Wessen Erinnerung zählt?

Wessen Erinnerung zählt?

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3.95
ExpansionMigrationRassismusVersailler Vertrag

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Beschreibung

Als das Deutsche Reich am 28. Juni 1919 den Vertrag von Versailles unterzeichnete, gingen die überseeischen Kolonien an die Siegermächte des Ersten Weltkriegs über. Lange vergessen, kehrt die Kolonialperiode in Ländern wie Namibia, Kamerun oder Ruanda in den letzten Jahren in die Erinnerung zurück. Was bedeutet dieses Wiederauftauchen für die Bundesrepublik? Müsste in der »postkolonialen« Sichtweise nicht auch das deutsche Eroberungsstreben in Richtung Osten eine Rolle spielen? Die neue Erinnerungskultur hat gravierende Auswirkungen für das Selbstverständnis eines Landes, dessen Bevölkerung immer diverser wird. Der lange Schatten der deutschen »Kulturmission« findet sich heute etwa im Umgang mit der »Schuldenkrise«, mit Migration und Flucht und im alltäglichen Rassismus. Mark Terkessidis, renommierter Migrations- und Rassismusforscher, macht mit seinem Blick in die Vergangenheit aktuelle Debatten nachvollziehbar und zeigt, an welchen Stellen sie in eine neue Richtung gelenkt werden müssen. Zudem macht er sichtbar, welche Fragen sich ergeben, wenn auch die Erinnerung jener zählt, die eingewandert und damit Teil der Gesellschaft geworden sind.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Fachbücher
Sub-Genre
Geschichte & Archäologie
Format
E-Book
Seitenzahl
160
Preis
12.99 €

Autorenbeschreibung

Mark Terkessidis, geboren 1966, ist freier Autor und hat u. a. für taz, Tagesspiegel, Die Zeit und Süddeutsche Zeitung geschrieben sowie Radiobeiträge für den Deutschlandfunk verfasst und im WDR-Radio moderiert. Er promovierte über die Banalität des Rassismus und unterrichtete an den Universitäten Köln, Rotterdam und St. Gallen. Zuletzt veröffentlichte er Interkultur (2010), Kollaboration (2015) und Nach der Flucht (2017). Er lebt in Berlin.

Beiträge

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"Wessen Erinnerung zählt" befasst sich mit Rassismus und vor allem Kolonialismus in der deutschen Vergangenheit und welche Auswirkungen er bis heute auf unsere Gesellschaft hat. Interessant fand ich, dass nicht nur der Kolonialismus Afrikas betrachtet wird, sondern auch die Besetzung Polens, die per Definition tatsächlich auch unter diese Rubrik fällt, worüber aber heute nicht gern gesprochen wird. Kritisch betrachtet wird generell der Umgang mit den damaligen Kolonien, mit den geraubten Schätzen (zB im just eröffneten Humboldt Forum in Berlin) und mit den gesellschaftlichen Folgen. Darf man sich zB wundern, dass viele Menschen aus Afrika sich auf den Weg in ein vermeintlich besseres Leben in Deutschland machen, wenn die Deutschen dort eingefallen sind und ihre Werte und Kultur /Herkunft als die einzig richtigen prießen? Darf man sich wundern,wenn man Länder besetzt und seine Männer als Arbeitskräfte nach Deutschland holt, und diese dann dort bleiben und ihre Familie nachholen wollen? All diese Themen werden im Buch aufgegriffen. Ich habe viel gelernt und neue Anregungen zum Nachdenken bekommen.

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