Sonderbehandlung

Sonderbehandlung

Hardcover
4.98
ShoahNationalsozialismusWannsee-KonferenzVölkermord Juden

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Beschreibung

Erinnerungen eines Holocaust-Überlebenden, die sprachlos zurücklassen

Was mit der Wannseekonferenz begann, die die Organisation der Deportation und des Massenmords an den europäischen Juden beschloss, durchlitt Filip Müller (1922 - 2013) wie kaum ein anderer. Wer wie er KZ und Zwangsdienst im Sonderkommando Auschwitz-Birkenau mehr als drei Jahre er- und überlebt hat, der gehört zu den wichtigsten Zeugen des Grauens des Holocaust - und ist für sein Leben gezeichnet.

1979/80 veröffentlichte er seinen Zeugen-Bericht „Sonderbehandlung“ auf Deutsch. Erschütternd, schonungslos und mit geradezu literarischer Wucht erzählt er von seiner Lagerzeit, beschreibt Täter und Opfer und gibt den Blick frei ins Herz der Finsternis.

- Ein Buch wie eine Mahnung, den Genozid an den europäischen Juden nie zu vergessen

- Nur wenige Menschen, die so lange in Auschwitz interniert waren, überlebten

- Filip Müller trat als Zeitzeuge in Claude Lanzmanns Film »Shoah« auf

- Ein schonungsloser Bericht, wie nur das Ausschalten menschlicher Regungen das Überleben sicherte

- Das eindringliche Zeugnis des Völkermords an den Juden jetzt als kommentierte Neuausgabe

Weit mehr als ein historisches Zeitdokument: ein Augenzeugenbericht aus der Hölle

»Sonderbehandlung« von Filip Müller ist die erste authentische Gesamtdarstellung der Geschichte des Sonderkommandos. Wer ihn, als einzigen Zeugen des Sonderkommandos, in Claude Lanzmanns Film „Shoah“ gesehen hat, vergisst sein Gesicht, seine Stimme nicht.

Nach der Veröffentlichung 1980 gab es massive Bedrohungen durch Alt- und Neo-Nazis, so dass Müller nie einer deutschen Neuausgabe zustimmt. Erst zum 100. Geburtstag 2022 machte seine Familie eine neue, kommentierte Ausgabe möglich. Die historische Bedeutung des Buchs von Filip Müller kann kaum überschätzt werden!

Buchinformationen

Haupt-Genre
Fachbücher
Sub-Genre
Geschichte & Archäologie
Format
Hardcover
Seitenzahl
320
Preis
28.80 €

Beiträge

4
Alle
5

Haarsträubende Aufzeichnungen von dem was in Auschwitz passierte und das sollte jeder lesen.

Diesmal habe ich ein Buch gelesen, das mich nicht nur nachdenklich, sondern tief erschüttert zurückgelassen hat. Ein Buch über den Zweiten Weltkrieg – genauer gesagt über Auschwitz. Und doch war es kein weiteres historisches Sachbuch, keine nüchterne Aufzählung von Fakten. „Sonderbehandlung“ von Philipp Müller ist ein Zeugnis. Ein Schrei. Eine Erinnerung, die sich weigert, leise zu sein. Philipp Müller hat das Konzentrationslager Auschwitz überlebt. Und er hat den Mut gefunden, seine Erlebnisse und Empfindungen niederzuschreiben. Was er schildert, ist kaum auszuhalten. Haarsträubend. Grausam. Unvorstellbar. Und trotzdem notwendig. Ich habe bereits viel über den Holocaust gelesen, viel gesehen, viel gehört. Ich dachte, ich wüsste, was dort geschehen ist. Doch dieses Buch hat mir schmerzhaft vor Augen geführt, dass es immer noch eine tiefere Ebene des Grauens gibt – eine, die man kaum begreifen kann, solange man sie nicht aus der Perspektive eines Überlebenden liest. Vor allem nicht aus der Perspektive eines Menschen, der im schlimmsten aller Orte eingesetzt war: in den Krematorien von Auschwitz. Was dort beschrieben wird, sprengt jede Vorstellungskraft. Die systematische Vernichtung, die Kälte, die völlige Entmenschlichung. Ich kann und will die Täter nicht Menschen nennen. Was sie sich ausgedacht haben, um andere zu quälen, zu töten oder langsam zugrunde gehen zu lassen, entzieht sich jeder Sprache. Und Philipp Müller war gezwungen, all das täglich mitzuerleben, zu ertragen, zu überleben. Gerade deshalb empfinde ich eine tiefe, ehrfürchtige Achtung vor diesem Mann. Dass ein Mensch all diese Grausamkeiten erleiden konnte und dennoch die Kraft fand, darüber zu berichten, ist kaum zu begreifen. Sein Buch ist nicht nur Erinnerung, sondern auch Mahnung: Das hier ist geschehen. Das hier darf niemals relativiert, verharmlost oder vergessen werden. Umso wütender hat mich das Ende seiner Geschichte gemacht. Dass Philipp Müller nach der Veröffentlichung seines Buches von rechten Elementen bedroht wurde, hat mich zutiefst erschüttert. Es ist, als hätte man ihn ein zweites Mal nach Auschwitz zurückgestoßen – diesmal nicht mit Uniformen und Lagertoren, sondern mit Hass, Leugnung und Gewaltandrohung. Diese Erkenntnis tut weh. Und sie macht klar, wie notwendig Bücher wie dieses auch heute noch sind. Neu und besonders bedrückend war für mich zudem die Erkenntnis, dass einer der SS-Leute, die in Auschwitz tätig waren, ganz in meiner Nähe – in Waldheim – zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. Geschichte ist plötzlich nicht mehr weit weg, nicht abstrakt. Sie hat einen Ort, einen Namen, eine Nähe, die frösteln lässt. Die zentrale Aussage dieses Buches ist klar und unmissverständlich: Auschwitz war kein Unfall der Geschichte, kein anonymer Schrecken. Es war ein von Menschen geschaffenes System der Vernichtung – und genau deshalb liegt die Verantwortung des Erinnerns bei uns allen. Ich kann „Sonderbehandlung“ jedem empfehlen, der wirklich verstehen will, was in den Krematorien von Auschwitz geschehen ist. Aber ich sage es ganz deutlich: Dieses Buch ist keine leichte Kost. Es fordert, es verletzt, es bleibt. Man legt es nicht einfach beiseite – man trägt es mit sich weiter. Und vielleicht ist genau das seine größte Stärke.

