
224 Follower
Rereads sind immer kritischer als die Erstlektüre - so auch hier. Aber immer noch 4,5 Sterne wert 😉.
9. Juni 2025
Rereads sind immer kritischer als die Erstlektüre - so auch hier. Aber immer noch 4,5 Sterne wert 😉.
9. Juni 2025
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19 Rezensionen
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9. Juni 2025
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46 Follower
Unter diesem Titel stelle ich mir etwas Spektakuläres, Abenteuerliches, auch Kriminelles vor. Die Geschichte entpuppt sich aber als weitaus harmloser. Die Romanfigur schreibt einen Lebensbericht - vom Aufwachsen als Sohn eines mittelmäßigen Sektkellereiinhabers über den notgedrungenen Wegzug mit der Mutter nach dem Tod des Vaters nach Frankfurt in ärmliche Verhältnisse. Durch schauspielerische Meisterleistung entzieht er sich dem Militärdienst und tritt eine Stelle in einem Pariser Hotel an. Um von dort durch glückliche Zufälle eine einjährige Weltreise anzutreten, erste Station: Lissabon. Felix Krull ist mit einem schönem Aussehen und einer guten Figur gesegnet. Diese Vorzüge und sein Drang zu Staffage, Ausstattung und dem Blick fürs Detail erleichtern ihm den Kontakt mit anderen Menschen, auch mit denen aus finanziell besseren Kreisen. Als Kind gelernt, dass Kleider Leute machen, gelingt es ihm im Laufe seines Lebens immer wieder, sich ihm bietende Chancen zum Vorankommen zu nutzen. Geschickt im Schauspielern, Vortäuschen, Schmeicheln und dem "Heranwanzen" an die feinen Herrschaften kommt er allmählich nach oben. Dabei nutzt er auch die Gelegenheit zum Diebstahl, wenn sie sich ihm bietet. Die ersten zwei Drittel des Romans unterhalten mich. Zuweilen sind mir die Detailschilderungen der äußerlichen Schönheiten (Gesichtszüge, Schmuck, Kleidung) zu ausladend. Aber die Geschichte stammt aus Felix Krulls Feder und für ihn haben solche Oberflächlichkeiten entscheidende Bedeutung, der Stil passt daher zum Erzähler. Mit der Zugreise nach Lissabon im letzten Drittel wird der Roman langatmig. Es gibt mehrere zähe Monologe und Schilderungen (Vor- und Frühgeschichte, Flora und Fauna), die die Geschichte lähmen. Durch die letzten Seiten muss ich mich fast durchkämpfen. Das Buch endet plötzlich mit einer Pointe an einer aus meiner Sicht unpassenden Stelle. Fortgeführt hat Thomas Mann die Geschichte nie.

12. Mai 2026
Unter diesem Titel stelle ich mir etwas Spektakuläres, Abenteuerliches, auch Kriminelles vor. Die Geschichte entpuppt sich aber als weitaus harmloser. Die Romanfigur schreibt einen Lebensbericht - vom Aufwachsen als Sohn eines mittelmäßigen Sektkellereiinhabers über den notgedrungenen Wegzug mit der Mutter nach dem Tod des Vaters nach Frankfurt in ärmliche Verhältnisse. Durch schauspielerische Meisterleistung entzieht er sich dem Militärdienst und tritt eine Stelle in einem Pariser Hotel an. Um von dort durch glückliche Zufälle eine einjährige Weltreise anzutreten, erste Station: Lissabon. Felix Krull ist mit einem schönem Aussehen und einer guten Figur gesegnet. Diese Vorzüge und sein Drang zu Staffage, Ausstattung und dem Blick fürs Detail erleichtern ihm den Kontakt mit anderen Menschen, auch mit denen aus finanziell besseren Kreisen. Als Kind gelernt, dass Kleider Leute machen, gelingt es ihm im Laufe seines Lebens immer wieder, sich ihm bietende Chancen zum Vorankommen zu nutzen. Geschickt im Schauspielern, Vortäuschen, Schmeicheln und dem "Heranwanzen" an die feinen Herrschaften kommt er allmählich nach oben. Dabei nutzt er auch die Gelegenheit zum Diebstahl, wenn sie sich ihm bietet. Die ersten zwei Drittel des Romans unterhalten mich. Zuweilen sind mir die Detailschilderungen der äußerlichen Schönheiten (Gesichtszüge, Schmuck, Kleidung) zu ausladend. Aber die Geschichte stammt aus Felix Krulls Feder und für ihn haben solche Oberflächlichkeiten entscheidende Bedeutung, der Stil passt daher zum Erzähler. Mit der Zugreise nach Lissabon im letzten Drittel wird der Roman langatmig. Es gibt mehrere zähe Monologe und Schilderungen (Vor- und Frühgeschichte, Flora und Fauna), die die Geschichte lähmen. Durch die letzten Seiten muss ich mich fast durchkämpfen. Das Buch endet plötzlich mit einer Pointe an einer aus meiner Sicht unpassenden Stelle. Fortgeführt hat Thomas Mann die Geschichte nie.
12. Mai 2026


