Blick ins Buch

Romane

Franziska Linkerhand

3,6(10)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Die junge Architektin Franziska Linkerhand geht nach dem Studium nach Neustadt, um hier am Neubau von Wohnungen und einem Zentrum für die aufstrebende Industriestadt mitzuwirken. Rasch geraten ihre hochfliegenden Vorstellungen von einer innovativen, humanen, ästhetisch anspruchsvollen Architektur in Konflikt mit der nüchternen Realität im Planungsbüro. Franziska ist nicht der Typ, der schnell aufsteckt, und sie scheut keine Auseinandersetzungen. Aber auch die Beziehung zu Ben, ihrem schwierigen, zynischen Geliebten, ist kompliziert, und Franziska beginnt zu ahnen, daß sie scheitern könnte. Dieser Roman, eines der wichtigsten und schönsten Bücher in der gesamtdeutschen Literatur, ebenso reich an Gedanken, Gefühlen und großen Entwürfen wie an unauffälliger Tapferkeit im Alltagsleben, konnte von Brigitte Reimann nicht beendet werden. Nach ihrem Tod erschien eine vorsichtig bearbeitete Ausgabe, in der freilich auch damals politisch anstößige Stellen entfernt waren, um die Druckgenehmigung nicht zu gefährden. Nun wurde der Text auf Grundlage der Vorabdrucke und der Typoskripte rekonstruiert, und obgleich die daraus entstandene Fassung kein neues Buch liefert, ersteht aus der nun vorgelegten einzig gültigen und verbindlichen Ausgabe ein illusionsloses und authentisches Bild der DDR der 60er Jahre. Die Originalfassung zeigt eine kantigere, schärfere, freimütigere "Franziska Linkerhand". Das ausführliche Nachwort kommentiert die Druckgeschichte, so daß auch für Literaturwissenschaftler eine verläßliche Text- und Arbeitsgrundlage vorliegt.

Editionen (6)

ISBN9783351028527
VerlagAufbau
Erscheinungsdatum01.09.98
Seitenzahl640

Rezensionen & Bewertungen

10 Bewertungen

3 Rezensionen

3,6

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  • blabla13a
    blabla13a

    4 Follower

    5,0

    Sehr prägnante Roman von Brigitte Reimannn über eine junge Architektin, die in die Provinz der DDR geht um dort in einer klein Stadt zu arbeiten.

    23. Juni 2024

  • strandpipare
    strandpipare

    91 Follower

    5,0

    „Das ist ein Abenteuer, ein Wagnis, von dem die großen Architekten geträumt haben: eine neue Stadt bauen, ein paar hundert Hektar Land, auf denen man eine städtebauliche Idee verwirklichen kann - und wem hat man je eine solche Chance geboten? Niemeyer mit seinem Brasilia, Corbusier, den Kiruna-Leuten ... Und Schafheutlin mit Neustadt“ (B. Reimann - Franziska Linkerhand - S. 195 f.) Brigitte Reimanns Romanfragment handelt von der jungen, ambitionierten Architektin Franziska Linkerhand, die nach einer gescheiterten Ehe einen Neuanfang in Neustadt wagt. Doch schnell muss sie erfahren, dass ihre von (kollektivistischen) Idealen und Theorien geprägten Vorstellungen von Städtebau in der DDR-Planungspraxis kaum Anwendung finden können. Zu gering sind die Einflussmöglichkeiten der Stadtplaner vor Ort und zu groß der Einfluss der höheren Ebenen. Es gilt, schnell und ökonomisch Wohnungen zu bauen, um die Arbeiter und Bergleute zu versorgen. Ein Stadtzentrum - ein Ort für Begegnungen und Freizeitvergnügen, ein Herz und Identifikationspunkt - gilt da als nachrangig. Linkerhand, die aus einem bürgerlich-intellektuellen Elternhaus stammt, hadert damit. Immer wieder vermisst sie kulturelle Angebote und Orte, an denen man allein, aber in Gesellschaft sein kann. Sie lebt und arbeitet in der neuen Stadt, ohne wirklich anzukommen. Sie kämpft für einen Jugendclub, ein Theater, ein Zentrum und nimmt in Kauf, sich damit auch unbeliebt zu machen. In Neustadt, dieser geschichts- und gesichtlosen Stadt in der Lausitz, gibt es nur Kneipen sowie gelegentliche Tanz- und Kinoabende, die Zerstreuung bieten und die sie zuweilen mit ihren Arbeitskollegen oder (ausnahmsweise) Mitbewohnern ihres Wohnblocks besucht. Dort entdeckt sie irgendwann einen Mann, der ihren Träumen entsprungen scheint und den sie Ben tauft… und trotzdem dieser eigentlich liiert ist, entwickelt sich eine Liebesgeschichte. Brigitte Reimanns Roman ist nicht ganz leicht zu lesen. Die Erzählweise ist diskontinuierlich und die Erzählperspektive wechselt manchmal inmitten eines Satzes. Es gibt zahlreiche Personen, Nebenschauplätze, Einschübe, Rückblenden, Vorgriffe, Kommentare und kulturelle Zitate, die es erschweren, den roten Faden nicht zu verlieren. Gleichzeitig haben insbesondere die langen Assoziationsketten und poetischen Beschreibungen der Innen- und Außenwelt der Protagonistin eine besondere Anziehungskraft. Abschnittsweise hatte der Roman für mich etwas hypnotisches und vermutlich habe ich ihn nicht zum letzten Mal gelesen… Für mich war er trotz der langen Lesezeit (November 2023 bis Anfang Januar 2024) ein Highlight und ich empfehle ihn gerne weiter.