5

Ein wichtiges Buch

Dieses Buch ist sehr emotional und heftig. Nichts für schwache Gemüter. . Das Buch war lange vom Markt verschwunden und der Autor hat zu Lebzeiten keine Anerkennung erhalten. Um so schöner, das es nun wieder neu aufgelegt wurde. . Es gibt in diesem Buch kein Davor und Danach. Bereits am Anfang steigen wir in die Schrecken ein und erfahren wie er zu Sonderbehandlung kam. Es gibt hier viele detaillierte Beschreibungen der Massenmorde und deren Struktur. Wie eine solche Tötungsform vorbereitet wurde und dann zu Ausführung kam. Auch welche Tricks die Täter angewandt haben um die Opfer gefügig zu machen. Wir erfahren von SS-Tätern, ihre Namen und teilweise ihre Lebensgeschichte. Auch deren Aufgabe im System. Doch es gab auch Häftlinge die selbst zu skrupellosen Tätern wurden und dies mit Begeisterung ausgeführt haben. Nicht minder brutal als die SS selbst. . Die Lebensumstände im Lager werden anschaulich beschrieben und auch ihre Folgen, wie Krankheit, Seuchen, Hunger und Demütigungen. Es geht in diesem Buch hauptsächlich um die Maschinerie im Lager. Um die Arbeit im Sonderkommando und die Massenvernichtung. Was die Lager für einen Zweck hatten. Ihre Entstehungsgeschichte, ihr Aufbau und die Einteilung der einzelnen Bereiche. . Es sind am Ende im Buch Bauzeichnungen enthalten, von den Krematorien, Namensregister einiger Mithäftlinge. Eine wertschätzende Anerkennung auch diese zu würdigen und unvergessen zu machen. Und es gibt auch Bilder von Häftlingen sowie SS-Angehörigen. . Ein Buch was mich emotional sehr bewegt hat. Aber ein wichtiges Buch. Wer es aushält sollte sich damit auseinander setzen, denn es ist wichtig zu begreifen das es nie wieder passieren darf.

Ein wichtiges Buch
5

Nüchtern, grausam und leider wahr

Schon länger lag das Buch eines Häftlinges des Sonderkommandos in Auschwitz auf meinem Stapel. Nüchtern aber nicht gefühllos beschreibt er hier seine Erlebnisse als Häftlinge bei den Verbrennung und Tötung der anderen Häftlinge. Ständig mit dem Wissen zu leben als besonderer Geheimnisträger jederzeit liquidiert werden zu können ist schrecklich. Die Zahl der täglich getöteten in Auschwitz ist unvorstellbar und schockierend. Das Buch hat mich bewegt .

5

Mit "Sonderbehandlung" erscheint Filip Müllers einmaliger Zeugenbericht über die Hölle von Auschwitz in einer überarbeiteten Neuausgabe, die alle Hoffnungen bei weitem erfüllt. Kernstück bleibt natürlich die Darstellung der Erlebnisse des Zeugen im "Sonderkommando". Über eine Spanne von fast drei Jahren erlebte er die Entwicklung der Vernichtungsmaschinerie: Die ersten systematischen Tötungen von Häftlingen durch Giftgas im Krematorium des Stammlagers, der Betrieb des Fließbands des Todes in den Birkenauer Krematorien bis zum (treffend als Inferno bezeichneten) Untergang des ungarischen Judentums 1944. Dies alles schildert Müller in packender Ich-Perspektive und gleichzeitiger Sachlichkeit. Er versteht sich nicht als der Ankläger, sondern als der Zeuge. Als derjenige, der der Welt Zeugnis ablegen MUSS über die unvorstellbaren Gräuel des Vernichtungslagers. Ergänzt wird dieses Herzstück des Buches durch ein Vorwort der Dr. Schuster und Klein, durch eine Einschätzung des Werkes und seiner Bedeutung in der Welt nach 1945, ein Personenverzeichnis mit Kurzbiographien (Opfer und Täter) sowie ein Zusammenstellung ausdrucksstarker Bilder. "Sonderbehandlung" kann nur als wichtige Mahnung aus einer vergangenen Zeit angesehen werden. Eine Zeit, in der das unvorstellbare Wirklichkeit wurde und deren Rückkehr wir mit allen Mitteln verhindern müssen. Es ist für alle Leser zu empfehlen und sollte dringend in die Riege der Lehrmittel integriert werden!

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