1177 v. Chr. – Eine Graphic Novel
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Beschreibung
Eric H. Clines Bestseller »1177 v. Chr.« erzählt die Geschichte eines der großen Rätsel der Weltgeschichte: Was führte vor mehr als dreitausend Jahren zum Zusammenbruch der antiken Zivilisationen in der Ägäis und im östlichen Mittelmeerraum und setzte der späten Bronzezeit ein jähes Ende? In dieser lebendigen und unterhaltsamen Adaption des Buchs als Graphic Novel lädt uns die Illustratorin Glynnis Fawkes ein, zwei jungen Freunden zu folgen, die in den Nachwehen der Katastrophe leben.
Pel, ein Mitglied der marodierenden Seevölker, und Shesha, eine ägyptische Schreiberin, besuchen die Reiche der Minoer, Mykener, Hethiter, Kanaaniter, Assyrer und Ägypter, um herauszufinden, was geschah, warum und wie es zu der Katastrophe kam. Plastisch erleben wir Ereignisse, aber auch Kunst und Architektur der Länder, denen Pel und Shesha begegnen. Wir werden Zeuge von Kämpfen der Seevölker zu Lande und zu Wasser, von Erdbeben auf dem griechischen Festland, von Dürren und Hungersnöten in Anatolien, von Invasionen in Nordsyrien und möglichen Aufständen in Kanaan. Nebenbei erfahren wir auch von der Ermordung eines hethitischen Prinzen, der eine ägyptische Königin heiraten wollte, vom Untergang eines mit internationalen Waren beladenen Handelsschiffs und der Rückgabe eines Paars Sandalen nach Kreta durch den babylonischen König Hammurabi.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Eric H. Cline (Jg. 1960) ist Professor für Klassische Altertumswissenschaft und Anthropologie am Department of Classical and Near Eastern Languages and Civilizations der George Washington University in Washington, D.C. Dort leitet er auch das Archäologische Institut der Universität, das Capitol Archaeological Institute. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Archäologie der Levante, biblische Archäologie, Militärgeschichte und die internationalen Beziehungen des Mittelmeerraums in der Bronzezeit. Cline war mit „1177 v. Chr.“ bereits für den Pulitzer-Preis vorgeschlagen und hat mit seinem Werk den ersten Preis der American School of Oriental Research gewonnen.
Beiträge
Tolles Geschichtswerk
Also, ich muss sagen: Dieses Buch hat mich echt positiv überrascht! Klar, bei einer Graphic Novel über den Zusammenbruch der Bronzezeit denkt man erstmal an trockene Geschichtsstunde mit ein paar Bildchen – aber weit gefehlt! Eric H. Cline und Glynnis Fawkes haben es geschafft, ein ziemlich komplexes Thema spannend und sogar unterhaltsam rüberzubringen. Mit Pel, dem Seevölker-Krieger, und Schesha, der ägyptischen Schreiberin, wird man direkt ins Geschehen geworfen und reist gemeinsam mit den beiden durch eine Zeit voller Umbrüche, Rätsel und – natürlich – jeder Menge archäologischer Fun Facts. Ich fand diesen Mix aus Story und echten historischen Erkenntnissen richtig gelungen. Man merkt, dass hier jemand vom Fach am Werk war, der aber auch weiß, wie man Wissen interessant verpackt. Die Zeichnungen sind dabei das i-Tüpfelchen: detailreich, charmant und teilweise echt witzig. Was mir besonders gefallen hat, war, dass das Buch nicht einfach die „Seevölker-sind-an-allem-schuld“-Theorie runterbetet, sondern zeigt, wie viele Faktoren damals zusammengekommen sind. Klimawandel, politische Instabilität, Naturkatastrophen – klingt fast wie eine antike Version unserer aktuellen Nachrichtenlage. Das regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Aber (und jetzt kommt mein kleiner Kritikpunkt): Man sollte nicht erwarten, dass sich das Ganze mal eben locker-leicht wegliest. Auch wenn es eine Graphic Novel ist, steckt hier ordentlich Stoff drin. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass man beim Lesen ein bisschen zu sehr zwischen den Zeiten und Themen hin- und herspringt. Da musste ich schon ab und zu zurückblättern, um den Faden nicht zu verlieren. Ein klarerer Aufbau hätte da gutgetan. Außerdem: Wer bei „Graphic Novel“ an eine durchgehende, packende Story denkt, wird vielleicht kurz irritiert sein. Die Dialoge zwischen Pel und Schesha sind eher das Gerüst, um die historischen Infos zu transportieren – also weniger Abenteuer, mehr Archäologie. Aber wenn man weiß, worauf man sich einlässt, macht genau das den Reiz aus. Unterm Strich: Für alle Geschichtsinteressierten und Fans von clever gemachten Sachbüchern im Comic-Format ist 1177 v. Chr. absolut empfehlenswert. Man lernt was, wird unterhalten und bekommt tolle Illustrationen obendrauf. Keine „leichte Lektüre“, aber definitiv eine, die sich lohnt!