    7. Jan. 2024

  • bobmachee
    bobmachee

    3 Follower

    1,0

    Franziska Linkerhand von Brigitte Reimann gilt als eines der wichtigsten Werke der DDR-Literatur. Für mich war es dennoch kein leichter Zugang: Nach etwa 100 von über 600 Seiten habe ich die Lektüre abgebrochen. Die Sprache, die vielen Abschweifungen und die wirren Gedankengänge der Hauptfigur machten es mir schwer, in die Geschichte hineinzufinden. Sicherlich steckt zwischen den Zeilen vieles, was für Leserinnen und Leser mit stärkerem Bezug zur DDR-Zeit (besonders den 60er- und 70er-Jahren) nachvollziehbarer ist. Für mich blieb der Text jedoch unzugänglich. Ein wichtiges Buch der Literaturgeschichte, aber persönlich konnte ich damit nichts anfangen.

    15. Sept. 2025

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Seitenbasierte Kommentare

Seite 9214%
bobmachee
bobmachee9. Sept. 2025

Ich hab fast hundert Seiten gelesen, aber ich komme überhaupt nicht rein.

Autorin / Autor

Über Brigitte Reimann

Brigitte Reimann, geb. 1933 in Burg bei Magdeburg, war Lehrerin und seit ihrer ersten Buchveröffentlichung 1955 freie Autorin. 1960 zog sie nach Hoyerswerda, 1968 nach Neubrandenburg. Nach langer Krankheit starb sie 1973 in Berlin. Wichtigste Veröffentlichungen: Die Frau am Pranger (Erzählung, 1956), Ankunft im Alltag (Erzählung, 1961), Die Geschwister (Erzählung, 1963), Das grüne Licht der Steppen. Tagebuch einer Sibirienreise (1965), Franziska Linkerhand (Roman, 1974, vollständige Neuausgabe 1998), Ich bedaure nichts. Tagebücher 1955-1963 (1997, als Lesung mit Jutta Hoffmann DAV 066-5), Alles schmeckt nach Abschied. Tagebücher 1964-1970 (1998, als Lesung mit Jutta Hoffmann DAV 110-6). Außerdem erschienen die Briefwechsel mit Christa Wolf, Sei gegrüßt und lebe. Eine Freundschaft in Briefen 1964-1973 (1993), mit Hermann Henselmann, Mit Respekt und Vergnügen (1994); Aber wir schaffen es, verlaß Dich drauf. Briefe an eine Freundin im Westen (1995), und mit Irmgard Weinhofen, Grüß Amsterdam. Briefwechsel 1956-1973.

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