Blick ins Buch

Romane

Schlafes Bruder

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Über das Buch

Wer liebt, schläft nicht: »Das ist die Geschichte des Musikers Johannes Elias Alder, der zweiundzwanzigjährig sein Leben zu Tode brachte, nachdem er beschlossen hatte, nicht mehr zu schlafen. Denn er war in unsäglicher Liebe zu seiner Cousine Elsbeth entbrannt« So beginnt Robert Schneiders Romandebüt, in dem er das Leben des Elias Alder beschreibt. »Ein Genie ohne Erweckung, ein Künstler ohne Berufung - das ist das Thema dieser fast spektakulär gut erzählten Geschichte.« (FAZ)

Editionen (16)

ISBN9783423251303
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum01.10.97

Rezensionen & Bewertungen

141 Bewertungen

20 Rezensionen

3,7

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  • kris_thi_an
    kris_thi_an

    112 Follower

    5,0

    Überraschend, intensiv, düster, berührend: Von einer Pflichtlektüre zu einem meiner Lieblingsbücher😂

    Die Novelle Schlafes Bruder von Robert Schneider habe ich im Deutschunterricht für eine Buchvorstellung lesen müssen. Anfangs war ich wenig begeistert, doch schon nach kurzer Zeit hat mich das Buch überrascht. Ich habe mich schnell in den besonderen, poetischen Schreibstil und die intensive Geschichte verliebt. Im Mittelpunkt steht Johannes Elias Alder, ein musikalisches Ausnahmetalent, dessen Leben sehr tragisch verläuft. Besonders beeindruckend fand ich die Verbindung von Musik, Gefühlen und Natur. Die Sprache ist zwar anspruchsvoll, macht das Buch aber gleichzeitig einzigartig. Das Werk erinnert mich an Das Parfüm von Patrick Süskind, da auch dort ein außergewöhnlicher Außenseiter im Mittelpunkt steht. Beide Bücher sind intensiv und teilweise düster, beschäftigen sich aber stark mit Genialität und Isolation. Insgesamt hat mich Schlafes Bruder mehr berührt, als ich erwartet hätte.

    Überraschend, intensiv, düster, berührend: Von einer Pflichtlektüre zu einem meiner Lieblingsbücher😂

    11. Apr. 2026

  • aygen_e
    aygen_e

    138 Follower

    5,0

    Sternebewertung fiktiv

    Ich habe diesen Roman mit 16 Jahren zum ersten Mal gelesen. Damals war ich im Internat. Unsere Bibliothek war nicht besonders modern, aber dieses Buch fiel mir sofort ins Auge. Ich nahm es aus dem Regal, begann zu lesen und seitdem hat es mich nie wieder losgelassen. Heute, viele Jahre später, ist es noch immer mein absolutes Lieblingsbuch. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass Schlafes Bruder polarisiert wie kaum ein anderes Buch. Die meisten Leserinnen und Leser lieben es leidenschaftlich oder legen es nach wenigen Seiten wieder aus der Hand. Dazwischen scheint es kaum etwas zu geben. Ich gehöre eindeutig zur ersten Gruppe. Robert Schneider erzählt die Geschichte von Johannes Elias Alder, genannt Elias. Wir befinden uns Anfang des 19. Jahrhunderts in einem kleinen Dorf in Vorarlberg. Elias ist ein musikalisches Genie. Sein Gehör ist außergewöhnlich, seine Begabung kaum zu begreifen. Doch anstatt gefördert zu werden, erlebt er Ablehnung, Ausgrenzung und Spott. Die Dorfbewohner betrachten ihn als fremd. Als sonderbar. Als jemanden, der nicht dazugehört. Und genau das hat mich schon als Jugendliche tief berührt. Wie oft werden Menschen ausgegrenzt, nur weil sie anders sind? Weil sie mehr sehen, mehr fühlen oder mehr verstehen als ihr Umfeld? Diese Frage zieht sich für mich bis heute durch das gesamte Buch. Elias besitzt ein Talent, das die Welt verändern könnte. Doch er lebt an einem Ort, der weder bereit noch in der Lage ist, dieses Talent zu erkennen. Was folgt, ist eine Geschichte über Einsamkeit, Genialität, Glaube, Kunst, Liebe und Besessenheit. Vor allem aber ist es die Geschichte einer Liebe, die jede Grenze überschreitet. Elias verliebt sich in seine Cousine Elisabeth. Schon als Jugendliche konnte ich diese Intensität kaum begreifen. Wie kann ein Mensch so tief lieben, dass er bereit ist, alles dafür aufzugeben? Heute verstehe ich diesen Roman anders als damals. Robert Schneider schreibt nicht über gewöhnliche Gefühle. Er geht in jedem Bereich an die äußersten Grenzen des Menschlichen. Seine Figuren lieben radikal, leiden radikal und glauben radikal. Nichts in diesem Roman ist mittelmäßig. Und genau das macht ihn so einzigartig. Eine Szene hat sich für immer in mein Gedächtnis eingebrannt. Die Szene, in der Elias beschließt, durch Schlafentzug zu sterben. Weil jede Stunde Schlaf für ihn eine Stunde ist, in der er nicht an Elisabeth denken kann. Eine Stunde, in der er sie nicht lieben kann. Dieser Gedanke hat mich damals erschüttert. Und er erschüttert mich heute noch genauso. Es gibt Bücher, die spannend sind. Es gibt Bücher, die unterhalten. Und dann gibt es Bücher wie Schlafes Bruder, die etwas in einem auslösen, das sich kaum beschreiben lässt. Dieser Roman holt mich bis heute aus jeder Leseflaute. Er hat nie seine Magie verloren. Nie seine Wirkung. Nie seine Kraft. Vielleicht liegt es daran, dass hier so viele Themen zusammenkommen, die mich bis heute faszinieren: Kunst, Musik, Religion, das Dorfleben, Außenseitertum, Liebe, Besessenheit und die Frage, wie viel ein Mensch ertragen kann, wenn er sich nirgendwo zugehörig fühlt. Ich freue mich unglaublich über diese Neuauflage. Und ich hoffe, dass dieses Buch noch viele neue Leserinnen und Leser findet. Denn auch wenn ich weiß, dass es nicht für jeden funktioniert, gehört es für mich zu den wenigen Romanen, die man nicht nur liest – sondern erlebt. Ein Buch fürs Leben.

    10. Juni 2026

  • katinkaminka
    katinkaminka

    96 Follower

    4,0

    Genie und Wahnsinn liegen nah bei einander

    Wie soll ich beschreiben was ich da gerade gelesen habe. Das Märchen eines außergewöhnlich musisch begabten Jungen trifft es vielleicht am besten. Die Sprache ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig aber passt letzten Endes einfach perfekt. Das Setting ist das eines österreichischen Bergdorfes das quasi aus zwei inzestuös verbundenen Familien besteht mit allem was da so dazu gehört an merkwürdigen (und zum Teil brutal unangenehmen aber eben auch witzigen und liebenswerten) Charakteren. In diese Welt wird Johannes Elias Alder geboren und weder seine eigene Familie noch der Rest des Dorfes können mit dem Außenseiter etwas anfangen. So fällt es Elias auch leichter durch seine stimmlich Begabung auch leichter mit den Tieren zu kommunizieren als mit seinen Mitmenschen. So folgt man als Leser dem Elias durch den wilden Ritt seines Lebens bis zu seinem frühen Tod.

    19. Juni 2025

3 von 20 Rezensionen

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