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Yuval Noah Harari ist seit einigen Jahren der erfolgreichste Sachbuchautor der Welt. Von seiner "Kurzen Geschichte der Menschheit" wurden in Deutschland über eine Millionen Exemplare verkauft. Jetzt erscheint der Weltbestseller in vier Teilen als Graphic Novel.
Den Anfang macht "Sapiens. Der Aufstieg". Harari noch zugänglicher, noch unterhaltsamer, aber genauso intelligent und lehrreich - ein Muss nicht nur für seine Fans. Vor Millionen von Jahren war der Mensch bloß ein relativ unbedeutender Vertreter der Tierwelt. Wenn die Erde ein Königreich gewesen wäre, hätten andere Tiere auf dem Thron gesessen - Löwen vielleicht oder Elefanten. Heute besitzen die Menschen Kräfte, derentwegen sie den anderen Tieren wie Götter vorkommen müssen. Wie konnte ein körperlich relativ schwacher Affe sich zum Herrn der Welt aufschwingen? Und was musste er tun, um sich die Erde untertan zu machen? In "Sapiens", der Graphic Novel, tritt Yuval Noah Harari selber auf. Gemeinsam mit seiner Nichte Zoe und anderen geht er diesem Rätsel auf den Grund. Sie erkunden das Schicksal der Neandertaler, schauen sich die Gameshow "Evolution" an und verfolgen die Abenteuer von "Prehistorik Bill". Schon bevor die Menschen sesshaft wurden, waren sie die Könige der Welt. Wie es dazu kommen konnte, zeigt dieses Buch mit viel Witz, unwiderstehlichem Charme und einer Menge an schrägen Ideen. Wer sich bisher dem Bann von Hararis Büchern hat entziehen können, der wird jetzt kapitulieren.
Wo kommen wir her und wohin werden wir gehen? Eine kurze Geschichte der Menschheit.
Harari erzählt unsere Geschichte so anschaulich und sprachlich gut verständlich, dass ich täglich ein paar Kapitel verschlungen habe. Ich hab einen völlig neuen Blickwinkel auf unsere Fähigkeiten kennengelernt, warum wir bis an die Spitze der Evolution klettern konnten und aus welchen simplen Ursprüngen unsere vertraute Weltordnung entstanden ist.
Die „kurze Geschichte“ verdeutlicht aber auch mehrmals, wie der Mensch seit tausenden von Jahren für das Artensterben auf der Erde verantwortlich ist.
Auch Themen wie Sklaverei, Rassismus, Unterdrückung von Frauen und Homosexuellen, Imperialismus, Massentierhaltung und übermäßiger Konsum werden angesprochen und wie diese Missstände entstanden sind.
Das Buch ist also kein Loblied auf uns Menschen als Krönung der Evolution.
Am meisten musste ich über die Erkenntnis schmunzeln, dass so vieles was Ordnung und Struktur in unser Leben bringt wie z.B. Gesetze, Zahlungsmittel, Regierungen, Grundrechte usw. nur fiktive Konstrukte aus der Feder unserer eigenen Vorstellungskraft sind auf die wir uns kollektiv geeinigt haben. Eigentlich genau so real wie der Weihnachtsmann.
30. Apr. 2025
4,0
Wo kommen wir her und wohin werden wir gehen? Eine kurze Geschichte der Menschheit.
Harari erzählt unsere Geschichte so anschaulich und sprachlich gut verständlich, dass ich täglich ein paar Kapitel verschlungen habe. Ich hab einen völlig neuen Blickwinkel auf unsere Fähigkeiten kennengelernt, warum wir bis an die Spitze der Evolution klettern konnten und aus welchen simplen Ursprüngen unsere vertraute Weltordnung entstanden ist.
Die „kurze Geschichte“ verdeutlicht aber auch mehrmals, wie der Mensch seit tausenden von Jahren für das Artensterben auf der Erde verantwortlich ist.
Auch Themen wie Sklaverei, Rassismus, Unterdrückung von Frauen und Homosexuellen, Imperialismus, Massentierhaltung und übermäßiger Konsum werden angesprochen und wie diese Missstände entstanden sind.
Das Buch ist also kein Loblied auf uns Menschen als Krönung der Evolution.
Am meisten musste ich über die Erkenntnis schmunzeln, dass so vieles was Ordnung und Struktur in unser Leben bringt wie z.B. Gesetze, Zahlungsmittel, Regierungen, Grundrechte usw. nur fiktive Konstrukte aus der Feder unserer eigenen Vorstellungskraft sind auf die wir uns kollektiv geeinigt haben. Eigentlich genau so real wie der Weihnachtsmann.
Ich „musste“ das Buch für unseren Buchclub lesen. Ich selbst hätte es mir nicht ausgesucht, da ich so dicke Sachbücher meide und das Thema an sich für mich persönlich schon „ausgelutscht“ ist. Aber ich habe knapp über 500 Seiten beendet und würde sagen, ich bin stolz auf mich 😉
Es ist nicht zu trocken geschrieben, aber auch nicht zu leicht, um es nebenher lesen zu können. Meine Leseerfahrung ist dementsprechend eine gemischte. So kam es, dass ich das Buch manchmal über 2 Stunden am Stück mit Faszination las, da ich die neuen Infos oder Gedanken als hochinteressant empfand (ob sie alle hängen geblieben sind, weiß ich nicht☺️). Und dann hab ich nur 10 Seiten am Stück geschafft, weil es mir zu trocken war oder ich nichts „Neues“ gelernt habe. Am meisten gefielen mir die Passagen, in denen ich meine eigenen Gedanken zu Kapitalismus, Konsum, Religion, Geld, Vertrauen und Narrativen wiedergefunden habe. Ich glaube, das Buch war zu seiner Zeit revolutionär, da die Erstveröffentlichung schon 15 Jahre zurückliegt (auf Hebräisch 2011), aber heute nicht mehr ganz so neu.
