Petty Lies
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Beschreibung
Dear Jiwon,
I'm writing to you regarding the murder of your son...
Revenge is perhaps best served by letter. But letters get answered. And when a young tutor takes up the pen to write to her former employer revealing the true motive behind tutoring her son, she will trigger a chain of events that will leave you questioning everything - and everyone.
Dear Jiwon,
What's the first thing we learn as babies? Don't trust another person for no good reason. Even your own flesh and blood to whom you gave birth is no exception. After all, one's offspring are other people too.
But how many times can I tell you to trust no one? Not even me.
----
Content warning: this book contains instances of animal abuse and death
Buchinformationen
Beiträge
Worum geht's:
Mira ist eine verzweifelte junge Frau, die von einer wohlhabenden, alleinerziehenden Mutter engagiert wird, um deren einsamen Sohn Yuchan zu unterrichten. Doch Mira ist nicht die, für die sie sich ausgibt; sie wird vom Tod ihrer eigenen Familie verfolgt und von einem düsteren Drang nach Rache angetrieben. Yuchan war grausam zu Miras Mutter – eine Grausamkeit, die sie ihm niemals verzeihen kann. Und dann ist da noch Jiwon, die Mutter des Jungen – eine schlechte Mutter, wie Mira findet. Oder vielleicht ist es das, was Jiwon sich selbst immer wieder einzureden versucht, dass sie es nicht sein darf. Doch je mehr Zeit Mira in dem weitläufigen Haus der Familie verbringt, desto mehr beginnt sie zu zweifeln, dass Yuchan tatsächlich der Schuldige ist, den sie sucht. Jemand anderes in der Familie zieht im Hintergrund die Fäden. Jemand mit einem abgründigen Plan, den sie sich nicht einmal ansatzweise vorstellen kann. — "Petty Lies" von Sulmi Bak ist ein Volltreffer für alle, die literarische Abgründe suchen. Ich habe die Geschichte förmlich inhaliert. Die Aufmachung und der erzählerische Stil erinnern stark an "Geständnisse" von Kanae Minato, was mir extrem gut gefallen hat. Auch wer "The First Day of Spring" von Nancy Tucker schätzt, wird sich hier sofort in der beklemmenden Atmosphäre zu Hause fühlen. Ein spannender Psychothriller über Manipulation, Schuld und die dunklen Seiten der Erziehung. Für Liebhaber psychologischer Grausamkeit und komplexer Täter-Opfer-Dynamiken, die – so wie ich – eine Schwäche für Geschichten mit "schwierigen" Kindern und moralischen Grauzonen haben. In das Buchcover bin ich übrigens total verliebt 😆

Petty Lies ist in seinem Kern ein beklemmendes Porträt einer Familie, die langsam durch die Eskalation eines einzelnen Mitglieds aus dem Gleichgewicht gerät. Die Erzählerin – die Mutter – beobachtet, wie ihr Sohn sich zunehmend in eine gefährliche Richtung entwickelt: Rückzug, Wut, fehlende Empathie und schließlich erste Anzeichen von Brutalität. Besonders die gegenüber Hunden, die im Buch eine zentrale Rolle spielt, wirkt wie ein Wendepunkt: ein Tabubruch, der der Mutter die Augen öffnen müsste, den sie aber aus Angst, Scham oder Hilflosigkeit immer wieder herunterspielt. Diese Verdrängung ist eines der Hauptthemen des Romans. Die kleinen Lügen im Titel sind nicht nur harmlose Ausflüchte, sondern die Art, wie die Erzählerin sich selbst die Realität zurechtbiegt, um eine Eskalation nicht wahrhaben zu müssen. Doch die Situation spitzt sich zu — und gipfelt schließlich in einem Angriff des Sohnes auf seinen eigenen Bruder. Dieser Moment entlarvt das fragile Gefüge der Familie endgültig. Besonders wirkungsvoll ist die Erzählweise: Sulmi Bak nutzt verschiedene Perspektiven, die sich teilweise abwechseln, teilweise überlagern. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Bild der Familie, in dem Wahrnehmung, Selbstrechtfertigung und Verdrängung gegeneinander arbeiten. Jede Perspektive enthüllt etwas anderes — und zugleich bleibt immer spürbar, wie wenig die Figuren wirklich voneinander wissen. Sulmi Bak spielt meisterhaft mit dieser Spannung zwischen subjektiver Sicht und tatsächlicher Realität. Der Schrecken entfaltet sich leise, oft nur in Andeutungen, und gerade das macht die Geschichte so verstörend. Die Mutter versucht, alles in der Familie „normal“ aussehen zu lassen, doch die immer gefährlicheren Verhaltensmuster ihres Sohnes lassen sich nicht mehr überblenden. Fazit: Petty Lies ist kein leichter Text, sondern ein psychologisch präzises, düsteres Familienporträt. Die multiperspektivische Erzählweise verstärkt die Unruhe des Lesers und macht deutlich, wie sehr Wahrheit davon abhängt, wer gerade spricht. Die Darstellung der familiären Dynamik ist intensiv, verstörend und gleichzeitig literarisch eindrucksvoll.