Auf den ersten Blick macht „1177 v. Chr.“ als Graphic Novel einen hervorragenden Eindruck: Die Aufmachung ist hochwertig, die Illustrationen anschaulich und durchdacht, und das historische Thema rund um den Kollaps der Bronzezeit-Völker klingt spannend und bildungsträchtig. Genau deshalb habe ich das Buch gemeinsam mit meinem sehr geschichtsinteressierten und klugen 12-jährigen Sohn in Angriff genommen – in der Hoffnung auf eine lehrreiche, visuell eindrucksvolle Geschichtsstunde. Leider mussten wir beide feststellen: Schon nach dem ersten Drittel waren wir komplett verloren. Die Handlung ist extrem komplex, es tauchen unzählige Völker und politische Konstellationen auf, es gibt ständig Zeitsprünge, auch in die Gegenwart, was den roten Faden zusätzlich erschwert. Für jemanden ohne tieferes Vorwissen in antiker Geschichte ist es nahezu unmöglich zu erkennen, was gerade wichtig ist – und was nur Hintergrundinformation. Trotz mehrerer Anläufe, trotz Geduld und echtem Interesse sind wir irgendwann gescheitert: Es fehlt eine klare Handlungslinie, eine Orientierungshilfe oder auch eine kurze Einführung, die das Ganze greifbarer gemacht hätte. Gerade bei einer Graphic Novel erwartet man eine gewisse visuelle Erzählstruktur, die Inhalte zugänglicher macht – stattdessen werden hier komplexe geopolitische Zusammenhänge in kurzer Folge und ohne echte narrative Unterstützung präsentiert. Das wirkt nicht nur überladen, sondern auch frustrierend. Positiv hervorheben möchte ich trotzdem die Fülle an interessanten Informationen, vor allem zu den verschiedenen Völkern und den früheren Namen der Länder. Auch das Bemühen, ein großes, wichtiges historisches Ereignis visuell aufzubereiten, verdient Respekt. Doch leider bleibt das Ergebnis didaktisch schwer zugänglich und erfüllt nicht die Erwartungen an eine Graphic Novel, die ja gerade dazu dienen sollte, komplexe Themen visuell auf den Punkt zu bringen. Fazit: „1177 v. Chr.“ ist optisch eindrucksvoll, aber inhaltlich zu anspruchsvoll strukturiert. Ohne fundiertes Vorwissen ist es kaum möglich, der Geschichte zu folgen – weder für mich als Erwachsenen noch für mein geschichtsbegeistertes Kind. Schade um die gute Idee, aber letztlich musste ich das Buch entmutigt abbrechen. Daher leider nur 1 von 5 Sternen.
Beschreibung
Eric H. Clines Bestseller »1177 v. Chr.« erzählt die Geschichte eines der großen Rätsel der Weltgeschichte: Was führte vor mehr als dreitausend Jahren zum Zusammenbruch der antiken Zivilisationen in der Ägäis und im östlichen Mittelmeerraum und setzte der späten Bronzezeit ein jähes Ende? In dieser lebendigen und unterhaltsamen Adaption des Buchs als Graphic Novel lädt uns die Illustratorin Glynnis Fawkes ein, zwei jungen Freunden zu folgen, die in den Nachwehen der Katastrophe leben.
Pel, ein Mitglied der marodierenden Seevölker, und Shesha, eine ägyptische Schreiberin, besuchen die Reiche der Minoer, Mykener, Hethiter, Kanaaniter, Assyrer und Ägypter, um herauszufinden, was geschah, warum und wie es zu der Katastrophe kam. Plastisch erleben wir Ereignisse, aber auch Kunst und Architektur der Länder, denen Pel und Shesha begegnen. Wir werden Zeuge von Kämpfen der Seevölker zu Lande und zu Wasser, von Erdbeben auf dem griechischen Festland, von Dürren und Hungersnöten in Anatolien, von Invasionen in Nordsyrien und möglichen Aufständen in Kanaan. Nebenbei erfahren wir auch von der Ermordung eines hethitischen Prinzen, der eine ägyptische Königin heiraten wollte, vom Untergang eines mit internationalen Waren beladenen Handelsschiffs und der Rückgabe eines Paars Sandalen nach Kreta durch den babylonischen König Hammurabi.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Eric H. Cline (Jg. 1960) ist Professor für Klassische Altertumswissenschaft und Anthropologie am Department of Classical and Near Eastern Languages and Civilizations der George Washington University in Washington, D.C. Dort leitet er auch das Archäologische Institut der Universität, das Capitol Archaeological Institute. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Archäologie der Levante, biblische Archäologie, Militärgeschichte und die internationalen Beziehungen des Mittelmeerraums in der Bronzezeit. Cline war mit „1177 v. Chr.“ bereits für den Pulitzer-Preis vorgeschlagen und hat mit seinem Werk den ersten Preis der American School of Oriental Research gewonnen.
