellen. Die deutsche Übersetzung stammt von Ingrid Rein. Die Geschichte wird in Form einer Geistererzählung wiedergegeben, die ein gewisser Douglas am Kamin eines englischen Landsitzes vorliest. Im Mittelpunkt steht eine junge Gouvernante, die sich um die beiden Kinder Miles und Flora auf dem Anwesen Bly kümmert. Von ihrem Auftraggeber, dem Onkel und Vormund der Kinder, fühlt sie sich gleichermaßen fasziniert wie verpflichtet und stürzt sich mit großer Hingabe in ihre Aufgabe. Doch schon bald mehren sich die beunruhigenden Ereignisse: Die Gouvernante sieht wiederholt unheimliche Gestalten, die offenbar mit früheren Bewohnern des Hauses – ihrer Vorgängerin und einem verstorbenen Diener – in Verbindung stehen. Sie ist überzeugt, dass diese Geister Einfluss auf die Kinder nehmen, auch wenn diese nichts davon preisgeben. Getrieben von dem Wunsch, sie zu beschützen, steigert sich die Gouvernante zunehmend in ihre Beobachtungen hinein – bis die Situation schließlich tragisch eskaliert: Miles stirbt, und Flora erkrankt schwer. Henry James’ „Die Drehung der Schraube“ gilt zu Recht als Klassiker der Schauerliteratur. Der Autor überzeugt durch einen eleganten, dichten und zugleich beklemmenden Schreibstil, der mit Andeutungen, Mehrdeutigkeiten und einer unzuverlässigen Erzählinstanz spielt. So bleibt bis zum Schluss offen, ob die Geister real sind oder nur das Produkt einer überreizten Fantasie – ein kunstvoller Balanceakt, der den Reiz des Werks ausmacht. Während des Lesens hatte ich ständig die Bilder aus der Verfilmung „Schloss des Schreckens“ vor Augen, die die düstere Atmosphäre des Buches nahezu perfekt eingefangen hat. Die Umsetzung ist wirklich großartig gelungen und verleiht der Geschichte eine visuelle Intensität, die das Leseerlebnis wunderbar ergänzt. Besonders beeindruckend ist, dass die Novelle trotz ihres Alters nichts von ihrer Spannung eingebüßt hat – sie fesselt bis zur letzten Seite. Ein kleiner Kritikpunkt wäre höchstens, dass der Grusel noch etwas stärker hätte ausfallen dürfen, da der Schrecken meist eher unterschwellig als direkt spürbar bleibt. Dennoch: Buch und Film sind gleichermaßen außergewöhnlich und auf ihre Weise zeitlos. Gemeinsam bilden sie ein eindrucksvolles Zusammenspiel aus subtiler Spannung, psychologischem Tiefgang und klassischer Eleganz. Bewertung: 4,5 von 5 ✨️

    25. Okt. 2025

  • ro_ke
    ro_ke

    483 Follower

    3,0

    Gruselklassiker, der durch seine unzuverlässige und nicht immer leicht zu erfassende Erzählstimme reichlich Raum für Interpretationen bietet!

    10. Aug. 2025

3 von 21 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Henry James

Henry James, geboren am 15. April 1843 in New York City, war der Sohn eines Intellektuellen irischer Abstammung und wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf. In Amerika und Europa zum Weltbürger erzogen, schrieb er seit 1863 Kritiken und Kurzgeschichten für verschiedene Zeitschriften. Bereits 1871 erschien ›Watch and Ward‹ als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift ›The Atlantic Monthly‹. Jedoch erst den 1875 erschienenen Roman ›Roderick Hudson‹ ließ er als sein Romandebüt gelten. Zahlreiche weitere Werke folgten, darunter ›Daisy Miller‹ (1878), ›Washington Square‹ (1880), ›The Portrait of a Lady‹ (1881) und ›The Turn of the Screw‹ (1898). Henry James lebte ab 1869 überwiegend in Europa. 1877 ließ er sich in London nieder und wurde 1915 britischer Staatsbürger. Mehrfach war er Kandidat für den Literaturnobelpreis, zuletzt im Jahr seines Todes. Er starb am 28. Februar 1916 in seinem Haus im Londoner Stadtteil Chelsea. Bis heute gilt er als Meister des psychologischen Romans.

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