Pferde stehlen

Pferde stehlen

E-Book
3.738
ErinnerungLandLebensabendSkandinavien

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Beschreibung

Norwegen im Sommer 1948: Der fünfzehnjährige Trond verbringt die Ferien in einer Hütte nahe der schwedischen Grenze. Als in der Nachbarsfamilie ein schreckliches Unglück geschieht, entdeckt der Junge das wohlgehütete Lebensgeheimnis seines Vaters. In den Kriegsjahren hatte dieser zusammen mit der Nachbarin politisch Verfolgte über den Fluss gebracht. Und sich dabei für immer in diese Frau verliebt. Noch ahnt Trond nicht, dass er seinen Vater nach diesem gemeinsamen Sommer nie wiedersehen wird.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
E-Book
Seitenzahl
248
Preis
8.99 €

Autorenbeschreibung

Per Petterson, 1952 in Oslo geboren, ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller Norwegens. Seine Bücher erscheinen in zahlreichen Sprachen, für seinen Roman Pferde stehlen (2006) wurde er mit dem Independent Foreign Fiction Prize ausgezeichnet. Bei Hanser erschienen außerdem die Romane Sehnsucht nach Sibirien (1999), Im Kielwasser (2007), Ich verfluche den Fluss der Zeit (2009), für das Petterson den bedeutendsten norwegischen Literaturpreis, den Brage-Preis, den Norwegischen Kritikerpreis und den Preis des Nordischen Rats erhielt, sowie Ist schon in Ordnung (2011), Nicht mit mir (2014) und Männer in meiner Lage (2019).

Beiträge

6
Alle
4

Ein Buch über das Erwachsenwerden, über eine Vater-Sohn-Beziehung und über das Schweigen. Viele Handlungen werden hier mittels Erinnerungen der Hauptfigur erzählt. Einiges detailliert, manches nur angedeutet. Sehr schön sind die Naturbeschreibungen und der Alltag der Hauptfigur. Die Zeitsprünge fand ich stellenweise unübersichtlich, aber meistens haben sie nicht gestört. Was mich mehr gestört hat, war die mir zu "männliche" Perspektive, das Credo ein Mann, entscheidet selbst, wann ihm was wehtut und wann nicht. Bedauern habe ich über die Stille zwischen den Männern empfunden, ihre Unfähigkeit über Gefühle und bedeutsame Geschehnisse zu sprechen und so einander fremd zu bleiben. Für mich hätte die Geschichte an manchen Stellen mehr Informationen enthalten können, mehr Reflexion, mehr Tiefgang der Hauptfigur. Aber vielleicht ist dieses Fehlen gewollt. Vielleicht kann die Hauptfigur das nicht, wenn sie entschieden hat, dass die Vergangenheit nicht weh tun soll.

3.5

Stimmungsvoll, ereignisarm und teils verwirrend.

Das Buch beschreibt die Erinnerungen des norwegischen Protagonisten Trond in zwei zeitlich wechselnden, wesentlichen Erzählsträngen (als 67-Jähriger und 15-Jähriger) und legt dabei sehr viel Wert auf Stimmung, Beziehungen und Umgebung. Die Beschreibungen sind sehr detailliert, sodass man leicht in die jeweiligen Situationen abtauchen kann. Auch wenn der Roman sprachlich gut ist, passiert auf der Handlungsseite wenig. Ich lese auch öfter eher introspektive Texte, jedoch werden die relevanten Konflikte und Beziehungen interessant aufgebaut und bleiben anschließend sehr vage. Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit hat mich an manchen Stellen etwas überfordert, und ich musste mich wieder orientieren, wodurch für mich persönlich teils Zusammenhänge unklar und unbefriedigend blieben. Hinweise in Blogs lassen den Roman im Nachhinein nochmals deutlicher wirken.

4.5

4.75 ⭐️; ein ruhiges, sensibles Buch. Die Geschichte hat Tiefe und die landschaftliche Beschreibung ist sehr gelungen. Ich bin richtig eingetaucht in diese Hütte in Norwegen. Dir beschrieben Vater- Sohn Beziehung war ganz toll zu lesen, ich bin in die Seiten abgetaucht. Die Geschichte lässt aus meiner Sicht sehr viele Punkte recht offen- aber das stört nicht. Offen sind die Fragen rund um die Kerngeschichte, aber auf diese wird nicht näher eingegangen daher ist keine Antwort notwendig. Der Schreibstil ist ruhig und fließend, das Buch hat keine Eile und der Autor hat keine… wer es lesen mag setzt somit am besten in aller Ruhe hin.

3

Der 67-jährige Trond blickt auf sein bewegtes Leben zurück. Nichts hat scheinbar so tiefe Wunden hinterlassen, wie dessen Vater, der die Familie für eine neue Frau verlassen hat. Ein Buch über Männlichkeit, über Erwachsenwerden, über Vater-Sohn-Beziehungen, über das Leben in der Natur. Sprachlich sparsam, kompakt und pointiert erzählt Petterson die Geschichte von Trond und seinem Vater. Sie ist einleuchtend, mitunter sachte mitreißend und stimmungsvoll. Und doch hat MICH eine Sache gestört. Man könnte es auch anders sagen: es hat MIR etwas gefehlt: Emotionen.

4

Ein Buch, , das in wunderschöner, poetischer Sprache leise große Themen anspricht. Es hat mich sehr bewegt und mir gezeigt, dass Literatur eine unglaubliche Kraft entwickeln kann und auch lange nachwirkt…

5

Trond ist 67 und verbringt seinen Lebensabend in einer einsamen Hütte in Norwegen, nahe der schwedischen Grenze. In einer ähnlichen Hütte hat er 1948 einen Sommer mit seinem Vater vebracht, den letzten Sommer zusammen mit ihm. Nun als Mann am Ende seines Lebens zwingen ihn Natur, Menschen und Stimmungen, diesen Sommer noch einmal zu erleben. Ein wundervolles, poetisches Buch, dass Stimmungen und Gefühle in wenigen, genau dosierten Worten auf den Punkt bringt. An und für sich geschieht wenig, doch Petterson ist ein so präziser Beobachter, dass er dem wenigen essenzielles entringt. Auf wenigen Seiten wird so ein Einblick in das Wesentliche eines Lebens gegeben. Ein sehr gutes Buch.

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