Deshalb sage ich: „Kann man lesen, muss man aber nicht.“ Und wenn man es gelesen hat, darf man sich ein Stück Kuchen gönnen (oder zwei) 😁
S.29 „Stellen Sie sich vor, was passiert wäre, wenn die Neandertaler neben dem Homo sapiens überlebt hätte. Welche Kulturen, Gesellschaften und politischen Strukturen wären in einer Welt entstanden, in der mehrere Menschenarten friedlich nebeneinander existierten? Wie hätten sich beispielsweise die Religionen entwickelt? Könnten wir heute in der Bibel lesen, dass die Neandertaler von Adam und Eva abstammen?“
S.201 „Mythen und Märchen programmierten die Menschen darauf, fast von Geburt an auf eine bestimmte Weise zu denken und zu handeln, bestimmte Dinge zu wollen und bestimmte Regeln zu befolgen. Damit schufen sie „künstliche Instinkte“, mit deren Hilfe Millionen von Menschen effektiv zusammenarbeiten konnten.“
S.228 „Geld ist das einzige von Menschen geschaffene System, das fast jede kulturelle Barriere überwindet und nicht nach Religion, Geschlecht, Rasse, Alter oder sexueller Orientierung fragt. Dem Geld ist es zu verdanken, dass Menschen, die einander noch nie gesehen haben und einander nicht über den Weg trauen, problemlos zusammenarbeiten können.“
S.229 „Das Geld hat eine noch dunklere Seite. Obwohl Geld Vertrauen zwischen Fremden schafft, wird dieses Vertrauen nicht in Menschen, Gemeinschaften oder heilige Werte investiert, sondern in Geld und das unpersönliche System dahinter. Wir vertrauen weder dem Fremden noch unserem Nachbarn, sondern nur der Münze, die sie in der Hand halten. Haben sie kein Geld mehr, haben wir kein Vertrauen mehr. Wenn Geld die Dämme der Gemeinschaften, Religionen und Staaten unterspült, läuft die Welt Gefahr, sich in einen riesigen, kalten Markt zu verwandeln.“
6. Jan. 2026
3,0
Ich „musste“ das Buch für unseren Buchclub lesen. Ich selbst hätte es mir nicht ausgesucht, da ich so dicke Sachbücher meide und das Thema an sich für mich persönlich schon „ausgelutscht“ ist. Aber ich habe knapp über 500 Seiten beendet und würde sagen, ich bin stolz auf mich 😉
Es ist nicht zu trocken geschrieben, aber auch nicht zu leicht, um es nebenher lesen zu können. Meine Leseerfahrung ist dementsprechend eine gemischte. So kam es, dass ich das Buch manchmal über 2 Stunden am Stück mit Faszination las, da ich die neuen Infos oder Gedanken als hochinteressant empfand (ob sie alle hängen geblieben sind, weiß ich nicht☺️). Und dann hab ich nur 10 Seiten am Stück geschafft, weil es mir zu trocken war oder ich nichts „Neues“ gelernt habe. Am meisten gefielen mir die Passagen, in denen ich meine eigenen Gedanken zu Kapitalismus, Konsum, Religion, Geld, Vertrauen und Narrativen wiedergefunden habe. Ich glaube, das Buch war zu seiner Zeit revolutionär, da die Erstveröffentlichung schon 15 Jahre zurückliegt (auf Hebräisch 2011), aber heute nicht mehr ganz so neu.
Deshalb sage ich: „Kann man lesen, muss man aber nicht.“ Und wenn man es gelesen hat, darf man sich ein Stück Kuchen gönnen (oder zwei) 😁
S.29 „Stellen Sie sich vor, was passiert wäre, wenn die Neandertaler neben dem Homo sapiens überlebt hätte. Welche Kulturen, Gesellschaften und politischen Strukturen wären in einer Welt entstanden, in der mehrere Menschenarten friedlich nebeneinander existierten? Wie hätten sich beispielsweise die Religionen entwickelt? Könnten wir heute in der Bibel lesen, dass die Neandertaler von Adam und Eva abstammen?“
S.201 „Mythen und Märchen programmierten die Menschen darauf, fast von Geburt an auf eine bestimmte Weise zu denken und zu handeln, bestimmte Dinge zu wollen und bestimmte Regeln zu befolgen. Damit schufen sie „künstliche Instinkte“, mit deren Hilfe Millionen von Menschen effektiv zusammenarbeiten konnten.“
S.228 „Geld ist das einzige von Menschen geschaffene System, das fast jede kulturelle Barriere überwindet und nicht nach Religion, Geschlecht, Rasse, Alter oder sexueller Orientierung fragt. Dem Geld ist es zu verdanken, dass Menschen, die einander noch nie gesehen haben und einander nicht über den Weg trauen, problemlos zusammenarbeiten können.“
S.229 „Das Geld hat eine noch dunklere Seite. Obwohl Geld Vertrauen zwischen Fremden schafft, wird dieses Vertrauen nicht in Menschen, Gemeinschaften oder heilige Werte investiert, sondern in Geld und das unpersönliche System dahinter. Wir vertrauen weder dem Fremden noch unserem Nachbarn, sondern nur der Münze, die sie in der Hand halten. Haben sie kein Geld mehr, haben wir kein Vertrauen mehr. Wenn Geld die Dämme der Gemeinschaften, Religionen und Staaten unterspült, läuft die Welt Gefahr, sich in einen riesigen, kalten Markt zu verwandeln.“