465 Follower
Heute möchte euch das Buch „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ von Thomas Mann, erschienen im Jahre 1954 vorstellen. Es handelt sich um einen unvollendeten Roman, der die klassischen Bildungs- und Entwicklungsromane parodiert und daher auch als Schelmenroman angesehen werden kann. Der Autor erzählt mit Ironie und feiner Psychologie von Selbstinszenierung, gesellschaftlicher Fassade und dem Spiel mit der Wahrheit. Der charmante und gewitzte Felix Krull schlägt sich mit Lügen, Verstellung und Verführung durchs Leben. Schon früh entdeckt Felix sein Talent zur Täuschung und beginnt, seine Umwelt zu manipulieren. Nach dem Zerfall seiner Familie verlässt er Frankfurt und beginnt eine Karriere als Liftboy in einem Pariser Hotel. Dort lernt er reiche Gäste kennen und erschleicht sich mit Geschick und Ausstrahlung immer neue Vorteile. Durch eine riskante Identitätsverwechslung nimmt er schließlich die Identität eines jungen Adeligen an. Felix bewegt sich erfolgreich in der gehobenen Gesellschaft und entgeht jeder Entlarvung mit Leichtigkeit. Der Schreibstil des Autors ist ausführlich, elaboriert und oft ironisch, was dem Werk seinen literarischen Feinsinn, aber auch eine gewisse Langatmigkeit verleiht. Die Sprache ist gehoben, mit vielen verschachtelten Sätzen und stilistischen Verzierungen. Thomas Mann verwendet Ironie und Humor, um die Gesellschaft und ihren Hang zur Oberflächlichkeit zu entlarven. Besonders auffällig ist die Ich-Erzähler-Perspektive, durch die Felix sich selbst überhöht und seine Taten rechtfertigt – ein klassisches Beispiel für unzuverlässiges Erzählen. Zudem finden sich zahlreiche Anspielungen auf Mythologie und Kunst, was dem Roman eine gewisse Tiefe, aber auch Schwere verleiht. Das Buch lebt mehr von Charakterstudie und Sprachkunst als von spannender Handlung – was für mich eher zäh wirkte. Die für mich interessanten Kapitel, bspw. die Musterung, stechen daher besonders hervor, weil dort mehr passiert oder der Witz stärker zur Geltung kommt. Durch die Entlarvung der Doppelmoral der bürgerlichen Gesellschaft mit feinem Humor konnte ich dem Roman bis zum Schluss folgen, da mir diese besonders gut gefallen hat. Am meisten hatte ich mich auf die angekündigte Weltreise von Felix Krull gefreut, weshalb es umso enttäuschender war, dass dieser Teil nie geschrieben wurde und der Roman für mein Empfinden zu abrupt endete. Ich bin kein großer Fan von Thomas Mann, doch seine Kurzgeschichten haben mir bisher deutlich besser gefallen als seine Langwerke, da sie prägnanter erzählt sind und nicht mit allzu detaillierten Beschreibungen überladen wirken. Ich vergebe daher 3 von 5 Sterne. ✨️

20. Juni 2025
Heute möchte euch das Buch „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ von Thomas Mann, erschienen im Jahre 1954 vorstellen. Es handelt sich um einen unvollendeten Roman, der die klassischen Bildungs- und Entwicklungsromane parodiert und daher auch als Schelmenroman angesehen werden kann. Der Autor erzählt mit Ironie und feiner Psychologie von Selbstinszenierung, gesellschaftlicher Fassade und dem Spiel mit der Wahrheit. Der charmante und gewitzte Felix Krull schlägt sich mit Lügen, Verstellung und Verführung durchs Leben. Schon früh entdeckt Felix sein Talent zur Täuschung und beginnt, seine Umwelt zu manipulieren. Nach dem Zerfall seiner Familie verlässt er Frankfurt und beginnt eine Karriere als Liftboy in einem Pariser Hotel. Dort lernt er reiche Gäste kennen und erschleicht sich mit Geschick und Ausstrahlung immer neue Vorteile. Durch eine riskante Identitätsverwechslung nimmt er schließlich die Identität eines jungen Adeligen an. Felix bewegt sich erfolgreich in der gehobenen Gesellschaft und entgeht jeder Entlarvung mit Leichtigkeit. Der Schreibstil des Autors ist ausführlich, elaboriert und oft ironisch, was dem Werk seinen literarischen Feinsinn, aber auch eine gewisse Langatmigkeit verleiht. Die Sprache ist gehoben, mit vielen verschachtelten Sätzen und stilistischen Verzierungen. Thomas Mann verwendet Ironie und Humor, um die Gesellschaft und ihren Hang zur Oberflächlichkeit zu entlarven. Besonders auffällig ist die Ich-Erzähler-Perspektive, durch die Felix sich selbst überhöht und seine Taten rechtfertigt – ein klassisches Beispiel für unzuverlässiges Erzählen. Zudem finden sich zahlreiche Anspielungen auf Mythologie und Kunst, was dem Roman eine gewisse Tiefe, aber auch Schwere verleiht. Das Buch lebt mehr von Charakterstudie und Sprachkunst als von spannender Handlung – was für mich eher zäh wirkte. Die für mich interessanten Kapitel, bspw. die Musterung, stechen daher besonders hervor, weil dort mehr passiert oder der Witz stärker zur Geltung kommt. Durch die Entlarvung der Doppelmoral der bürgerlichen Gesellschaft mit feinem Humor konnte ich dem Roman bis zum Schluss folgen, da mir diese besonders gut gefallen hat. Am meisten hatte ich mich auf die angekündigte Weltreise von Felix Krull gefreut, weshalb es umso enttäuschender war, dass dieser Teil nie geschrieben wurde und der Roman für mein Empfinden zu abrupt endete. Ich bin kein großer Fan von Thomas Mann, doch seine Kurzgeschichten haben mir bisher deutlich besser gefallen als seine Langwerke, da sie prägnanter erzählt sind und nicht mit allzu detaillierten Beschreibungen überladen wirken. Ich vergebe daher 3 von 5 Sterne. ✨️
20. Juni 2025

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