Blick ins Buch

Romane

Berlin Alexanderplatz

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Über das Buch

Erste kommentierte Taschenbuchausgabe

Die Geschichte des Transportarbeiters Franz Biberkopf, der, aus der Strafanstalt Berlin-Tegel entlassen, als ehrlicher Mann ins Leben zurückfinden möchte, ist der erste deutsche Großstadtroman von literarischem Rang. Das Berlin der zwanziger Jahre ist der Schauplatz des Geschehens. Dabei wird die Großstadt selbst zum Gegenspieler des gutmütig jähzornigen Franz Biberkopf, der dieser verlockenden, aber auch unerbittlichen Welt zu trotzen versucht. -

Mit ›Berlin Alexanderplatz‹ vollzog Döblin die radikale Abkehr vom bürgerlich psychologischen Roman. Hier wurde kein Einzelschicksal analysiert. Das kollektive Geschehen, das Allgemeine einer menschlichen Situation erfuhr eine gültige dichterische Gestaltung. Das Werk zählt zu den großen Epen unserer Zeit.

Der Band umfaßt neben dem kritisch kommentierten Text der Erstausgabe sämtliche bekannte Vorabdrucke, eine Auswahl von Textergänzungen aus dem Nachlaß sowie ein Nachwort zur Entstehung, Rezeption und Interpretation des Romans.

Editionen (18)

ISBN9783423128681
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum01.03.01

Rezensionen & Bewertungen

95 Bewertungen

18 Rezensionen

3,3

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  • 3,0

    Ein Traum für Germanist:Innen, die Geschichte an sich ist eher zweitrangig. Definitiv nichts für Leseanfänger

    Franz Biberkopf wird aus der Haft entlassen und versucht ein anständiges Leben zu führen. Doch das Leben in Berlin hat andere Pläne für ihn. Und so gerät er doch wieder in die Abwärtsspirale aus Verbrechen und Intrigen. „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin ist keine leichte Lektüre. Die unterschiedlichen Schreibstile, die nahtlos in einander übergehen, sollen die Vielfältigkeit und Komplexität der Großstadt Berlins widerspiegeln. Das macht das Buch durchaus interessant, kann für ungeübte Leser jedoch verwirrend sein, oder das Buch sogar fast unleserlich machen. Doch für alle, die ein Interesse an Sprache haben, ist dieser Klassiker ein Muss.

    31. Juli 2025

  • ribrob99
    ribrob99

    89 Follower

    3,5

    Wirres Durcheinander mit Sinn und Verstand.

    Es hat sehr lange gedauert, bis ich mich an die undurchsichtigen und wirren Dialoge, sowie die wechselnden Situationen gewöhnt habe. Franz Bieberkopf möchte ein besserer Mensch werden und dient dabei dem Leser als Modell für alles was dadurch geschehen kann. Nur etwas für hartnäckige Leser mit Geduld für eine lange Geschichte :)

    25. März 2025

  • buchstabe
    buchstabe

    23 Follower

    3,0

    Anstrengender Lesestoff mit Einblicken in eine Welt von vor hundert Jahren - nicht für jeden etwas

    Man muss sich im Klaren sein, dass man, wenn man dieses Buch zur Hand nimmt, einen Roman seiner Zeit liest - mit Abgründen, Andersartigkeiten, Abstoßendem. Sprachlich bewegt man sich im ersten Drittel meines Erachtens nach in einer Versuchsanordnung, welche noch überarbeitet hätte werden sollen. Dabei geht es mir nicht um die Vermischung von Gedankenströmen, Schilderungen, Dialog, Erzählerkommentar und klassischem Erzählen. Es fehlt an dem „Stich“, welche die Sprache ab der Hälfte entwickelt und mit welcher sie der Leserschaft zusetzt. Auch die Figurenentwicklung sowie der Plot scheinen sich noch in der Phase der Ideensammlung zu bewegen. Steht die Figurenkonstellation wird diese - auch sprachlich - auf- und ausgebaut. Einige Figuren, Ideen und Aspekte des Berlins der späten 1920er fallen schließlich hintenüber. Schade, eigentlich. Das Berlin im Jahre 1928 ist eine getriebene Welt mit getriebenen Menschen in einer getriebenen Lebenslage. 10 Jahre nach dem Großen Krieg, wie die Zeitgenossen den Ersten Weltkrieg nannten, in einer sich spiralförmig nach oben rasenden Wirtschafts- und Forschungslage, da begegnen wir Franz Biberkopf, frisch entlassen aus dem Gefängnis nach einer Haftstrafe wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Er will anständig bleiben und sucht seinen Weg, mit allen Päckchen und Widrigkeiten. Einfache Menschen, Prekariat würde man wohl heute sagen, schlagen sich durch - kriminell, kleinkriminell, nicht kriminell. Die Sprache ist einfach, die Umgangsformen roh. Gewalt ist an der Tagesordnung. Alkohol und Drogen sind Alltag. Prostitution und Hehlerei gehören ebenso zu dieser Welt wie Freundschaft und kleine Freuden. Radikalisierung rechts und links, Antisemitismus, Nationalismus, Frauenfeindlichkeit - alles Dinge dieser Zeit (und bis heute vorhanden). Nach weiteren Schicksalsschlägen bleibt Franz als Invalide fast auf der Strecke. Um ihn und mit ihm sind Eva, Herbert und Mieze. Sie helfen ihm, wollen ihn schützen. Reinhold, ein schmieriger Geselle, stellt das Ruder der Geschichte dar. Mehr werde ich zum Plot nicht schreiben. Warum ich nur 3 Sterne gebe? Der Mangel an Überarbeitung stört mich immens. Ich war nahe dran, dass Buch nach 150 Seiten abzubrechen. Die chaotische Sprache, das Hin und Her usw. können zwar sinnbildlich für diese Zeit in Berlin stehen, doch dies gelingt erst nach dem ersten Drittel. Außerdem fehlen mir wichtige Aspekte des damalige Lebens, welche anfangs angerissen und dann fallengelassen werden. So die Konflikte zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten, der Antisemitismus, die rasante Modernisierung des Lebens. Alles im Ansatz da und dann vergessen. Auch das Ende enttäuscht mich, da es nicht zur eigentlichen Geschichte passt. Es wirkt fast so, als ob der Autor vor den letzten Konsequenzen zurückgeschreckt ist. Es ist ein wichtiges Buch, das sehr herausfordernd ist. Ich kann es nur geübten Lesern und Leserinnen empfehlen. Mit „Babylon Berlin“ oder ähnlichem hat dieses Buch nichts gemein außer der Stadt.

    3. Nov. 2024

3 von 18 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Alfred Döblin

Alfred Döblin, geboren am 10. August 1878 als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie, war Nervenarzt in Berlin; dort begründete er auch die expressionistische Zeitschrift »Der Sturm« mit. 1933 emigrierte Döblin nach Paris, 1940 floh er nach Amerika und konvertierte zum Katholizismus. Nach dem Krieg kehrte er nach Deutschland zurück, um im Dienst der französischen Administration am kulturellen Wiederaufbau mitzuwirken. Er war Herausgeber der Literaturzeitschrift »Das goldene Tor« (1946-1951) und Mitbegründer der Mainzer Akademie (1949). 1953 übersiedelte er wieder nach Paris. Er starb am 26. Juni 1957 in Emmendingen bei Freiburg.

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