So etwas wie Glück

So etwas wie Glück

Taschenbuch
4.51
SchicksalVergewaltigt

Durch das Verwenden dieser Links unterstützt du READO. Wir erhalten eine Vermittlungsprovision, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.

Beschreibung

Die unfassbare Geschichte einer dramatischen Flucht

Ende der Neunziger, zur Zeit der großen Hungersnöte in Nordkorea, flieht Choi Yeong Ok nach China – in der Hoffnung, nach wenigen Monaten von dort mit Geld zurückzukehren. Unter Tränen gibt sie ihre beiden Töchter bei Nachbarn ab und verschwindet mitten in der Nacht aus ihrem Dorf – sollte sie erwischt werden, würde sie öffentlich hingerichtet. Die Flucht gelingt, doch Choi Yeong Ok wird ihre Heimat nie wieder sehen. Kaum in China, wird sie von Menschenhändlern gekidnappt, geschlagen, vergewaltigt und an einen Bauern verkauft. Jahre später kann sie erneut fliehen, aber ihre Odyssee ist noch nicht zu Ende.

«Wenn Choi Yeong Ok ihre Geschichte erzählt, dann glauben ihr manche nicht. Zu viel Hunger, zu viel Leid. Dabei gibt es Tausende, die Ähnliches erlebt haben.» (Der Tagesspiegel)

Buchinformationen

Haupt-Genre
Fachbücher
Sub-Genre
Gesellschaft & Sozialwissenschaften
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
288
Preis
10.30 €

Autorenbeschreibung

Choi Yeong Ok, geboren 1966, studierte Theologie in Südkorea und arbeitete bei einer Menschenrechtsorganisation, bevor sie ihre eigene NGO gründete, die sich für die Anliegen körperlich behinderter Flüchtlinge einsetzt

Beiträge

1
Alle
4.5

Ein abgeschottetes Land und sein totalitäres System, und das bleibt es auch nach diesem Buch für mich.

In „So etwas wie Glück“ erzählt Joy Ihn On Ock auf eindringliche Weise ihre Geschichte – eine Geschichte, die tief in das abgeschottete und kaum greifbare Nordkorea führt. Die Autorin schildert ihre Kindheit und ihr Erwachsenwerden in einem Land, in dem die Liebe zur Familie mit absolutem Gehorsam gegenüber dem Regime konkurriert. In der ersten Hälfte des Buches begleitet man sie durch ihren Alltag, ihre Gedankenwelt und ihr unerschütterliches Vertrauen in das System, das sie umgibt. Selbst während der verheerenden Hungersnot in den 1990er-Jahren klammert sie sich weiter an die Überzeugung, dass ihre Führer richtig handeln – eine Denkweise, die von außen kaum zu begreifen ist, im Buch aber erschütternd nachvollziehbar wird. Der Wendepunkt ist nicht dramatisch inszeniert, sondern schleicht sich langsam ein: Die Liebe zu ihren Kindern beginnt das zu hinterfragen, was sie nie hinterfragt hatte. Es ist diese Liebe, die sie schließlich antreibt, sich aus den Ketten einer totalitären Ideologie zu lösen – ein Prozess voller Angst, Schuld und innerer Zerrissenheit. --- Persönlicher Eindruck: So etwas wie Glück war das erste Buch, das mich wirklich intensiver mit Nordkorea in Berührung brachte. Zwar hatte ich bereits Dokumentationen gesehen und mich für das Land interessiert – doch nie zuvor war ich so emotional eingebunden. Nordkorea bleibt für mich eines der rätselhaftesten Länder dieser Welt. Und auch dieses Buch hat an diesem Mysterium nichts entzaubern können. Im Gegenteil: Es ist und bleibt für mich unbegreiflich, wie ein Staat sich so vollständig abschotten kann – wie Informationen, Gefühle und Freiheit konsequent unterdrückt und Menschen einer so lückenlosen Gehirnwäsche unterzogen werden können. Besonders erschütternd war für mich, wie überzeugt die Autorin selbst noch lange von ihren Führern war – selbst inmitten von Hunger, Leid und persönlichem Verlust. Doch es ist die Liebe zu ihren Kindern, die sie – wenn man so will – zu ihrem „Glück“ gezwungen hat. Diese Liebe wurde zur treibenden Kraft. Das Buch hat mich tief berührt. Es zeigt, wozu ein Mensch fähig ist, wenn er liebt – und was er zu ertragen bereit ist, um das Richtige zu tun. Es ist nicht nur eine Fluchtgeschichte. Es ist ein Zeugnis der Stärke, der Hoffnung und des schmerzhaften Mutes, den es braucht, um der Hölle zu entkommen.

Beitrag erstellen