Beschreibung
Dear Jiwon,
I'm writing to you regarding the murder of your son...
Revenge is perhaps best served by letter. But letters get answered. And when a young tutor takes up the pen to write to her former employer revealing the true motive behind tutoring her son, she will trigger a chain of events that will leave you questioning everything - and everyone.
Dear Jiwon,
What's the first thing we learn as babies? Don't trust another person for no good reason. Even your own flesh and blood to whom you gave birth is no exception. After all, one's offspring are other people too.
But how many times can I tell you to trust no one? Not even me.
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Content warning: this book contains instances of animal abuse and death
Buchinformationen
Beiträge
Worum geht's:
Mira ist eine verzweifelte junge Frau, die von einer wohlhabenden, alleinerziehenden Mutter engagiert wird, um deren einsamen Sohn Yuchan zu unterrichten. Doch Mira ist nicht die, für die sie sich ausgibt; sie wird vom Tod ihrer eigenen Familie verfolgt und von einem düsteren Drang nach Rache angetrieben. Yuchan war grausam zu Miras Mutter – eine Grausamkeit, die sie ihm niemals verzeihen kann. Und dann ist da noch Jiwon, die Mutter des Jungen – eine schlechte Mutter, wie Mira findet. Oder vielleicht ist es das, was Jiwon sich selbst immer wieder einzureden versucht, dass sie es nicht sein darf. Doch je mehr Zeit Mira in dem weitläufigen Haus der Familie verbringt, desto mehr beginnt sie zu zweifeln, dass Yuchan tatsächlich der Schuldige ist, den sie sucht. Jemand anderes in der Familie zieht im Hintergrund die Fäden. Jemand mit einem abgründigen Plan, den sie sich nicht einmal ansatzweise vorstellen kann. — "Petty Lies" von Sulmi Bak ist ein Volltreffer für alle, die literarische Abgründe suchen. Ich habe die Geschichte förmlich inhaliert. Die Aufmachung und der erzählerische Stil erinnern stark an "Geständnisse" von Kanae Minato, was mir extrem gut gefallen hat. Auch wer "The First Day of Spring" von Nancy Tucker schätzt, wird sich hier sofort in der beklemmenden Atmosphäre zu Hause fühlen. Ein spannender Psychothriller über Manipulation, Schuld und die dunklen Seiten der Erziehung. Für Liebhaber psychologischer Grausamkeit und komplexer Täter-Opfer-Dynamiken, die – so wie ich – eine Schwäche für Geschichten mit "schwierigen" Kindern und moralischen Grauzonen haben. In das Buchcover bin ich übrigens total verliebt 😆

Petty Lies ist in seinem Kern ein beklemmendes Porträt einer Familie, die langsam durch die Eskalation eines einzelnen Mitglieds aus dem Gleichgewicht gerät. Die Erzählerin – die Mutter – beobachtet, wie ihr Sohn sich zunehmend in eine gefährliche Richtung entwickelt: Rückzug, Wut, fehlende Empathie und schließlich erste Anzeichen von Brutalität. Besonders die gegenüber Hunden, die im Buch eine zentrale Rolle spielt, wirkt wie ein Wendepunkt: ein Tabubruch, der der Mutter die Augen öffnen müsste, den sie aber aus Angst, Scham oder Hilflosigkeit immer wieder herunterspielt. Diese Verdrängung ist eines der Hauptthemen des Romans. Die kleinen Lügen im Titel sind nicht nur harmlose Ausflüchte, sondern die Art, wie die Erzählerin sich selbst die Realität zurechtbiegt, um eine Eskalation nicht wahrhaben zu müssen. Doch die Situation spitzt sich zu — und gipfelt schließlich in einem Angriff des Sohnes auf seinen eigenen Bruder. Dieser Moment entlarvt das fragile Gefüge der Familie endgültig. Besonders wirkungsvoll ist die Erzählweise: Sulmi Bak nutzt verschiedene Perspektiven, die sich teilweise abwechseln, teilweise überlagern. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Bild der Familie, in dem Wahrnehmung, Selbstrechtfertigung und Verdrängung gegeneinander arbeiten. Jede Perspektive enthüllt etwas anderes — und zugleich bleibt immer spürbar, wie wenig die Figuren wirklich voneinander wissen. Sulmi Bak spielt meisterhaft mit dieser Spannung zwischen subjektiver Sicht und tatsächlicher Realität. Der Schrecken entfaltet sich leise, oft nur in Andeutungen, und gerade das macht die Geschichte so verstörend. Die Mutter versucht, alles in der Familie „normal“ aussehen zu lassen, doch die immer gefährlicheren Verhaltensmuster ihres Sohnes lassen sich nicht mehr überblenden. Fazit: Petty Lies ist kein leichter Text, sondern ein psychologisch präzises, düsteres Familienporträt. Die multiperspektivische Erzählweise verstärkt die Unruhe des Lesers und macht deutlich, wie sehr Wahrheit davon abhängt, wer gerade spricht. Die Darstellung der familiären Dynamik ist intensiv, verstörend und gleichzeitig literarisch eindrucksvoll.





