Blick ins Buch

Romane

Die grünen Kinder

4,1(5)
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Über das Buch

Bizarr ist unsere Welt, immer in Bewegung, ständig in Veränderung begriffen. Und das gilt auch für die faszinierenden neuen Erzählungen von Olga Tokarczuk, der großen Raumzeitreisenden - ein Buch, das in Erstaunen setzt, alle gängigen Erwartungen unterläuft. Jede der zehn Erzählungen entfaltet sich in einem anderen Raum: Wolhynien zur Zeit der »schwedischen Sintflut«, die heutige Schweiz, das ferne Asien, fiktive Orte der Imagination. Worin besteht das Gefühl, dass etwas »bizarr« sei? Wo hat es seinen Ursprung? Ist das Bizarre eine Eigenschaft der Welt oder liegt es in uns? In den unablässigen Rhythmuswechseln der Erzählungen verliert der Leser seine Gewissheiten. Was wird ihn auf der nächsten Seite erwarten? Olga Tokarczuk schubst uns aus der Komfortzone, lässt uns spüren, dass die Welt immer weniger zu fassen ist. Mit den Mitteln der Groteske, des schwarzen Humors, Elementen aus den Genres Fantasy und Horror führt sie uns vor Augen, dass in der Wirklichkeit, wie wir sie zu kennen glauben, nichts ist, was es scheint.

Editionen (1)

ISBN9783311701675
VerlagKampa Verlag
Erscheinungsdatum27.08.20
Seitenzahl240

Rezensionen & Bewertungen

5 Bewertungen

2 Rezensionen

4,1

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  • godelewa
    godelewa

    40 Follower

    4,5

    Science Fiction oder bloß die bizarre Gegenwart?

    Findet Worte und Bilder für das Unbehagen in der und über die Welt. Es hinterlässt ein Gefühl der Anspannung; bei fast jeder Geschichte wüsste ich eigentlich unbedingt gerne, wie es weitergeht.

    Science Fiction oder bloß die bizarre Gegenwart?

    8. März 2025

  • jari
    jari

    56 Follower

    4,0

    "Bizarre Geschichten" lautet der Untertitel dieser Sammlung. Im Original ist es sogar der Haupttitel. Und da man sich auf Olga Tokarczuk verlassen kann, sind die Geschichten genau das - bizarr. Bizarr und oftmals auch verstörend. Das liegt nicht daran, dass die Texte so phantastisch sind, eher im Gegenteil. Die Autorin beschäftigt sich mit unserer Gesellschaft, was sie bekannterweise hervorragend beherrscht. Genau da liegt auch das Verstörende. Obwohl Tokarczuk oft in Richtung Sci-Fi tendiert, so sind die beschriebenen Geschehnisse glaubhaft und greifbar. Es ist die Gegenwart weitergedacht. Was könnte sein? Wohin entwickeln wir uns? Mit ihrem unverstellten und ehrlichen Blick kann sich Olga Tokarczuk einiges vorstellen und auch ich kann mir denken, dass solche Sachen vielleicht bald zu unserem Alltag gehören. Hierin liegen die Stärken der einzelnen Geschichten. Und natürlich im Erzähltalent der Autorin. Sie ist vielseitig, alle Texte können für sich stehen. Auch wenn ich mich sicherlich nicht an alle Beiträge erinnern werde, so hat es doch einige Stellen dabei, die mir ziemlich eingefahren sind, und die mir noch lange im Kopf bleiben werden. Erneut hat mich Olga Tokarczuk in ihren Bann gezogen und ich bin mir sicher, bis zu ihrem nächsten Buch wird sie mich auch nicht wieder gehen lassen.

    21. Dez. 2024

Autorin / Autor

Über Olga Tokarczuk

Olga Tokarczuk, 1962 im polnischen Sulechów geboren, studierte Psychologie in Warschau und lebt heute in Breslau. Ihr Werk (bislang zehn Romane, drei Erzählbände und zwei Kinderbücher) wurde in 37 Sprachen übersetzt. 2019 wurde sie mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Für Die Jakobsbücher, in Polen ein Bestseller, wurde sie 2015 (zum zweiten Mal in ihrer Laufbahn) mit dem wichtigsten polnischen Literaturpreis, dem Nike-Preis, geehrt und 2018 mit dem JanMichalski-Literaturpreis. Im selben Jahr gewann sie außerdem den Man Booker International Prize für Unrast. Zum Schreiben zieht Olga Tokarczuk sich in ein abgeschiedenes Berghäuschen an der polnisch-tschechischen Grenze zurück.

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