
Worum geht's:
Mira ist eine verzweifelte junge Frau, die von einer wohlhabenden, alleinerziehenden Mutter engagiert wird, um deren einsamen Sohn Yuchan zu unterrichten. Doch Mira ist nicht die, für die sie sich ausgibt; sie wird vom Tod ihrer eigenen Familie verfolgt und von einem düsteren Drang nach Rache angetrieben. Yuchan war grausam zu Miras Mutter – eine Grausamkeit, die sie ihm niemals verzeihen kann. Und dann ist da noch Jiwon, die Mutter des Jungen – eine schlechte Mutter, wie Mira findet. Oder vielleicht ist es das, was Jiwon sich selbst immer wieder einzureden versucht, dass sie es nicht sein darf. Doch je mehr Zeit Mira in dem weitläufigen Haus der Familie verbringt, desto mehr beginnt sie zu zweifeln, dass Yuchan tatsächlich der Schuldige ist, den sie sucht. Jemand anderes in der Familie zieht im Hintergrund die Fäden. Jemand mit einem abgründigen Plan, den sie sich nicht einmal ansatzweise vorstellen kann. — "Petty Lies" von Sulmi Bak ist ein Volltreffer für alle, die literarische Abgründe suchen. Ich habe die Geschichte förmlich inhaliert. Die Aufmachung und der erzählerische Stil erinnern stark an "Geständnisse" von Kanae Minato, was mir extrem gut gefallen hat. Auch wer "The First Day of Spring" von Nancy Tucker schätzt, wird sich hier sofort in der beklemmenden Atmosphäre zu Hause fühlen. Ein spannender Psychothriller über Manipulation, Schuld und die dunklen Seiten der Erziehung. Für Liebhaber psychologischer Grausamkeit und komplexer Täter-Opfer-Dynamiken, die – so wie ich – eine Schwäche für Geschichten mit "schwierigen" Kindern und moralischen Grauzonen haben. In das Buchcover bin ich übrigens total verliebt 😆