Beiträge
Tolles Geschichtswerk
Also, ich muss sagen: Dieses Buch hat mich echt positiv überrascht! Klar, bei einer Graphic Novel über den Zusammenbruch der Bronzezeit denkt man erstmal an trockene Geschichtsstunde mit ein paar Bildchen – aber weit gefehlt! Eric H. Cline und Glynnis Fawkes haben es geschafft, ein ziemlich komplexes Thema spannend und sogar unterhaltsam rüberzubringen. Mit Pel, dem Seevölker-Krieger, und Schesha, der ägyptischen Schreiberin, wird man direkt ins Geschehen geworfen und reist gemeinsam mit den beiden durch eine Zeit voller Umbrüche, Rätsel und – natürlich – jeder Menge archäologischer Fun Facts. Ich fand diesen Mix aus Story und echten historischen Erkenntnissen richtig gelungen. Man merkt, dass hier jemand vom Fach am Werk war, der aber auch weiß, wie man Wissen interessant verpackt. Die Zeichnungen sind dabei das i-Tüpfelchen: detailreich, charmant und teilweise echt witzig. Was mir besonders gefallen hat, war, dass das Buch nicht einfach die „Seevölker-sind-an-allem-schuld“-Theorie runterbetet, sondern zeigt, wie viele Faktoren damals zusammengekommen sind. Klimawandel, politische Instabilität, Naturkatastrophen – klingt fast wie eine antike Version unserer aktuellen Nachrichtenlage. Das regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Aber (und jetzt kommt mein kleiner Kritikpunkt): Man sollte nicht erwarten, dass sich das Ganze mal eben locker-leicht wegliest. Auch wenn es eine Graphic Novel ist, steckt hier ordentlich Stoff drin. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass man beim Lesen ein bisschen zu sehr zwischen den Zeiten und Themen hin- und herspringt. Da musste ich schon ab und zu zurückblättern, um den Faden nicht zu verlieren. Ein klarerer Aufbau hätte da gutgetan. Außerdem: Wer bei „Graphic Novel“ an eine durchgehende, packende Story denkt, wird vielleicht kurz irritiert sein. Die Dialoge zwischen Pel und Schesha sind eher das Gerüst, um die historischen Infos zu transportieren – also weniger Abenteuer, mehr Archäologie. Aber wenn man weiß, worauf man sich einlässt, macht genau das den Reiz aus. Unterm Strich: Für alle Geschichtsinteressierten und Fans von clever gemachten Sachbüchern im Comic-Format ist 1177 v. Chr. absolut empfehlenswert. Man lernt was, wird unterhalten und bekommt tolle Illustrationen obendrauf. Keine „leichte Lektüre“, aber definitiv eine, die sich lohnt!
Auf den ersten Blick macht „1177 v. Chr.“ als Graphic Novel einen hervorragenden Eindruck: Die Aufmachung ist hochwertig, die Illustrationen anschaulich und durchdacht, und das historische Thema rund um den Kollaps der Bronzezeit-Völker klingt spannend und bildungsträchtig. Genau deshalb habe ich das Buch gemeinsam mit meinem sehr geschichtsinteressierten und klugen 12-jährigen Sohn in Angriff genommen – in der Hoffnung auf eine lehrreiche, visuell eindrucksvolle Geschichtsstunde. Leider mussten wir beide feststellen: Schon nach dem ersten Drittel waren wir komplett verloren. Die Handlung ist extrem komplex, es tauchen unzählige Völker und politische Konstellationen auf, es gibt ständig Zeitsprünge, auch in die Gegenwart, was den roten Faden zusätzlich erschwert. Für jemanden ohne tieferes Vorwissen in antiker Geschichte ist es nahezu unmöglich zu erkennen, was gerade wichtig ist – und was nur Hintergrundinformation. Trotz mehrerer Anläufe, trotz Geduld und echtem Interesse sind wir irgendwann gescheitert: Es fehlt eine klare Handlungslinie, eine Orientierungshilfe oder auch eine kurze Einführung, die das Ganze greifbarer gemacht hätte. Gerade bei einer Graphic Novel erwartet man eine gewisse visuelle Erzählstruktur, die Inhalte zugänglicher macht – stattdessen werden hier komplexe geopolitische Zusammenhänge in kurzer Folge und ohne echte narrative Unterstützung präsentiert. Das wirkt nicht nur überladen, sondern auch frustrierend. Positiv hervorheben möchte ich trotzdem die Fülle an interessanten Informationen, vor allem zu den verschiedenen Völkern und den früheren Namen der Länder. Auch das Bemühen, ein großes, wichtiges historisches Ereignis visuell aufzubereiten, verdient Respekt. Doch leider bleibt das Ergebnis didaktisch schwer zugänglich und erfüllt nicht die Erwartungen an eine Graphic Novel, die ja gerade dazu dienen sollte, komplexe Themen visuell auf den Punkt zu bringen. Fazit: „1177 v. Chr.“ ist optisch eindrucksvoll, aber inhaltlich zu anspruchsvoll strukturiert. Ohne fundiertes Vorwissen ist es kaum möglich, der Geschichte zu folgen – weder für mich als Erwachsenen noch für mein geschichtsbegeistertes Kind. Schade um die gute Idee, aber letztlich musste ich das Buch entmutigt abbrechen. Daher leider nur 1 von 5 Sternen.





