Schule der Arbeitslosen

Schule der Arbeitslosen

Hardcover
4.73
TrainingLebenslaufRealsatire Über ArbeitsweltArbeitslosigkeit

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Beschreibung

Deutschland, irgendwo, in naher Zukunft: Beklommen steigt eine Gruppe Reisender in einen bereitgestellten Bus und fährt einer neuartigen, überaus angepriesenen Fortbildung für Arbeitslose entgegen, fährt ins Trainingslager »Sphericon«. Der Bus trägt das Logo der Bundesagentur und den Slogan »Deutschland bewegt sich«. Geduckt sitzen die Trainees am Computer und feilen an ihren Lebensläufen. Sie nächtigen in provisorisch hergerichteten Schlafsälen. Ihr Essen erhalten sie aus Automaten, in Menge und Qualität gestaffelt nach den Leistungen der Vorwoche. Und dann gibt es noch einen Fitnessraum und auch einen »Samstagabend« und für die ganz Kontaktfreudigen noch die Weekend Suite – sowie die Stelle eines »Sphericon«-Trainers, um die sich die Teilnehmer bewerben sollen. Mit allen Mitteln.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
208
Preis
20.60 €

Autorenbeschreibung

Joachim Zelter, 1962 in Freiburg geboren, studierte und lehrte englische Literatur in Tübingen und Yale, Dr. phil. .Seit 1997 freier Schriftsteller. Autor von Romanen, Erzählungen und Theaterstücken, die an zahlreichen deutschen Bühnen gespielt werden. Ausgezeichnet mit dem Thaddäus-Troll-Preis, der Fördergabe der Internationalen Bodenseekonferenz, dem Bahnwärter-Stipendium der Stadt Esslingen a. N., dem großen Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg sowie mit dem Jahresstipendium des Landes Baden-Württemberg. Seit 2000 erscheinen Joachim Zelters Bücher bei Klöpfer & Meyer, u. a. mit großem Erfolg die Romane »Schule der Arbeitslosen« (2006, 5. Auflage 2017), »Der Ministerpräsident« (2010), mit dem er für den Deutschen Buchpreis nominiert war, »untertan« (2012), die beiden Novellen »Einen Blick werfen« (2013) und »Wiedersehen« (2015) sowie 2016 »Briefe aus Amerika«.

Beiträge

2
Alle
5

Ein erstaunlich nüchterner Horrortrip durch einen feuchten Traum radikaler Neoliberalist*innen.

5

Ob dieses Buch eine Reaktion auf die Arbeiter:innensituation insbesondere den Umgang mit Arbeitssuchenden Menschen rund um die Jahrtausendwende ist, liegt wahrscheinlich recht Nahe. Was mich fasziniert hat, ist, obwohl nun fast 20 Jahre immer noch (oder genau jetzt) passend erscheint. Gerade die Stigmatisierung von arbeitssuchenden sowie das mehr als dreiste und zermürbende Verfahren im Bezug auf Bewerbungen hat mich fasziniert-schockiert hinterlassen. Weiterhin spannend fand ich die Bezüge, welche zum NS-Regime und der nationalsozialistischen Ideologie gezogen wurden. Daran hat sich besonders die durchaus furchtbare Verbindung zwischen kapitalistischen Praktiken sowie faschistischer Ideologie abgebildet.

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