Blick ins Buch

Romane

Am grünen Rand der Welt

3,9(65)
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Über das Buch

Hardys stimmungsvollster Roman, der das ländliche Leben Südenglands in lyrischen Naturschilderungen beschwört.

Eins mit seiner Welt weiß sich der Held des Romans, der Farmer Gabriel Oak; nur so kann er die Enttäuschungen und die Demütigungen von seiten seiner Angebeteten Bathsheba Everdene verwinden. Bathsheba, egoistisch und launenhaft, wählt mit untrüglichem Gespür immer wieder den falschen Mann, bis sie nach bitteren Erfahrungen erkennt, daß sie zu Oak gehört. Hinter der mühsam gekitteten Idylle drohen freilich die Schatten der Auflösung.

Ganz im Stil des traditionellen Erzählens legt Hardy einen Hauch des Archaischen über seinen ländlichen Schauplatz und seine einfachen Figuren. Völlig unprätentiös und unaffektiert vermag er gerade den modernen Leser in seinen Bann zu schlagen, weil unter der Schlichtheit seiner heilen Welt eine tiefe Trauer und ein unabweisbarer Skeptizismus fühlbar werden. »The sad man sighed his fantasies« - diese Gedichtzeile von Hardy könnte als Motto über seinem Werk, im besonderen aber über ›Am grünen Rand der Welt‹ stehen.
Die Spannung zwischen Altem und Neuem, pastoraler Welt und aufkommendem Industriezeitalter, zwischen der Klage um den Verlust und dem eigensinnigen Festhalten an der Utopie berührt auch den heutigen Leser unmittelbar.

Editionen (3)

ISBN9783423130240
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum01.12.02

Rezensionen & Bewertungen

65 Bewertungen

10 Rezensionen

3,9

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  • resag
    resag

    30 Follower

    5,0

    Schöner bildhafter Schreibstil

    Tolles Buch! Besonders begeistert hat mich Thomas Hardys wunderschöner Schreibstil, der die Landschaften, Stimmungen und Gefühle der Figuren lebendig werden lässt. Im Mittelpunkt steht die willensstarke und unabhängige Bathsheba Everdene, um die gleich drei sehr unterschiedliche Männer werben und kämpfen. Gerade diese Konstellation macht den Roman so spannend, denn die Charaktere könnten kaum verschiedener sein. Jeder von ihnen bringt eigene Stärken, Schwächen und Vorstellungen von Liebe mit, was immer wieder zu Konflikten und schwierigen Entscheidungen führt. Die Handlung ist geprägt von Verwicklungen, Missverständnissen und dramatischen Ereignissen, die das Glück der Figuren immer wieder zu zerstören drohen. Dabei bleibt die Geschichte durchgehend fesselnd und emotional. Besonders gefallen hat mir, dass sich die Figuren im Laufe des Romans spürbar weiterentwickeln. Die Ereignisse hinterlassen ihre Spuren, verändern ihre Sichtweisen und prägen ihre Entscheidungen. Insgesamt ist Am grünen Rand der Welt für mich ein gelungener Roman mit einer bewegenden Geschichte, spannenden Figuren und einer wunderschönen Sprache.

    5. Juni 2026

  • mary_shelley
    mary_shelley

    47 Follower

    3,0

    Ein Portal ins England Anfang des 19. Jahrhunderts. Wo die Weiden grün sind, die Schafe blöken und zwischenmenschliche Beziehungen noch Konventionen folgen über die man heute nur den Kopf schütteln kann.

    Das Buch habe ich beim Lernurlaub bei einer Freundin im Bücherschrank entdeckt. Und es hat einfach perfekt in die Lernzeit reingepasst. Jeden Abend konnte ich in den angenehm kurzen Kapiteln fürneine kleine Weile in den grünen Rand der Welt eintauchen. Ich lese gerne alte Bücher (Jane Austen, Bram Stoker, ...) insofern bin ich schnell in den etwas ungewohnten Stil reingekommen. Das Farmleben war mir etwas neu und es hat mir einfach sehr gut getan, in dieses langsame und naturverbunden Leben einzutauchen. Je weiter das Buch Fortschreitet desto weniger geht es um die Schafe und desto mehr geht es um die Liebe. Oder eher das Heiraten. Vieles hat mich gestört, schon allein wie Bathseba als Kluge Frau von dem männlichen Autor dargestellt wurde und wie er sie doch etwas von oben herab beschrieben hat. Der kleine Wildfang der in Laufe des Buches vom Leben gebrochen werden darf und die ihren eigenen Emotionen zum Opfer fällt. Und ja. Natürlich ist das der Zeit geschuldet, Stoker beschreibt Mia mit genauso viel Unverständnis für die menschliche Psyche. Aber je mehr es in dem Buch um diese Heirat(en) ging, desto störender wurde es. Auch die Darstellung von Boldwoods Liebedwahn kam mir reichlich überzogen vor. Und insgesamt hab ich das Buch gerne gelesen aber dann irgendwann auch gerne beendet.

    25. Juli 2025

  • mary_go_round
    mary_go_round

    16 Follower

    3,0

    Also ich hab den Film gesehen, aber der Unterschied ist sehr groß. Der Stil ist vergleichbar mit den anderen Klassikern dieser Zeit. Das muss man halt mögen. Die Handlung braucht Zeit um spannend zu werden, daher der Punktabzug. Sehr lange ist es viel Gerede um nichts und die letzten 150 Seiten überstürzt sich die Handlung. Man muss bedenken dass der Autor ein Kind seiner Zeit ist, aber seine Meinung über Frauen ist schon sehr gering, das muss man im Hinterkopf behalten.

    13. Apr. 2023

3 von 10 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Thomas Hardy

Thomas Hardy, geboren am 2. Juni 1840, war Sohn eines Baumeisters. Er ging nach der Architektenlehre nach London und begann neben seiner Arbeit als Kirchenrestaurator zu schreiben. 1871 erschien der erste seiner berühmten ›Wessex‹-Romane, die alle in seiner heimatlichen Umgebung angesiedelt sind. Hardy hinterließ ein umfangreiches Werk, darunter 14 Romane und fast 1000 Gedichte. Er starb am 11. Januar 1928.

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